Zusammenbruch durch Studium?! Hilfe!

    Hallo ihr Lieben,


    ich studiere Elektrotechnik seit 1,5 Jahren und dachte eigentlich, dass ich ganz gut aufgehoben bin, da in der Schule Mathe und Physik meine Lieblingsfächer waren und ich mit 14 Punkten auch nicht schlecht war.


    Doch jetzt im Studium setze ich mich vor die Aufgaben und bekomme nichts hin, ich blättere meine Skripte durch und finde nichts was mir hilft es zu verstehen. Ich weine jeden Tag mehrfach und bin jetzt seit 2 Tagen nicht mehr in die Uni gegangen, weil ich einfach die Motivation nicht mehr finde.


    An den Einführungsaufgaben zu Themen finde ich immer wieder Spaß und die bekomme ich auch gelöst, aber nach der 2. Übungsstunde sitze ich wieder da und verstehe rein gar nichts.


    Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich würde gerne weiter studieren, aber ich glaube nicht, dass ich die nächsten Prüfungen schaffe und falls ich durchfalle weiß ich nicht in welche Richtung ich danach gehen soll. Mathe war das einzige was mir in der Schule Spaß gemacht hat. Ich habe Zukunftsangst :(


    Ich weiß auch nicht so Recht was ich jetzt erwarte von euch zu hören. Ich musste das einfach loswerden.

  • 38 Antworten

    Wir setzen uns nach der Uni manchmal hin und rechnen Aufgaben zusammen, aber da verstehe ich auch nur die hälfte und sobald ich was alleine machen soll geht wieder nichts.


    Mein freund studiert das Gleiche und er versucht auch mir regelmäßig was beizubringen, aber selbst wenn ich was verstehe kann ich es 2 Wochen später wieder nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass mein Gehirn ein sieb ist.

    Du empfindest das schon ganz richtig, dass das Studium nach den Einführungsaufgaben immer schwieriger wird. Außerdem gibt es Kommilitonen, die von einer Fachoberschule kommen und Dir trotz Deiner sehr guten Note überlegen sind. Das Studienfach zu wechseln ist keine Schande.

    Eine Weile würde ich noch warten und mit anderen zusammen lernen, das mal versuchen. Vielleicht können die dir zu dem Aha- Effekt verhelfen.


    Ich weiß noch, als wir in der Schule Französisch bekamen. Die ersten drei Stunden verstand ich null. Alles hatten es kapiert, nur ich nicht. Ich war total fertig. Später war ich in dem Fach die Beste aus der Klasse, bis hin zum Abschluß, immer eine 1! :)z


    Von daher: vielleicht ergeht es Dir gerade so wie es mir damals erging: du stehst irgendwie auf der Leitung...


    Warte mal noch eine Weile! *daumendrück* @:) :)*

    Elektrotechnik ist ein sehr anspruchsvolles Studium und leider sinkt die Bedeutung des Abiturs als Zertifikat der "Allgemeinen Hochschulreife" schon seit vielen Jahren.


    Hast du mal kritisch deinen Lernprozess hinterfragt, welche Ansprüche an diesen gestellt werden und wie du das "akademische" Arbeiten und das Lernen als Solches vielleicht auf andere Bahnen bringen kannst? Arbeitest du mit ausreichenden Quellen, um dir den Stoff beizubringen, oder erwartest du, dass dir diese Materialien genannt werden? Es gibt ja nicht nur Skripte, sondern im Studium musst du alles beischaffen zum Thema, was du finden kannst. Von den Grundlagen der dahinterstehenden Mathematik bis zu den konkreten behandelten Themen.


    Wie liefen die 1,5 Jahre bisher, hattest du schon immer das Gefühl, nicht wirklich mitzukommen? Das wäre nämlich kritisch, weil du dann schon einen recht hohen Rückstand aufgebaut hast. Wenn du das Gefühl bekommst, dass E-Technik nicht dein Lebensweg sein kann, dann wäre die Hürde, dies zu akzeptieren und dann frei über Alternativen nachzudenken. Sich nach 1,5 Jahren umzuentscheiden ist keine Seltenheit und auch kein Drama. Wenn du aber erst kürzlich Probleme bekamst, mitzukommen, dann prüfe kritisch deine Arbeitsweise, denn viele Abiturienten haben leider das Lernen zunehmend nicht wirklich gelernt, da bis zum Abitur lediglich auf Reproduktion gesetzt wurde. Dann investiere Zeit und Energie in einen Neustart, deine Lücken Schritt für Schritt und mit Ehrgeiz anzugehen, indem du nur noch dir selbst vertraust und dich nicht von Skripten und Dozenten abhängig machst.


