• Wird man als "Loser" geboren?

    Hallo liebes Forum, bevor wir das Thema diskutieren, hätte ich eine Bitte: Die Fragestellung erfolgt nicht aus einem Affekt heraus oder aus einer Emotion, die mich heute traurig sein lässt. Nein, sie ist völlig ernst gemeint und auch wohlüberlegt formuliert. Obwohl ich wirklich auch ein Mensch bin, der Dinge mit Initiative anpackt und auch wieder…
  • 245 Antworten

    Ich hab noch mal den Anfang nachgelesen, im dritten oder vierten Beitrag schreibt die TE, dass sie für Hobbys zu wenig Geld hätte und es daher keinen Spaß mache. Kann ich ein Stück weit nachvollziehen, aber da gibt es manchmal auch Möglichkeiten, Hobbys in unterschiedlichen Preisklassen zu gestalten.


    Aber ich glaube, dass ein schönes Hobby ohnehin nicht das eigentliche Problem lösen würde. Diese generelle Unzufriedenheit mit allem, die so durchklingt.

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    Der (oder die?":/) TE sollte auch mal wirklich sein Essverhalten überdenken!

    Wenn man sich so einseitig von Fastfood ernährt, kann das nämlich nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die Psyche beeinträchtigen.

    Ich könnte und wollte mich jedenfalls nie so ernähren wie der TE...


    Außerdem macht es ja auch viel mehr Spaß, sich mal ein gutes Essen mit frischen Zutaten zu kochen. Ein gutes Essen hellt auch die Stimmung auf!

    Und auf Dauer ist das auch deutlich günstiger, als irgendwelche TK-Tüten oder Fertigpizza. Ich habe selbst nicht viel Geld, wahrscheinlich noch deutlich weniger als du, lieber TE, und kann das beurteilen.

    Natürlich ist das zuerst mal eine Umstellung, wenn man vom Kochen oder generell von guter Ernährung nicht viel Ahnung hat.

    Daß zu Anfang da auch mal was anbrennt oder sonst in die Hose geht, ist auch normal.

    Aber wenn man das erstmal wirklich angeht, dann macht die Beschäftigung mit guten und frischen Lebensmitteln sehr viel Spaß. Und am Ende hat man dann ja auch das Erfolgserlebnis in Gestalt einer guten selbstgemachten Mahlzeit!


    Aber lieber TE, versteh mich bitte nicht falsch. Ich meine jetzt nicht, daß du dich mit irgendwelchen komischen Mode-Diäten und Ratgebern befassen solltest, das würde ja alles nur noch schlimmer machen.

    Sondern Dir einfach mal im Internet oder von Bekannten ein paar gute Einsteigertipps in punkto gut und frisch kochen besorgen solltest.

    Wie ist es denn bei deinem Partner, würde er dich da unterstützen?
    Im Übrigen, gerade jetzt ist es ja die richtige Jahreszeit, wo man gerade auf dem Land jede Menge Obst und Gemüse sehr günstig oder umsonst bekommen kann.

    Viele Gartenbesitzer und Kleingärtner haben selbst mehr als genug Äpfel, Zwetschen, Tomaten usw und sind froh, wenn sie einen Teil ihrer Ernte loswerden!

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    Diese Aussage hier war natürlich sehr überspitzt dargestellt und sollte die "arbeitende Gesellschaft" absichtlich etwas übertrieben pauschalisiert darstellen.

    Alias 974734 schrieb:

    Ich frage mich ganz oft, wie das andere so aushalten. Früh aufstehen, fertig machen, im Auto zur Arbeit, Stau ... dann irgendwie 8 Stunden Zeit mit Dingen verbringen, die man in seiner Freizeit nie tun würde, dann wieder Auto im Stau, ne TK-Pizza aus dem Penny geholt und zu Hause aufgewärmt in den Schlund geschoben, danach ne Runde Netflix, schlafen und Repeat ... nur, um es jetzt mal ganz trivial darzustellen.

