Zukunft verbaut? Keine beruflichen Perspektiven mehr...

    Hi,


    ich glaube, ich habe mir meine (berufliche) Zukunft verbaut.

    Ich habe vor etwa 3,5 Jahren mein Lehramtsstudium abgeschlossen, hatte ein Horror-Referendariat und 1 Jahr in einer Mittelschule, welches sehr anstrengend war.

    Meine Diplomprüfung zum Studienabschluss habe ich gerade noch so geschafft, laut Prüfer.

    Eigentlich wäre ich durchgerasselt.

    Da es mit meinen Fächern wenig Perspektive gibt, im Schuldienst zu arbeiten und ich das auch nach meinem miesen Ref nicht mehr möchte, habe ich mich entschlossen, meiner zweiten Leidenschaft, der IT, nachzugehen und habe im Wintersemester ein Informatikstudium an einer FH begonnen.

    Jetzt war die Prüfungsphase. Die meisten Prüfungen natürlich online.

    Hab wochenlang für die Prüfungen gebüffelt, bei einer hatte ich nen Mega-Blackout, bei der anderen kamen wieder Dinge, die ich nicht erwartet hätte.

    Finds auch blöd, dass die Prüfungen online sind.

    Die Misserfolge werden nur mehr und mehr.

    Was soll ich tun?

    Soll ich doch eine komplett andere Richtung einschlagen?

    Ich bin verzweifelt.

  • 31 Antworten

    Zähne zusammenbeißen und die Prüfungen wiederholen?


    Ja, studieren in Coronazeiten ist bescheuert, und sehr viel schwerer weil einfach vieles nicht möglich ist(Kontakt mit Kommilitonen, face to face Austausch mit Professoren, etc). Aber durch Jammern wirds leider nicht besser, da muss man durch. Rückschläge und das Gefühl nicht gut genug zu sein sind bei herausfordernden Studienrichtungen normal, und sicher kein Grund direkt aufzugeben.


    Aufstehen, Krönchen richten und weiterlernen.

    Ich habe selbst ein schwieriges Fach mit hohen Abrruchquoten studiert. Ich habe dann später auf der "anderen Seite" gesessen und Studenten betreut und Klausuren korrigiert. Nach meinem empfinden gibt es mehrere Arten von Studenten:


    - die super talentierten, die ein natürliches Verständnis für die Materie mitbringen und die das Fach auch wirklich interessiert. Oft nicht so gut darin, sinnlose Fakten für Klausuren auswendig zu lernen, dafür praktisch sehr gut und eine gewisse "Intuirion" für die Materie.

    - die nicht so talentierten, die aber super viel lernen und es damit kompensieren. Tieferes Verständnis und "Intuition" für das Fach kommt spät.

    - die, denen das Studienfach einfach nicht liegt, die es aber trotzdem auf biegen und brechen versuchen und immer wieder auf die Nase fallen.


    Um herauszufinden, zu welcher Kategorie du gehörst, musst du es aber weiter probieren. Grade im ersten Semester fliegt man oft auf die Nase, weil alles neu ist und man noch nicht weiß, was von einem erwartet wird. Daher mein Tipp: Erstmal weiter versuchen. Wenn du es in mehreren Anläufen nicht schaffst, dann kannst du dir überlegen, ob das wirklich nicht das richtige ist. Und selbst wenn du jetzt erstmal einen kleinen beruflichen Umweg drehst: Perspektivlos bist du deswegen noch lange nicht.

    Alias 977701 schrieb:

    Finds auch blöd, dass die Prüfungen online sind.

    Die Misserfolge werden nur mehr und mehr.

    Was soll ich tun?

    In Deinem Bereich ist Präsenz nicht so wichtig wie damals bei Deinem Lehramststudium.

    Mann kann es auch ohne das drumrum schaffen.

    Versuche etwas Biss zu entwickeln. VIel Erfolg.

