Zwangsbehandlung und Zwangseinweisung - Behandlung verweigern

    Darf man die medikamentöse (und natürlich EKT) Behandlung bei einem Psychiater / psychiatrische Anstalt verweigern ohne das es negativ auf einem wirkt oder darf man gezwungen werden sobald es ein Arzt für sinnvoll erachtet?


    Ganz ehrlich, ich war einmal zwangseingewiesen und was dort passiert ist, ist aus meiner Sicht absolut nicht ok und grenzt an Mißbrauch. Selbst meine Mutter die damals schlecht auf mich zu sprechen war kam bei zu dem Schluss. Ehrlich, ich sterbe lieber, bzw. lebe ich liebend gerne mit psychischen Schwierigkeiten egal wie arg diese sind, bevor mir das noch mal passieren soll! Davor hatte ich keine Angst, aber was man dort mit mir machte löste ein Trauma aus und ich lebe mit dieser Erinnerung schwer und traue mich deswegen logischerweise nicht mich einem Psychiater zu offenbaren.


    Da ich nicht wirklich reden wolle, da ich sehr agressiv unter Druck gesetzt wurde, bekam ich eine "Zufallsdiagnose" und war Versuchskaninchen für die Medikamente. Man vertrat Heilung durch Medikamente. Es gab kein Angebot einer anderen Therapie wie Psychologe oder Psychotherapie. Die gründe meines Handelns waren egal, genau so die schweren Nebenwirkungen der Medikamente. man blieb dabei und im 2-Tages Rhythmus wurden sie eben höher oder niedriger gesetzt. Meine Nebenwirkungen wurden mit "Ist eh eine Kinder-Dosis" abgetan. Ich wurde zwangsuntersucht, unter Drohungen zu einer Magenspiegelung gezwungen. Körperlicher Mißbrauch durch Medikamente die unnötig waren und als ich keine Kotprobe abnehmen konnte wurde einfach mein Zimmer gestürmt als ich geschlafen hatte, mir wurde die hose runtergezogen und sie haben händisch eine Probe entnommen gegen meinen willen. Jede Gefühlsregung die über Medikament-Zombie hinausging wurde mit höherer Medikamentengabe "bestraft" obwohl man wusste das ich davon zusammenklappte. auch gerechtfertigte Gefühle (Aufgewühltsein bei falschen Versprechungen oder wenn man von Problemen reden wollte, weinen weil es einem schlecht ging oder man an seine Vergangenheit dachte.) Ich wurde von anfang an als unmündig behandelt. So waren zb meine Eltern schuld an meinem Zustand und ich sagte eindringlich bei der Einweisug das diese nicht verständigt werden sollten, aber sie taten es und am nächsten Tag war meine mutter da. mein Problem war nur folgendes und hätte nur einem Therapeuten mit Gesprächen und einem fähigen Sozialarbeiter bedurft. Es gab jahrelang streit mit meinen Eltern, psychische und körperliche Gewalt, zum schluss mit Morddrohungen und der drohnung mich auf die Straße zu setzen. daraus wurde mir eine psychische Krankheit gedreht und meine Widersacher noch verständigt wo ich doch hilfe brauchte ihnen zu entkommen. Ich könnte seiten schreiben was alles in dieser großen, international bekannten Psychiatrie vorgefallen war und wie man dort mit Patienten umging, bzw mit ihnen spielte und ihnen aus alles einen strick drehte.


    Wie gesagt, als ich endlich frei kam, wurde mir noch gedroht, das sie Möglichkeiten haben wenn ich es wage nicht wöchentlich in die Ambulanz zu kommen und meine Medikamente abholen würde. Es war mir egal, ich merkte wie kaputt ich durch die Medikamente war und wie ich mich selbst nicht spüren konnte. Ich wäre auch bei meiner Oma untergetaucht wenn es nötig wäre. natürlich habe ich die Medikamente weggeschmissen und bin nie wieder hingegangen. Es dauerte bis ich mich selbst nach dieser "Behandlung" wiederfand, aber oh wunder sobald die Macht der Medikamente meinen körper verließ fand ich eine Wohnung und war von meinen Eltern weg. Mir ging es bis heute gut.


