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    Wenn ich an meine Oma denke, die den Krieg miterlebt hat, ihre Kinder an Keuschhusten gestorben sind und und und. Die war so robust und abgehärtet, dass sie in ihrem Leben nicht einen Tag nicht gearbeitet hat. Und heute sind die Leute wegen eines kleinen Tieres wochenlang außer Gefecht

    Das ist sicher ganz schlimm, wenn man so ein Schicksal hat.


    Glücklicherweise wissen jüngere Generationen in unseren Breitengraden nicht, wie es ist im Krieg zu leben.


    Der Verlust eines geliebten Tieres, ist für die betreffende Person einfach nur schlimm und dass deine Grossmutter ein Kind durch Keuchhusten verloren hat, kann daran auch nichts ändern.


    Es werden bei uns auch tonnenweise Lebensmittel weggeschmissen und in Afrika verhungern Menschen....


    Trauer ist Trauer und es gibt keine Kategorien.


    Trauer lächerlich zu nennen finde ich einfach nur geschmacklos!


    Abgesehen davon erlebe des öfteren, dass Leute tagelang wegen eines Schnupfens nicht arbeiten.


    Wochenlang wegen eines toten Kanarienvogels nicht zu arbeiten, finde ich etwas übertrieben und ich glaube auch nicht, dass das der Wahrheit entspricht.


    Ich finde jeder soll mit dem Tod eines Tieres umgehen dürfen wie es für ihn gut ist, ohne gleich für verrückt erklärt zu werden.

    Diese Grenze ist bei jedem aber woanders. Man kann seine Meinung kundtun... sollte aber nicht mit "lächerlich" oder "krank im Kopf" daher kommen. Trauer hat für mich persönlich auch Grenzen... aber ich würde nie über die Trauer anderer urteilen. Ist also immer eine Sache wie man es in Worte fasst.

    Es geht doch nicht um peanuts, wie lange, welcher Tag. Eher so um das Ausmaß. Wer das letzten Endes genau festlegt, ist mir ziemlich egal, vermutlich Psychologen und Psychiater, aber es gibt in meinen Augen so etwas wie gesunden Menschenverstand und ab einem bestimmten Punkt, möchte ich auch sagen oder zumindest denken können, dass das nicht mehr gesund ist. Wenn in meinem Job eine Kollegin 2 Wochen ausfallen würde wegen des Tods eines Tieres, wäre meine Veständnis sehr begrenzt, das gebe ich zu. Aber wie schon jemand schrieb, es ist ja noch die Frage, ob das überhaupt stimmt. Und wenn es stimmt, dann hat dieser Mensch ganz sicher gravierende Probleme, ich finde sehr wohl, dass das in Richtung psychische Krankheit geht. Ich nehmen mal an, dass es das ist, was die TE mit "krank im Kopf" meinte, was natürlich eine nicht ernst zu nehmende schnoddrige Ausdrucksweise ist.

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    Man schreibt dann, dass man mit dem Tod nicht klar kommt und seit Tagen nur noch am heulen ist, nichts mehr essen kann, teilweise nicht mal mehr zur Arbeit gehen kann

    .


    ...................................ja, die kleine Maus ist über die Regenbogenbrücke gegangen........


    Bei aller Liebe zu einem Tier, aber ich denke mir dann, diese Person hat noch nie einen besonderen Menschen, den er über alles geliebt hat, verloren.


    Da sollte doch mit zweierlei Maß gemessen/ getrauert werden.

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    Bei aller Liebe zu einem Tier, aber ich denke mir dann, diese Person hat noch nie einen besonderen Menschen, den er über alles geliebt hat, verloren.


    Da sollte doch mit zweierlei Maß gemessen/ getrauert werden.

    Das sehe ich auch so. Es gibt nur eine Ausnahme: wenn das verstorbene Tier ein Hund ist. Wenn ein Hund stirbt, das kann locker schlimmer sein, als wenn ein Mensch gestorben ist.

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    Bei aller Liebe zu einem Tier, aber ich denke mir dann, diese Person hat noch nie einen besonderen Menschen, den er über alles geliebt hat, verloren.


    Da sollte doch mit zweierlei Maß gemessen/ getrauert werden.

    Nein, für mich nicht.


    Ich trauere um mir nahestehende Lebewesen (Mensch und Tier)


    Mein Pferd musste 2009 eingeschläfert werden, ich vermisse ihn immer noch sehr und habe deshalb auch das Reiten aufgegeben. Mein Bruder ist letzten Dezember jung verstorben, auch er fehlt mir. Ich hatte zu beiden, meinem Pferd und meinem Bruder, eine enge Beziehung. Und ich stelle da keinen über den Anderen, nur weil eines ein Tier und der andere ein Mensch war.


    Beide waren wichtig in meinem Leben und haben mich ein grosses Stück meines Lebens begleitet und geprägt.

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    Ich stehe dem sogenannten gesunden Menschenverstand ziemlich skeptisch gegenüber. Der ist so abhängig vom Zeitgeist, von den Modeströmungen.

    Das ist auch so.


    Ich kenne jedenfalls in der heutigen Zeit niemanden mehr, der nach dem Verlust des Ehepartners ein Jahr lang Trauer (schwarz) trägt.


    Früher war das Trauerjahr üblich.


    Hund, Katze, Schwein....ist doch völlig egal, es kommt darauf an wie intensiv die Bindung zu einem Tier war.


    Klar ist das bei einem Hund vielleicht etwas intensiver als bei einem Blutegel, da der Hund einem seine Zuneigung besser zeigen kann.


    Eigentlich ist diese Diskusion völlig sinnfrei, da keine Seite die andere überzeugen kann.


    Soll doch jeder wie er will und wie ers braucht.


    Ich liebe meine Tiere sehr und bin untröstlich, wenn ich eines verliere.....basta!

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    Bei aller Liebe zu einem Tier, aber ich denke mir dann, diese Person hat noch nie einen besonderen Menschen, den er über alles geliebt hat, verloren.


    Da sollte doch mit zweierlei Maß gemessen/ getrauert werden.

    Und wer legt das fest? Es darf ja wohl jeder Mensch selbst entscheiden, an wen oder was er sein Herz hängt. Der Tod meiner Schwiegereltern wird meinen Mann dereinst eher erleichtern als tief treffen, vor dem Tod unseres Hundes fürchte ich mich auch um seinetwillen jetzt schon. Der Hund ist ein fröhlicher, lieber kleiner Kerl, den wir sehr gernhaben, die Schwiegereltern sind weder fröhlich noch lieb, noch haben wir sie gern.


    Ich würde trotzdem, wenn meine entsetzliche Schwiegermutter und unser Hund in einer lebensgefährlichen Situation wären und ich nur einen retten könnte, die Schwiegermutter retten. Aber nur aus Prinzip und keineswegs gern, und danach würde ich sie bitten, sich zu verpissen, damit ich in Ruhe um den Hund trauern kann, der mir so viel mehr wert war als sie. Letzteres würde ich ihr nicht dazusagen, aber ich empfinde nun einmal so. Der Hund wäre ein großer Verlust in meinem Leben, sie hingegen würde mir ganz schlicht nicht weiter fehlen.