    Erstmal durchatmen und aufhören, Katastrophen zu sehen. Bisher hattest du lediglich einen holprigen Start, nicht mehr und nicht weniger.

    Sind denn die Ergebnisse schon da? Bist du sicher durchgefallen oder fürchtest du das nur?
    Selbst wenn ersteres der Fall ist: es gibt Wiederholungsprüfungen. Und vorher eine Fehleranalyse betreiben: warum ging es schief? Was kann ich ändern?
    Wenn du ein Blackout hattest, solltest du schauen, dass das nicht wieder vorkommt. Psychologische Studienberatung gibt es auch zu Coronazeiten. Hol dir Tipps um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.


    Und viel lernen heißt nicht automatisch gut vorbereitet sein. Man kann auch Stunden- und Tagelang das Falsche lernen. Schau dir deine misslungen Prüfungen an, schau dir deine Defizite an und versuche diese Punkte gründlicher zu arbeiten. Kopflose Panik bringt nichts. Wegen zwei versauten Prüfungen im ersten Semester ist weder das Studium noch das Leben ruiniert.

    Irgendwie habe ich den Eindruck dass du Mental einfach nicht dafür gemacht bist einen sehr anspruchsvollen und damit auch stressigen Beruf mit viel Verantwortung durchzustehen.


    Das ist überhaupt nicht schlimm, aber wieso dann Studium und am Ende IT Architekt oder IT-Projektleiter sein, wenn dich das überfordert.


    Da dir IT spaß macht, mach das doch, aber etwas einfacheres, ohne so viel Verantwortung und Stress, eher ausführende Tätigkeiten wie Sys-Admin in einem kleineren Systemhaus.

    Wenn du jetzt nur Informatik studieren würdest "weil man da viel Geld verdient", sähs anders aus. Aber wenn es Deine Leidenschaft ist, solltest Du es mMn weiter versuchen.


    Informatik ist sicher kein leichtes Fach, wobei das auch sehr auf die Hochschule und die Profs ankommt, man kann Dinge auch unnötig schwer oder zu leicht machen. Die ersten Semester sind meist die schwersten. Natürlich ist das an jeder Hochschule etwas anders aber bei uns war das extrem: Das Grundstudium war 4-Gewinnt, da gabs mehrere Prüfungen mit 60-80% Durchfallquote. Wer das Grundstudium überstanden hat wurde aber belohnt, danach war alles viel stressfreier und angenehmer. Mein Grundstudium hatte glaube ich einen 3er Schnitt aber am Ende bekam ich den Bachelor mit 1,x. Man musste sich da einfach durchkämpfen.


    Das von rennmaus45 kann ich auch bestätigen, ich habe erst bei Kommilitonen aber spätestens als Betreuer und Korrektor von Übungsgruppen auch diese Arten von Studenten kennengelernt.


    Zu Deinem "Blackout", sowas passiert. Ich habe mal in dem Fach, das mir am meisten lag, den ersten Versuch versemmelt. Ich wusste alles, aber hab mich in der Zeit komplett verschätzt, habe Aufgaben mit wenig Punkten gemacht und aufeinmal waren die zwei Stunden rum. Ich hab dann im Folgesemester ohne viel Vorbereitung eine 1 geschrieben.


    Ja und manchmal lernt man das falsche, bei uns gaben wenige Profs eine "Übungsklausur" vorab bekannt, man hatte null Ahnung was einen erwartete. Und es ist alles höchst Prof abhängig. Bei uns sind viele in Mathe durchgefallen, machten die Vorlesung + Prüfung nen Jahr später bei nem anderen Prof und hatten da gar keine Probleme.

    Hi,
    war das Jahr in der Mittelschule so anstrengend weil es Dir an Wissen /Fähigkeiten mangelte? Oder weil Dir das Unterrichten also auch zT das Generve der Leute nicht liegt?

    Was für ein Ziel hat denn Dein IT-Studium? Man kann ja auch als IT-Lehrer arbeiten. "komplett andere Richtung" hört sich chaotisch und sinnlos an.

