• Babyhysterie, ist das normal?

    Vorweg, ich habe keine Kinder, darum meine Frage: Im Bekannten und Freundeskreis ist im Moment der Babyboom ausgebrochen. Und irgendwie erinnert mich das alles schon an Hysterie. 3 Wochen alte Babys bekommen schon Vitamintabletten, Spurenelemente und so Zeug. Dazu Tabletten die das Immunsystem stärken. Dann wird desinifiziert und Sagrotan gesprüht. Dann…
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    und ja: wenn man in einer kultur wohnt, in der man seit tausenden von jahren häuser baut, indem man zwei pamlwedel zusammen bindet, muß man darüber nicht groß diskutieren. aber so richtige weiterentwicklung ist das dann auch nicht ;-D

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    Die Informationsflut durch die Medien gibts aber nicht nur im Babybereich. Mehrere Freunde von uns beschäftigen sich gerade mit dem Hausbau. Wenn die sich treffen, gehts auch nur darum, ob die einen Steine gut sind, wie viele Steckdosen man braucht, dass sie gehört haben, dass man dies nicht machen darf, das andere aber unbedingt machen muss usw. Früher hätte man die Eltern und den Architekten gefragt, was man nehmen muss. Heute bombardiert man den Architekten hat mit den neuesten Infos aus dem Internet. ;-) Ist halt das Informationszeitalter.

    Guckst du? Also ich wär für die Palmwedel wenn das schon seit Generationen so ausreicht dann erfüllen sie auch ihren Zweck für mich und man kann sich den ganzen Zirkus sparen. ;-D

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    Guckst du? Also ich wär für die Palmwedel wenn das schon seit Generationen so ausreicht dann erfüllen sie auch ihren Zweck für mich und man kann sich den ganzen Zirkus sparen.

    Oh. Achso.

    Hmmm, also ich habe inzwischen 2 Kinder, viele meiner Freundinnen sind Mutter und ehrlich, keiner von uns ist so ausgerastet. Ich glaube, das kommt immer auf den Typ "Mutter" an. Ich habe mal einen PeKiP Kurs besucht und war schnell abgeschreckt von dern "Übermüttern" die sich wegen allem und jedem gestresst haben und die kein anderes Thema mehr hatten als ihr Kind. Ich habe während meiner ersten Babyzeit nebenbei meine Dissertation (wenn auch sehr langsam) hinter mich gebracht und bin zwischen den Kindern berufstätig gewesen und halte auch jetzt regen Kontakt zur Arbeit...ich denke, so werden viele Frauen, die nix anderes zu tun haben ;-).


    Vitamin D sollte man allerdings schon geben, in unseren Breiten. Das dient der Rachitis-Prophylaxe und ist durchaus sinnvoll.

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    Dann gibts scheinbar noch Tabletten damit sich die Fontanelle schneller schließt

    DAS finde ich mehr als bedenklich. Die Fontanelle darf sich nämlich nicht zu früh schließen, ich meine, wenn sie es unter 12 Monaten tut hat das Krankheitswert...daher hoffe ich sehr, dass es keine solchen Tabletten gibt (wüsste auch nicht, wie die wirken sollen).


    Zum Thema Allergien: ich habe mein erstes Kind knappe 6 Monate voll gestillt, danach nach den Empfehlungen Beikost eingeführt und sie hat mit heute 6 Jahren keine Allergie (allerdings sind weder mein Mann noch ich Allergiker, also sie ist genetisch nicht vorbelastet). Desinfiziert wurde bei uns zuhause nix, da die Empfehlungen von zuviel Reinlichkeit abraten. Das Immunsystem wächt mit seinen Aufgaben ]:D .


    Auch sonst gibt es bei uns keine Tabletten (außer eben Vitamin D, das aber als Öl und nicht die klassischen Tabletten da besser verträglich)...wir ernähren uns gesund, ich stille lang. Das reicht, IMHO.

