Danke für die Aufklärung. Ich stehe dazu und bemühe mich, meine Argumente neu zu überdenken, wenn ich merke, dass sie nicht stichhaltig sind. Zumindest habe ich diesen Anspruch an mich, auch wenn ich manchmal erst trotzig bin.

    Zitat

    Meiner Ansicht nach geht es darum, sich seine Irrtümer nicht einzugestehen.

    Wenn man erst mal dahinter gekommen ist, dass etwas ein Irrtum ist, dann ist er - allein durch dieses Wort - bereits eingestanden. Ich schätze, was du meinst, mond+sterne, ist der Wunsch, dass wahr/richtig bleiben möge, was einmal als wahr/richtig eingestuft wurde. Das legitime, menschliche Bedürfnis, von dem du schreibst, ist also das des Rechthabenwollens.


    Ich bin nicht sicher, was es heißen soll, ein Bedürfnis wäre legitim oder nicht. Ein Bedürfnis ist erst mal einfach da. Wenn ein Bedürfnis nervt - und das Bedürfnis recht zu haben nervt entschieden (vor allem bei anderen 8-) ) - kann man sich überlegen, wie man damit besser klar kommen könnte. Eine Legitimationsfrage stellt sich m.E. nicht.


    Um auf diesen Faden zurückzukommen: Wer sagt: "Missliebige Meinungen werden unterdrückt." sagt so etwas wie: "DIE (wer auch immer das sein soll) hält meine Meinung für illegitim und deshalb werde ich unterdrückt und meine Meinungsfreiheit eingeschränkt." Klar, wer will, wird sich zum Opfer stilisieren, wenn er nicht als Kämpfer siegen kann. Wer einen ideologischen Kampf führen will, für den ist alles Feind, was nicht Freund ist - und Freund ist nur, wer die eigene (ggf. irrtümliche) Meinung teilt. Es ist aber keine Frage legitimer oder illegitimer Meinungen, sondern schlicht und profan die Frage, ob die Moderation bestimmte Sprachspiele moderieren will.