    Viel Glück, und für den weiteren Lebensweg sowieso. @:)

    Dankeschön :-)


    Das letzte Jahr war an sich ganz okay, auch ziemlich anstrengend und ich habe auch nicht alles bestanden. Aber das haben die Wenigsten, weniger als 50% haben die et Prüfung bestanden und müssen in den 2. Versuch. Am meisten nervt mich, dass wir nichts mitnehmen dürfen, nur einen Taschenrechner. Mit ein paar Formeln wäre es sicher machbarer.


    Bücher aus der Bibliothek bringen meistens nichts, weil es Fachsprache ist. Ich schaue mir Youtubevideos an, aber desto tiefer man in die Materie dringt, desto weniger Material findet man. Oft suche ich auch auf Google nach Hilfe, da gibt es ja einige Foren.

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    Bücher aus der Bibliothek bringen meistens nichts, weil es Fachsprache ist.

    Ist es nicht auch Sinn des Studiums, sich diese anzueignen? ":/

    Zitat

    Ich schaue mir Youtubevideos an

    Pass dabei aber auf, dass du gute Quellen nutzt und das Gefühl hast, dass das Video didaktisch ordentlich vorgeht.


    Ich glaube, zum Verstehen ist Literatur, wo man vowärts, rückwärts und nach Bedarf quer blättern kann, geeigneter. Die anderen Medien kannst du natürlich ergänzend nutzen. Bei Videos bin ich mir nie sicher, wieviel nach einer Minute hängengeblieben ist.

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    An den Einführungsaufgaben zu Themen finde ich immer wieder Spaß und die bekomme ich auch gelöst, aber nach der 2. Übungsstunde sitze ich wieder da und verstehe rein gar nichts.

    Auch nicht, wenn du den Stoff Zuhause für dich in Ruhe durchgehst und versuchst, das Grundschema dahinter zu verstehen?


    ... Manchmal kann es ja an der Art liegen, wie einem der Stoff beigebracht wird. Manche versuchen den Leuten das erstmal über praktische Übungen beizubringen, über die dann auch das Prinzip dahinter erlernt werden soll und andere erklären einem erst das Kernprinzip dahinter und üben dann die praktische Anwendung. Mir liegt letzteres deutlich mehr und das war übrigens auch ein Grund, warum ich in der Schule die Französisch-Probestunde sehr abschreckend fand, weil wir da erstmal nur nachplappern sollten, was uns vorgesagt worden ist. In der Lateinstunde sind dagegen erstmal ein paar Grundregeln zum Satzaufbau etc. erklärt worden.


    Womit lernen denn deine Kollegen & Kolleginnen? ... Du wirst nicht die Einzige sein, die Probleme mit dem Stoff hat.


    Hat dir dein Studium bisher inhaltlich Spaß gemacht (von den Problemen mal abgesehen)?

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    Bücher aus der Bibliothek bringen meistens nichts, weil es Fachsprache ist.

    Aiaiaia... Mädchen... :)_


    Ich kann es total gut nachvollziehen, wenn einen das Studium erstmal überfordert und man es nicht rafft, wie man vom Schulsystem in das Unisystem findet. Bei mir hat es auch gut 2 Jahre gebraucht und eine generelle Umstrukturierung meines Arbeitsverhaltens musste ich auch vornehmen, aber ab dann lief es gut.


    Der zitierte Satz von dir sagt sehr viel aus. Youtube zum Studieren!? Aiaiaiaia....... ;-)

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    Der zitierte Satz von dir sagt sehr viel aus. Youtube zum Studieren!? Aiaiaiaia.......

    Also wenn sich auf Youtube etwas passendes zu einem Thema findet, sehe ich nichts verwerfliches daran, sich einen komplizierten Sachverhalt nicht nur als Lehrbuchtext, sondern auditiv und visuell aufbereitet näherzubringen. Viele Videos haben eine gute Qualität - klar, man muss in der Lage sein zu selektieren, was zum Lernen taugt und was zu flach oder fehlerhaft ist.


