Mich würde das total fertig machen. Ich hatte mal nen Exfreund, der war auch sehr misstrauisch, in richtung Paranoid, die beiden hätten sich sicher gut verstanden ;-) Bei ihm ging das noch einher mit rasender Eifersucht. Kam wahrscheinlich aus den schon sehr schwierigen famliären Verhätnis aus dem er stammt, aber ganz ehrlich, irgendwann war es für mich nicht mehr aushaltbar... helfen lassen wollte er sich da übrigens auch nicht, schließlich hat er ja recht und wir wissen es nur nicht ;-)

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    Dass hier kann ich daher sehr gut verstehen und geht mir ähnlich:

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    Und teilweise distanziert er sich von Menschen, die nicht seine Meinung teilen, und zum Beispiel in der Flüchtlingspolitik oder generell politischen Meinungen anders denken.

    Deutschland ist sehr gespalten bzgl. der "Flüchtlings"politik, deshalb befindet sich dein Mann da in guter Gesellschaft.




    Was ich schwieriger finde ist, dass er generell vielem zu misstrauen scheint und ausnahmslos das Schlechte sieht. ... Das müsste eigentlich auch für ihn selbst eine anstrengende Haltung sein. Auch wenn er sich zwischendurch damit wiederum aufwerten kann, einer dern Wenigen zu sein, der weiß, wie die Dinge wirklich sind. Typisch ist auch, dass diese Sicht nicht infrage gestellt wird und andere, die das tun per se zur Achse des Bösen zählen. Das ist das paranoide Weltbild bzw. so funktionieren Gruppen mit einem paranoiden Weltbild.

    Wir Soziologen würden sagen, er hat Anpassungsschwierigkeiten. Es fällt ihm schwer, in der Fülle der Möglichkeiten seine Nische zu finden, in der er sich wohl fühlt. Er möchte was anderes, als er ist und dass er es nicht hat, ist für ein Problem des Systems, welches den einzelnen in seiner Entfaltung hindert.


    Das kommt daher, dass man heutzutage überall hört, dass man nur kann, wenn man will. Das ist aber nicht so und irgendwann muss man sich eingestehen, dass man nicht da ist, wo man sein wollte oder der Mann geworden ist, der zu sein man gehofft hat zu werden. Und dann wird der "Fehler" woanders gesucht. Nicht ICH habe keine Chance, keine Möglichkeiten, sondern DIE haben mich gehindert.


    Mal ganz einfach.


    Antwort: was genau will er vom Leben und was ist realistisch durchzuführen? Wo kann er König sein und wo sollte er den Versuch lassen? Hobbies? Familie? Mentoring?

    Ist er denn bereit, sich über seine Ansichten weitergehend zu informieren? Oder kommt dann sofort wieder das Totschlägerargument, dass eh alle Quellen, die man lesen kann, manipuliert sind?


    Ich denke da als erstes an das Argument mit den reichen Ärzten, das könnte man ja nun relativ schnell aushebeln, indem man sich mal erkundigt, was ein ganz normaler Allgemeinmediziner oder ein Kinderarzt so verdienen. Auch das BRD=GmbH-Konstrukt lässt sich ziemlich leicht klären. Beliest er sich umfassend? Oder trötet er nur rum, was er mal irgendwo auf dubiosen Internetseiten aufgeschnappt hat?

    ...und wenn das Gehalt eines Allgemeinmediziners für ihn toll ist? Man muss da aufpassen... manche verlieren 40.- im Auto und merken es nicht einmal, für manche ist es ein Wocheneinkauf....

    Bei ihm geht es glaube ich nicht um Neid. Er ist erfolgreicher Unternehmer mit Angestellten, ist finanziell gut aufgestellt und hat in den letzten Jahren alle seine Ziele verfolgen können. Er unterstellt den Ärzten eine Absicht, die er nicht gut findet. Dass sie eben aus reinem finanziellen Interesse und nicht aus Interesse am Menschen handeln.


    Ich weiß nicht, von welchen Seiten er seine Informationen bezieht, aber er informiert sich da im Internet, da alle anderen Medien ja "gekauft" sind. Er entwickelt echt krasse politische Meinungen, wo ich mich wirklich wundere manchmal. Er ist sehr kontrolliert und besitzt die Kontrolle auch gerne bei anderen Dingen.

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    Dass sie eben aus reinem finanziellen Interesse und nicht aus Interesse am Menschen handeln

    Das ist ja auch bei vielen Ärzten der Fall. Soll ja auch Ärzte geben die andere/mehr Befunde an die Krankenkassen weitergeben als der Patient tatsächlich hat. Fällt dann erst auf wenn man mal eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt und dann wegen den vielen Erkrankungen nicht angenommen wird.


    Aber als Unternehmer müßte er das ja auch verstehen, er macht das bestimmt ja auch nicht ehrenamtlich.


    Naja so wie manche Medien berichten ist das kein Wunder. Das ist mittlerweile die Meinung vieler. Deswegen informiere ich mich unter anderem auch über viele Kanäle um keine einseitige Berichterstattung zu haben.


    Ich bin seit mehr als 20 Jahren als IT'ler in der Versicherungsbranche. War Projektleiter, Führungskraft, Betriebsrat und politisch engagiert. Hatte viel mit Machtmenschen, den CEO's und COO's, aber auch mit dem "kleinen" Mann zu tun. Meine Erfahrung ist eben auch, dass die meisten Menschen nur Dinge zu ihrem eigenen Vorteil tun. Ansonsten wird nur das nötigste getan, Intrigen und Ellenbogenmentalistät ist üblich, Menschen sind nur eine Nummer, ein Kostenfaktor und werden auch so behandelt. Nach außen hin gibt man sich als nett und fair, teilweise sogar mit erschreckend viel Erfolg.