    Jetzt hab ich ein Problem das sich ein Psychiater anhören sollte (da sich die Schilddrüsenambulanz ja weigert und meint psychische Symptome kommen nicht von der Schilddrüse und übrigens gibt es nicht sowas wie Hashimoto-Symptome) Aber ich hab angst, mich anzuvertrauen. Ich denke was ich brauche ist eine Diagnose und eine Psychotherapie damit ich damit umgehe und lerne Sachen zu verarbeiten. Gewisse Medikamente lehne ich ab, andere würde ich nehmen wenn Notwendigkeit besteht. Auf alle Fälle möchte ich die Psycho-Zombie-Medikamente verweigern! Ja, an mir arbeiten möchte ich auch wenn es anfangs schlimmer wird. Ich habe Einsicht und keinen Wahn, lehne aber Medikamente zu gewissen maß ab, wobei dir Gründe ein Arzt wohl nicht nachvollziehen könnte.


    Meine Frage nun: Darf ich das? Oder lehnt ein Psychiater mich dann grundsätzlich ab? (Nach dem Motto: wenn sie sich weigern, selbst schuld.) was ich jetzt so gelesen habe würden Medikamente in meiner Situation ja eh nichts heilen, sondern wichtiger wäre eine Therapie. die Medikamente können es ja nur leicher machen. Wenn ich aber ein Zombie oder so zugedröhnt bin kriege ich erst panik und gar nichts wird leichter. Dann bleibe ich lieber krank mit allen Konsequenzen (das sage ich jetzt in einem komplett klaren Moment).


    Kann der psýchiater mich zwingen Medikamente zu nehmen, bzw mich einweisen lassen weil er meint es wäre dringend nötig und meine Verweigerung wäre nur ein Zeichen meiner Krankheit (das ist es aber nicht und das will ich festhalten, ich will ernst genommen werden) ist es grund genug wenn man eine heilende Behandlung verweigert (allerdings hat man ja auch sowas wie ein Recht auf den eigenen Körper und jeder kann sich so schaden wie er will - Alkoholiker und raucher werden auch nicht eingewiesen weil sie sich schwer schaden und Behandlung verweigern. aber wie man bei meinem Aufenthalt sieht - scheint ja alles zu gehen, sobald der Arzt eine Krankheit erfindet und möglichst drastisch das gegenwärtige Befinden darstellt)


    Dann noch eine Frage zur Zwangseinweisung falls es mal wieder passiert: Dürfen die das alles, bzw. wie kann man sich dagegen wehren (Patientenanwalt brachte gar nichts, da sie meinte das ich da gut aufgehoben bin und ich dank Medikamente total neben mir stand und die mich geistig verwirrt machten).


    Darf man während einer Zwangsbehandlung seine Medikamente verweigern und auf eine erneute Diagnose bestehen. wenn man für die Grunduntersuchung unterschrieben, hat dürfn die dann alles mit einem tun? Wie kommt man wieder raus? kann man auf gesrächstherapie bestehen statt auf Medikamente? kommt man wieder raus oder können die einen ewig und 3 Tage behalten bloß weil man die Medikamente nicht nimmt und aus ihrer sicht nicht kooperiert? Man wurde zur Medikamenteneinnahme gezwungen von denen einem nicht mal die Namen mitgeteilt wurden. Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung fand nicht statt, so wurden auch ohne körperliche/neurologische Ursache Epilepsie-Medikamente verteilt.

  • 11 Antworten

    Grundsätzlich darfst du die Einnahme jeglicher Medikamente verweigern und auch nicht dazu gezwungen werden.


    Eine Zwangseinweisung ist nur dann zulässig, solltest du für dich oder andere Menschen eine Gefahr darstellen. Wie es da mit den Medikamenten aussieht, kann ich dir nicht genau sagen. Ich würde mich an deiner Stelle aber auch an einen Anwalt wenden und abklären, was bei diesem Krankenhausaufenthalt vorgefallen ist und inwiefern es rechtlich in Ordnung war.

    Für eine Zwangseinweisung bedarf es eigentlich ziemlich strenge gesetzliche Regelungen.


    Wie lange warst du denn in der Klinik?

    @ Atfortas:

    Danke für die Antwort.


    Das es aktuell zu einer Zwangseinweisung kommen kann, denke ich nicht. Aber weil die Suche nach einem Psychiater gerade angesagt ist, ist natürlich die Angst wieder da so behandelt zu werden,bzw wieder an so einem Arzt zu geraten der einen bedroht und beschimpft.


