• Zu still/emotionslos in der Therapiestunde

    Hallo ihr Lieben :) Ich bin seit einiger Zeit in Therapie und hab mich mit meinem Therapeuten immer gut verstanden. Ich hab leider das Problem, dass ich sehr schlecht im reden bin. Ich rede leise, braucht oft viel Zeit dazu, rede in einer schrecklich monotonen Stimme die ich selbst nicht mag und wenn er was sagt reagiere ich immer nur mit ja/nein. Ich hab…
  • 50 Antworten

    @FantiK3 Danke dass du dir so viel Mühe für eine Antwort gegeben hast. :) Ich hoffe ich hab alles verstanden, manches klang dann doch etwas kompliziert.

    Hat das zitieren geklappt? Ich sende es mal kurz als Testnachricht ab. :)


    Danke für diesen Absatz, auch wenn es erst kompliziert klingt hast du es schön ausgedrückt. :) Es tut wirklich gut sowas mal von außen betrachtet zu lesen. Und ja es stimmt, dass man nach logischem Denken nicht zu 100 prozent alles falsch gemacht haben kann. Es kommt tatsächlich daher, dass ich von außen immer das Gefühl vermittelt bekomen hab (oder es so interpretiert habe) und diese Gefühle hören nicht wirklich auf das rationale denken.

    Jippie das zitieren hat geklappt, dann antworte ich mal weiter:

    Zitat

    Dazu eine Idee: So einen "Teufelskreis" betrachte ich jetzt einmal (in der Aussageform "bildlich") als einen "in sich geschlossenen Kreis". Von diesen Kreisen gibt es nun viele und es ist nicht ersichtlich, wie viele noch hinzukommen. Erkennbar ist auch weder, ob noch andere Kreise für sich wirken oder ob ein jeweils aktiver Teufelskreis durch einen anderen verdrängt wird. Darauf könnte der ersten Satz in dem Zitat oben hindeuten. Die Anstrengung wäre demnach der Konzentration auf die Verdrängung (was ja durchaus wichtig ist) geschuldet und der eigentliche Kampf, der gefochten werden sollte/könnte/dürfte, hintan gestellt wird.


    Meinem Verständnis könnte Deine Therapie (so weit sie bereits fortgeschritten ist und in der angemessenen Geschwindigkeit)an dem Punkt angelangen , an dem Du nun die Bereitschaft entwickelst, Dich der Auflösung solcher Mechanismen zu stellen.


    In diesem Sinne wünsche ich Dir sehr viel Kraft und Mut! :)* @:) :)_

    Ja das ist mir auch bewusst, dass Teufelkreise oft Verdrängungsmechanismen sind. Ich habe schon den sehr starken Punkt "Panikattacken" als Teufelkreis und Verdrängung bearbeiten und größtenteils auflösen können. Dafür bin ich sehr dankbar :) Als ich mit der Therapie angefangen habe, hatte ich noch ziemlich mit Angst und Panik zu kämpfen, hatte einige Panikattacken und habe oft mit "flüchten" auf eine Reatkion reagiert. Das ist sehr stark zurückgegangen. Danach kam/kommt der sehr starke Punkt "Selbsthass", bei dem ich immer noch dabei bin und was sich danach immer wieder schon leicht bemerkbar macht sind viele depressive Gedanken und Gefühle, ich kann nichts, ich schaff das nicht, ich hab keine Energie, ich weis nicht wie usw.


    Wie kann man denn solche Mechanismen auflösen? Was gibt es für Methoden? In meiner jetzigen Therapie arbeite ich mit Meditation. :)

    Zitat

    Du schreibst "Es klang auch leicht genervt". Könnte das ein Hinweis sein, dass Du sehr auf dieses (negativ gefärbte) Signal achtest? In diesem Zusammenhang wäre die Folge einer Befürchtung hin zu einer ungewollten Verärgerung stimmig, in dem Sinne, dass der Therapeut "die Geduld verlieren könnte", dass er wütend werden könnte oder Ähnliches und die Stimmung ins Negative rutschen würde. ":/

    Ja. Richtig..

