Wozu weitermachen, wenn alles scheiße ist

    Meine Kindheit war beschissen


    Meine Jugend war beschissen


    Und jetzt soll ich dafür sorgen, dass mein Erwachsenendasein nicht genau so beschissen wird


    Wie kann man das schaffen, wenn man nie die Grundlagen gelernt hat und jeden Tag kämpfen muss


    um das Notwendigste zu bewerkstelligen


    Und wenn man keine Lust und keine Energie hat,


    und wenn man nicht weiß, wofür man kämpfen soll


    Weil auf jeden erträglichen Tag wieder ein Tief folgt


    und die dunklen Momente der Normalzustand sind


    Und wenn man so sehr mit Überleben beschäftigt ist,


    dass man nicht weiß, wie "Leben" eigentlich geht


    Und wenn man sich nicht vorstellen kann, jemals glücklich zu sein,


    weil man sich nicht daran erinnern kann, es jemals gewesen zu sein


    Ich will nicht in Selbstmitleid wälzen weil "mein Leben so schlimm ist",


    ich will einen Grund, warum ich weitermachen soll,


    weil ich keinen habe und keine Kraft

  • 84 Antworten

    Lieber polarwinter,


    was du schreibst, bewegt mich sehr, und spricht bestimmt einigen Menschen aus dem Herzen (auch mir), auch wenn ich das Glück hatte, nicht immer unglücklich gewesen zu sein, jedoch kenne ich das Gefühl. Ich war sehr oft sehr lange unglücklich in meinem Leben und habe eine zeitlang auch an Selbstmord gedacht.


    Ich würde gerne jetzt irgendeinen Scheiß schreiben, von wegen, "Die Hoffnung rettete mich und jetzt ist Alles gut.". Oder sowas, wie in irgendwelchen Psychoratgebern steht: "Überwinden Sie Ihre Unsicherheiten und lieben Sie sich selbst, dann werden auch Sie geliebt werden!" Nein, das Leben ist hart und das Einzige, was mich in den dunkelsten Zeit nicht davon abhielt, mich umzubringen, war Feigheit.


    Trotzdem bin ich heute froh, nicht tot zu sein - zumindest meistens ;-D .


    Das Leben ist hart und oft ist es nicht so, wie man es sich vorstellt - doch was ist denn die Alternative?


    Leider ist das Leben oft ein Kampf und oft will man nur noch weinen und schreien.


    Ich glaube, dass Ehrlichkeit da am meisten hilft. Es ist einem nicht geholfen, wenn ständig irgendwelche heuchlerischen Sprüche kommen, ala "Irgendwann wird Alles gut.". Damit meine ich nicht, dass die Leute, die das sagen, einem nicht helfen wollen oder so! Aber niemand kann einem garantieren, dass Alles gut wird - Garantien gibt es nicht.


    Ich finde es großartig, dass du nach einem Grund, einer Aufgabe suchst, um weiterzumachen. Was könnte das sein? Was interessiert dich? Was möchtest du der Welt gerne geben? Was möchtest du dir selbst gerne geben?


    Was ist dir Schlimmes in deinem Leben widerfahren? Du könntest dich daran beteiligen, dass anderen Menschen soetwas nicht mehr passieren muss. Du könntest anderen Menschen die Schulter zum Anlehnen sein, die du vielleicht nie hattest. Du könntest eine Selbsthilfegruppe gründen oder einfach einer beitreten. Du könntest einen Blog eröffnen und deine Erfahrungen mit der Welt teilen.


    Menschen, die nur Gutes zu berichten haben, sind entweder wahre Glückspilze und hoffentlich wissen sie das, oder sie sind Lügner.


    Die meisten Menschen haben ihre Päckchen zu tragen und immer irgendeinen Grund gefunden, weiterzumachen, was wirklich bewundernswert ist. Ich bin bewundernswert. Du bist bewundernswert.


    Auch wenn man aus Feigheit nicht Schluss macht, erfordert es gleichzeitig genauso Mut, weiterzumachen. Und auch wenn das jetzt doch etwas pathetisch klingen sollte, ist das ehrlich gemeint.

    Ja, man muss sich wirklich einen guten Therapeuten suchen - und - auch ganz wichtig! - zu seinen Vorstellungen und Bedürfnissen stehen. Wenn dein Therapeut dir sagt, du sollst positiv denken, und du kannst das nicht, dann musst du das sagen. Ein guter Therapeut wird dann nach anderen Wegen suchen, dein Leben mit dir zusammen zum Besseren zu werden. Er wird schauen, was du brauchst, und nicht, was er denkt, dass du brauchst.


