Andere Länder, andere (Baby-)Sitten?

    Ich habe gerade eine Reportage aus den USA gesehen. Es ging nicht um Kinder, aber im Hintergrund sah man ein Kind im "Gehfrei". Mir ist schon öfter aufgefallen, dass in den USA scheinbar andere Dinge gelehrt werden. In Deutschland wird ja deutlich vor Gehfrei, Türhoppser und co gewarnt, dort anscheinend nicht. Ganz deutlich wird es beim Thema Tragen. Hier bekommen manche einen halben Herzinfarkt beim Babybjörn, in den USA scheint er normal zu sein. Wenn man in filmen einen Tragebaby sieht, dann eigentlich immer mit Blick nach vorne. Bekanntes Beispiel, das Baby in Hangover. Scheint es mir nur so, oder werden tatsächlich in anderen Ländern andere Dinge empfohlen. Ich rede nicht von Beikost, da ist ja klar, das in Asien anderes Essen gegeben wird als in Deutschland. ;-)

  • 28 Antworten
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    Wenn man in filmen einen Tragebaby sieht, dann eigentlich immer mit Blick nach vorne. Bekanntes Beispiel, das Baby in Hangover.

    Kinofilme halte ich nicht unbedingt für repräsentativ bzw. hat das andere Gründe: trägt der Typ es mit dem Gesicht zur Brust, kann der Zuschauer nicht mehr viel von dem Baby sehen und das hat in dem Kontext wohl Priorität. Einsatz von Babybjörn in Spielfilmen könnte auch etwas mit Produktplatzierung zu tun haben.

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    Mir ist schon öfter aufgefallen, dass in den USA scheinbar andere Dinge gelehrt werden.

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    Scheint es mir nur so, oder werden tatsächlich in anderen Ländern andere Dinge empfohlen.

    Ich finde ja schon die Unterschiede in Europa was das Aufziehen und die Erziehung von Kindern betrifft ziemlich spannend und teilweise enorm. Was Produkte für Babys und Kinder angeht, kann ich allerdings nicht viel beisteuern.

    Babybjörn sehe ich hier auch sehr sehr oft, das hängt sehr vom Umfeld ab, nicht vom Land.


    Ich hab mal in DAS amerikanische Standardbuch zur Babyzeit reingelesen. Da wird z.B. empfohlen, morgens alle Milchpullen vorzubereiten und in den Kühlschrank zu stellen. Und mit dem Irrglauben aufgeräumt, zum Verfüttern müsse sie warm sein. Da solle man einfach ausprobieren, ob das Kind sie nicht auch direkt aus dem Kühlschrank mag.


    Klingt befremdlich, zeigt aber sehr schön, dass man Kinder auf die unterschiedlichsten Arten aufziehen kann, ohne dass sie zwangsläufig Schaden nehmen. (Meine Kinder haben Pulle und Brei idr auch einfach zimmerwarm bekommen bzw. kälter, wenn wir im Winter draußen unterwegs waren. Sehr entspannt, wenn man nicht im Restaurant das Gläschen zum Aufwärmen mitgibt, viel zu heiß wiederbekommt und das Kind dann ewig heult vor Hunger)

    Auf jeden Fall. In Sibirien ist es heute noch üblich, Neugeborene bei den ersten tiefen Minusgraden draußen schlafen zu lassen.


    Es gibt da so ein Heftchen für Schwangerschaft und das erste Jahr und dort hat ein Arzt mir 1990 eingetragen, dass ich doch bitte mit zwei Monaten bei -30 Grad draußen übernachten solle. Das stärke wohl das Immunsystem.


    In den USA und in Kanada kann man kein "Baby-TV" kaufen. Dort gibt es nur zwei Schalle in der Vorsorge und anschließend nur bei hinreichendem Verdacht. Hintergrund ist der, dass man dort davon ausgeht, dass zu viel Schall schadet. Sie berufen sich dabei auf eine Studie, bei denen Mäusebabys vermehrt geschallt wurden. Sie wiesen Hirnschäden auf.


    Tja, was bei uns total normal ist und zum guten Ton gehört, ist in anderen Ländern schwer verwerflich und umgekehrt.

    Unsere Kinder haben auch immer (!) ihren Mittagsschlaf draußen gemacht. -30 Grad gabs hier nicht, aber um die -20 waren es auch öfter mal. Ob das mit dafür gesorgt hat, dass sie so gut wie nie Erkältungen und grippale Infekte haben, weiß ich nicht. Aber zumindest hat es nicht geschadet.

    Ich bin auch nur alle 2 Jahre ganz leicht erkältet und hatte auch noch nie Grippe :-p


    Ob das geholfen hat, weiß ich nicht. Mein Kind wird in jedem Fall nicht bei -30°c in die Kälte gestellt, egal, ob das ein Arzt sagt oder nicht.


    Das widerspricht einfach meiner persönlichen Logik.


    Ich war immer das Kind mit den wenigsten Fehltagen in der Klasse. Ich musste simulieren, um überhaupt mal einen Tag freizubekommen. Mein Leben war so furchtbar X-
    Andere waren mindestens alle 2 Wochen einmal krank. Ein Wunder, dass ich vor Neid nie gestorben bin.

    Was mir auffällt: In den USA werden Babys sehr früh in sitzende Positionen gezwungen mit entsprechenden Sitzschalen. SDas finde ich auf Fotos von einigen Bekannten immer befremdlich.


    Beispiel: https://babiesrus.toysrus.com/product?productId=16825676 Man achte auf dem Vermerk "Bitte erst anwenden, wenn das Kind selber den Kopf halten kann"...

    Meine ma ist Krankengymnastin für Kinder und kriegt bei solchen Teilen sofortigen Ausschlag. Sofort.

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    Und in Amerika gibt es durchaus noch Leute die es sehr vertreten Kinder mit Schlägen zu erziehen ...

    Es gibt ein entsprechenden Erziehungsratgeber eines amerikanischen Geistlichen auch auf dem deutschen Markt zu kaufen. Inklusive Tipps wie man die Kinder mit der Rute züchtigt ohne das man Ärger mit den Behörden bekommt. Da brauch ich glatt einen Kotzsmiley