    Mein Leben läuft natürlich nicht so "grau" ab und das wird es bei den wenigsten. Das ist mir schon klar und muss mir auch nicht erklärt werden. Manchmal empfinde ich es aber so, dass man eher lebt um zu arbeiten und nicht arbeitet um zu leben. Und wenn man sich früh an eine Hauptstraße stellt und die ganzen Blechlawinen sieht, scheint das ja bei vielen - grob umrissen - der Alltag zu sein. Vielleicht fahren die aber auch alle voll gern morgens um 7 Uhr zur Arbeit und können es Sonntagabend kaum noch aushalten, dass Montag die Woche wieder losgeht. Ich weiß es ja nicht ...


    Ja, klar. Die Mehrheit scheint damit kein Problem zu haben und warum ich eines damit habe, weiß ich einfach nicht. Ich weiß nur, dass mich solche ständig wiederholenden Dinge einfach irgendwann zu Tode langweilen. Ich fahre auch mit dem Rad zu Arbeit und sagte ja, dass ich gar kein Auto haben. Radfahren ist mein Hobby, aber hier kostet vieles eben auch richtig Geld. Da muss ich oft Abstriche machen. Neben dem Sport achte ich auch auf eine gesunde Ernährung koche jeden Tag frisch. Das ist tatsächlich dann etwas, worauf ich mich nach Feierabend immer freue und was ich mir leisten kann. Oder auch ein schönes heißes Bad mit Badeöl. Ich lese gern Bücher und interessiere mich für alles mögliche!


    Was mich genau unzufrieden macht, weiß ich ja eben nicht. Darum wollte ich doch professionelle Hilfe (und keine Klinik zur Akutbehandlung). Oft denke ich, dass ein anderer Job und vielleicht mehr Gehalt zufriedener machen - oder ein Umzug. Vieles erscheint mir aber oft freudlos - auch Dinge, die mich eigentlich interessieren. Dann fehlt mir irgendwie der Antrieb und wenn ich so mein Leben Revue passieren lasse, wird es nicht besser. Ich muss ja einiges falsch gemacht haben, sonst hinge ich ja nicht in meiner Situation fest.

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    Zitat

    Was mich genau unzufrieden macht, weiß ich ja eben nicht.

    Dann finde stattdessen heraus, was dich zufrieden macht. Ich empfehle dir wie rr2017 dich erstmal darauf zu konzentrieren, wofür du dankbar bist. Das ist eine sehr verbreite Methode: schreib jeden Morgen 3 Dinge auf, für die du dankbar bist. Versuch dich nicht zu wiederholen und nimm dir Zeit darüber nachzudenken. Das kann dein Partner sein oder deine Gesundheit, dein Job oder ein sonniger Tag. Mach das für 30 Tage und dann berichte, ob sich etwas bei dir verändert hat.

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    Alias 974734 schrieb:

    Manchmal empfinde ich es aber so, dass man eher lebt um zu arbeiten und nicht arbeitet um zu leben.

    Das ist aber ganz normal.


    Streng genommen gibt es drei Zustände:


    - Paarung

    - Essen/Nahrungsaufnahme

    - Dinge, die dazu dienen, den Nahrungsnachschub zu sichern


    Sehr viel mehr ist das eigentlich nicht.

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    gato schrieb:
    Zitat

    Was mich genau unzufrieden macht, weiß ich ja eben nicht.

    schreib jeden Morgen 3 Dinge auf, für die du dankbar bist. Versuch dich nicht zu wiederholen und nimm dir Zeit darüber nachzudenken. Das kann dein Partner sein oder deine Gesundheit, dein Job oder ein sonniger Tag. Mach das für 30 Tage und dann berichte, ob sich etwas bei dir verändert hat.

