• Neu

    Zwangsgedanken

    Hallo Liebes Forum,


    ich leide seit 2 Jahren an Zwangsgedanken.. Jetzt ist mir aufgefallen das ich vorher ganz andere Zwangsgedanken hatte. Bevor das mit der Fremdgehangst in den Raum trat hatte ich Panik davor das Bügeleisen nicht auszumachen, mich mit HIV auf öffentlichen Toiletten anzustecken oder einfach vor die Bahn zu springen .

    Das alles wäre aber erträglicher als diese Angst ich würde meinen Freund betrügen .

    Ich kann eigentlich nichts mehr alleine . Ich war früher so ein lebensfroher Mensch. Ich hab wenn keiner Zeit hatte um Mitzukommen auch so viele Dinge alleine gemacht die jetzt alle wegfallen.

    Mein Leben ist sehr beeinträchtigt. Da ich zur Arbeit pendel mit der Bahn bekomm ich schon beim Bahn fahren Panik sowie beim Autofahren das ich irgendwas mache das mein Freund nicht mehr mit mir zusammen sein will.

    Ich habe viele soziale Kontakte und steh eigentlich mitten im Leben wären da nicht diese Zwangsgedanken die seit Januar nicht mehr verschwinden.

    Liegen die Gründe dafür in meiner Kindheit? Ich weiß nicht wieso ich auf einmal so geworden bin .



    Ich nehme mal ein Beispiel ich war letzte Woche auf dem Geburtstag einer sehr guten Freundin wir waren ungefähr 12 Leute haben gemütlich getrunken gegessen uns Unterhalten .

    Alles gut Zwangsgedanken waren nicht da ab dem Monat wo die meisten draußen rauchen gegangen sind. Der eine Freund von einer anderen Guten Freundin ist auf Toilette gegangen und dann nachgegangen und schon produzierte sich wieder der Gedanke hatte ich was mit ihm? Obwohl noch 4 andere Leute im Raum waren würden die etwas sagen ? Und da ich ja Zwängler bin hab ich auch eine Zwangshandlung entwickelt die mir Ruhe verschaffen soll, hat sie aber in dem Moment nicht . Und ich hab mich gefragt was ich denn machen soll ich kann mir schlecht bei den anderen die im Raum waren Bestätigung holen das da nichts war .

    Und dann heute schon wieder ich sahs auf der Arbeit in einer Besprechung mit 8 Leuten gegenüber sahs ein Mann keine Ahnung habe bisschen geträumt war in Gedanken und hab ihn glaub ich was angestarrt . Alles gut keine Zwangsgedanken dachte super gut . 20 Minuten später wieder diese Gedanke vielleicht hatte ich was mit ihm. Mein Kopf sagt dumm du sahst mit 7 anderen Leuten in einem Raum . Aber der Rest meine Panikattacken sagt wieder nein du hast .




    Tut mir leid für den langen Text.

    Ich versuche mir denn Satz, dass nur einbildet vorzuhalten aber es bring leider nichts



    LG

  • 17 Antworten
    • Neu

    gar nicht so einfach eine abschließende Antwort zu geben.


    warst du schon mal beim psychodoc? wegen einer gesicherten diagnose?


    für mich klingt es auch nach mangelnder selbstsicherheit und vielleicht weniger zwang.

    gibt es einen auslöser? wann es angefangen hat?

    • Neu

    TimFaber schrieb:

    für mich klingt es auch nach mangelnder selbstsicherheit und vielleicht weniger zwang.

    Das eine schließt das andere nicht aus. Für mich klingts schon nach Zwangsgedanken.


    Da Du es noch schaffst zu Arbeiten und irgendwie den Alltag zu bewältigen, würde ich empfehlen ne Therapie zu suchen bevor die Zwänge den gesamten Tag bestimmen.

    • Neu
    Mike578 schrieb:

    TimFaber schrieb:

    für mich klingt es auch nach mangelnder selbstsicherheit und vielleicht weniger zwang.

    Das eine schließt das andere nicht aus. Für mich klingts schon nach Zwangsgedanken.


    Da Du es noch schaffst zu Arbeiten und irgendwie den Alltag zu bewältigen, würde ich empfehlen ne Therapie zu suchen bevor die Zwänge den gesamten Tag bestimmen.

    Ja es wäre auch besser wenn ich mir endlich eine Therapie suchen würde . Aber der Scham spielt da auch eine große Rolle. Ja mit dem arbeiten das klappt noch ganz gut nur das ich zwischendurch auf der Arbeit auch Panik bekomme das ich irgendwas gemacht habe .