    Zitat

    An diesem Thema scheint viel dran und auch inhaltlich darin zu sein. Du hast (bewusst überspitzt formuliert) bereits mit richtigem Erschrecken reagiert, dass er evtl "sauer" reagieren und vielleicht sogar mit "seiner Geduld am Ende" sein könnte.


    Eigentlich auch eine Angst vor dem Zeigen von eigenen (unerwünschten) und dem Auftauchen von negativen Gefühlen anderer(?).

    Ja. Warscheinlich auch dieses "Ich mach alles falsch".

    Zitat

    Ich denke zunächst braucht es eine (angemessene) Änderung der eigenen "Überzeugung" "Warum bin ich so schrecklich") und erst dann fällt es leichter, seine Handlungen anzupassen.


    Beispiel: wenn es mir in diesem beschriebenen Zusammenhang schwer fällt, mich in einer Situation als "mutig" zu sehen oder hinsichtlich der Anwesenheit von Mut (bei mir) zu sprechen, dann liegt vielleicht unausgesprochen eine (unbewusste) Überzeugung zugrunde, die mir sagt, es fehle mir "Mut". Noch schwerer wiegt, wird an die Stelle des Mutes ein mit negativem Vorzeichen ("schrecklich") geprägter Begriff gesetzt, der da (in Wirklichkeit) gar nichts zu suchen hat. Er hat sich irgendwann so eingeprägt.


    Warum bin ich wie ich bin? Ich habe mich so entwickelt. Momentan bin ich so und es gab einmal in der Vergangenheit einen Zeitpunkt, an dem war ich anders: kleiner, hilfloser, mit weniger Erfahrung, ich habe dazu gelernt. Das geschieht immer noch.

    Ich hab Angst, dass ich mein Leben nie auf die Reihe bekomme und mich ewig psychisch so schrecklich fühlen werde.

    Zitat

    Das ist leicht möglich.


    Aber auch: die eigene Kontrolle ist auf eine bestimmte Weise so strikt, dass unterdrückte Gefühle, die sich (eigentlich) bemerkbar machen wollen, mittels Unterdrückung beseite gedrängt werden und etwas anderes gezeigt/ausgedrückt wird, das anstelle des Gewollten in Erscheinung tritt.

    Wieder schön formuliert :)

    Zitat

    Mache bitte auch das zum Thema. Vielleicht ist möglich (kommt auf eine entsprechende Diagnose an, die dann von einer gesetzlichen Kasse bezahlt wird) eine geeignete Therapieform zu finden und mit der passenden Therapeutin/oder Therapeuten zu beginnen. Je eher, je besser, da die Wartelisten der Therapeuten voll sind, wie in einigen Fäden zu lesen ist.

    Ich mache zurzeit eine alternative Therapieform die nicht von der Kasse übernommen wurde. Ich möchte erstmal diese Therapie zu Ende bringen. Am meisten würde ich mir natürlich wünschen, dass ich danach nicht noch eine brauche, aber wer weis.. sowas trau ich mich gar nicht denken.

    @ Andrusch

    Es ist schön, dass du nach so langer Zeit deine Wut zeigen konntest :) Wie geht es dir inzwischen? Einerseits macht mir das Mut, andererseits auch nicht so wirklich. Es gibt einige Dinge die sich schon als Kind bei mir festgesetzt haben und im Umkehrschluss würde das heißen, es würde noch unendlich lange dauern. Achje.


    Mir ist die letzten wenigen Tage aufgefallen, dass zu dem Gedanken "Ich mache alles falsch" immer öfters der Gedanke "Das alles fühlt sich nicht machbar an" hochkommt. Bin gespannt auf die nächste Therapiestunde. Diese Angst, dass ich nie aus dem Zustand wieder rauskomme ist so stark. Hattet ihr das auch? (Jetzt hab ich aber viel geschrieben, danke falls das überhaupt jemand liest >.< )

    Ich bins wieder. Hat jetzt nicht direkt was mit meiner Therapie zu tun, aber wollt auch kein neuen Faden aufmachen.


