Die meisten Tiere, die wir Menschen uns so als Haustiere halten sind domestiziert. Und gerade Hunde würde es ohne Menschen nicht geben. Hunde begleiten Menschen schon verdammt lange. Seite an Seite.


    Und auch andere Haustiere sind in der Regel soziale Lebewesen, von denen sich viele sehr eng an ihre Menschen binden. Nicht für alle Haustiere ist der Mensch ein vollwertiger Sozialpartner. Vögel zum Beispiel sollte man in der Regel nicht in "Einzelhaft" halten. Aber Hunde ziehen Menschen oft als Sozialpartner ihren Artgenossen vor.


    Und auch Katzen, Ratten und anderes Getier kann sich sehr enge an Menschen binden. Und wenn man einige Monate bis viele Jahre eng aneinandergeschweißt verbracht hat, dann halte ich es für durchaus normal den Verlust mindestens als traurig zu empfinden bis gar den Verlust intensiv zu betrauern.

    @ blackheartedqueen:

    Sehe ich ähnlich. Besonders im Vogelpunkt hast du recht. Ein einzeln Gehaltener Vogel, der sonst im Schwarm unterwegs ist, ist ein anderes Lebewesen nur mehr ein Ersatz für einen gleichartigen Partner. Deshalb werden einzeln gehaltene Wellensittiche sehr schnell sehr zahm, trauern aber, wenn der Mensch dann eben mal keine Zeit hat. Ich sehe das bei meinen Vögeln. Die hocken seltenst mal alleine rum. Die andere zeit wird sich zwitschernd unterhalten, gemeinsam geflogen und sich gegenseitig gekrault und geputzt.

    Zitat

    Ferner würde mich mal interessieren, was manche Leute unter Vermenschlichen verstehen. Schliesslich sind wir Menschen auch nur Tiere, ausser das unser Gehirn etwas weiter entwickelt ist, unterscheiden wir uns nicht im Geringsten. Was also heisst "Vermenschlichen" ?

    Hallo,


    also was ich damit meine, ist dass Tiere eigentlich einen eigenen "Lebensstil" und Rhytmus haben. Ich hatte letztens bei YouTube ein "witziges Tiervideo" gesehen, wo Tiere irgendwas witziges getan haben. Eine Katze hat sich zB in aufrechter Position auf die Couch gesetzt, neben ihre Menschen oder ein Hund hat versucht zu sprechen und untypische menschenartige Laute versucht von sich zu geben. Das finde ich grundsätzlich nicht schlimm, da die Tiere das freiwillig machen. Aber psychologisch betrachtet (vermute ich jedenfalls) ahmen die Tiere die Menschen nach. Haustiere müssen immer die Regeln ihrer Menschen beachten, bekommen mit, dass sie "unterlegen" sind und auch, dass sie "sonderbar" sind. Denn die Mehrheit an Lebewesen um sie rum ist menschlich und lebt ganz anders und ist "mächtiger". Ich stelle mir vor, dass sie sich minderwertig vorkommen und am liebsten gleichwertig mit ihrem Menschen sein wollen und ihn versuchen nachzumachen. So erkläre ich mir jedenfalls dieses Verhalten auf dem YouTube Video.


    Der andere Punkt ist, dass ein Haustier nie Stress hat Futter zu suchen oder ein Nest zu bauen etc. Denn sie leben (vermenschlicht) in der Wohnung, bekommen Fressen etc. und damit den Lebensstil ihres Menschen aufgedrückt. Haustiere die viel Auslauf haben, zB auf dem Land, und nicht das einzige Haustier ihrer Art sind, wird es vielleicht schon ziemlich gut gehen. Je enger der Lebensraum den der Mensch ihm zur Verfügung stellt (im Vergleich zum natürlichen), desto schlechter denke ich. Und ich bin mir auch nicht sicher inwiefern es psychisch gut ist nie "einen Job" oder ein Ziel zu haben. Wenn man zB Rentner im Altenheim beobachtet sind die auch nicht zufrieden, weil sie eigentlich nur "rumhängen". Ein Haustier sieht in vielen Fällen sein Leben lang die gleichen vier Wände oder seine Käfiggitter, frisst und schläft. Zwischendurch wird es noch gestreicherlt. Und das solange bis es stirbt. Ich würde bei solchen Lebensverhältnissen durchdrehen.

