Wo liegt mein Problem?

    Hallo zusammen,


    was ich über meine Lebenssituation schreibe mag wahrscheinlich für einige zu Kopfschütteln führen.


    Ich glaube selbst, das ich ein Problem bezüglich meiner (Lebens)Einstellung habe - weiß aber nicht wie/was ich lösen soll/kann...daher bitte ich hier um ehrliche Meinung und auch um Rat:


    zu mir:


    ich bin 30 Jahre alt und habe (momentan) ausgesorgt.


    Das hört sich jetzt komisch an - ist aber so.


    Ich habe vor Jahren ein Unternehmen gegründet was sich selbst trägt - es liefert mir Einnahmen die mein Leben relativ erträglich machen. (ich bin jetzt kein Millionär davon ab) - aber ich habe eine schicke Wohnung, einen schicken Wagen und genug "Taschengeld"


    Und das alles ohne was zu tun.


    Parallel habe ich mein Studium durchgezogen (bin Ingenieur MA) wodurch ich auch auf dem Papier abgesichert sein sollte.


    - ein Traum, oder?


    Nun aber das Problem - ich bin trotz allem todunglücklich.


    Ich weiß nichts mit dem Tag anzufangen - mir fehlt eine Aufgabe - ein Ziel - ich habe nichts was mir wirklich Freude bereitet oder wofür ich eine Begeisterung spüre.


    Hinzu kommen dann die Ängste - was ist wenn das Unternehmen nicht mehr läuft? Finde ich einen Job? - paradox, oder?


    wenn ich eins mit meiner Zeit angefangen habe dann über das alles bereits nachzudenken...was liegt mir? Wo sind meine Stärken? Was wäre meine "Lebens"aufgabe?, was kann ich gut?


    --- Ich komme zu keiner befriedigenden Antwort.


    Geld scheint eben NICHT alles zu sein...


    Leute, ich will das hier nicht ins Lächerliche ziehen, ich mein es wirklich ernst - was kann/soll ich tun?


    Bin ich vllt. depressiv? ":/

  • 10 Antworten
    Zitat

    Bin ich vllt. depressiv?

    Du bist satt.. das ist Dein Problem. Bei mir zu Hause gibt es ein schönes Sprichwort: Ist die Maus satt, schmeckt das Mehl bitter.

    Zitat

    Ich weiß nichts mit dem Tag anzufangen - mir fehlt eine Aufgabe - ein Ziel - ich habe nichts was mir wirklich Freude bereitet oder wofür ich eine Begeisterung spüre.

    In jeder grösseren Stadt gibt es Menschen und Tiere , denen es nicht so gut geht... hilf ihnen... und ich denke, es wird Dir in kürzester Zeit besser gehen. Und mit helfen meine ich im Übrigen nicht Geld spenden ;-)

    Danke für das Feedback.


    ich bin bereits im Tierschutz - habe ein sehr großes Mitgefühl auch für Tiere. (Selbst einen Hund der mich überall hin begleitet)


    Stimmt, ich kann mich da noch mehr engagieren!


    Auch Kinder und Jugendförderung interessiert mich sehr und habe ich mir schon einige Ideen ausgearbeitet und zusammengeschrieben in meiner "freien Zeit".


    ich weiß nur nicht wie ich es beschreiben soll, ich habe einfach ein inneres Gefühl selbst für mich noch nicht alles "geregelt" zu haben oder im Reinen zu sein.


    Wie soll ich sagen, es läuft momentan gut, ja - aber ich habe auch eine innere Angst und ständige Unruhe - ich weiß das klingt komisch, aber ich hab ständig Angst das das Unternehmen irgendwann nicht mehr besteht. Ich dann trotz guter Ausbildung keinen guten Job finde weil: zu alt und immer selbstständig tätig...


    Und daher den "Druck" jetzt die Zeit nutzen zu "müssen" um mehr Sicherheit zu haben - usw.


    Ich hab eben keine Millionen gebunkert wo ich jetzt sagen könnte: "jo - ich mach jetzt nur noch ehrenamtlich - ohne Bezahlung. ;-)


    Es ist nur eine Momentaufnahme.

