Das "glaubt mal" in deinem Satz unterstellt den anderen Diskussionsteilnehmern, sie hätten diesen Verlust noch nicht erlebt und wüssten daher nicht wie der sich anfühlt. Das ist ziemlich überheblich, gerade weil einige hier geschrieben haben, dass sie schon Eltern und Geschwister verloren haben und dennoch die Trauer um Tiere vergleichbar finden.

    Ich habe auch nur geschrieben, dass es für mich eine andere Art von Trauer ist.


    Meine Familie werde ich noch länger betrauern als ein paar Monate, die sind meine Biografie, meine Geschichte und werden das ganze restliche Leben


    unersetzlich


    bleiben.

    Zitat

    Und über die restlichen 10% steht Dir, bei aller Liebe, kein scheißverdammtes Urteil zu. Die meisten Leute trauern ja auch um ihren Vater mehr als um einen Hund. Geht es die was an, dass das bei Dir anders war? Beeindruckt es Dich? Hat es irgendwas mit Dir zu tun oder Einfluss auf Deine Gefühle?

    Mir steht jedes scheißverdammte Urteil zu, so wie auch Dir.


    Ich schrieb:

    Zitat

    20.11.14 13:16

    Zitat

    Bei aller Liebe zu einem Tier, aber ich denke mir dann, diese Person hat noch nie einen besonderen Menschen, den er über alles geliebt hat, verloren.


    Da sollte doch mit zweierlei Maß gemessen/ getrauert werden.

    Das sehe ich auch so. Es gibt nur eine Ausnahme: wenn das verstorbene Tier ein Hund ist. Wenn ein Hund stirbt, das kann locker schlimmer sein, als wenn ein Mensch gestorben ist.

    Getrauert wird mit zweierlei Maß, und wenn es um einen Hund geht, kann es auch mal anders sein.

    Getrauert wird bei mir genausovielen Maßen wie es Todesfälle gibt. Da jede Beziehung einmalig ist und für mich die Beziehung, die Bindung die Ursache der Trauer ist, ist die Trauer auch jedesmal anders.

    Zitat

    Dann hast Du eine sehr generalisierte Beziehung zu der jeweiligen Spezies, nicht zum jeweiligen Individuum? Faszinierend.

    Ich habe keine generalisierte Beziehung, sondern eine gute Vantasi ;-D. Hätte ich eine Kuh, ein Pferd, eine Katze und einen Hund, dann wäre die Intensität in der Beziehung genau in der genannten Reihenfolge. Kuh, Pferd, Katze, Hund.

    Zitat

    Getrauert wird bei mir genausovielen Maßen wie es Todesfälle gibt. Da jede Beziehung einmalig ist und für mich die Beziehung, die Bindung die Ursache der Trauer ist, ist die Trauer auch jedesmal anders.

    Ja. Aber der Ausgang hier war der, dass es einen Unterschied in der Trauer, abhängig davon gibt, ob Mensch oder Tier gestorben ist.


    Genau diesen gibt es.

    Zitat

    Getrauert wird bei mir genausovielen Maßen wie es Todesfälle gibt. Da jede Beziehung einmalig ist und für mich die Beziehung, die Bindung die Ursache der Trauer ist, ist die Trauer auch jedesmal anders.

    Hauptsache der Mensch kann danach trotzdem noch funktionieren. Denn das Leben muss weitergehen.


    Wenn ein Mensch nach dem Tod seines Haustieres regelrecht zusammenbricht, wie soll er erst nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen weiter funktionieren.


    Das macht mir dabei Sorgen.... ich traue diesen dann nicht gerade viel mehr zu....


    ich weiß, das ist wohl wieder sehr überheblich.... ich denke aber so

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    Ja. Aber der Ausgang hier war der, dass es einen Unterschied in der Trauer, abhängig davon gibt, ob Mensch oder Tier gestorben ist.

    Und ob Menschen krank sind die, dass anders sehen und fühlen. Vergiss diese reizende Wertung bitte nicht.

    Zitat

    Genau diesen gibt es.

    Für dich, für andere nicht. Bei mir sortieren sich die Todesfälle unabhängig von der Spezies je nach enge der Bindung. Du hast eine grundsätzliche, nur für Hunde ausgesetzte, zwei Teilung, andere setzen Hunde zu den anderen Tieren und haben eine zwei Teilung ohne Ausnahmen.


    Ich finde es ein wenig dreist die Regeln die für einen selbst gelten zur Norm für andere zu erheben.

    Zitat

    Ja. Aber der Ausgang hier war der, dass es einen Unterschied in der Trauer, abhängig davon gibt, ob Mensch oder Tier gestorben ist. Genau diesen gibt es

    für Dich, ja. Es gibt aber eben andere, sie es nicht so sehen.


    Für mich ist die Trauer abhängig von meiner Beziehung zu dem Lebewesen. Und da stehen für mich nicht per se Menschen (nur weil es Menschen sind) an erster Stelle und erst dann Tiere.


    Die Beziehung und Bindung die ich zum Lebewesen hatte, bestimmt meine Trauer.

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    Hauptsache der Mensch kann danach trotzdem noch funktionieren. Denn das Leben muss weitergehen.


    Wenn ein Mensch nach dem Tod seines Haustieres regelrecht zusammenbricht, wie soll er erst nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen weiter funktionieren.

    Nun, wenn er genauso liebt dann trauert er eventuell genauso. Will heißen, er bricht beim Tode des Vaters genauso zusammen wie beim Tode der Katze. Wenn die Person nach der akuten Trauer um die Katze wieder aufgestanden ist, dann bin ich guter Hoffnung, dass sie es beim Vater ebenso schaffen wird.

    Zitat

    Das macht mir dabei Sorgen.... ich traue diesen dann nicht gerade viel mehr zu....

    Ja weil du vorraussetzt, dass die Person beim Tode des Vaters dann stärker trauern müsste, aber genau da bist du schief gewickelt. Kann schlimmer sein, kann weniger schlimm sein, kann gleich schlimm sein. Hängt ganz an der Person und ihrer Beziehung zu dem Vater.

    Zitat

    Und ob Menschen krank sind die, dass anders sehen und fühlen. Vergiss diese reizende Wertung bitte nicht.

    Sie können aber nicht natürlich differenzieren zwischen Mensch und Tier und es bleibt fraglich, ob sie mit schwersten, traumatischen Schicksalschlägen überhaupt gut zurechtkommen werden


    Das ist echt nicht böse gemeint... aber bestimmt psychologisch gesehen eine interessante Frage, die ich nicht sicher beantworten könnte ":/