    Mit einem Anwalt, daran habe ich lange Zeit gedacht... aber ob es was bringen würde? Ich möchte das Geschehene eigentlich nur vergessen und voran blicken. Klappte bis jetzt recht gut, aber manchmal kommt halt so eine Erinnerung hoch und jetzt eben erst recht weil das Thema evt psychische Erkrankung aktuell ist.


    'Ich habe in einem anderen Beitrag einen tollen Link wegen Psychotherapie bekommen mit ermässigten Preisen, da habe ich schon Kontakt hergestellt und wurde informiert. Da werde ich Montag für ein Einzelgespräch anrufen. Habe auch in Erfahrung gebracht in welchem Krankenhaus es eine netten Psychiater für den Notfall gibt. Plus nach meiner Enttäuschung mit der Psychiaterin werde ich einen Termin bei der Krankenkasse im Gesundheitszentrum ausmachen. Ich möchte so gut es geht mich ohne Medikamente durchkämpfen und ich denke, im Moment wäre es einfach besser und wichtiger die Vergangen heit und das Erlebnis in der Psychiatrie dort anzusprechen und zu verarbeiten.

    @ unkompliziert:

    Das ist schon lange her. Das war etwas über ein Monat, denke ich. Zum schluss ging es auch nur, weil ich die Medikamente geschluckt hatte/bzw so oft ich konnte wieder ausgespuckt habe und sie im glauben ließ das alles ok ist und meine Oma meinte ob ich nicht doch langsam auch ambulant behandelt werden könnte.

    Ein Psychiater ist für die medizinische/medikamentöse Behandlung da, der Psychologe macht die (Gesprächs-)Therapie. Ein Psychologe wird Dich nicht ablehnen, weil Du keine Medikamente nehmen willst (dafür ist er sowieso nicht der Fachmann), aber ein Psychiater wird vermutlich die Frage stellen, was Du dann eigentlich von ihm willst.


    Was für eine "Zufallsdiagnose" hast Du denn damals bekommen?

    Zitat

    Darf man die medikamentöse (und natürlich EKT) Behandlung bei einem Psychiater / psychiatrische Anstalt verweigern ohne das es negativ auf einem wirkt oder darf man gezwungen werden sobald es ein Arzt für sinnvoll erachtet?

    Zwangseinweisungen dürfen nur veranlasst werden, wenn der Patient für sich oder andere ein Gefahr darstellt. Und selbst dann ist es nicht ganz so einfach, wie man sich das landläufig vorstellt.

    Zitat

    Man vertrat Heilung durch Medikamente. Es gab kein Angebot einer anderen Therapie wie Psychologe oder Psychotherapie.

    Auf geschützten psychiatrischen Stationen findet in der Regel keine Psychotherapie statt. Idealerweise wird der Patient da, auch unter Zuhilfenahme von Medikamenten, überhaupt erst therapiefähig gemacht. Ist dies erfolgreich geschehen, kann auf eine halb-offene Station mit psychotherapeutischem Konzept verlegt werden. Auf geschlossenen Stationen geht es oft noch um Leben und Tod.


    Jeder Patient ist unterschiedlich empfänglich für bestimmte Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Es gibt da kein allgemeiens Rezept und es ist an der Tagesordnung, dass da etwas herumprobiert werden muss, bis das Richtige gefunden wurde. Daher wird das oft auf geschützten Stationen gemacht, auf denen der Patient unter Beobachtung steht.

    Zitat

    Wie gesagt, als ich endlich frei kam, wurde mir noch gedroht, das sie Möglichkeiten haben wenn ich es wage nicht wöchentlich in die Ambulanz zu kommen und meine Medikamente abholen würde.

    Nö. Wenn du für dich und andere keine Gefahr stellst, hat man in der Regel keine Möglichkeit, dich zu irgendwas zu zwingen. Andernfalls kannst du nur wenige Tage gegen deinen WIllen festgehalten werden. Für Zeiträume darüber hinaus bedarf es eines richterlichen Urteils.

