Unterschreibe ich voll und ganz. Die gleichen Gedanken hatte ich auch vor der Therapie. "Wie denken andere dann über mich? Habe ich in anderer Leute Augenversagt, weil ich Hilfe brauche? Was sollen meine Eltern von mir denken? Niemand soll sich um mich Sorgen machen müssen"...


    Doch so ist es nicht. Und so denken auch die anderen Leute nicht. Und im Nachhinein bin ich dermaßen glücklich darüber, dass sich meine Familie um mich gesorgt hat. Und alle haben zu mir gestanden.


    Faß dir ein Herz und begebe dich in ärztliche Behandlung. Es muss ja auch nicht zwingend stationär sein. Aber such dir Hilfe. Es ist sooooo wichtig, aus den Gedanken rauszukommen und Probleme zu bewältigen, statt sie zu verdrängen.


    Drück dir ganz fest die Daumen, dass du die Kraft findest, all das zu überwinden.

    Hallo und vielen Dank für Eure unterstützenden und hilfreichen Worte!


    Mehno, Du hast da wohl irgendwie recht. Das "Problem" hatte ich irgendwie schon immer. Als ich mir als Kind bei einem Sturz die Rippen gebrochen habe, habe ich zum Beispiel auch (bewusst) nicht geweint. Keine Ahnung wieso. Ich wollte mir irgendwie nicht die Blöße geben. An meinen Eltern liegt es nicht, die hätten so etwas nie kritisiert und haben sich immer gekümmert. Vielleicht ist es einfach eine Charaktersache?


    Und nun habe ich nicht nur den körperlichen Schmerz. Es ist vielmehr etwas dreckiges, abstoßendes was mir anhaftet und was ich so gut es geht kaschieren will. Vielleicht ist es auch so, dass es noch realer wird, wenn andere es an mir sehen und ich nicht will, dass es realer wird.


    Um meinen Job habe ich Angst, weil dieser gerade fast meine gesamte Energie aufbraucht. Wenn nun eine Therapie dazukommt und mir diese Energie nimmt, habe ich Angst, dass ich meine Arbeit nicht mehr ausüben kann.


    Liebe Minimia und lieber WM 2014, sicherlich stimmt das, was ihr sagt. WM 2014, hast du deinen Freunden / Verwandten direkt gesagt, dass du eine Therapie machst und hast Du Ihnen auch gesagt wieso?


    Ich denke aber bereits darüber nach, etwas zu Papier zu bringen, was eventuell bei einer Therapie helfen kann. Vielleicht komme ich so etwas weiter.


    Danke Euch allen für die Tipps und Zusprüche!

    Hallo.


    Also ich habe keine erfahrungen als Opfer (So nenne ich es nun mal ) gemacht!!


    Ich habe vor einiger zeit mal eine Therapie gemacht wegen gewalt delikten, und habe da auch Leute kennengelernt, die wegen Versuchten Mord, Versuchte vergewaltigung usw waren.


    Da wurde (da es ne Gruppentherapie war) uns videos gezeigt, und berichte vorgelesen, das es leute gibt, die nach einem Unschönen erlebniss hatten, das die sich auf viele sexuelle kontakte mit männern einlassen.


    Ich denke auch, das in dem Fall nur entweder n fester Partner hilft, oder wie auch andere schon sagten ne Therapie!!


    Ich habe früher nie was von Therapie gehalten, aber nach dem ich 2,5 Jahre lang Therapie gemacht habe, seit dem hab ich meine Meinung geändert, und weiß das es echt hilft.


    Liebe grüße und alles gute

    @ Nastjenka

    zu Deiner Frage

    Zitat

    Was genau meinst Du mit "Ersatzhandlungen"?

    In Deiner Überschrift beschreibst Du mit der Bezeichnung "Zwang" ein Wort, das u.a. eine Einwirkung von außen bezeichnet, die auf jemanden unter Anwendung von Gewalt beinhaltet.


    Es ist ebenso als starker Drang oder starker Einfluss definiert, dem sich jemand nicht entziehen kann. Es geht hier um das Beherrscht sein von Handlungsimpulsen gegen Deinen bewussten Willen, sonst würdest Du dies weniger mit dem Wort "Zwang" als Topic reinstellen.


    In diesem Zusammenhang ist jedoch auf einen inneren Zwang zu schließen. So gesehen ist Deine Handlung weniger die primäre Folge Deines gewohnten lockeren Wollens, sondern sie erfolgt eigentlich widerstrebend Deinen sonstigen Absichten entgegen. Also ich lese es so, dass Du Dich dabei so gar nicht wohl fühlst.

    Zitat

    Ich weiß nicht, ob ich in den Männergeschichten Kontrolle suche?

    Die Verbindung mit Todesangst ist schon extrem. Im Zusammenhang mit (fremden) Männern ist der bewusste oder unbewusste Versuch zu einer Bewältigung der belastenden Gedanken durch Wiederholung nicht ausgeschlossen.


    Ebenso wenig in Hinsicht auf eine zu einem späteren Zeitpunkt erfolgende Steigerung dieser Zwangshandlungen zur Überwindung bzw. Verdrängung der Ängste, wenn das bisherige Maß als nicht mehr ausreichend oder unzureichend empfunden wird. So gesehen wären das mM kategorisch Zwänge als symptomatisch (von etwas anderem herrührend = ersatzweise) verstanden und weniger Zwangshandlungen auf ritueller Basis, etwa der physischen Kontrolle wie z.B. ob das Licht bzw. der Herd ausgeschaltet sind.


    Natürlich ist es überaus verständlich, dass Du jobtechnisch das bisher Erreichte halten möchtest. Wie von "mbknitro" bereits geschrieben wurde, gibt es auch einige Verhaltensweisen, die auf Einwirkung von s Gewalt folgen.

    Zitat

    Um meinen Job habe ich Angst, weil dieser gerade fast meine gesamte Energie aufbraucht. Wenn nun eine Therapie dazukommt und mir diese Energie nimmt, habe ich Angst, dass ich meine Arbeit nicht mehr ausüben kann.

    Die von Dir beschriebenen Angstgefühle (ver-) brauchen ja bereits viel Energie, um in Schach gehalten zu werden.


    Gewalterfahrungen stehen u.U. in Verbindung, ein Trauma herbeiführen/auslösen zu können. Ein schlimmes Ereignis muss nicht bei jedem Menschen zu einer Traumatisierung führen.


    Vielleicht informierst Du Dich zudem unter Hinzuziehung der Begriffes "Wiederholungszwang" und "PTBS". Weiterhin, wer da vor allem fachlich z.B. bei einer posttraumatischen Belastungsstörung hinreichend Erfahrung besitzt, - wenn - eine solche diagnostizieren zu können.


    In einer Therapie etwa erhältst Du Unterstützung auf professioneller Ebene.


    Soweit ich recherchiert habe, gibt es wiederum unterschiedliche Trauma-Kategorien, die verschiedene Auswirkungen haben. Weiter gefasst erfolgt eine Therapie in 3 Phasen, von denen die erste Phase auf (eine) Stabilisierung ausgerichtet ist.

    Zitat

    und es wurde gefühlt immer schlimmer. Weil natürlich viel in meinem Kopf los war, aber diese Mauer einfach unüberwindbar vor mir stand. Und dieses Gefühl war einfach unerträglich. Ich weiß nicht, ob ich das noch einmal schaffe. Ich suche noch eine Möglichkeit, diese Mauer vorher einzureißen. Die Ideen, die mir diesbezüglich kommen, sind wohl nur auch nicht gerade zielführend.

    :)*