    Jeden Tag 3 neue Dinge? Puuhh ... das sind ja 90 Dinge im Monat. Gibt es so viele positive Sachen? ":/;-D

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    Alias 974734 schrieb:
    gato schrieb:
    Zitat

    Was mich genau unzufrieden macht, weiß ich ja eben nicht.

    schreib jeden Morgen 3 Dinge auf, für die du dankbar bist. Versuch dich nicht zu wiederholen und nimm dir Zeit darüber nachzudenken. Das kann dein Partner sein oder deine Gesundheit, dein Job oder ein sonniger Tag. Mach das für 30 Tage und dann berichte, ob sich etwas bei dir verändert hat.

    Jeden Tag 3 neue Dinge? Puuhh ... das sind ja 90 Dinge im Monat. Gibt es so viele positive Sachen? ":/;-D

    Knoblauch finde ich gut. Das kann schon mal mit auf die Liste ... sind's nur noch 89. :=o

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    Das klingt jetzt schon ganz anders, viel positiver.


    Wenn Du diese Blechlawinen in der Stadt siehst, kannst Du zum Beispiel dankbar dafür sein, dass Du mit dem Rad einfach dran vorbeiziehst und nicht mit dem Auto im Stau stehen musst. Darüber freue ich mich zum Beispiel jeden Tag nach Feierabend... wenn es bei Dir schon morgens so ist, sind das schon zwei Dankbarkeitspunkte.


    Als zweites in dem Zusammenhang bin ich dankbar dafür, weder die Anschaffungs- noch die Unterhaltskosten für ein Auto tragen zu müssen. Das sind schon insgesamt vier Dinge, die auf der Dankbarkeitsliste landen.


    Die Parkplatzsuche entfällt. Nummer 5.


    Die ganze Selbstverwaltung mit Versicherungskram usw. für ein Auto entfällt. Nummer 6.


    Allein zwei Tage von der Dankbarkeitsliste kriegst Du also schon mit dem Thema „kein Auto haben“ abgehakt. ;-) Und mit etwas Fantasie kann man das Thema noch soweit ins Detail ausarbeiten, dass Du damit mehr als 10 Dankbarkeitspunkte zusammen kriegst.

    Ich bin in dem Thema sehr geübt, weil meine autofahrende Umgebung mich ständig fragt, wie ich ohne zurechtkommen kann. Was die anderen als größtmögliche Einschränkung betrachten, ist für mich Luxus pur. So legt man den Fokus auch mehr auf sich selber und weg von den anderen.


    Und so machst Du weiter. Guck Dir halt alles in Deinem Leben an, auch banale Sachen, und schreib die kleinsten positiven Aspekte auf. Positive Aspekte für Dich, nicht für die anderen.

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    Zitat

    Jeden Tag 3 neue Dinge? Puuhh ... das sind ja 90 Dinge im Monat.

    Versuche es einfach. Nimm ein altes Notizbuch oder einen Kalender und schreib es auf. Du sollst halt vermeiden, dass du 30 Tage lang die gleichen 3 Sachen aufschreibst. Wenn man sich Zeit nimmt, fallen einem oft nämlich noch mehr Sachen ein und seien sie noch so banal wie Knoblauch oder der Morgenkaffee.


    Das mit den Aspekten ist ein guter Ansatz. Anstatt einfach für seinen Hund/Partner/Job dankbar zu sein, sich fragen, warum man dankbar ist. Weil er mich zum Lachen bringt, weil er für mich da ist, weil er mir Sicherheit gibt, usw.

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    Heute war echt ein Scheißtag. Irgendwie habe ich mich malade und kraftlos gefühlt. Wegen meiner schlechten Hormonwerte habe ich hin und wieder solche Tage. Morgen wird es aber definitiv besser gehen und dann führe ich die Liste weiter.

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    Heute hatte ich wieder mehrere positive Dinge, die in meine Liste kommen. Es ist schon sehr komisch, dass die Stimmung so extrem wechseln kann. Vor allem hat man es selbst gar nicht in der Hand, sondern ist irgendwie dieser "Tageslaune" ausgesetzt.