    Meine Tochter ist inzwischen gut 5 Monate alt und ich kann "soll man nicht" echt nicht mehr hören. Das hat mir schon in der Schwangerschaft den letzten Nerv geraubt, wenn mir meine eine kleine Tasse Kaffee am Morgen schon mit "das soll man aber nicht!" madig gemacht wurde.


    Ich denke auch, dass die "Hysterie" wie du es nennst in erster Linie darauf beruht, dass man bei den unbedarften Frisch-Müttern so wunderbar einfach Angst schüren und sie verunsichern kann. Auf einmal steht dein ganzes Leben Kopf und zwar auf eine Weise, die man sich vorher absolut nicht vorstellen kann. Da steht man dann mit seinem Talent und einem Menschlein, das absolut total und komplett auf einen angewiesen ist. Das macht in der Tat manchmal richtig Angst. Ist immerhin eine verdammt riesige Verantwortung, die man da plötzlich trägt. Und das Problem ist: es gibt nicht all zu viele Versuche, es richtig zu machen. Das bringt naturgemäß einiges an Verunsicherung mit sich. Manche gehen da eher entspannt mit um und verlassen sich auf die eigenen Instinkte, andere lesen 1000 Ratgeber um gefühlte Sicherheit zu erlangen.


    Aber seien wir mal ehrlich, mit einem, zugegebenermaßen ziemlich kurzen, Ratgeber in dem steht "Herzlichen Glückwunsch, sie können nicht all zu viel falsch machen, wenn sie auf ihre mütterlichen Instinkte vertrauen. Halten sie ihr Baby von Giften, Gefahrenquellen und Rohprodukten fern und haben sie es ansonsten ganz fest lieb. Viel Vergnügen!" ließe sich schlicht kein Geld verdienen. Wer würde dann noch das Babywasser im Tetrapack kaufen? Die Dampfsterilisatoren und die Babyphones mit Bewegungsmelder und Kamera?


    Schlussendlich muss halt jeder den für sich richtigen Weg finden, um das Abenteuer Babyaufzucht zu meistern. Problematisch wird es in meinen Augen nur, wenn das große Missionieren los geht. Und das geht richtig schnell unter Müttern (meine Erfahrung). Und ich glaube fast, das ist es, was den Frauen, die (noch) keine Kinder haben, dann als Hysterie erscheint.


    Von mir aus darf jeder gerne Stillen so lange er mag oder die Kinder im Ehebett schlafen lassen. Aber genauso wenig wie ich die Vorzüge vom Flasche füttern

    und einem eigenen Bett für mein Baby in die Welt hinaus posaune möchte ich von der Gegenseite missioniert werden. Das eigentliche Problem liegt also wohl darin, dass viele Mütter in ihrer eigenen Verunsicherung die Bestätigung von anderen Müttern suchen, so wie ich es mache ist es gut und richtig. Klappt dann eben nur bedingt, weil jeder Mensch anders ist und jedes Baby natürlich auch.

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    , wenn das große Missionieren los geht. Und das geht richtig schnell unter Müttern (meine Erfahrung).

    Oh JA...das geht wahnsinnig schnell und ich finde es auch ziemlich krass, wie manche das betreiben. Ich kenne eine Mutter, die jede andere Mutter die nicht gestillt hat (warum auch immer, mir auch wurscht, kann jede ihr Kind ernähren wie sie mag) sofort bequatscht hat wieso denn nicht und weshalb nicht. Total nervig.


    Und dann wieder der Teil der das Familienbett propagiert, der Teil der glaubt wer nicht jegliche Kurse mitgemacht hat verpasst was und die Fraktion, die jede Mutter die ihre Kinder mit unter 3 in Fremdbetreuung geben als Rabenmutter sieht.


    Oh mann. Ich mache es inzwischen so dassich mich nur mit Müttern umgebe, die es ähnlich entspannt sehen wie ich...gerade beim 2. Kind bin ich da rigoros.