    Aber immer dieser Gedanken während der Besprechung man weiß wie das es nicht sein denkt es aber trotzdem immer

    • Neu
    Zitat

    Aber der Scham spielt da auch eine große Rolle

    mal plakativ gesprochen, wenn du dir das bein brichst, lässt du es nicht unbehandelt.


    genau so ist es mit der Psyche, da geht man zum Therapeut/Psychiater.


    sie haben Schweigepflicht und sind da dir zu helfen.


    denk mal an deine lebensqualität und weniger an die schamgefühle

    • Neu

    Ich würde dir ebenfalls zu einer Therapie raten, um den Auslöser der Zwangsgedanken zu finden. Scham, warum? Man braucht sich in einer Therapie für nichts zu schämen. Das ganze hat allerdings einen Haken, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz sind extrem lange. Wenn du einen Therapieplatz hast, stehen dir 5 probibatorische Sitzungen zu, d.h.wenn die Chemie zwischen Patient und Therapeut absolut nicht stimmt, kannst du wechseln. Alles Gute!

    • Neu

    Das klingt in der Tat absolut typisch nach einer Zwangsstörung mit Zwansgedanken, das hat allerdings den Haken, dass man da mit der ansonsten angesagten Therapieform (Verhaltenstherapie) nix ausrichten kann, weil es ja kein Verhalten gibt, an dem man arbeiten könnte (was z.B. anders wäre, wenn Du tatsächlich Zwangshandlungen ausführen würdest).


    Es läuft letztlich auf eine medikamentöse Therapie hinaus, oder aber Du akzeptierst es und schaffst, entspannt damit zu leben.


    Aber zumindest mal ein Therapieversuch wäre bestimmt kein Fehler.

    • Neu
    rr2017 schrieb:

    Das klingt in der Tat absolut typisch nach einer Zwangsstörung mit Zwansgedanken, das hat allerdings den Haken, dass man da mit der ansonsten angesagten Therapieform (Verhaltenstherapie) nix ausrichten kann, weil es ja kein Verhalten gibt, an dem man arbeiten könnte (was z.B. anders wäre, wenn Du tatsächlich Zwangshandlungen ausführen würdest).


    Es läuft letztlich auf eine medikamentöse Therapie hinaus, oder aber Du akzeptierst es und schaffst, entspannt damit zu leben.


    Aber zumindest mal ein Therapieversuch wäre bestimmt kein Fehler.

    Die kognitive Verhaltenstherapie mit Unterstützung von Medikamenten, in Form eines Antidepressiva aus der SSRI Gruppe, wie Sertralin oder Citalopram, ist bei einer Zwangsstörung erste Wahl.

    • Neu
    rr2017 schrieb:

    Das klingt in der Tat absolut typisch nach einer Zwangsstörung mit Zwansgedanken, das hat allerdings den Haken, dass man da mit der ansonsten angesagten Therapieform (Verhaltenstherapie) nix ausrichten kann, weil es ja kein Verhalten gibt, an dem man arbeiten könnte (was z.B. anders wäre, wenn Du tatsächlich Zwangshandlungen ausführen würdest).

    Das sehe ich anders. Natürlich funktioniert Therapie auch bei Zwangsgedanken, nicht nur bei Handlungen. Nur weils im Kopf stattfindet heißt das auch nicht, dass deshalb eher Medikamente notwendig sind oder nicht. Und man kann auch beides haben, Zwangsgedanken und -handlungen. Sowohl separiert voneinander als auch gemischte (z. B. dass für eine Sache als neutralisierung eine Handlung aber auch ein Gedanke in Frage käme). Aber die Tehrapie sollte da recht unversell sein und auf beides anwendbar sein.


    Die Frage nach Medikamenten würde ich davon abhängig machen wie "schlimm" der Zustand ist und ob man in der Lage ist, therapeutisch erfolge zu erzielen oder ob man die Unterstützung von Medikamenten benötigt. Aber der Grund ist nicht "weils im Kopf stattfindet".


    Welcher Therapieansatz der richtige ist, ist bei jedem individuell. Klassischerweise verwendet man Verhaltenstherapie. Es gibt sicher auch Menschen, den hilft eine analytische Therapie, herauszufinden, was in ihrer Kindheit schief lief und dadurch sind die Zwänge weg. Andere wissen wie das entstanden ist, kommen aber aus dem Teufelskreis nicht raus und brauchen Unterstützung um die Zwänge im Alltag abzubauen über Verhaltenstherapie. Vielleicht hilft auch ne Mischung aus beidem.


    Ja die Wartezeiten sind lang. Jenachdem wie locker das Geld bei Dir sitzt, kannst Du natürlich versuchsweise auch als Selbstzahler mal ein, zwei Therapiestunden irgendwo nehmen, Nicht-Kassenzugelassene Therapeuten haben meist kurzfristige Termine. Ansonsten gibts je nach Schweregrad der Erkrankung und Wartezeit auf einen Platz in der Region auch die Möglichkeit, die Krankenkasse zu fragen ob sie eine Therapie bei einem nicht-Kassen-Therapeuten übernehmen würden.


    Manchmal bieten Psychiater/Neurologen auch an, dass man während der Wartezeit ein paar mal vorbeikommen kann (vermutlich eher bei Privatpatenten :-|) um ein bisschen zu sprechen, die haben ja zumindest auch etwas Background in diesen Themen.

