• Ständig werden hier Fäden geschlossen...

    Ich habe gerade einen Beitrag zum Thema: "Merkel machts noch einmal" geschrieben. Ich habe mir voll Mühe gegeben und das ist ja auch meine Lebenszeit die ich hier investiere. Als ich den Beitrag absenden wollte, war der Faden schon wieder geschlossen. Also man kann es auch übertreiben. Ich bin langjährige Med1-Userin, aber wenn das hier nur noch ein…
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    Zitat

    Ok, hier ist also ein weiteres Beispiel für unterdrückte oder missliebige Meinungen: Ich halte es für legitim, wenn man jemandem seine Ängste lässt.

    Ähnliches kenne ich auch: User sind sich oft nicht einig, in welche Richtung ein Problem gelöst werden könnte, dann ist die Meinung des einen missliebig für einen anderen. Ich bin aber deswegen noch nie mit der Moderation in Konflikt geraten. Nach meiner Beobachtung hält sich die Moderation völlig zurück mit einem Urteil, welche Meinung die richtige sei und erst recht löscht sie nicht die "falsche" Meinung heraus, außer Meinungen, die den Regeln widersprechen. Eher habe ich es erlebt, dass auch Moderatoren - in ihrer User-Funktion - engagiert mitdiskutieren.


    Für den Kontext dieses Fadens möchte ich also zurückfragen, mond+sterne: Welche Rolle hat in deinem Beispiel die Moderation gespielt? Hat sie "willkürlich" gelöscht, Faden geschlossen?

    Zitat

    Deshalb war ich hocherfreut als es hier einen Faden gab, in dem es darum ging, wie man mit den Betroffenen Usern umgehen könnte.


    Nur leider ist jene Diskussion ohne praktisches Ergebnis geblieben. Deshalb dominiert weiterhin die Meinung, man müsse die Betroffenen beruhigen.

    Ich halte es für legitim, wenn man jemandem seine Meinung lässt. Nicht selten beruht eine Meinung auf eigenen Ängsten, die hochkämen, würde man seine Meinung in Frage stellen. Das praktische Ergebnis eines solchen Diskussionsfadens kann immer nur sein, dass der ein oder andere Teilnehmer eventuell eine mehr oder weniger leicht veränderte Perspektive gewinnt und von daher in Zukunft ein wenig anders schreibt, als er es vorher getan hätte.

    Zitat

    Ähnliches kenne ich auch: User sind sich oft nicht einig, in welche Richtung ein Problem gelöst werden könnte, dann ist die Meinung des einen missliebig für einen anderen. Ich bin aber deswegen noch nie mit der Moderation in Konflikt geraten. Nach meiner Beobachtung hält sich die Moderation völlig zurück mit einem Urteil, welche Meinung die richtige sei und erst recht löscht sie nicht die "falsche" Meinung heraus, außer Meinungen, die den Regeln widersprechen. Eher habe ich es erlebt, dass auch Moderatoren - in ihrer User-Funktion - engagiert mitdiskutieren.


    Für den Kontext dieses Fadens möchte ich also zurückfragen, mond+sterne: Welche Rolle hat in deinem Beispiel die Moderation gespielt? Hat sie "willkürlich" gelöscht, Faden geschlossen?

    Mich interessiert weniger die Reaktion der Moderation, wenn die Emotionen hochkochen. Mich interessiert, die Dynamik, die dazu führt, die Ursachen, usw.


    Aber, um Deine Frage zu beantworten, ich muss immer damit rechnen, von der Moderation ausgeschlossen zu werden, weil sich ein User über mich aufregt. Wann genau das passiert, ist für mich nur bedingt vorhersehbar.


    Als "willkürlich" würde ich das allerdings nicht bezeichnen, noch nicht einmal in Anführungszeichen. Die Moderation macht einfach nur ihren Job.

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    Nicht selten beruht eine Meinung auf eigenen Ängsten, die hochkämen, würde man seine Meinung in Frage stellen.

    Ja, genau, das ist zumindest eine Lösung des Rätsels. Also, welche Ängste könnten das sein? Inwieweit bin ich für die Ängste anderer User zuständig, die ich bei ihnen auslöse, weil ich eine eigene Meinung habe?


    Siehst Du es auch so, wenn ich Deinem Satz so zusammenhanglos in seiner ganzen Allgemeinheit zustimme?

    Zitat

    Mich interessiert weniger die Reaktion der Moderation, wenn die Emotionen hochkochen. Mich interessiert, die Dynamik, die dazu führt, die Ursachen, usw.

    Mich auch. Meine Erfahrung ist aber, wenn sich jemand gerade über jemand anderes sehr aufregt, kann er es nicht vertragen, aufgefordert zu werden, diese Aufregung zu reflektieren. Da ich die Aufregung offenbar nicht teile, gehöre ich zur anderen Seite. Hat ein bisschen was von "fasse die heiße Herdplatte nicht an".

    Zitat

    ich muss immer damit rechnen, von der Moderation ausgeschlossen zu werden, weil sich ein User über mich aufregt. Wann genau das passiert, ist für mich nur bedingt vorhersehbar.