    Kennt das jemand? Man steht auf und hat es schon im Gefühl, dass der Tag nicht gut wird. Man fühlt sich schlapp und motivationslos und kann dagegen einfach nichts machen.

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    Du kannst momentan nichts dagegen machen. Aber es kann bergauf gehen. Dass du eventuelle Trigger erkennst, weißt, was dir gut tut, usw.

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    Alias 974734 schrieb:

    Heute hatte ich wieder mehrere positive Dinge, die in meine Liste kommen. Es ist schon sehr komisch, dass die Stimmung so extrem wechseln kann. Vor allem hat man es selbst gar nicht in der Hand, sondern ist irgendwie dieser "Tageslaune" ausgesetzt.


    Kennt das jemand? Man steht auf und hat es schon im Gefühl, dass der Tag nicht gut wird. Man fühlt sich schlapp und motivationslos und kann dagegen einfach nichts machen.

    Ja, das merkt man auch an deinen Beiträgen hier.

    Die fand ich teilweise schon sehr widersprüchlich, z.B. erst beschreibst du einen (oder deinen?":/) absolut tristen Tagesablauf mit langer Autofahrt, eintöniger Arbeit, Fertigpizza und Netflixgucken.

    Später erwähnst du dann, daß dein Arbeitsalltag gar nicht so trist ist, sondern daß du zum Glück nicht aufs Auto angewiesen bist, auch gerne frisch kochst und auch noch andere Freizeitgestaltung hast als nur passiv TV-glotzen...

    Das irritiert natürlich ein bisschen, aber liegt wohl wirklich an deinen starken Stimmungsschwankungen.

    Es ist ja auch nicht so, daß man bei einer Depression ständig und immer nur negativ und traurig gestimmt ist, sondern es kann (muß aber nicht) zwischendurch auch mal Tage oder Stunden mit besserer Stimmung geben.

    Ist das bei Dir so?

    Gerade diese Zeiten, wo du vorübergehend besser drauf bist, solltest du dazu nutzen, Dir aktiv Hilfe zu suchen. Denn wenn man dann wieder total in seine Depression fällt, schafft man das ja oft leider nicht mehr, und empfindet sowieso alles als sinnlos und nutzlos...

    Du hast ja schon mal hier von Selbsthilfegruppen geschrieben.

    Bist du dort noch aktiv?

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    Ich neige auch dazu, mein Leben als ja ach so schrecklich zu betrachten, aber wenn ich mir die Faktenlagen anschaue, ist es eigentlich sogar ziemlich gut. Vor allem in Relation zu den Problemen, die es unterwegs so gab.


    Aber es ist halt immer scheisse. Egal wie es ist, es ist auf jeden Fall irgendwie nicht gut. Und dann grübelt das Hirn rum, warum, und was man dagegen tun kann.


    Ich hab neulich mal gedacht, es könnte ja auch mal passieren dass ich glücklich und zufrieden bin, aber das würde ich dann gar nicht merken.

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    Das hat damit jetzt nichts zu tun. Das wurde hier einfach nur falsch interpretiert. Ich wollte damit lediglich "den modernen Menschen" charakterisieren und frage mich halt immer, woher diese Menschen ihren Lebensmut ziehen. Mir ist es völlig rätselhaft, warum da nicht Millionen Leute jede Woche auf die Straße gehen und diese Tristesse satt haben. Ich weiß nicht, wie die das machen und das so aushalten.


    Und bezüglich des letzten Posts meinte ich tatsächlich irgendwas körperliches: Ich stehe früh auf und weiß nach 5min wie der Tag wird. Ob ich heute energisch und motiviert bin, fühle ich da irgendwie. Es gibt Tage, da stehe ich auf und merke, dass heute nichts geht und dann ist da psychisch, als auch physisch einfach nichts drin. So, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

    Ich verstehe es nicht und kenne das auch nicht von meiner Vergangenheit.