na ja in beiden fällen gibt es opfer und täter (wobei ich im falle der mästungen, die eltern weniger als täter denn als tatwerkzeuge der vorherrschenden kultur betrachten würde), wobei diese täter/opfer situation unter, wie ich finde, genau gegensätzlichen vorzeichen stattfindet. hier, um dem opfer "was gutes zu tun" – dort um dem Opfer "das denkbar schlechteste, nämlich mord" anzutun.


    hier wird die "gute Absicht" bereitwillig erklärt, dort müsste die "böse absicht" erklärt werden.


    versprechen tu ich mir davon nichts, aber mich würde einfach interessieren, wie sich der thread unter genau diesem gesichtspunkt entwickeln würde.

    Zitat

    hier wird die "gute Absicht" bereitwillig erklärt, dort müsste die "böse absicht" erklärt werden.

    Und genau hier bringst du selbst ein gutes Beispiel dafür, warum wir aneinander vorbei reden. ;-)


    Ich erkläre (oder versuche es zumindest). Da gibt es bei mir zunächst keine Bewertung im Sinne von "gut" oder "böse" und aus diesem Grund kann es auch keine Rechtfertigung eines Verhaltens sein. Ob ich etwas moralisch verwerflich finde oder nicht, entscheide ich unabhängig davon, ob das Verhalten für mich erklärbar ist.

    Zitat

    versprechen tu ich mir davon nichts, aber mich würde einfach interessieren, wie sich der thread unter genau diesem gesichtspunkt entwickeln würde.

    Zu Blödsinn, schätze ich. Angesichts des Umstandes, dass Mord gegen die Normen der Gesellschaft verstößt, das Mästen in Mauretanien als "Tradition" ihnen entspricht, und im Fall des Mordes die Intention meist die ist, dem anderen zu schaden, während sie beim Mästen eher dahingehend lautet, für das Kind im Rahmen der Traditionen zu sorgen und ihm Gutes zu tun ... ich sehe da keine in irgendeiner Weise fruchtbaren Parallelen, die irgendwohin führen könnten. Außer in die Absurdität natürlich.

    Oh man, hätte ich bloß nicht damit angefangen...

    Shojo

    Ist es echt so falsch angekommen, was ich mit diesem Beispiel aussagen wollte? Ich wollte doch nur an einem krassen Fall anschaulich machen, dass jemand, der ein Verhalten erklären kann es nicht automatisch gutheißen muss. Dann müsste ja jeder Psychiater das Fehlverhalten seiner Patienten billigen. ;-)

    Bei mir ist es absolut nicht falsch angekommen, dafür aber offensichtlich mein letzter Beitrag bei Dir. ;-) Zur Klärung Deines Standpunkts (Dinge erklären/logisch nachvollziehen, ohne sie gutzuheißen) taugt der Vergleich sehr gut, für irgendeine Art Täterrolle/Opferrolle-Abgleich mit irgendwelchen umgekehrten Vorzeichen eben gar nichts.

    shojo, ich glaube du hast mich missverstanden.


    mein interesse gilt folgender überlegung:


    mir erscheint, wie ich es bereits schon mal geschrieben habe, das die erklärungen hier einen rechtfertigenden charakter. emma zb. empfindet sie als neutral.


    würde in einem thread zu dem thema


    "sind die taten eines Serienmörders die beinahe logische Konsequenz seiner persönlichen Lebensgeschichte? ja oder nein?"


    diskutiert – dann würde es mich halt interessieren, wie die besagten erklärungen in diesem fall auf mich wirken würden.

    Zitat

    – dann würde es mich halt interessieren, wie die besagten erklärungen in diesem fall auf mich wirken würden.

    Hm. Also, wenn die Erklärungen/Ergänzungen hier auf Dich rechtfertigend wirken, würde ich ja vermuten, das täten sie im Fall eines Serienmörders auch. Außerdem handelt es sich im einen Fall um eine Individualentwicklung gegen die Normen, im anderen eben um die gesellschaftliche Entwicklung von Normen. Falls Dich Deine eigenen Reaktionen darauf aber so sehr interessieren, dann lies doch einfach mal ein Buch zum Thema. ;-)

    hab ich bereits – sogar diverse – bin da hin und her gerissen ;-D


    nein im ernst, mich würde interessieren, wie die posts /meinungen der anderen user auf mich wirken würden – eher rechtfertigend, eher neutral, eher verurteilend.


    aber ist wahrscheinlich müßig sich das zu fragen :=o ;-)

    Zitat

    mir erscheint, wie ich es bereits schon mal geschrieben habe, das die erklärungen hier einen rechtfertigenden charakter. emma zb. empfindet sie als neutral.

    Mein Eindruck war auch eher, das die Erklärungen einen rechtfertigen Charaktar haben. Zumal ich nach wie vor, zumindest beim Thema Mästen, eher der Meinung bin, die Frauen haben eine "Entscheidungsmöglichkeit" unabhängig von der Tradition.

    Zitat

    nein im ernst, mich würde interessieren, wie die posts /meinungen der anderen user auf mich wirken würden – eher rechtfertigend, eher neutral, eher verurteilend.

    Was Serienmörder angeht, bin ich da ganz anderer Meinung. Bei diesen werte ich die persönlichen Erlebnisse einer traumatischen Kindheit, als weniger "überwindbar", da sie doch einen stark beigesetzen Geschmack von zusätzlicher psychischer Folter haben, die begleitend mitwirkt. Diese Strukturen zu erkennen ist wesentlich schwieriger. Da hab ich tatsächlich teilweise eine Art von mehr "erklärendem Verständnis". Hast du mal die Bücher von Alice Miller gelesen?

    Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich nicht um des Experiments willen an einer Diskussion teilnehmen würde, um Deine Fragen zu Deiner Wahrnehmung zu beantworten. ;-D Zumal ich nicht recht nachvollziehen kann, inwiefern die bisherigen Beiträge auf Dich wie eine Rechtfertigung oder Entschuldigung wirken können, ich empfinde das sehr anders.

    Zitat

    Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich nicht um des Experiments willen an einer Diskussion teilnehmen würde, um Deine Fragen zu Deiner Wahrnehmung zu beantworten. ;-D

    nee, würd ich auch nicht. ;-)


    würd auf dieser basis auch gar nicht funktionieren. allein das wissen, das es sich um ein experiment handelt, würde die antworten eh viel zu stark beinflussen.