Rheuma

    Hey,


    Vielleicht kann mir einer von euch weiterhelfen. Ich bin 18 Jahre alt und habe bereits seit ca.zwei Jahren immer wieder stechartige Gelenkschmerzen, zur Zeit haben sich die Symptome extrem verschlimmert. Schmerzen kommen vor allem in Finger und Fuß Gelenken vor und Ellenbogen .


    Bluttest beim Hausarzt hat ergeben dass erhöhte rheuma Antikörper da sind, diese allerdings auch bei gesunden Menschen vorkommen können, mein Hausarzt hat nicht vor weitere Nachforschungen anzustellen.


    Jetzt meine Frage was haltet ihr zu dem Fall?


    Vielen Dank😃

  • 14 Antworten

    Typisch für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung sind:


    - Morgensteifigkeit,


    - bohrende, pochende Schmerzen,


    - Ruheschmerz (besonders nachts),


    - Schwellung der betroffenen Gelenke,


    - Müdigkeit, erhöhte Temperatur


    Was Du beschreibst, klingt eher nicht danach.

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!


    Morgensteifigkeit hab ich gar nicht genauso wie meine Gelenke nicht anschwellen sie tun einfach nur stichartig weh wenn der Körper in Ruhe ist.


    Hat jemand eine Idee auf was das sonst hindeuten könnte, Blutwerte sind bis auf den Rheumafaktor alle gut

    Da die ANA-Werte erhöht sind, weniger als 100 sind noch normal, ab 100 bereits erhöht bzw. grenzwertig, solltest du den Hausarzt bitten dir eine ÜW zu einem internistischen Rheumatologen zu geben. Diese sind meist bei den entzündlich rheumatischen Bindegewebserkrankungen erhöht und die laufen i.d. R. nicht so ab wie eine rheumatoide Arthritis. Also nichts mit geschwollenen Gelenken, wobei das durchaus auch da mal vorkommen kann. Bei der rheumatoiden Arthritis, der häufigsten rheumatischen Erkrankung warten die Ärzte gerne ab, bis mal Gelenke dick geschwollen sind, das ist aber keine Kriterium für andere rheumatische Erkrankungen. Da die Symtome sich derzeit verschlechtert haben, solltest du Zuviel Sonne meiden, UV-Strahlen triggern die Schübe.

    Dino

    Ein ANA-Titer von 1 : 100 sagt überhaupt nichts aus. Klar, man kann dennoch zum internistischen Rheumatologen gehen und alles durchchecken lassen. Bei einer Kollagenose wäre der Titer aber deutlich höher. Bei mir war der Titer schon bei 1 : 1280, ENA aber negativ. Es hatte wahrscheinlich mit einer kurz vorher überstandenen EBV-Infektion zu tun.

    Es geht mir mehr um die Symtome die schon seit zwei Jahren bestehen. ANA ohne Symtome hätten wohl nichts zu bedeuten. Da sollte man schon nochmal die ANA testen, wenn die schon grenzwertig waren und am besten beim Rheumatolgen, denn das kann sich schnell ändern, falls es so wäre.

    Dino


    Ein Ana-Titer von 1 : 100 findet selbst bei einem Rheumatologen keine Beachtung. Diesen Wert und sogar etwas höher kann jeder Mensch schon haben, wenn er Stresssituationen ausgesetzt ist und/oder z.Zt. andere Erkrankungen durchmacht oder gemacht hat.


    Und Du kannst mir glauben, ich hatte einen Wert von 1 : 96000. Es hat Jahre gedauert, bis ich das in den Griff bekam. Nach der letzten Untersuchung beim Rheumatologen im April habe ich einen Wert von 1 : 640.


    Und so schnell steigt ein ANA Wert nicht von heute auf morgen. Selbst bei mir nicht, wobei ich auch versuche Stress weitgehend zu vermeiden und mich so gesund wie möglich ernähre.

    Fizzlypuzzly

    Zitat

    Ein Ana-Titer von 1 : 100 findet selbst bei einem Rheumatologen keine Beachtung.

    Stimmt, außer auch die ENA sind positiv. Sind sie es nicht, wird ein solcher Minimaltiter schlicht und einfach ignoriert.

    Lakritz

    Stechende Schmerzen in den Gelenken kann ich mir grad nicht wirklich nicht vorstellen. Schießt es Dir bei bestimmten Bewegungen rein? Ein dauerhaft stechender Schmerz ist ja eigentlich kaum möglich. Aber ich lasse mich diesbezüglich gern eines besseren belehren.


