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    Hättest du ein Kind mit einem Impfschaden, würdest du das Gegenteil schreiben. Das ist insofern auch immer eine Sache der persönlichen Erfahrungen. Und da ein Baby mit sieben Wochen noch nicht die Grundimmunisierung hinter sich hat, spielt eine Impfung nur eine unbedeutende Rolle dabei.

    Ich gebe dir Recht, mit 7 Wochen hat kein Kind die Grundimmunisierung hinter sich. Kern meiner Botschaft war aber (vielleicht es es nicht so stark zum Ausdruck gekommen), dass Krankheiten sehr plötzlich auf ein Kind zukommen können, ohne dass es großartig Kontakt zu infizierten Familienmitgliedern, Freunden oder Verwandten hat. Eine Infektion kann auch bei ältern Kindern der Fall sein, wahrscheinlich ist die Gefahr mit zunehmenden Kontakt mit vielen anderen Kindern in Kindergarten und Schule sogar etwas größer. Aber in diesen Altersstufen kann ein Kind dann durchaus den Vollschutz durch Impfungen haben und ist somit vor der Krankheit an sich und den Nebenwirkungen geschützt.


    Ich gebe euch durchaus recht, dass es Impfschäden gibt. Aber das Risiko des Impfschadens müssen Eltern ins Verhältnis setzen zu den wenig erquicklichen Erkrankungen an sich und den dort bekannten gravierenden Nebenwirkungen. Für meine Frau und mich ist diese Abwägung dahingehend ausgefallen, dass wir die Kinder geimpft haben.


    Ich gebe euch allen Recht, dass der plötzliche Kindstod ist das schlimmste, was Eltern (und natürlich dem Kind) widerfahren kann. Nichts übertrifft den Schmerz über den Verlust eines Kindes.


    Aber trotzdem muss man sich fragen, ob es eine Alternative ist, dass nicht gegen Kinderlämung geimpft wird, dass so wie in Wikipedia beschrieben noch 1992/93 in den Niederlanden Dutzende lebenslang Gelähmter und einige Tote durch Polio zu beklagen sind, dass 2005 bis 2008 Masern mit Komplikationen und sogar Todesfällen in Deutschland vorgekommen sind, dass auch 2009 in der Schweiz mehr als 4000 mit an Masern erkrankte Personen festgestellt wurden.


    Im übrigen partizipieren auch die Impfgegner von den Impfungen anderer Menschen. Wäre nämlich die Quote der Geimpften viel niedriger, würde sich die Ausbreitung der Krankheiten erhebliche beschleunigen und würde auch die Kinder der Impfskeptiker infizieren.


    Emma_Peel, zum Thema Selektionsdruck würde ich bei Impfungen die Frage stellen wollen, ob es denn von Vorteil ist, dass man keinen Selektionsdruck durch nicht ausgeführte Impfungen ausübt und damit eine hohe Rate an Infektionen durch Polio, Masern usw. zulässt ? Ob die Erreger des von dir hypothetisch angenommenen Typus B tatsächlich gefährlicher sind, kann ich natürlich nicht beurteilen – ich bin ja kein Mediziner.

    halligalileo

    Da die Diskussion gerade ein wenig ausufert möchte ich auch noch mal für dich betonen, dass ich kein Impfgegner bin, sondern eine Art Impfskeptiker, um es mal mit einer Wortneuschöpfung auszudrücken. ;-)


    Ich halte nicht besonders viel davon, Kinder in so einem jungen Alter zu impfen, sondern möchte wenn möglich gern warten, bis das eigene Immunsystem einigermaßen ausgereift ist, das Kind alt genug, um sich etwas verständlicher zu machen und der Körper ein wenig widerstandskräftiger ist. Warum also eine Hepatitis-B-Impfung mit 12 Wochen, wenn man doch ebenso gut vor Eintritt in Kindergarten, Schule oder Pubertät direkt gegen A+B impfen kann? Warum so früh gegen Keuchusten impfen, wenn der Schutz doch sowieso erst gegeben ist, sobald die Kinder die für sie gefährlichste Zeit überstanden haben?


    Ich denke auch, dass es Gründe hat, wenn viele KÄ (obwohl Impfbefürworter) dazu raten, erst mit etwa sechs Monaten zu impfen. Das ist nämlich auch gegen die Empfehlungen der Stiko, aber irgendwelche Erfahrungen müssen die Ärzte ja dazu bringen, das in diesem Fall nicht ganz so genau zu nehmen. Vielleicht doch der Anflug eines inneren Gewissenskonflikts? ;-)