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    Rohe Kuhmilch abkochen... Interessant, wir haben die aus Kübeln getrunken, frisch von der Kuh. Ich weiß nicht, ich habe zwar beigebracht bekommen, dass man Vogelbeeren nicht isst

    Heißer Tipp: Voglebeermarmelade ist ein Hit! Roh sollte man die aber wirklich nicht essen....


    Ansonsten gehen mir Mütter oft auf den Geist. Fragen sie doch tatsächlich, was das Kind mit 2 1/2 sich zum Mittag wünscht. Klar, so ein Kind hat es ja drauf, wie gesund Ernährung zu sein hat...


    Mütter machen sich das Leben ganz schön kompliziert. Sehr ich immer wieder im Zoo, wo sie sich selbst zum Affen machen. Wollen dort auch den Kindern ein Eis spendieren. Statt hinzugehen und nun 4 Dominos oder was auch immer zu kaufen und damit basta, werden, wenn sie dran sind, endlose Diskussionen geführt, nee, will dies nicht, sondern das, nee, lieber doch nicht oder doch das andere. Verkäufer genervt, die 20 Personen hinter einem auch und wenn endlich entschieden ist, was nun, ist es immer noch nicht richtig.


    Kind darf dann lautstark durch die Gegend plärren und nochmal andere Leute nerven. Und Mami sagt auch nicht mal: bitte sei jetzt still, iss das Eis – sondern diskutiert lange weiter :=o


    Und Mütter wollen meist Übermütter sein, kriegen das nicht hin und statt Struktur reinzubringen, chaotisieren sie weiter. Klar doch, mit Vitaminen hier und dort, weil es so von der Werbung suggeriert wird. Man lese einfach mal die Bücher von Grimm über: Vom Verzehr wird abgeraten, wo belegt ist, dass Kinder auf viele zugefügte Vitamine sogar bis zu schwersten Krankheiten reagieren.

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    Kind darf dann lautstark durch die Gegend plärren und nochmal andere Leute nerven. Und Mami sagt auch nicht mal: bitte sei jetzt still, iss das Eis – sondern diskutiert lange weiter

    Derweil schmilzt das Eis munter vor sich hin, bis es mit einem leisen "Platsch" entweder in den Dreck fällt, oder bei Schokoeis, auf das weißgekleidete Kind. Ich glaub dies gehört einfach zu den Gesetzen des Lebens, da kann man nichts machen. ;-)

    Deswegen gebe ich mich nur mit online mamas ab, mal von meinem engen freundeskreis abgesehen (aber die ticken normal).


    Die teilweise hysterischen mamas in der kita reichen mir ]:D


    Aber jede mutti möchte halt das beste für ihr kind.. nur das reingequatsche kann ich nicht ab :-/


    Online kann man diskutieren, da schaltet man zur not ab wenn man keinen bock mehr hat, aber real nervt es mich irgendwie ;-D

    @ Verrückt-nach-SC:

    wir sitzen ja nicht den ganzen Tag zu Hause und natürlich war ich auch in einer Krabbelgruppe (das gabs Gott sei dank viele normale Mamas, mit denen ich mich heut auch noch oft treffe) und beim Babyschwimmen (da waren eher sehr viel Verstrahlte), aber sonst hab ich nichts an Kursen gemacht.


    Was mich an den Übermuttis nervt, ist ihr permanenter Missionierungsauftrag! Das mach ich doch auch nicht. Ich finde jeder sollte mit seinem Kind so umgehen, wie er es für richtig hält und nicht ständig den anderen Müttern dreinreden, vor allem ungefragt.