    Ich fühl mich mal wieder richtig miserabel. Ich hatte ein Jahr lang etwas mit einem Mann. Und ja.. was soll ich sagen.. für ihn war es die ganze Zeit nur Freundschaft plus. Ich bin entsetzt in was für einer Wolke ich gelebt habe und wie ich alles akzeptiert hab was war. Dann hab ich all meinen Mut zusammen genommen und wollte Schluss machen - und für ihn war es gar kein Schluss machen. Ich bin traurig, ich schäme mich. Wir haben viel zu wenig über dieses Thema geredet, das war das Problem. Ich dachte einfach, ich genieße was da ist. Meine letzte Beziehung hab ich kaputt gemacht, weil es da zu sehr darum ging, ob es jetzt eine Beziehung war, usw. Wollte es diesmal besser machen. Und war ein Jahr lang einfach nur blind und blöd. :°( Ich weis es ist alles wirr geschrieben. Ich weis nur wieder nicht wo hin mit neinen Gefühlen..

    Na ja, du hast etwas ausprobiert und anders gemacht. Vielleicht solltest du den Mittelweg zwischen beiden Extremen in der nächsten Beziehung ausprobieren. Du hast dich für etwas entschieden und die Konsequenzen gezogen. Das wühlt natürlich die Gefühle auf, das legt sich schon wieder. Ich denke übrigens nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. @:)

    Wenn ich wüsste, wie ich den Mittelweg hinbekommen kann. Es fühlt sich im Moment eher so an, egal wie ich es mache, ich mach es falsch und bekomme Konsequenzen die sich extrem scheiße anfühlen. Ich möchte mal was schaffen, was sich gut anfühlt..

    Das Leben ist kein Hollywoodfilm. In Filmen läuft alles immer so ab, als wäre es so vorherbestimmt gewesen. Das liegt zum Teil daran, dass wir so oft scheitern und auch mal den Erfolg sehen wollen. Ich weiß nicht, ob du den Film Es ist kompliziert (im Original: Man up) gesehen hast. Da geht es ja darum, wer ist die richtige Frau im Leben, wer ist das richtige Date. Es gibt eine ganze Reihe von Zufällen bis zum Ende. Im realen Leben hätte einiges einfach nicht funktioniert. Da gibt es einige Momente, an denen ich immer scheitere, die aber im Film klappen.


    Ich gehe mal davon aus, dass das Jahr mit deinem Ex nicht nur negativ war. Sonst hättest du keine Zeit mit ihm verbracht.


    Ein Traum ist geplatzt. Deswegen fühlst du dich jetzt schlecht. Du könntest noch schauen, wie es bei nächsten Mal weniger Traum und mehr Realität dabei ist. :)_

    Danke Luomaren :)_


    Ja ich weis, dass das Leben kein Hollywoodfilm ist. Aber wenn sich das Leben einfach nur traurig anfühlt und ich dieses Wochenende wieder einen Tag nur heulend im Bett verbracht habe, da wünsche ich mir auch mal was schönes. Und ja es stimmt schon auch, dass es das letzte Jahre auch schöne Dinge gab. Aber weniger als eigentlich sein sollten, wenn ich ehrlich bin. Ich hab alles radikal akzeptiert, dass es zwischen uns abgekühlt ist, dass wir nicht über die Beziehung gesprochen haben. Ich hab einfach alles akzeptiert weil ich mir dachte, den Traumprinzen wie im Film gibt es eh nicht, meine letzte "Beziehung" ist kaputt gegangen, weil wir zu oft diskutiert haben, ob eine Beziehung möglich ist und was das zwischen uns ist und solche Sachen. Ich wollte es diesmal mit möglichst wenig Drama versuchen, ohne nervige Diskussionen ob wir in einer festen Beziehung sind oder nicht. Und dann aufzuwachen und zu hören, dass man nur "zum Spaß haben" da war und es keine Beziehung war tut ziemlich weh. Auch wenn ich mir eingestehen muss, dass genügend Anzeichen da waren. Ach ist auch egal, ich kanns nicht rechtfertigen.