    Zitat

    Jetzt hab ich ein Problem das sich ein Psychiater anhören sollte (da sich die Schilddrüsenambulanz ja weigert und meint psychische Symptome kommen nicht von der Schilddrüse und übrigens gibt es nicht sowas wie Hashimoto-Symptome) Aber ich hab angst, mich anzuvertrauen. Ich denke was ich brauche ist eine Diagnose und eine Psychotherapie damit ich damit umgehe und lerne Sachen zu verarbeiten. Gewisse Medikamente lehne ich ab, andere würde ich nehmen wenn Notwendigkeit besteht. Auf alle Fälle möchte ich die Psycho-Zombie-Medikamente verweigern! Ja, an mir arbeiten möchte ich auch wenn es anfangs schlimmer wird. Ich habe Einsicht und keinen Wahn, lehne aber Medikamente zu gewissen maß ab, wobei dir Gründe ein Arzt wohl nicht nachvollziehen könnte.

    Es gibt nicht "den Arzt". Ein guter Arzt proiert mit dir zusammen und im gegenseitigen Einvernehmen Medikamente aus. Du bist nicht mehr auf einer geschützten Station und hast jederzeit das Recht "Nein!" zu sagen. Ich empfehle dir allerdings, dem Arzt einen gewissen Vertrauensvorschuss zu geben, ansonsten dürfte sich euer Verhältnis zunehmend als belastend herausstellen.

    Zitat

    Kann der psýchiater mich zwingen Medikamente zu nehmen, bzw mich einweisen lassen weil er meint es wäre dringend nötig und meine Verweigerung wäre nur ein Zeichen meiner Krankheit (das ist es aber nicht und das will ich festhalten, ich will ernst genommen werden) ist es grund genug wenn man eine heilende Behandlung verweigert (allerdings hat man ja auch sowas wie ein Recht auf den eigenen Körper und jeder kann sich so schaden wie er will - Alkoholiker und raucher werden auch nicht eingewiesen weil sie sich schwer schaden und Behandlung verweigern. aber wie man bei meinem Aufenthalt sieht - scheint ja alles zu gehen, sobald der Arzt eine Krankheit erfindet und möglichst drastisch das gegenwärtige Befinden darstellt)

    Nein, dich kann niemand zwingen. Habe das oben bereits näher ausgeführt.

    Zitat

    Dann noch eine Frage zur Zwangseinweisung falls es mal wieder passiert: Dürfen die das alles, bzw. wie kann man sich dagegen wehren (Patientenanwalt brachte gar nichts, da sie meinte das ich da gut aufgehoben bin und ich dank Medikamente total neben mir stand und die mich geistig verwirrt machten).

    Vielleicht den Weg über einen gesetzlichen Betreuer gehen.

    Zitat

    Darf man während einer Zwangsbehandlung seine Medikamente verweigern und auf eine erneute Diagnose bestehen. wenn man für die Grunduntersuchung unterschrieben, hat dürfn die dann alles mit einem tun? Wie kommt man wieder raus? kann man auf gesrächstherapie bestehen statt auf Medikamente? kommt man wieder raus oder können die einen ewig und 3 Tage behalten bloß weil man die Medikamente nicht nimmt und aus ihrer sicht nicht kooperiert? Man wurde zur Medikamenteneinnahme gezwungen von denen einem nicht mal die Namen mitgeteilt wurden. Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung fand nicht statt, so wurden auch ohne körperliche/neurologische Ursache Epilepsie-Medikamente verteilt.

    Es gibt durchaus Medikamente, die sowohl bei Epilepsie als auch psychologischen Beschwerden eingesetzt werden. Was genau du tun kannst, kann ich dir leider nicht sagen.

    @ Spinnerin:

    Das Problem ist halt: Ich weiß nicht ob ich eine Krankheit habe und wenn ja was für eine. Ich weiß das was nicht stimmt, das es anscheinend nicht alleine und mit Ablenkung weggeht, und ich weiß das ich es anscheinend nicht allein schaffe, sondern Hilfe brauche weil ich so nicht sein will. Deswegen dachte ich für eine Diagnose muss man bei Verdacht auf psychischen Erkrankungen zum Psychiater.


    Die "Diagnose" die die sich ausgedacht haben, möchte ich nicht nennen, da ich nicht abgestempelt werden will, bzw unter den Umständen die Diagnose eh nicht sicher ist. Meine jetztigen Probleme sind andere und ich möchte von meinem Arzt dann auch "unvoreingenommen" betrachtet und diagnostiziert werden und nicht aufgrund von Vorurteilen.

    @ Nuraihyon:

    Danke für die Mühe und die ausführliche Antwort!