    • Neu

    Bei uns in der Nähe gibt es einen sehr guten Neurologen, der diese Gespräche, während der Wartezeit auf einen Therapieplatz anbietet, für Privat und Kassenpatienten. Privatpatienten werden nicht bevorzugt. Was meinst du, wie lange die Wartezeit ist? Eine Bekannte von mir hat über 3 Monate warten müssen.

    • Neu

    Nein, das stimmt nicht. Man kann keine Verhaltenstherape machen wo kein Verhalten vorliegt. Zwangsgedanken sind therapeutisch sehr hartnäckig und in der Regel läuft es auf Medikamente hinaus.

    Mike578 schrieb:

    Und man kann auch beides haben, Zwangsgedanken und -handlungen.

    Ja, aber nicht getrennt. Entweder man hat nur Zwangsgedanken, oder auch dazu Zwangshandlungen. Zwangshandlungen ohne Zwangsgedanken gibt es nicht (ist auch logisch unmöglich, die Handlungen dienen ja dazu, die Gedanken zu neutralisieren).


    Aber so oder so - entweder man lebt halt damit wie es ist, oder man geht zum Psychiater und eventuell hilft das dann auch. Aber man kann keineswegs sagen dass ein therapeutischer Erfolg einfach oder sicher ist.


    Vielleicht hilft aber auch einfach schon die Erkenntnis, dass es sich um Zwangsgedanken handelt, und die belegte Tatsache, dass diese, in Bezug auf gefürchtete destruktive Handlungen, komplett harmlos sind.

    • Neu

    Also verhaltenstherapeutisch sähe es dann so aus, sich in Situationen zu begeben, wo die Probleme massiv werden (z.b. zu zweit mit einem attraktven Mann in einem Raum aufhalten), und dann eine neutralisierende Zwangshandlung zu unterlassen und die Spannung auszuhalten.


    Aber hier gibts ja, zumindest nicht erwähnt, keine neutralisierende Zwangshandlung, die man unterlassen könnte.

    • Neu

    Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gehören zu den Symptomen einer Zwangsstörung. Die Gedanken können zu einer Zwangshandlung führen, müssen das aber nicht. In einer kognitiven Verhaltenstherapie geht es darum, daß der Therapeut zusammen mit dem Patienten Strategien erarbeitet, damit dieser den Unterschied zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen verstehen lernt.

    • Neu
    rr2017 schrieb:

    Also verhaltenstherapeutisch sähe es dann so aus, sich in Situationen zu begeben, wo die Probleme massiv werden (z.b. zu zweit mit einem attraktven Mann in einem Raum aufhalten), und dann eine neutralisierende Zwangshandlung zu unterlassen und die Spannung auszuhalten.


    Aber hier gibts ja, zumindest nicht erwähnt, keine neutralisierende Zwangshandlung, die man unterlassen könnte.

    Expositionen sind durchaus Teil einer Verhaltenstherapie aber sie sind nicht alles. Zumal es ja selten möglich wäre, das mit allen Zwängen durchzuführen die jemand hat.


    Man kann sich ein paar intensive suchen und das mit denen durchführen, das erlente kann dann auf andere Zwänge angewandt werden.


    Außerdem kann man auch ohne Exposition über kürzlich erlebte Zwänge reden, was da abgelaufen ist und besprechen, wie man beim nächsten mal versucht damit umzugehen, Übungen ausmachen wenn dann irgendwann "zufällig" eine Situation entsteht. Die muss nicht zwingend zusammen mit dem Therapeuten immer herbeigeführt werden.


    Ein Zwangsgedanke ist ja auch irgendwie eine Art Handlung, die Handlung etwas bestimmtes jetzt denken zu müssen um andere Gedanken zu neutralisieren oder irgendwie das negative Gefühl wegzudenken. Da kann man auch lernen, das zu unterlassen und wie man mit der Angst entsprechend umgeht.


    Aber das geht für diesen Faden jetzt zu weit, die Frage war ja nicht wie eine Therapie funktioniert sondern was man tun sollte. Und da sind wir uns ja alle einig, dass es sinnvoll wäre, wenn da jemand professionell draufschaut.

    • Neu
    rr2017 schrieb:

    .....dass man da mit der ansonsten angesagten Therapieform (Verhaltenstherapie) nix ausrichten kann, weil es ja kein Verhalten gibt, an dem man arbeiten könnte (was z.B. anders wäre, wenn Du tatsächlich Zwangshandlungen ausführen würdest).....


    rr2017 schrieb:

    Nein, das stimmt nicht. Man kann keine Verhaltenstherape machen wo kein Verhalten vorliegt.

    Entschuldige, da muß ich doch mal mit einem großen Veto kommen.


    Eine Verhaltenstherapie bezieht sich nicht auf vorliegendes (Fehl)Verhalten oder Handlungen.

    Grob umrissen: es wird einem in einer Verhaltenstherapie sogar ein Verhalten angetragen (z.B.: Konfrontation) oder beigebracht, damit man mit seiner diversen Störung umgehen kann. Dass im Idealfall diese Störung durch verändertes Verhalten (dies bezogen auf einen selbst, sogar auf Gedanken) sogar verlernt.