    Bin jetzt wieder komplett alleine, ohne Freunde an meinem Wohnort und das macht mir unglaublich Angst. Bisschen erleichtert bin ich schon, dass ich mich endlich von dem Mann gelöst habe, immerhin..


    Den Film kenn ich nicht, vielleicht werde ich ihn mir mal anschauen :)

    Eine Geschichte, an der ich noch herumbastele, ist, wie weit ich mich in Beziehungen verbiegen lasse. Ich finde, es sollte auch ohne großes Zurückstecken möglich sein. Aber ich bin auch ewiger Single. :=o


    Meiner Meinung nach ist es wichtig, auch außerhalb der Beziehung einen funktionierenden Freundeskreis zu haben. Das verhindert, dass man bei einem Beziehungsende in ein Riesenloch stürzt. Außerdem wäre es mir unmöglich, eine Partnerin zu finden, die alle meine Interessen teilt. Eine gewisse Schnittmenge muss da sein, aber totale Überdeckung ist unmöglich.


    Mach irgendetwas in deiner Freizeit, wo du einmal in der Woche immer wieder dieselben Leute triffst und es werden sich automatisch Freundschaften entwickeln.

    Zitat

    Danach kam/kommt der sehr starke Punkt "Selbsthass", bei dem ich immer noch dabei bin und was sich danach immer wieder schon leicht bemerkbar macht sind viele depressive Gedanken und Gefühle, ich kann nichts, ich schaff das nicht, ich hab keine Energie, ich weis nicht wie usw.


    Wie kann man denn solche Mechanismen auflösen? Was gibt es für Methoden? In meiner jetzigen Therapie arbeite ich mit Meditation. :)

    Selbsthass - also sich selbst hassen?


    Ich habe dieses Doppelwort in zwei Worte zerlegt. Das eine ist nun erkenntlich durch seine Definition als menschlicher Zustand und in seiner Form negativ im Sinne von höchstmöglicher Antipathie. Es ist bewertet als stärkste Position von Verachtung. Und durch das zweite Wort in seiner Bewegung folglich gegen einen selbst gerichtet. Dieses zweite Wort hat also mit einer Richtung zu tun und wenn von Richtung gesprochen wird, dann gibt es da mindestens zwei Punkte darin. Den Ausgangspunkt und noch einen, dessen Position eigentlich undefiniert ist und erst durch eine Entscheidung festgelegt wird.


    In dieser Situation lässt der Ausgangsort durch das Wort "Selbst" auf die Richtung schließen. Vielleicht braucht es noch Zeit, bis Du Dich da therapeutisch begleitet annähern kannst. Vielleicht gelingt es aber auch, mit dem Mechanismus umgehen zu lernen und die enorme Energie, die in diesem extrem negativen Gefühl steckt, für positive Aktionen umzuleiten, wenn Du möchtest: zu kanalisieren. Warum eigentlich sollte denn Energie, die von einem selber ausgeht, die man hat, gegen sich gewendet werden? Klingt unlogisch, oder?


    Du sprichst von vielen depressiven Gedanken und Gefühlen. Wenn ich meinen Blick auf die Passage richte, die ich zitiert habe, verstehe ich zum Teil, weshalb sich einige Deiner (negativen) Empfindungen zu Worte melden. Du berichtest von fehlenden Fähigkeiten, unzureichender Leistung und Energiemangel. Das sind zuallererst einmal Informationen, die Du über Dich weitergibst.


    Eigentlich könnte man meinen, jeder Mensch würde sich am besten kennen. Ich gehe in der Regel unvoreingenommen von anderen Menschen aus, unterbewusst laufen aber noch Prozesse automatisiert ab (- und mit), die ebenfalls meine/unser aller Entscheidungen beeinflussen. Wenn ich also auf eine mir fremde Person treffe, dann habe ich da zum einen meine Gefühle, die mir im positiven Fall z.B. "Sorglosigkeit, Freude, Angenommen sein" signalisieren oder im negativen Falle bsplw "Angst, Abwehr, Flucht" aufkommen lassen.