    Ich glaube nicht, dass du später (falls dein Geschäft nicht mehr gut läuft) keine Stelle mehr bekommst, denn viele Arbeitgeber werden deine Erfahrungen und Kontakte schätzen. Vielleicht kannst du nebenbei noch eine Qualifikation anstreben?


    Denke daran, egal in welchem Arbeisverhältnis man sich befindet, es kann jederzeit von Heute auf morgen vorbei sein, da geht es allen gleich.


    Hast du schon mal vom Bore-out gehört? Vielleicht kannst du einen Therapeuten darauf ansprechen, der dir vielleicht Auswegsstrategien aufzeigen kann.


    Bestimmt legst du dir auch etwas auf die Seite, damit du später abgesichert bist!


    Es freut mich dass du dich für Tiere einsetzt!!!


    Lg @:)

    Ich weiß nicht, ob ich dir helfen kann oder nicht - vielleicht habe ich sogar die schlechtesten Chancen überhaupt, hier irgendwas nützliches zu schreiben. :=o


    Ich selbst bin schwerbehindert und erwerbsunfähig, was bedeutet, dass ich H4 bekomme. Davon kommt man so absolut gerade über die Runden, bin also eher der Anti-Millionär, aber ich bin eben auch in Situation, wo eben "Geld reinkommt", ohne dass ich etwas reinstecke(n kann). Und ich habe leider nur Abitur - wenn auch ein gutes - sowie ein abgebrochenes Studium und eine abgebrochene Ausbildung, weil meine Erkrankung mir eben dazwischengefunkt hat.


    Nun komme ich wegen meiner Erkrankung nichtmal aus dem Haus - nur mit Hilfe, einmal die Woche - was es noch schwerer macht, irgendwie einen "Sinn" für sich zu finden. Am Anfang fiel mir das schon schwer, gerade nachdem ich nach Jahren im Krankenhaus halt da schon immer einen festen "Pflichtablauf" hatte und jetzt die große "Freiheit".


    Aber ich habe für mich herausgefunden, dass es eben ganz viel gibt, was man für sich selbst machen kann. Mein abgebrochenes Studium war eines zur Übersetzerin - Englisch/Japanisch/Deutsch. Jetzt schreibe ich z.B. Bücher auf Englisch und lerne von daheim aus weiter/wieder Japanisch, nur halt eben in meinem eigenen Tempo, wie meine Erkrankung es zulässt. Es muss doch auch bei dir etwas geben, was dich interessiert. Tiere sind ja z.B. auch mein Ding, auch wenn ich selbst keine halte (könnte ja im Notfall nichtmal zum Tierarzt, das wäre verantwortungslos) und da kann man ganz viel machen, wenn man es vor die Tür schafft. Genauso könntest du sehen, ob du vielleicht nochmal an die Uni willst - zumindest zu meinen Uni-Zeiten hatten wir oft ältere Semester, die sich einfach weiter fortbilden wollten und dann eben nicht das "Studenten-Pensum" absolvierten, sondern entsprechend weniger und wirklich nur die Vorlesungen, die sie interessiert haben. Wenn du genug Geld hast, dass du nicht auf einen Studentenjob abgewiesen bist, ist das nämlich deutlich leichter als als "echter" Student.


    Und wenns nicht die Uni sein soll, dann würde ich mal sehen, was die VHS anbietet. Nicht, weil VHS super ist, sondern weil man da einfach auch mal einen Überblick bekommen kann, was genau einem alles angeboten wird. Ich komm halt nicht zur VHS, schaue aber immer in die Prospekte und lerne dadurch teilweise Dinge kennen, die ich noch nie gehört habe - und dann google ich die halt und schaue, ob ich da etwas für mich und in meiner Position mit machen kann.