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    Der andere Punkt ist, dass ein Haustier nie Stress hat Futter zu suchen oder ein Nest zu bauen etc. Denn sie leben (vermenschlicht) in der Wohnung, bekommen Fressen etc. und damit den Lebensstil ihres Menschen aufgedrückt.

    Das ist eine verallgemeinerung, die so nicht stimmt. Vögel z.B. bauen sehr wohl ein Nest, wenn sie brüten wollen. Dazu müssen sie sich ihr Nistmaterial auch zusammenklabustern (bei mir sinds meist die Tapeten :-/ ). Und meinen Lebensstil kann ich denen garnicht aufdrücken, weil sie das nicht annehmen. Die können aus dem Käfig raus, wann sie wollen und sitzen und fressen, wo sie wollen (und was zu futtern finden).

    @ Ninalein PB

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    Die eigenen Tiere nach ihrem Tod dann aber wie einen Joghurtbecher einfach in der Tonne zu entsorgen und ohne Traurigkeit erleichert zu sein, wenn der kranke, treue Gefährte Hund gestorben ist, ist das andere Extrem, finde ich.

    :)z :)= :)= :)= :)=


    Das ist für mich z.B. auch nicht normal...wenn du deine Tiere einfach so wegwirfst..Für mich sind Menschen, wie du es bist...gefühlsarm und nicht sonderlich empathiefähig.


    Ich habe mal einen alten Mann gekannt...er war arm, hatte ein schweres arbeitsreiches Leben hinter sich gebracht, seine Frau war gestorben. Er war ziemlich eigenbrötlerisch geworden und sein einziger Kamerad war ein auch mittlerweile alter Hund. Er tat alles für ihn und für den Hund war es sein einziger Mensch.


    Dieser Hund wurde irgendwann krank, die Tierärztin wurde gerufen, und sie konnte nur noch eines tun, weil dem Hund nicht zu helfen war: Ihn einschläfern.


    Der Mann weinte bitterliche Tränen, trug seinen Hund in den garten und begrub ihn. Es hat nicht mehr lange gedauert, und der Mann starb kurz danach.


    Was fällt dir dazu ein Ninalein? Was ein dummer alter Mann? Heult um eine Töhle? :-| :-| :-|

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    Ich stelle mir vor, dass sie sich minderwertig vorkommen und am liebsten gleichwertig mit ihrem Menschen sein wollen und ihn versuchen nachzumachen.

    Genau dieses Beispiel ist ein Beispiel für Vermenschlichung. Allerdings von Deiner Seite aus, liebe caprime. ;-)


    Tieren wird menschliches Denken und Fühlen unterstellt.


    Ein Tier kommt sich weder minderwertig vor, noch möchte es dem Menschen unbedingt etwas nachmachen. :|N Das ist so ähnlich wie das oft in Tierverhalten vom Menschen hinein interpretierte schlechte Gewissen (das Tiere nun mal nicht haben, auch wenn es so aussieht).

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    Anscheinend bin ich dann aber immer der einzige...

    Bist Du männlich?


    Chance007

    Generisches maskulinum. Ich sage auch "derjenige", "der einzige" etc. und nicht "diejenige", "die einzige" wenn ich von mir rede. Das hat für mich nichts mit Geschlecht zu tun - nur im grammatikalischen Sinn als für w & m benutzbare Form.

    Zitat

    Generisches maskulinum.