    Eine richtig geschloßene Psychiatrie war es damals nicht. also man war nicht im Zimmer eingesperrt. Man durfte sich durch die Station bewegen, Später durfte ich auch für Spaziergänge raus und dann zu einer Therapie wo man bastelt und Bilder ausmalt (war ja auch wirklich ok, aber bei meinen Problemen hatte es halt nicht geholfen)


    Aber, ich fühle mich jetzt schon besser wenn ich weiß das man jederzeit Nein sagen kann. Gefahr für mich oder andere bin ich nicht.


    Ich glaube echt, ich schaffe es. Ich weiß man muss mit dem Arzt auch zusammenpassen und ich muss ihm vertrauen können. Das geht nach sowas schwer, aber ich sehe es als gutes Zeichen das ich nicht nur hingenommen habe das etwas nicht stimmt, sondern von mir selbst aus Hilfe will und selbst die Psychiaterin kontaktiert habe. Klingt nach nichts, aber für mich ist das ein großer schritt. Da werde ich es schaffen einem Arzt zu vertrauen. Ein Problem mit ärzten grundsätzlich habe ich nicht,nur halt bei Psychiatern und Zahnärzten.

    Nein, ein Psychologe kann auch eine Diagnose stellen bzw. muss es sogar zwecks Abrechnung. Dass Du nicht abgestempelt werden willst verstehe ich. Man wird ja oft gleich in eine Schublade gesteckt. Ich würde jetzt aber so unbekannterweise nicht vollständig ausschließen, dass Deine Erlebnisse stark von Deinem psychischen Zustand eingefärbt waren. In irgendeinem pathologischen Zustand musst Du Dich wohl befunden haben, man kommt nicht "einfach so" in die Psychiatrie, schon gar nicht in die geschlossene.

    Zitat

    Eine richtig geschloßene Psychiatrie war es damals nicht. also man war nicht im Zimmer eingesperrt. Man durfte sich durch die Station bewegen, Später durfte ich auch für Spaziergänge raus und dann zu einer Therapie wo man bastelt und Bilder ausmalt (war ja auch wirklich ok, aber bei meinen Problemen hatte es halt nicht geholfen)

    Jo. Es gibt verschiedene Therapieformen. Je nach Diagnose haben sich bestimmte davon als häufig, aber nicht immer, hilfreich erwiesen. Schlimmstenfalls kann sich der Zustand auch verschlimmern. Ich wurde auch lange falsch diagnostiziert und behandelt. Lange habe ich es den Ärzten vorgeworfen, aber... naja, Psychologie ist oft nicht 100% exakt und auf den Punkt. Manchmal bleibt wirklich nicht viel mehr, als verschiedene Sätze auszuprobieren.


    Ich musste damals Ergotherapie (Basteln) und Musiktherapie machen. Das war dann einfach nur langweilig.

    Zitat

    Aber, ich fühle mich jetzt schon besser wenn ich weiß das man jederzeit Nein sagen kann. Gefahr für mich oder andere bin ich nicht.

    Ich sehe die Beziehung zu meinen psycholgischen und psychiatrischen Behandlern als Arbeitsbeziehung. Das ist mir wichtig, weil es die Emotionen etwas außen vor lässt. Ich glaube, dass das überhaupt die wichtigste Basis ist, jemanden zu haben, dem man vertrauen kann. Auch das Vertrauen "Nein!" zu sagen ohne ANgst haben zu müssen, dann eine Grenze zu überschreiten.

    Zitat

    Ich glaube echt, ich schaffe es. Ich weiß man muss mit dem Arzt auch zusammenpassen und ich muss ihm vertrauen können. Das geht nach sowas schwer, aber ich sehe es als gutes Zeichen das ich nicht nur hingenommen habe das etwas nicht stimmt, sondern von mir selbst aus Hilfe will und selbst die Psychiaterin kontaktiert habe. Klingt nach nichts, aber für mich ist das ein großer schritt. Da werde ich es schaffen einem Arzt zu vertrauen. Ein Problem mit ärzten grundsätzlich habe ich nicht,nur halt bei Psychiatern und Zahnärzten.

    Habe ich auch durch und das ist ein großer Schritt. Ich habe meinen Behandlern damals gesagt, dass ich ihnen nicht sofort komplett vertrauen kann, aber versuchen möchte für alle Möglichkeiten offen zu sein. Das hat für uns dann gepasst als Grundlage für die weitere Behandlung.