    Außerdem finde ich, deine Beschreibung klingt irgendwie total analog zu Leuten, die sich hier im Forum melden und sagen "Ich bin X Jahre und hatte noch nie eine Beziehung und in meinem Alter wollen potentielle Partner doch keine Anfänger mehr". So klingst du irgendwie auch, nur in Bezug auf Beruf und potentielle, spätere Arbeitgeber. Nur: Du bist kein Anfänger, sondern hast ein abgeschlossenes Studium und es zudem geschafft, in Selbstständigkeit - was schwerer ist, als einem Boss den Hintern nachzutragen - etwas aufzubauen, was zumindest im Moment ja super funktioniert. Das macht sich doch gut im Lebenslauf! Aber gegen dein Gefühl hilft so eine Aussage ja nicht - daher auch meine Idee mit der persönlichen Weiterbildung. :-)

    Hey, danke für euren Input.


    Und schön das es doch eine anständige Diskussion gibt. *:)

    @ Morwena

    das hört sich heftig an - allerdings kann ich nicht verstehen das du gar keinen Job findest/hast -sind nicht gerade Leute die 3 Sprachen fließend sprechen sehr gern gesehen zb als Dolmetscher?


    Auch wenn ich jetzt nicht genau weiß was du hast - aber diese Tätigkeit kann man ja auch irgendwie anders verbinden/gerade von zu hause?


    Ich finde den Vergleich den du mit Beziehungen ansprichst recht witzig, aber irgendwie passend. ja ;-D


    es fällt mir schwer meine Situation am Markt einzuschätzen. Da ich irgendwie denke für Karriere muss man eben X Jahre im gleichen Unternehmen sein um sich etwas "aufbauen" zu können.


    Meine Freunde sind alle in (großen) Unternehmen - gehen ihren Weg. Und sind sicher auch dabei bald befördert zu werden usw.


    Wenn ich angenommen irgendwo einen Job neu anfangen würde - ich stelle es mir sehr, sehr schwer vor.


    Aber vllt. mach ich mir wirklich komplett unbegründeten Stress?

    @ Ochotonia

    ich habe keine Freundin/Familie.


    Vllt auch ein Grund - ein Partner würde mich sicher stärken, aber auf der anderen Seite denk ich auch:


    Erstmal mit sich selbst klar kommen - und dann kann ich mir einen Partner "erlauben". ich möchte mein Glück schließlich nicht von anderen Menschen abhängig machen.


    - mein Unternehmen ist ein Selbstläufer wie gesagt, der aber ausskaliert ist. Weitere Expansion ist nicht möglich.


    ich habe mir 2 Jahre neben dem Studium den Arsch aufgerissen um es als "Selbstläufer" zu organisieren... und jetzt wo es soweit ist bin ich "satt" - genau. Nichts groß mehr zu tun- PS: Meine Leidenschaft war es nicht, eher ein Zwang.


    Die Geschichte ist:


    Ich hätte eigentlich das Unternehmen meiner Eltern weiterführen sollen, mich mit meinem Vater aber während meiner Studienzeit komplett verworfen - dann habe ich mein eigenes Unternehmen hochgezogen aus "Zukunftsangst" wenn man so will.


    Zum Job anfangen:


    Es sind schon auch in der Woche immer ein paar Termine(wichtige) die mich daran hindern würden jetzt irgendwo anders anzufangen.


    Ich könnte mir höchstens einen Nebenjob suchen... Aber ob mich das glücklicher macht?

    Ganz normal: Wer viel besitzt, hat Sorge, es zu verlieren. Deshalb ist auch der echte Millionär nicht durchweg glücklicher als der, der mit wenig auskommen muss. Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt? Wie man sieht, nicht mal das unbedingt.


    Ich würde versuchen, nicht dauernd über Deine Finanzlage nachzudenken. Sichere Dich soweit es geht ab - und das übrige ist doch sowieso Schicksal. Wir wissen im Grunde nichts über die Zukunft, schon morgen kann uns der berüchtigte Dachziegel auf den Kopf fallen, bedeutet, wir leben alle von jetzt auf gleich.


    Sicherheit gibt es nicht. Liebevolle Beziehungen sind für die Zufriedenheit wichtiger als Geld.