    Mag sein. Aber es wäre auch nicht das erste Mal, dass sich jemand bei Neuanmeldung mit der Farbe vertut. Auch wenn hier der Name vorerst auf Weiblichkeit schließen lässt. Hätte ja sein können, der/dem TE ist der Unterschied nicht bewusst, daher meine Nachfrage.

    tiere (insbesondere hunde) sind mitunter das schönste, was die welt zu bieten hat. sie werten nicht nach aussehen, geld und geist. sie geben unendlich viel und verlangen eigentlich nichts dafür zurück. wie einfach ist es, ein tier mit futter und liebe zufriedenzustellen! ihre dankbarkeit ist unendlich und vor allem ehrlich.

    trauern um ein Tier hat nichts mit Vermenschlichung im negativen Sinne zu tun, aber anderen Lebewesen genauso viel Wert einzuräumen wie einem Menschen ist in meinen Augen die einzig gesunde Einstellung.....hätte diese jeder könnte man sehr viel Tierleid verhindern.


    man kann ein Tier artgerecht halten aber es trotzdem so lieben wie einen guten Freund, immerhin begleitet es einen über Jahre hinweg.


    und Menschen zu unterstellen sie "wären nicht richtig im Kopf" ist ja wohl die Höhe - Trauergefühle darf man haben, sind etwas sehr persönliches und wenn ein Mensch etliche Rituale braucht um sich von seinem Tier zu verabschieden ist das auch in Ordnung.

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    Sehe nur ich das so? Ich meine bei mir sterben ja auch öfters Kaninchen, Meerschweinchen und Co. Die werden dann aus rein praktischen Gründen in der Mülltonne oder unter der Erde entsorgt, weiter mache ich mir dann aber keine Gedanken um das tote Tier. Was tot ist, ist tot.


    Wenn mir wirklich mal ein Hund stirbt zu dem man ja eine engere Beziehung hat, dann empfinde ich eher eine Erleichterung, wenn der kranke alte Hund nun nicht mehr da ist, man nicht mehr ständig zum Tierarzt muss, man nicht täglich wegen Inkontinent wischen muss, etc. Ich fühle mich dann eher befreit und freue mich auf den Nachfolger.

    Das wiederum finde ich gestört, vorsichtig formuliert. Wer nicht den Unterschied kennt zwischen einem lebendem Wesen und einem Gegenstand, dem fehlt ganz objektiv irgendetwas. Ich frage mich gerade, warum Du Dir überhaupt ein Tier hältst? Wenn Dir öfter mal eins wegstirbt, solltest Du Dir besser keine mehr anschaffen.

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    Wobei ich außer der (neutralen) Sache mit dem Wort "derjenige" keinen Anhaltspunkt dafür sehe

    Nein, ich ja auch nicht. Ist mir nur im anderen Faden von ihr auch schon aufgefallen und ich dachte, ich frage mal. So üblich ist es in der Form der Verwendung ja doch nicht.

    Was das mit der Trauer angeht:


    Bei meinen Großeltern gab es praktisch keine Haustiere im heutigen Sinn. Es gab für die Kinder eigene Kanninchen als eine Art Haustier; die Kinder hatten dazu auch einen emotionalen Bezug, so wie es heutzutage verbreitet ist. Aber irgendwann wurden diese Kanninchen geschlachtet und als Sonntagsbraten serviert. ... Für meine Großeltern ein völlig normales Vorgehen; für eines meiner Elternteile ein gefühlskaltes Verhalten + eine lebenslange Abneigung gegen Kanninchenfleisch.


    Es ist oft Ansichtssache, ob man ein Tier eher als Nutztier betrachtet oder als eine Art "Gefährten".

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    Bei Menschen sehe ich das anders. Den Partner oder die Kinder kann man eben nicht so einfach ersetzen, da sie mehr sind als nur ein Freizeitpartner.

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    Genau so sehe ich das aber, dass Haustiere "Menschen zweiter Klasse sind", die einfach nicht den selben Stellenwert haben wie ein geliebter Mensch [...] somit auch nicht so viel Trauer verdient haben.

    Das unterscheidet dich aber von vielen anderen Menschen. Viele Menschen sehen ihr Haustier oder ihre Haustiere nämlich durchaus als vollwertige Familienmitglieder und Sozialpartner an.


    Und das ist wirlich nicht geisteskrank oder pathologisch ;-)

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    dann gibt es für mich keinen Grund den Tod des Tieres nun als Weltuntergang zu sehen, sondern eher als Neuanfang.

    Natürlich geht die Welt nach dem Tod eines Haustieres unter. Aber diese eine Welt, die schöne Vergangenheit voller Liebe gemeinsam mit dem Haustier, geht sehr wohl mit dessen Tod ein Stück weit unter.