    @ Spinnerin:

    Ok, das ist ja gut, dann wäre der Psychologe ja die richtigere Anlaufstelle. Das mit den Schubladen stimmt ja leider, bzw kommt ja dann keine andere Sichtweise in Betracht - dann liegt alles plötzlich daran. Oder weil einmal einer gesagt hat es war xy, ja dann muss es ja nach über 20 jahre pause ja wieder xy sein. Ausgeschlossen das da was schief gelaufen ist.


    Wie gesagt ich will einen ordentlichen Arzt, der mich nach aktueller Sichtweise diagnostiziert ohne durch vor-Diagnose beeinflusst worden zu sein. ich teile dann gerne alles mit, auch meine damaligen Empfindungen, aber abgestempelt werden will ich eben nicht. diesmal soll es richtig ablaufen, damit es wirklich zur hilfe werden kann. sollte zufällig die Diagnose gleich lauten, gut dann ist es halt so, aber erst mal abwarten.


    Einfach so gings natürlich nicht, aber ich kann den Grund ja sagen: komplette Hoffnungslosigkeit und Angst aufgrund meiner damaligen Situation. Wir waren öfter bei Beratungen. Mein Vater ist gewalttätiger Choleriker, meine Mutter ein Kontrollfreak der nicht besser ist. Die welt war nur ok solange alles einen guten schein macht und man als Kind so ist wie sie es wollen, nicht anders. Leider konnte man es aber meinen Vater nie wirklich recht machen, weshalb er dann gegen uns alle ausgezuckt ist. Demütigungen, Beschimpfungen Bedrohungen waren bei uns üblich. lieblingssatz von meinem Vater: Ich schmeiß dich vom 8. Stock. Hat mich auch mit messer verfolgt und es gab immer wieder psychische und Körperliche Gewalt und Schläge. Mutter hat mich immer verpetzt obwohl sie wusste das mein Vater dann gewalttätig wird. Sie hat psychisch manipuliert. durch Ausbildung und Jobsuche war ich damals abhängig bei ihnen zu wohnen.


    Die letzten Jahre war es dann ganz schlimm und es lief täglich so ab, auch ständig Drohungen das sie mich auf die straße setzen, mein Vater mich umbringt und immer der Hass gegen mich und dann waren sie wieder nett, man wusste nie woran man war. Mir wurde für alles die schuld gegeben auch an den Eheproblemen (allerdings erfolgte die Scheidung erst jahre nachdem ich weg war, weil sie dann einsehen mussten das doch nicht ich das Problem war)


    Ja wie auch immer ich war quasi permanent in streß und angst und Anspannung weil ich keinen Ausweg sah, Job hatte ich nicht, Wohnung konnte ich nicht nehmen, der Terror von den Eltern. also nur die Wahl ob die kompett durchdrehen oder ich ohne essen auf der straße lande. also hab ich den Selbstmord geprobt und wollte mich dann wirklich umbringen. so kam es zustande. Es waren also reale gründe und keine eingebildeten vorhanden. drum fand ich das zb mies das sie im Krankenhaus trotz Volljährigkeit und ausdrücklichem nein meine Eltern verständigt haben.


    Aber wie gesagt besser wurde es erst als ich die Wohnung hatte, das war eine komplette auswechselung und schlagartig war alles ok. niemals mehr ein trüber gedanke trotz Probleme die sich ja immer wieder ergeben.

    Zitat

    Ok, das ist ja gut, dann wäre der Psychologe ja die richtigere Anlaufstelle.

    Genau. Ich finde deinen Ansatz richtig gut, also dass du dir Hilfe suchen willst, und dass du dich selbst schützt.

    Zitat

    Ja wie auch immer ich war quasi permanent in streß und angst und Anspannung weil ich keinen Ausweg sah

    In der Situation war ich auch mal, kann ich gut nachvollziehen.

    Zitat

    also hab ich den Selbstmord geprobt und wollte mich dann wirklich umbringen. so kam es zustande. Es waren also reale gründe und keine eingebildeten vorhanden.

    Hmm ja bei konkreten Selbstmordplänen darf man zwangseinweisen. Wer sagt denn, dass du dir die ganzen Probleme eingebildet hast? Die Ärzte? Weil ich das ganz bestimmt nicht andeuten wollte.

    Zitat

    drum fand ich das zb mies das sie im Krankenhaus trotz Volljährigkeit und ausdrücklichem nein meine Eltern verständigt haben.

    Dürfen sie auch gar nicht. ":/