    Anders gesagt spreche ich bislang noch von einer offenen Haltung einem anderen Menschen gegenüber. Halte ich mich für gewappnet, z.B. mit einem eintretenden Ereignis zurecht zu kommen oder eben unbekannten Leuten gefahrlos in Verbindung treten zu können, so besitze ich einen größeren Handlungsspielraum, als würde ich beispielsweise allein aus meinem verminderten Optionen bei Gefahr schöpfen dürfen.


    Vielleicht hast Du schon einmal von einem Mechanismus gelesen bzw. gehört, der mit "sich selbst erfüllende Prophezeiung" beschrieben wird. Zunächst scheint die Verwendung dieser Vorhersageart in diesem thematischen Zusammenhang vermutlich unverständlich und ich werde versuchen, die Verbindunglinie zu dem Zitat oben zu ziehen.


    Gehe ich von der Annahme aus, ich würde mich am besten kennen, und zudem, dass andere Menschen meist offen auf mich zugehen, dann darf ich folglich für beide Seiten auf einen größeren Handlungsspielraum schließen, als würde diese Person sich vor mir sehr ängstigen. Wenn ich nun Informationen über mich preisgebe und Menschen, die mich nicht kennen, diese Informationen aufnehmen, dann besitzen sie folglich "Wissen", auf was sie bei mir zu achten haben. Ob dies dann zutrifft oder nicht, ist bis dahin, noch weniger von belang.


    Erst ab hier ändert sich die Art, wie aufeinander zugegangen wird. Schreibe ich also "ich kann nichts", dann ist das eine Aussage, die in ihrem Aussage-Wert "wahr" oder "falsch" sein kann. In dem Moment des informativen Austausches mag das zunächst einmal auf Ebene der Beziehung hin deuten, also eine unausgesprochene Beziehungkonstellation zu übermitteln.


    Möglich zu verstehen ist dann, nunmehr einen Menschen vor sich zu haben, welcher den eigenen Wert für denjenigen maßgeblichen Nutzen hält, den sie oder er für andere darstellen könnte. Er übermittelt seinen individuellen Maßstab.


    Die wichtige Frage aber, die den persönlichen Wert für sich selbst (als wertvoller, liebenswerter Mensch) angeht, wird automatisch in den Hintergrund gestellt. Was aber, wenn der andere von mir dies gar nicht erwartet?


    Darauf stellt sich die Frage, ob ich ihm gegenüber dann auch so offen gegenüber getreten bin, wie ich es von ihm selbst vielleicht hoffe. Genau genommen habe ich ihm bereits ungewollt mitgeteilt, auf welcher Ebene ich gewohnt bin zu denken und zu kommunizieren - oder auch zu handeln. Und - auch wenn dies nicht soo deutlich gewahr wird, unterbewusst wird es dennoch registriert.


    Anders formuliert habe ich meinen Wert für mich selbst dem gegenüber anderen unter-gestellt. Das könnte ein möglicher Grund für gefühlten Hass sein.


    Das andere Extrem - überzogene Selbstliebe - spielt mit ähnlichen Regeln und dreht nur die Vorzeichen um, ohne aber aus dem "Spiel" zu finden. Es dreht sich mehr oder weniger darin im Kreis.


    Mit anderen Worten wurde persönliche "Einstellung" übermittelt, ohne darüber ein Wort zu verlieren. Das ist an und für sich im Alltag "normal", da Du aber von Selbsthass schreibst, wäre demnach hier ein Punkt, an dem Du arbeiten könntest. Die Einstellung zu DIR selbst zu ändern. Eine veränderte Einstellung sich selbst gegenüber zieht zwangsweise bedingt veränderte Haltungen auch bei anderen nach sich und verändert sekundär unterschwellig damit folgend(e) Aktionen bzw. Reaktionen.