    Wir haben Tetatnus geimpft, weil mein Sohn mit 5 Monaten zu krabbeln begann und somit die Verletzungsgefahr stieg. Ansonsten hätten wir noch gewartet. Keuchusten haben wir mitgeimpft, weil meine Freundin ein Baby erwartet und ich das Ansteckungsrisiko durch ihn ausschalten wollte und Diphterie gab's dazu, weil es nur diese 3-fach-Impfung gab. Gegen Polio wird er definitiv noch geimpft, allerdings erst nach seinem ersten Geburtstag. Hib wird wohl ausfallen, weil es die nur in Kombi mit 5-fach und 6-fach gibt. Hepatitis wird vor unserer ersten Auslandsreise geimpft. Von Rota und Pneumokokken halte ich nicht sehr viel, da die Impfung nur gegen einen geringen Teil der Erreger schützt und für mich die Belastung durch die Impfung in keinem Verhältnis zum Risiko steht. Soweit meine Meinung zu den Impfungen. Du solltest also feststellen, dass ich mir durchaus Gedanken mache und sicher nicht blind mein Kind oder andere gefährden möchte. :-)

    Das hätte ich dir auch nicht vorgeworfen, Emma ! Du hast ja durchaus besonnen argumentiert. Ich kenne nur zwei Fälle von Impfhysterikern aus dem KiGa-Elternkreis, die allen anderen verrückt machen. Aufgrund dieser Erfahrungen sah ich mich veranlasst, pro Impfung zu argumentieren, damit bei all' den diskutierten Nebenwirkungen bei Babies auch mal der Nutzen angesprochen wird.

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    was für ein toller beitrag und er hat so viel mit dem thema zu tun


    außerdem möht ich mal wissen warum elias gehänselt werden sollte

    Du bist zu alt um das zu verstehen... Ich mein das ganze ja auch net böse.


    Ist ja eigtl nen schöner Name aber das sehe junge kinder anders. das wird bestimmt so sein

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    Warum so früh gegen Keuchusten impfen, wenn der Schutz doch sowieso erst gegeben ist, sobald die Kinder die für sie gefährlichste Zeit überstanden haben?

    Laut Stiko wird die Impfung ab einem Alter von 8 Wochen empfohlen und bereits mit der ersten Impfung ist ein Schutz da. Soll heißen, dass bei Einhaltung der Empfehlung doch immerhin 4 Monate abgedeckt sind, in denen das Kind besser vor Keuchhusten und dessen tödlicher Wirkung geschützt sind als ganz ohne Impfung.


    Was mir auffällt, ist, dass Impfgegner (oder auch die Skeptiker) oftmals schlecht oder sogar falsch informiert sind. Immer wieder werden Zusammenhänge mit irgendwelchen Krankheiten hergestellt, die es entweder gar nicht gibt (ADHS gibt es so als Krankheit in anderen Ländern gar nicht) oder deren Zusammenhänge widerlegt worden sind (siehe Studie zum Thema MMH-Impfung und Autismus). Genauso gibt es keinen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und dem plötzlichen Kindstod.


    Aber jeder legt sich eben die Wahtheit so zu Recht, wie sie ihm am Besten passt.


    Ach so, unser Sohn ist gemäß Impfplan geimpft und hatte keinerlei Nebenwirkungen.


    viele Grüße

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    Von Rota ... halte ich nicht sehr viel, da die Impfung nur gegen einen geringen Teil der Erreger schützt und für mich die Belastung durch die Impfung in keinem Verhältnis zum Risiko steht.

    Selbst wenn es nur den Rotavirus abdeckt, der am häufigsten auftritt, so verlaufen auch andere Rotavirus-Erkrankungen wesentlich milder ab, sollte sich das Kind anstecken. Und jeder, der mal eine Magen-Darm-Erkrankung hatte, weiß, wie unangenehm das ist. Warum muss man dann so einem kleinen Wurm das antun, wenn man es doch vermeiden kann?

    unser sohn ist jetzt 9 monate und ihm fehlt noch die dritte fünffach-impfung, da mal er krank war, mal ich im krankenhaus war. sind also ein bisschen in verzug... ich habe auch so meine probleme mit der impferei, oder vielmehr mit dem zustand, in dem sich mein kleiner nach einer impfung befindet... immer hohes fieber, hängt da wie ein schluck wasser in der kurve. letztes mal hatte er gleich im anschluss diese bronchitis bekommen, es war ne katastrophe.


    ich denk mal, das impfen + evtl reaktionen sind nicht schön, die krankheiten, gegen die geimpft wird, sind's aber noch viel weniger. wir haben uns im vorfeld informiert, haben auch kritische stimmen mit einbezogen, die risiken/nutzen abgewogen und uns fürs impfen entschieden. ich finde auch, man sollte immer beide seiten sehen und nicht einfach blind alles impfen bzw. nicht impfen lassen.