    Und Medikamente können unterstützen, sollten aber natürlich mit Bedacht verordnet und eingenommen werden. Das macht dann auch kein Psychotherapeut, sondern ein Psychiater. Wenn man es mit Medikamenten zur Unterstützung versuchen will, empfehle ich immer erstmal Homöopathie. Wenn das nicht hilft, kann man es mit Phytopharmaka, sprich pflanzlichen Medikamenten, versuchen. Und erst wenn das nicht hilft, würde ich zu Psychopharmaka greifen.


    Übrigens gibt es auch organische Ursachen für psychische Beschwerden. Diese sollten erst ausgeschlossen werden, bevor man Medikamente einnimmt.

    Wieso empfiehlst du Homöopathie? Das ist nachweislich Schwachsinn. In einer Zeit erfunden, wo man noch wenig Ahnung vom menschlichen Körper hatte.


    Aber ist eh alles egal. Moderne Psychiater sind auch nicht besser oder schlechter als die Ärzte, die damals "Aderlass" anwendeten oder so. Eigentlich ist alles Zufall.

    Zitat

    Wieso empfiehlst du Homöopathie? Das ist nachweislich Schwachsinn. In einer Zeit erfunden, wo man noch wenig Ahnung vom menschlichen Körper hatte.

    Weil's mir hilft. Und was hilft, ist kein Schwachsinn.


    Ist eben eine recht milde Therapieform (die aber trotzdem auch Nebenwirkungen haben kann!)


    Ich glaube nicht, dass schon alle Zusammenhänge und Wirkmöglichkeiten im menschlichen Körper bereits erforscht sind - das werden sie vermutlich nie.


    Wem's hilft, dem hilft's, wem nicht, dem halt nicht.


    Schwachsinnig wäre es, nicht alle Möglichkeiten aufzuzeigen, mein Guter ;-) !

    Allein die Aussage, dass man psychisch Erkrankte "medikamentös einstellen" muss disqualifiziert doch diese Leute.


    Einstellen kann man vielleicht einen Blutdruck oder Cholesterinwerte, aber kein Hirn. Das ist einfach eine Frechheit, die wissenschaftlich verbrämt vorgetragen wird. Und die Pharmaindustrie macht die Milliarden.

    Zitat

    Allein die Aussage, dass man psychisch Erkrankte "medikamentös einstellen" muss disqualifiziert doch diese Leute.


    Einstellen kann man vielleicht einen Blutdruck oder Cholesterinwerte, aber kein Hirn. Das ist einfach eine Frechheit, die wissenschaftlich verbrämt vorgetragen wird. Und die Pharmaindustrie macht die Milliarden.

    Hm... ich habe von Hirnchemie nicht so viel Ahnung, muss ich zugeben. Ich bin immer dafür, dass bei der Verordnung von Medikamenten Nutzen und Risiko gut abgeschätzt werden.

    Nein, das ist leider nicht der Fall. Die Pharmalobby geht über Leichen.


    Was ist mit den ganzen Toten, die sich ganz kurz auf die Verabreichung von SSRI's umgebracht haben? Das Zeug wird selbst an Minderjährige verschrieben, deren Hirnchemie noch gar nicht voll ausgereift ist.


    Sind wohl Kollateralschäden oder so ähnlich.

    PizzaEsser.... dass Du destruktiv eingestellt bist und überzeugt davon, dass die "Pharmalobby" die Menschheit vernichten will... hilft dem TE nicht wirklich ... nur weil DU für Dich quasi jede Hilfe ablehnst.. muss das für den TE noch lange nicht gelten... und wenn Homöopathie hilft (aus welchen Gründen auch immer) .. dann ist das zumindest ein Lösungsansatz.

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    Zitat

    Was ist mit den ganzen Toten, die sich ganz kurz auf die Verabreichung von SSRI's umgebracht haben?

    Steigern SSRI's nicht den Antrieb? Dann ist das die Erklärung. Der Patient sollte bei Selbstmordgefahr eigentlich überwacht werden, bis es ihm besser geht, erhält er antriebssteigernde Antidepressiva.

    Zitat

    Das Zeug wird selbst an Minderjährige verschrieben, deren Hirnchemie noch gar nicht voll ausgereift ist.

    Da sollte man natürlich besonders berücksichtigen, ob der Nutzen das Risiko überwiegt. Wenn er das aber tut, ist es wohl angebracht.


    Natürlich gibt es böse Menschen auf der Welt und auch schlechte Ärzte. Es gibt aber auch verantwortungsbewusste Ärzte, die wissen, was sie das verschreiben. Und man hat ja Gott sei Dank selbst ein Hirn, mit welchem man die einen von den anderen meist ganz gut unterscheiden kann ;-) !

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