    Befürchte ich also, in eine unterlegene Position zu geraten, habe ich hiermit bereits eine Botschaft geoffenbart, die auch von solchen Menschen "verstanden" wird, welche darauf anspringen und sich dies zunutze machen.


    Nach meinem Verständnis sind Äußerungen wie "Ich kann nichts" Überzeugungen (oder wenn Du möchtest "Glaubenssätze") die man nicht (mehr oder unzureichend) hinterfragt. Sind es persönliche Glaubenssätze, so halten sie möglicherweise einer kritischen Hinterfragung nicht wirklich lange stand. Zu prüfen wäre dabei u.A. die eigenen Ansprüche auf "nur" vermutete Leistungs-erwartungen.


    Ein anderer Kontext ergibt sich aus dem Statement "Ich schaffe das nicht." Zunächst ist es verständlich, die persönlichen Erfahrungen einer Person, welche Aussagen über sich macht, nicht widerlegen zu können. Es bleibt bei einem Patt, was aber auch bedeutet, es findet kaum oder keine Hinterfragung statt, denn wiederum nur ein Beweis würde genügen, die Richtigkeit klar zu stellen.


    Mal angenommen, es würden sich zwei oder drei der Aussagen widerlegen lassen, und ein "nicht-schaffen" aufheben, ...würdest Du das dann auch annehmen können?


    Auf dieser Ebene könnte Dir z.B. Dein Therapeut behilflich sein. ;-)

    Ich melde mich mal wieder zu Wort. Das mit dem Jungen hab ich verarbeitet und mein Selbsthass hat tatsächlich auch nachgelassen. Er ist immer mal wieder kurz da, aber wenn ich ihn zulasse geht er und bleibt nicht mehr die ganze Zeit. :)


    Jetzt bin ich bei der totalen Hoffnungslosigkeit angekommen. Panik, Flucht, Selbsthass - alles hat deutlich abgenommen. Jetzt sitzt ich da und bin ständig am weinen, da einfach nur noch Trauer überbleibt. Ich weis nicht was ich machen soll. Ich hab in meiner Stadt wo ich hingezogen bin noch keine Freundschaften aufgebaut. Ich hab zurzeit null Energie. Ich hab jahrelang immer wieder versucht was zu machen, Menschen treffen, Vereine, Musikgruppen usw. Ich kam nie in die Gruppe rein, ich kam nicht mit den Menschen klar, ich hab mich selbst zum Außenseiter gemacht. Seit Jahren geht das so und ich fühl mich einfach unendlich verzweifelt deswegen. Ich will es momentan nicht nochmal versuchen, es würde eh wie die zig mal davor nicht klappen. Ja das ist wahrscheinlich ein Punkt, ich müsste davon überzeugt sein und positiv denken. Aber ich bin es nicht. Und mir das einzureden klappt auch nicht.


    Wenn sich einer meiner Aussagen widerlegen würde, würde ich es vielleicht annehmen können. Aber es lässt sich keine widerlegen. Selbst mit Exfreunden wo ich zusammen war, kam ich nicht in deren Freundeskreis rein. In der Arbeit bin ich auch die Einzelgängerin. Ich kann dieses Verhalten nicht ablegen indem ich mich zwinge auf Menschen zuzugehen und positiv zu denken. Es klappt nicht. Ich hab keine Lust. Ich hab keine Energie. Ich bin verzweifelt.

    Ich will hier keine Diskussion über das für und wieder von Psychopharmaka lostreten. Da wird es sicher viele Gegner geben, aber ich denke, ich bin nicht allein mit dem Eindruck, dass das was Du schreibst, Sternensegler, eine schon recht deutliche depressive Episode beschreibt.


    Ich kann Dir nur aus eigner Erfahrung mit einer Depression erzählen, dass mir das richtige Medikament schon geholfen hat, wieder mehr ins Leben zu kommen und die Probleme ersteinmal angehen zu können. Eben die Energie und den Willen wieder zu bekommen, es in Angriff zu nehmen. Das war mein erster Schritt aus der Depression, aber dass muss jede(r) für sich etscheiden.