    Hm,

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    Und du sprichst noch ein viel entscheidenderes Detail an: Hast du dir mal Gedanken darüber gemacht, ob Impfungen bei den Krankheitserregern nicht eventuell auch einen Selektionsdruck verursachen? Sprich: Impfe ich erfolgreich gegen Erreger A, so vermehrt sich verstärkt Erreger B, der womöglich gefährlicher ist oder gegen den nicht geimpft werden kann. Eine ähnliche Problematik haben wir ja bereits bei der Antibiotikaresistenz bestimmter Bakterienstämme.

    dazu liesse sich auch ueberlegen, warum z.B. die Faelle der schwerwiegenden Masernerkrankungen im Saeuglingsalter so schlimm gewesen sind (ich denke da an die SSPE-Faelle, die ja erst spaeter erkannt wurden, wobei die Kinder ja die Masern eben im Saeuglingsalter hatten). Durch die seit den 70 Jahren uebliche Impfung gegen Masern (die den Wildtyp nicht erreicht), werden mittlerweile von Muettern keine (oder praktisch kaum noch) Antikoerper mehr uebertragen (Nestschutz, sei es nun durch Plazenta oder zusaetzlich Stillen), die bisher die Erkrankung unter einem Lebensjahr recht unwahrscheinlich gemacht haben. Ueber 13 Monaten wird ja heute geimpft (wenn man es machen laesst). Und somit laesst sich dann dieser tragische Umstand erklaeren, dass die Nebenwirkungen (SSPE) eben aufgrund des Alters der Kinder so schwerwiegend wurden. Sicher sind Masern keine zu unterschaetzende Krankheit, aber nun scheint es so, dass WENN ein Kind Masern VOR dem ersten Geburtstag bekommen sollte, das Risiko einer Spaetfolge wohl sehr hoch sein koennte...


    Gestern kam bei uns in UK in den Nachrichten, dass in den letzten Tagen in England Patienten mit bakteriellen Infektionen behandelt wurden, die offenbar gegen saemliche Antibiotika resistent sind. Die meisten dieser Patienten erwarben die Infektionen in Indien (in denen es das wohl schon laenger gibt), das verantwortliche Gen (NDM-1, or New Delhi metallo-beta-lactamase 1) kann aber wie bei Bakterien so ueblich durchaus von praktisch allen Bakterien "erworben" werden, und koennte ein grosses Problem werden. Von "bestimmten" Bakterienstaemmen koennte es sich also (hoffentlich nicht!!) bald zu "praktisch allen" aendern.... :-o ":/ :[] :|N


    Caithlinn :-)

    @ Caithlinn

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    Ach so, unser Sohn ist gemäß Impfplan geimpft und hatte keinerlei Nebenwirkungen.

    Dann hattest du Glück! Es hätte auch anders kommen können.


    Genauso hatte meine Tochter mit 12 Wochen den Rota- Virus, der bei ihr glimpflich verlaufen ist. So kanns auch gehen.

    waldwuffel

    Warum einem 3 Monate alten Baby das antun? Du stellst es so dar, als bekäme jedes ungeimpfte Kind eine Rota-Infektion. Umgekehrt kann ich fragen: warum einen möglichen Impfschaden riskieren? ;-)


    Und im übrigen drehe ich mir nichts so hin, wie es mir passt, sondern ich habe mich umfassend informiert und einen Mittelweg gefunden, mit dem ich leben kann. Ich werfe dir ja auch keine mangelnde Kompetenz vor und denke, jeder tut das, was er für das Beste hält. @:)

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    Du stellst es so dar, als bekäme jedes ungeimpfte Kind eine Rota-Infektion.

    Zumindest liegt die Infektionsrate bei Kindern bis 5 Jahren bei ca. 90 %. Damit ist die Gefahr einer Infektion (und deren Folgen) doch wesentlich höher als die Gefahr eines Impfschadens nach der Impfung.

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    Und im übrigen drehe ich mir nichts so hin, wie es mir passt, sondern ich habe mich umfassend informiert und einen Mittelweg gefunden, mit dem ich leben kann.

    Das behaupte ich auch nicht, aber in Gesprächen mit Impfgegnern fällt immer wieder das falsche Wissen auf.


    Letzten Endes muss jeder nach seinem Wissen und Gewissen für sein Kind entscheiden und die Konsequenzen, egal, in welche Richtung diese gehen, tragen können.


    viele Grüße

    Bitte werft doch nicht Ressistenzen gegen Antibiotika (also Bakterien) mit den gängigen Impfwirkstoffen gegen VIREN durcheinander... seufz


    Bakterien und Viren vermehren sich völlig anders und mutieren auch völlig anders....

    Mal zur Ausgangsfrage:


    Meine Kinder wurden jeweils erst mit 6 Monaten geimpft, und zwar 5fach. Später noch Meningokokken und noch später Masern (ohne Mumps, Röteln). Nebenwirkungen gab es nur im üblichen Rahmen, also leichtes Fieber.


    Was ich überhaupt nicht verstehe ist allerdings, warum so viele Kinder dann gleich Zäpfchen bekommen. Wie hier zu lesen oftmals sogar, ohne dass das Kind fiebert :|N :|N :|N


    Das Fieber ist eine sinnvolle Reaktion des Körpers, er leistet Höchstarbeit. Mir sagte ein Arzt mal: Sie haben nach der Impfung Fieber? Prima, dann werden sie einen sehr guten Impfschutz aufbauen. Zäpfchen sind mM nach erst sinnvoll, wennes entweder dem Kind sehr sehr schlecht geht oder das Fieber deutlich über 40° steigt oder das Kind zu Fieberkrämpfen neigt!