    Du schreibst, du hast Angst, es nicht zu schaffen, dir die komplexe Thematik zu erarbeiten. Willst du das denn überhaupt, wenn du mal wirklich auf deine innere Stimme hörst? Es könnte durchaus sein, dass du mit deinen Problemfächern bereits so sehr auf Kriegsfuß stehst, dass auch eine innere Blockade ihren Teil dazu beiträgt, einfach nicht weiterzukommen. Ein guter Freund von mir war in einer ähnlichen Situation wie du (Studium Mathematik, nachdem ihm das in der Schule Spaß gemacht hatte). Im Studium gibt es aber teilweise solche Überflieger, dass man unmöglich zu den Besten und möglicherweise nicht mal zum Mittelfeld gehört, was die Geschwindigkeit und Leichtigkeit betrifft, die so gar nicht mit Schul-Mathe vergleichbaren Denkweisen zu lernen. Er war kurz vor dem Abbruch und es ging ihm gar nicht gut in der Zeit, er hat sich dann aber doch mittels Tutoraten durchgeboxt. Mit der Zeit fiel es ihm dann zunehmend leichter, mittlerweile hat er sein Diplom und ist zufrieden mit dem Werdegang. Also, vielleicht solltest du dir wirklich Gedanken machen, ob du dein Studium willst. Auch dann wird es sicherlich kein Spaziergang, aber es ist zu schaffen. Die Frage, was passiert, wenn du eine Prüfung entgültig nicht bestehst, kannst du dir immer noch stellen, wenn es so kommen sollte - momentan bremst dich diese Angst nur aus. Und solltest du dich für einen Wechsel entscheiden (und zwar, weil du etwas anderes machen willst und nicht, weil du Angst hast, es nicht zu schaffen), dann ist das überhaupt keine Schande!

    Ich backe da bei den Anforderungen an Studierfähigkeit mittlerweile ganz kleine Brötchen. Ich habe vor drei Semestern das erste Mal in meiner Zeit als Uni-Dozent Anfänger unterrichtet und es ist für mich richtig schwer, diese nicht zu überfordern,


    weil viele Dinge, die ich hinsichtlich Studierfähigkeit als selbstverständlich erachten würde, einfach nicht vorhanden sind.


    Dafür treten sie aber eher fordernd als annehmend auf, was den Seminarablauf und den Wissenserwerb in Schieflage versetzt. Beispielsweise diskutiere ich mit den Anfängern grundsätzlich nicht mehr, weil sie sich nur selbst gerne reden hören, aber nichts Fundiertes dahinter steckt, da sie sich nicht passend vorbereiten, sie labern nur, wie in der Schule (arme Lehrer :°( ) Dafür hassen mich die meisten Anfängerkurse, weil mir meine Zeit dafür einfach zu schade ist und ich knallhart vorgebe, was wir lesen, lernen oder besprechen mit powerpoints und Texten, ohne "Diskussionsrunde".


    Wovon man aber wirklich ausgehen kann:


    Fachtexte, die nicht didaktisch aufbereitet sind, sind für einen Drittsemester in der Regel nicht bewältigbar, es sei denn, er ist ein fachlicher Überflieger, hat Vorkenntnisse aus einer Ausbildung/Erststudium oder verbringt jede freie Minute damit.


    Dass sie sich überhaupt mit PC und youtube auskennt, ist schon super, das meine ich ernst. Die Fähigkeit Informationsbeschaffung ist in der heutigen Generation trotz medialen Zugriff auf die ganze Welt nicht besonders ausgeprägt, über whats app und social networks geht es nach meiner Beobachtung oft nicht hinaus.


    Aber:


    nach 3 Semestern gibt es in vielen Fächern die Feststellungsprüfung (wie auch immer sie heißt) und das 3. Semester ist im Bachelor-Studium auch das Semester, in dem am meisten aufgegeben wird.


    Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen.


    Es nutzt nichts, Schulmathe und Physik nachzutrauern, wenn man in dem Bereich bleiben will, wäre z.B. eine Ausbildung zum Mechatroniker/Techniker nicht verkehrt. Oder ein MINT-Studium auf der FH, nicht unbedingt E-Technik auf der Uni.


    Aber in einem Studiengang festzuhängen, in dem man nur mit viel Mühe Bahnhof versteht, das bringt nichts.


    Ich würde dazu raten, mich parallel zu diesem Semester nach Alternativen um zu sehen und als Indikator nicht unbedingt nur das sehen, was man in der Schule am liebsten gemacht hat, denn in der Schule hört man nicht von allem was, evtl. sind solche Sachen wie International Business, quantitative Methoden oder Kommunikationswissenschaften oder Teilbereiche der Informatik auch etwas, was man sich vorstellen könnte OHNE, dass man davon in der Schule gehört hatte.


    Weil das Mathe/Physik Schule und Mathe/Physik Uni so gar nichts miteinander zu tun haben, weißt Du ja schon. Das gilt für andere Fächer auch und darüber hinaus gibt es viele Dinge, von denen man in der Schule nie was gehört hat.


    Leitende Frage für Dich sollte nicht sein:


    was will ich studieren?


    sondern:


    was will ich denn mal arbeiten? Was hättest Du denn mit E-Technik arbeiten wollen?