    Misstände und Probleme dürfen nicht angesprochen werden, sonst ist man der Negative. Und der "kleine" Mann will eben vieles auch nicht hören, wär ja unbequem und könnt wehtun. Wenn Probleme da sind, wird das Management, die Politik, die Gewerkschaft oder wer auch immer das Problem schon lösen. Sich selbst einzubringen, aufgrund faulheit und fachwissen schlicht nicht möglich. Also lässt sich ein großteil mit informationen berieseln, adaptiert Einstellungen und Meinungen, ohne sich selbst eine Meinung zu bilden.


    Wenn man so etwas über lange Zeit sieht, dann kann man wirklich anfangen an allem zu zweifeln.


    Da ist es nicht schlecht wenn man sich auch mal wieder auf die guten und positiven Erlebnisse konzentriert, ohne die schlechten zu verleugnen.

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    Ich weiß nicht, von welchen Seiten er seine Informationen bezieht, aber er informiert sich da im Internet, da alle anderen Medien ja "gekauft" sind. Er entwickelt echt krasse politische Meinungen, wo ich mich wirklich wundere manchmal. Er ist sehr kontrolliert und besitzt die Kontrolle auch gerne bei anderen Dingen

    Schau mal, sämtliche Verschwörungstheorien einfach so zu schlucken und diese dann ungeprüft als eigene Glaubenssätze zu übernehmen ist natürlich ein bisschen dämlich.


    Ändert aber nichts daran, dass sich in der Vergangenheit durchaus schon einige Verschwörungstheorien als wahr herausgestellt haben. Und dass auch bei der ein oder anderen aktuellen Verschwörungstheorie das ein oder andere Körnchen Wahrheit dabei sein kann.


    Kannst du dich denn mal mit deinem Partner zusammen setzen? Du könntest zuhören was er zu sagen hat, womit er seine Thesen belegt und wo er Zusammenhänge vermutet. Anschließend könntest du dich informieren und ihr könntet über die Themen auf Faktenbasis diskutieren, gegebenenfalls könntest du ihm mit guten Quellen auch den ein oder anderen absurden Gedankengang austreiben.

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    Alles, wirklich alles wird in Frage gestellt.


    Warum macht er das so?

    Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch gut so. Und deine Beispiele finde ich jetzt nicht so besorgniserregend, weil sie (vielleicht) einen wahren Kern haben. Also er scheint ja nicht komplett durch zu sein und irgendwie an Echsenmschen o.ä. zu glauben.


    Die Frage ist nur, wie bereits auch erwähnt, ob er wirklich kritisch gegenüber allen Dingen ist oder aber die offizielle Version ablehnt und druch eine Verschwörungstheorie ersetzt.

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    Generell ist die Regierung ein Konstrukt, welches fremdgeführt ist, durch die großen Mächte auch weiterhin bestimmt wird und im Grunde nur eine GmbH ist.

    Das ist z.B. eine Verschwörungstheorie. Und sie ist m.E. auch ziemlich hohl, da Politiker vielleicht nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind, aber sowas z.B. weniger offensichtlich abziehen würden. Das sie es abziehen, sich also fremdbestimmen lassen, dass ist z.B. m.E. nicht so abwegig. Ich sehe schon einen großen Einfluss der Amerikaner auf die deutsche Politik..

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    Kein Mensch ist ehrlich und will immer nur zum eigenen Vorteil handeln.

    Zu pauschal, aber natürlich gibt es diese Art von Menschen. Und man kann auch sehr gut darüber diskutieren, ob es vielleicht im Vergleich zu füher zu genommen (oder nicht) hat und warum (nicht).

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    Ärzte handeln aus reinem wirtschaftlichen Interesse und sind nicht daran interessiert, einem zu helfen. Und wenn, dann nur um das große Geld zu machen.

    Nicht ganz so falsch, aber auch zu pauschal. Es gibt auf jeden Fall Ärzte, die helfen wollen. Zu den geldgeilen und wirklich-helfenden Ärzten kommen übrigens auch noch inkompetene Ärzte, die einen schlecht behandeln, so vielleicht wie geldgeile Ärzte wirken (durch ihre Behandlung), aber eigentlich "nur" inkompetent sind (z.B. Frauenärzte, die keine Ahnung von Verhütungsmethoden haben, außer Pille).

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    Politische Meinungen, die von der Norm abgehen, werden von der Regierung aus Prinzip klein gehalten, damit die Führung durch die Großen weiterhin möglich ist. (CDU gegen AfD zum Beispiel)

    Das politische System ist wohl eher nicht so gestaltet, dass versucht wird ein fruchtbaren Diskurs zu führen. Es sind tatsächlich eher Grabenkämpfe, die sich um Macht, Parteizugehörigkeit etc. drehen.

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    Die Medien manipulieren "uns die kleinen Schafe", um als Mittelsmänner der Regierung zu agieren.

    Teils-teils. Ich sehe da eher eine Mischung aus Agenda und unbeabsichtigten Faktoren wie z.B. die soziale Herkunft von Journalisten, Arbeitsbedingungen von Journalisten (Arbeitsbedingungen beeinflussen die Qualität des Produkts), Verständnis von Journalismus (ich habe ein anderes) etc..