    Hier habe ich eine Vermutung: Ein Troll zeichnet sich dadurch aus, dass er Meinungen vertritt, die andere aufregt. Ihm geht es gar nicht um die Meinung, sondern er hat ein leicht perverses Vergnügen an der Aufregung, die er auslöst. Ich schätze, eine Meinung zu äußern und dann die Aufregung diskutieren zu wollen (siehe oben), die diese Meinung auslöst, wird als trollig empfunden. Kannst du ja mal beobachten, ob das ein Muster sein könnte, von dem du betroffen bist.

    Ja, sich als Troll zu betätigen verstößt gegen Forumsregeln. Auch einen Trollverdacht im Faden zu äußern verstößt gegen Forumsregeln.


    Wenn gegen die zweite der genannten Regeln verstoßen wird, kann es zu einer unguten Dynamik kommen, unabhängig davon, ob der Vorwurf der Trollerei berechtigt war.


    Aber ich habe den Eindruck, damit sind wir auf dem besten Weg, um vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen, und damit zu keinem Ergebnis.




    Also, um mal zu dem von mir persönlich festgelegten Anfangspunkt unserer Kommunikation zu kommen: Du hattest gespannt auf weitere Beispiele gewartet. Ich hatte eines geliefert. Wollen wir darüber diskutieren? Gibt es ein anderes Beispiel über das Du lieber diskutieren würdest?


    Ich würde also gerne weiter über mein Beispiel mit den Krankheitsängsten diskutieren - unter der Fragestellung:


    Warum haben einige User das Bedürfnis, andere aus der Diskussion auszuschließen? Inwieweit ist es berechtigt? Was spricht dafür, jemanden mitdiskutieren zu lassen, obwohl einem seine Beiträge nicht gefallen?

    Zitat

    Warum haben einige User das Bedürfnis, andere aus der Diskussion auszuschließen? Inwieweit ist es berechtigt?

    Jemand, der sich dort, wo jemand Hilfe in der Not sucht, als Feuerwehr sieht, wird - berechtigt - daran interessiert sein, Brandstifter außen vor zu lassen.

    Zitat

    Was spricht dafür, jemanden mitdiskutieren zu lassen, obwohl einem seine Beiträge nicht gefallen?

    Bei psychischen Problemen ist leider nicht leicht festzustellen, wer Feuerwehr und wer Brandstifter ist. Deshalb halte ich es für richtig, beide Angebote posten zu dürfen. Es kann hier nicht darum gehen, dem Hilfesuchenden die richtige Lösung an die Hand zu geben, sondern eine möglichst breite Palette an Sichtweisen, die möglicherweise auch den Schlüssel zu seinem Problem enthält.


    In einem reinen Diskussionsfaden, indem sich Rücksichtnahme auf leidende Menschen erübrigt, sollte man m.E. jede Position posten dürfen, solange es sich um sachliche Diskussionsbeiträge und nicht um persönliche Angriffe handelt, und im persönlichen Umgang miteinander die Netiquette berücksichtigt ist.

    Danke für die Aufklärung. Ich stehe dazu und bemühe mich, meine Argumente neu zu überdenken, wenn ich merke, dass sie nicht stichhaltig sind. Zumindest habe ich diesen Anspruch an mich, auch wenn ich manchmal erst trotzig bin.

    Zitat

    Meiner Ansicht nach geht es darum, sich seine Irrtümer nicht einzugestehen.

    Wenn man erst mal dahinter gekommen ist, dass etwas ein Irrtum ist, dann ist er - allein durch dieses Wort - bereits eingestanden. Ich schätze, was du meinst, mond+sterne, ist der Wunsch, dass wahr/richtig bleiben möge, was einmal als wahr/richtig eingestuft wurde. Das legitime, menschliche Bedürfnis, von dem du schreibst, ist also das des Rechthabenwollens.


    Ich bin nicht sicher, was es heißen soll, ein Bedürfnis wäre legitim oder nicht. Ein Bedürfnis ist erst mal einfach da. Wenn ein Bedürfnis nervt - und das Bedürfnis recht zu haben nervt entschieden (vor allem bei anderen 8-) ) - kann man sich überlegen, wie man damit besser klar kommen könnte. Eine Legitimationsfrage stellt sich m.E. nicht.


    Um auf diesen Faden zurückzukommen: Wer sagt: "Missliebige Meinungen werden unterdrückt." sagt so etwas wie: "DIE (wer auch immer das sein soll) hält meine Meinung für illegitim und deshalb werde ich unterdrückt und meine Meinungsfreiheit eingeschränkt." Klar, wer will, wird sich zum Opfer stilisieren, wenn er nicht als Kämpfer siegen kann. Wer einen ideologischen Kampf führen will, für den ist alles Feind, was nicht Freund ist - und Freund ist nur, wer die eigene (ggf. irrtümliche) Meinung teilt. Es ist aber keine Frage legitimer oder illegitimer Meinungen, sondern schlicht und profan die Frage, ob die Moderation bestimmte Sprachspiele moderieren will.