    Stechend sind mitunter Arthroseschmerzen, doch solche kann man in Deinem Alter eigentlich ausschließen. Das sind dann sog. Anlaufschmerzen, d.h. beispielsweise, dass es beim Aufstehen in die Knie schießt, was aber bei weiterer Bewegung wieder verschwindet oder sich zumindest bessert.


    Ein Arthritis-Schmerz ist ein Entzündungsschmerz und ganz sicher nicht nur stechend.

    Ich denke, du solltest dich an einen Rheumatologe wenden. Es gibt Unmengen an rheumatischen Erkrankungen und ein Facharzt sollte Rheuma ausschließen, kein Hausarzt. Der hat vermutlich nicht mal alle benötigen Blutwerte genommen, weil sein Budget das alles nicht abdeckt.

    chi schrieb:

    Ich denke, du solltest dich an einen Rheumatologe wenden. Es gibt Unmengen an rheumatischen Erkrankungen und ein Facharzt sollte Rheuma ausschließen, kein Hausarzt.

    Das stimmt. Und hier bitte ein internistischer und kein orthopädischer Rheumatologe. Entzündliches Rheuma ist eine systemische Erkrankung, wirkt sich also auf den gesamten Körper aus, deshalb ein internistischer Rheumatologe.

    Unabhängig davon, dass die beschriebenen Symptome jetzt nicht hochverdächtig nach RA klingen, so ist es schlichtweg falsch zu behaupten, dass eine RA bei normalen oder grenzwertigen ANA-Titern bzw. negativer AK-Diagnostik per se ausgeschlossen werden könne oder gar müsse. Stichwort: seronegative RA. Diese Seronegativitat, wenn sie auch recht selten ist, gibt es für nahezu jede rheumatologische Erkrankung, die ansonsten üblicherweise mit pos. Antikörpern assoziiert ist. Daher sollte ein guter Rheumatologe die Labordiagnostik immer im klinischen Kontext betrachten; eine Labordiagnostik alleine kann keine rheumatologische (und erst recht keine autoimmune) Erkrankung ausschließen.

    Das ist aber keine Neuigkeit. Zudem ist die RA nur eine von Hunderten rheumatischer Erkrankungen. ANA ist bei RA i.d.R. nicht erhöht, bei PsA und Morbus Bechterew ebenfalls nicht. Deutliche erhöhte Titer finden sich primär bei Kollagenosen. O.g. Titer sagt aber absolut nichts. Bleibt folglich das klinische Bild. Relevant wären labortechnisch vor allem die Entzündungswerte, die z.B. bei der PsA durchaus geringfügig erhöht sein können, obwohl akut mehrere Gelenke betroffen sind. Das ist bei der RA anders. Da steigt das crP im Schub i.d.R. deutlich an.


    Mein Rat also: Internistischer Rheumatologe und komplettes Durchchecken.

    Aber bitte doch nicht den Ausgangspost außer acht lassen. Stechende Schmerzen in ein paar Gelenken mit leicht erhöhten ANA Werten. Die Betroffene ist erst 18 Jahre alt.


    Es kann sich auch einfach nur um Wachstumsschmerzen handeln, da das Wachstum mit 18 Jahren möglicher Weise noch nicht abgeschlossen ist.

    Ein Rheumatologe wird das bestimmt nicht ernst nehmen, vor allem wenn die Gelenke nicht geschwollen sind.

    Bei Bechterew schwellen die Gelenke zwar nicht so massiv an wie bei RA. Man sieht aber schon eine Schwellung und Rötung wenn ein Gelenk entzündet ist.

    Vielleicht sollte die Betroffene mit diesen Problemen auch noch mal ihren Kinderarzt aufsuchen.

    niemand00


    Ein Rheumatologe ist auch dafür da, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung auszuschließen.


    Und ja, 18 Jahre wären ein ungewöhnliches Alter für entzündliches Rheuma. Juvenile RA beginnt meist sehr viel früher, die klassische RA meist nicht früher als mit Mitte/Ende 20. Ist also eher unwahrscheinlich. Auch MB oder PsA kann es bei der TE gemäß ihrer Beschreibung kaum sein. Es gibt aber noch etliche andere Möglichkeiten, z.B. EBV, Borreliose u.ä. Ein Rheumatologe sucht auch danach.