    Die Welt dreht sich weiter und früher oder später, wird mensch sich auch in ein Leben ohne das verstorbene Haustier einfinden können. Aber es ist nicht mehr das selbe. Und ja, darum kann man trauern.


    Im Internet fand ich mal folgendes Zitat:

    Zitat

    Dogs come into our lives to teach us about love, they depart to teach us about loss. A new dog never replaces an old dog; it merely expands the heart. If you have loved many dogs, your heart is very big.

    Ich finde es nicht verwunderlich, dass die einige User Gefühlskälte unterstellen und für dich sogar ein Stück weit bedauern empfinden. Weil, wenn du schreibst wie einfach Haustiere für dich ersetzbar sind, durchklingt, dass du bisher noch keines deiner Haustiere wirklich geliebt hast.

    @ NinaleinPB

    Du stehst gewiss nicht alleine da.


    Ich halte es auch für übertrieben und sehr oft nicht für echt wie manche vorgeben um ihr Tier zu trauern.


    Ich glaube das hat sehr oft etwas mit dem Wunsch nach Aufmerksamkeit, so das man in der allgemeinen "Tierregion" als sehr, sehr tierlieb auffällt und so viel wie möglich Zuspruch bekommt - anders kann ich mir dieses öffentliche breittreten nicht erklären.


    Ich erinnere mich daran das ein Jäger irgendwo hier in Österreich irgendein Wild abgeschossen hat wo umstritten war ob er dies durfte.


    Im Internet fand man dann einen Block mit herzzereißenden Trauersprüchen, weinende Smilies, Smilies mit Kerzerln...die frage ob dies normal ist erübrigte sich, echt war diese "Trauer" weiß Gott nicht.


    Dann das Thema mit den 2 Kampfhunden in Rüsselsheim (Deutschland). Ein ganzer Platz mit Kärtchen, Kerzen, Blumen für die 2 erschoßenen Kampfhunde, im Internet wieder weinende Smilies, Smilies mit Kerzerln, Gedichte, Demos und was weiß ich was da noch alles für ein Trara veranstaltet wurde...echte Trauer? Sicher nicht.


    Wir hatten bei uns am Ländle auch immer Tiere und es war immer traurig wenn eines starb, die Stimmung war gedrückt und man hat sich die ein oder andere Träne verdrückt.


    Ich kann natürlich nachvollziehen wenn jemand um sein geliebtes Tier weint aber dieses breit treten im Net empfinde ich nicht als echt.

    sry OT

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    So üblich ist es in der Form der Verwendung ja doch nicht.


    Chance007

    Ok das wusste ich nicht dass das generische maskulinum ungewöhnlich ist (zumindest wenn man es als weibliche Person verwendet; bei einer männlichen Person könnte man es eh nicht unterscheiden wie die Formulierung verwendet worden ist von demjenigen).


    Aber manchmal passe ich mich an und schreibe ganz bewusst "diejenige", weil ich weiß, dass diese Formulierung bevorzugt wird gegenüber dem generischem maskulinum. Bei anderen Sachen sehe ich es ber nicht ein;z.B. wenn ich mich als Student bezeichne und sich manche daran stören, weil ich ja eine "Studentin" sei und "Student" darum falsch; mit dem gen. mask, können sie nicht viel anfangen, keine Ahnung warum die das nicht verstehen.

    Zitat

    Wer Trauer um Tiere nicht versteht, der versteht nicht wie man Tiere lieben kann (und wie man von Tieren geliebt werden kann) und der hat etwas verpasst im Leben!

    dem stimme ich voll und ganz zu.


    Mehr gibt es hierzu wirklich nicht zu sagen.

    Es interessiert mich ja auch wirklich sehr, warum du, liebe TE, Tiere hattest/hast?!


    Liebe kannst du diesem armen Tier ja wohl nicht gegeben haben. Die Liebe die die Tiere dir schenken wollen, interessiert dich wahrscheinlich auch überhaupt nicht. Ich denke da wäre jedes Tier (fast) überall besser aufgehoben als bei dir.