    Was mich mal wirklich interessiert:


    Wenn da nun wirklich jemand ist, der vielleicht hysterisch veranlag ist und Desinfektion oder Sagrotan benutzt. Angeblich entwickelt man dann warscheinlicher Allergien/Krankheiten, da das Immunsystem nicht genug Erregern ausgesetzt ist. Aber man kann doch gar nicht alles steril halten. Reicht das nicht trotzdem aus damit das Immunsystem sich ausbildet? Alleine wenn man täglich mit dem Bus fahren würde und dann dem Kind ins Gesicht langt oder Schnuller gibt, sind doch gleich Tausende Bakterien übertragen. Oder Kind tatscht mal aufs Handy oder andere alltägliche Beispiele. Man kann ja auch nicht täglich alle Spielsachen desinfizieren oder vollgesabberte Stofftiere oder den ganzen Kinderwagen... Ich meine, sollten da nicht noch immer genug Bakterien rumlungern oder braucht man wirklich waschechten Dreck um genug aufzunehmen um das Immmunsystem zu trainieren ???

    Interessante Frage. Ich glaub aber dass man mit gewissenhafter Desinfektion schon vieles abtötet. Am effektivsten wäre wohl die Händedesinfektion. Ich arbeite im Krankenhaus und da werden uns in regelmäßigen Schulungen Abklatschbilder von desinfizierten und undesinfizierten Händen gezeigt. Da geht schon einiges runter.


    Kommt halt wohl drauf an wo man überall desinfiziert. Im Bus sind sicher ne Menge Keime und so Zeugs unterwegs. Aber solange das Baby nichts anfasst und sich dann die Hand in den Mund steckt müsste man es doch direkt anhusten oder anfassen.


    Ich finds ja immer faszinierend: Einerseits wird Desinfektion hochgelobt damit man keine Grippe bekommt, andererseits werden dann Mittel verkauft die das Immunsystem stärken sollen. Auch für Erwachsene.


    Ich persönlich desinfiziere in der Arbeit, weil ich muss. Zuhause würde ich das Zeug nicht verwenden. So einen richtigen Infekt hatte ich seit Jahren nicht mehr. Als Kind auch nicht. Das schlimmste waren die Windpocken. Und ich hab als Bauernhofkind jede Menge Dreck abbekommen.

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    Meine Tochter ist inzwischen gut 5 Monate alt und ich kann "soll man nicht" echt nicht mehr hören.

    flutterby, mit gehts da ganz genauso. Ich stille ja und esse blähende, scharfe und würzige Speisen. Ich trinke Kaffee und ab und zu ein Glas Wein. Zitrusfrüchte waren und sind auch kein Problem. Stilltee trinke ich auch nur mehr ab und zu und dass weil er mit schmeckt. Unmengen von Flüssigkeit schütte ich schon gar nicht in mich hinein. Mein 6 Monate altes Kind bekommt kaum Brei sondern (ungesalzene und ungesüßte) Beikost vom Familientisch und hat auch schon Erdbeeren gegessen.


    Ich finde man sollte sich als junge Mutter an dem orientieren, was einem neben der Bedürfniserfüllung für das Kind wichtig bzw. auch sympathisch ist. Langes Stillen oder Unabhängigkeit; klassischer Brei oder Fingerfood; Kinderwagen oder Tragen; eigenes Bett oder Familienbett - "falsch" kann man hier finde ich nichts machen.


    Das einzige allgemeingültige "Soll-man-nicht" ist für mich ganz klar Schreien lassen. Bei diesem Thema würde ich auch missionarisch werden.

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    Ich stille ja und esse blähende, scharfe und würzige Speisen.

    Ich frag mich da ja immer ob die Frauen in Indien, Mexiko, Korea (und wo auch sonst noch scharf gegessen wird) nicht stillen ... :=o ;-D

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    Ich stille ja und esse blähende, scharfe und würzige Speisen.

    Aber auch nur, weil du es kannst. Ich mach's auch, aber mein Neffe hatte nach jeder gegessenen Zwiebel 3 Tage Blähungen und nen wunden po. Meine arme Schwester hat fast ein Jahr keine einzige Zwiebel gegessen.


    Die war dann immer relativ angepisst, wenn mal wieder jemand auf übermütter anspielte.


    Und das Wort übermütter ist echt mein Unwort 2012-2014.