    All die anderen Dinge müssen trotzdem erarbeitet werden und das weisst Du ja auch, aber wenn man schon recht krank ist, schafft man es nichtmehr, es zu bearbeiten. So wie Du es beschreibst. Da kann das richtige Antidepressivum Hilfe leisten. Es dauert ein paar Wochen bis es wirkt und man muss manchmal auch noch wechseln, weil bei jedem was anderes am Besten ist, aber dieses ewige mies fühlen wird sich sehr wahrscheinlich bessern. Wenn Du Fragen dazu hast, kann ich Dir gern was dazu schreiben. Aber ich will niemanden überreden und ich verstehe, wenn jemand es ablehnt, ich wollte nur erzählen, dass es mir sehr geholfen hat.

    @ Mond+Sterne:

    Dankeschön. Und natürlich nicht schön, wenn es dir auch nicht besser geht. Warum geht es dir auch so?

    @ luomaren:

    ja vielleicht ist gerade wirklich die Zeit diese verzweifelten Gefühle da zu lassen. Das versuche ich. Es ist nur natürlich immer die Angst da, dass es nie besser wird. Die Gefühle sind auch nicht immer gleich da, manchmal ist die Verzweiflung stärker, manchmal schwächer. Als sie gerade etwas schwächer war hab ich was schönes für meinen Urlaub geplant, darauf freu ich mich, wieder ne kleine Herausforderung auf die ich Lust habe. Wenn die Gefühle wieder stärker sind, hab ich Angst was danach ist, dass immer wieder die Verzweiflung kommt dass ich nicht weis was ich machen soll, dass ich irgendwie mit Menschen klarkommen möchte. Ich hätte gerne Freunde hier, ein soziales Umfeld wie es immer so schön heißt. Aber bin so blockiert was Menschen angeht.


    Mir wird immer Mal wieder in der Arbeit gesagt dass ich mehr mit allen reden soll. Wie ich sonst wirke. Ich glaub ich hab Ansgt vor negativer Beurteilung weil ich mir denke, ich wirke schrecklich. Aber gute Idee ich überlege mir das Mal, danke :)

    @ slowgan:

    Das ist schön, dass dir die Medikamente geholfen haben :) Ich bin nicht komplett dagegen. Aber ich möchte sie trotzdem nicht nehmen, das hat mehrere Gründe. Darüber habe ich mir darüber schon paar Mal Gedanken gemacht, ich sträub mich innerlich total dagegen und möchte sie einfach (momentan) nicht. Vielleicht irgendwann Mal. (Ich hoffe natürlich irgendwann bräuchte ich sie gar nicht mehr)

    Wenn ich dachte, es geht nicht mehr weiter, haben mir folgende Weisheiten geholfen:


    Aus Hessen: Läbbe geht weidä.


    Das rheinische Grundgesetz: Et is wie et is. Et kütt wie et kütt. Und es immer noch jot jejange.


    Aus The Best Exotic Marigold Hotel for the Retired and Beautiful: In the end, everything is good. And if it's not good, it's not the end. - Am Ende ist alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.


    Wenn du Angst vor sozialen Kontakten hast, dann müsste ich an deinen Therapeuten verweisen. Diese Probleme kenne ich nicht, außer Angst normalerweise verschwindet, wenn man sich mit der Angst konfrontiert.


    Bezüglich dessen, dass du mehr reden solltest, fällt mir noch folgendes ein: Es gibt ja introvertierte und extrovertierte Menschen. Idealerweise sollten ja extrovertierte Menschen introvertierten auch mal die Möglichkeit geben, was zu sagen. Faktisch habe ich das noch nie erlebt. Als introvertiertem Menschen bleibt einem nur noch, so weit aus sich herauszugehen, bis man dasselbe Niveau erreicht hat. Ich weiß nicht, ob du in einem extrovertierten Umfeld arbeitest, während du selbst introvertiert bist. Das könnte auch so solchen Aufforderungen führen.