    Guck doch erstmal was jetzt bei den Prüfungen rauskommt. Nicht so pessimistisch sein. Man kann ja Prüfungen wiederholen, gerade jetzt wg. Corona.

    Du solltest Deine Berufswahl unbedingt an Deinen Interessen ausrichten! Dann ist Lernen kein Stress sondern ergibt sich von Alleine, weil es Dich sowieso interessiert.

    Mabarella schrieb:

    Das ist überhaupt nicht schlimm, aber wieso dann Studium und am Ende IT Architekt oder IT-Projektleiter sein, wenn dich das überfordert.


    Da dir IT spaß macht, mach das doch, aber etwas einfacheres, ohne so viel Verantwortung und Stress, eher ausführende Tätigkeiten wie Sys-Admin in einem kleineren Systemhaus.

    Der / die TE studiert Informatik. Da wird man nicht gleich X-Architekt oder Projektleiter. Bei uns haben die meisten Projektmanager auch gar keine Informatikausbildung (leider :_D).


    Man wird danach meistens erstmal irgendwo als Entwickler anfangen und dann merkt man mit den Jahren, ob einem "mehr" liegt und man in Richtung mehr personelle Verantwortung oder mehr technische Verantwortung gehen möchte. Es wird einen aber auch niemand daran hindern, keine "Karriere" zu machen und sich mit dem zufrieden zu geben was man hat. Auch als Entwickler verdient man ausreichend, ich mache meine "Karriere" auch sehr gemütlich und lote das immer sorgfältig aus ob ich mehr Verantwortung (mit samt dem Stress) möchte oder erstmal noch nicht. Wegen dem Geld mache ichs nicht, da reicht mir das was ich habe.


    Aber ja, für Sysadmin oder auch Entwickler kann man auch enie Ausbildung machen. Prinzipiell kann man im IT-Bereich immer arbeiten wenn man "etwas kann", egal ob studiert, ausgebildet oder Quereinsteiger. Ich sehe es aber nicht so, dass man sich mit dem Informatikstudium die "ausführenden Tätigkeiten" verbaut. Andersrum, ohne Studium in eine verantwortungsvolle Position zu kommen ist dagegen schwieriger (dennoch möglich).

    Kann mich Mike578 nur anschliessen. Alle die ich in meinem Umfeld kenne, die im IT-Bereich arbeiten haben Aus/Weiterbildungen gemacht oder sind Quereinsteiger die ein natürliches Interesse mitbrachten. Ein guter Freund von mir besitzt heut ein kleines IT-Unternehmen und hat sich alles selbst angelernt. Klar, das erfordert sehr viel Wille, Eigenverantwortung und Interesse, aber ein Studium muss es nicht sein.

    da ist viel drama in deinem beitrag.


    meiner Meinung nach ist gar nichts verbaut


    wie du auch an den Beiträgen sehen kannst

    ich würde erst mal zur Ruhe kommen und nach alternativen umsehen, auch an deiner hochschule.


    wäre super, wenn du deinen Leistungen mit in das neue Studienfach mitnehmen könntest.


    du hättest sicherlich ganz anderen zugang zum informatik-stoff, wenn du von einem technischen zweig kommst, hier tut man sich einfach leichter.


    letztendlich musst du gucken, wieviele ressourcen du abrufen kannst das studium zu ende zu bringen oder eben ein anderes studienfach


    ich kann nur sagen kopf hoch, das leben ist voller herausforderungen

    Zitat

    Wegen zwei versauten Prüfungen im ersten Semester ist weder das Studium noch das Leben ruiniert

    :)z als immatrikulierte/r student/in hast du auf jeden fall zeit, dich zu sammeln, neu zu orientieren, wieder kräfte zu tanken.


    aber nutze die zeit und spiel nicht mit den gedanken hinzuschmeißen

    Bei dem einen Fach ist das Ergebnis schon da, ja, 5.0. Durchgefallen.