• Babyhysterie, ist das normal?

    Vorweg, ich habe keine Kinder, darum meine Frage: Im Bekannten und Freundeskreis ist im Moment der Babyboom ausgebrochen. Und irgendwie erinnert mich das alles schon an Hysterie. 3 Wochen alte Babys bekommen schon Vitamintabletten, Spurenelemente und so Zeug. Dazu Tabletten die das Immunsystem stärken. Dann wird desinifiziert und Sagrotan gesprüht. Dann…
  • 266 Antworten

    Ich habe jetzt erst die ersten 2 Seiten gelesen. Und muss jetzt einfach was dazu schreiben, da gewisse Dinge einfach falsch sind. :-/


    1. Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ist eine Autoimmunkrankheit. Diese kann sich jederzeit entwickeln und ist nicht angeboren. Gibt Leute die haben Pech und bilden schon als Kind die entsprechenden Antikörper. Dann gibts wiederum Leute, die bilden erst mit 40j die Antikörper.


    2. Auf Honig im 1. Lebensjahr zu verzichten ist nicht Babyhysterie sondern einfach nur vernünftig. Im Honig kann es Botulinum-Toxin drin haben. Dies kann bei der durchlässigen Baby-Darmwand zum sogenannten Baby-Botulismus führen, was unter Umständen tödliche Folgen hat. Ab 1 Jahr (ungefähr) ist die Darmwand genug undurchlässig, dass sowas nicht mehr passiert.


    3. Vitamin D: In unseren Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung absolut unzureichend für die körpereigene Vitamin-D Bildung. Zudem schützen wir unsere Kinder mit Sonnenschutzmilch, dies führt zusätzlich zu einer Reduktion der körpereigenen Vitamin-D Bildung. Wenn Vitamin D fehlt, kann es zu weichen Knochen kommen (Google-Stichwort Rachitis). Rachitis war früher keine so seltene Erkrankung und ist heutzutage dank der Vitamin-D-Gabe extrem selten. Übrigens wird neuerding sogar für die ersten 3 Lebensjahre Vitamin-D Gabe empfohlen, da Studien gezeigt haben, dass die Vitamin D Werte im Blut auch nach dem ersten Lebensjahr viel zu niedrig sind.

    Des passt schon so. ;-D


    Und ich les auch fleißig mit. Jeder macht wie ers meint, manches ist leicht hysterisch, anderes scheint normal zu sein. Bin froh das alles friedlich ist und nix eskaliert. :=o

    Zitat

    Den Tipp mit der Bernsteinkette hab ich auch von meiner Hebamme bekommen. Mein Mann und ich haben uns nur angegrinst. Jedenfalls leidet mein Kind seit Monaten beim Zahnen, nichts hilft, aber wir können uns immer noch nicht überwinden, die Kette zu kaufen (sind also böse Eltern).

    Meine Oma (98) hat mir erzählt dass man früher den Kindern den Kopf einer toten Maus um den Hals gehängt hat damit sie leicher Zähne bekommen. :-o


    Ohne Scheiß jetz, scheinbar wurde das wirklich so gemacht. Zumindest hat sie es behauptet und die ist noch kein bisschen verkalkt die Oma. Fällt mir grad so ein wo ich das mit der Kette lese.

    @ verrückt-nach-SC

    Ich hab tatsächlich alle Bücher, bis auf eines, geschenkt bekommen ;-D Das eine selbst gekaufte bezog sich dann eher auf den wissenschaftlichen Teil der Schwangerschaft und war recht interessant. .. besonders für den werdenden Vater :=o ;-D


    Ja, der Bub schläft. Zwar nicht gut, aber er schläft. Er ist mir vorhin gleich nach der abendflasche eingepennt. Beim hinlegen wurde er wieder ein kleines bisschen wach, sodass ich mich für gut 5 minuten an die wand hinterm Bett quetschen und leise atmen musste, damit er mich nicht bemerkt und sich wieder hinsetzt! Pffff. Was man nicht alles tut, um seinem Kind zu einem gesunden Nachtschlaf zu verhelfen... ;-D

    Zitat

    Den Tipp mit der Bernsteinkette hab ich auch von meiner Hebamme bekommen. Mein Mann und ich haben uns nur angegrinst. Jedenfalls leidet mein Kind seit Monaten beim Zahnen, nichts hilft, aber wir können uns immer noch nicht überwinden, die Kette zu kaufen (sind also böse Eltern).

    Meine Hebamme meinte, die Bernsteinkette hilft genauso gut wie die "Zahnungs-Globulis"...nämlich gar nicht :=o sie hat wenn es rot/geschwollen sein sollte Kühlung und ggf BabyDent-Gel empfohlen.

    Bei uns hilft Osanit, oder ggf. Chamomilla (Tropfen) sehr gut. BabyDent würde ich nach Lektüre der Inhaltsstoffe eher nicht geben.


    Also, wenn mein Kind solche Beschwerden hat, daß es weint und nicht schlafen kann, dann versuche ich ihm zu helfen. Alles andere wäre eine Grausamkeit – für sich selbst tut man ja auch irgendwas, wenn man Schmerzen hat! Andererseits renne ich auch meiner selbst wegen nicht ständig zum Arzt, sondern greife auf Hausmittel und Erfahrungen zurück. So mache ich es bei den Kindern auch. Hat sich bisher bewährt.


    Ich habe in meinem Umfeld noch nie Hysterie beobachten können, bis auf zwei Ausnahmen:


    Meine Mutter, die darauf bestand, daß jeder vor jedem Berühren eines Babys die Hände desinfizieren müsse – das hat sie vor ca. 40 Jahren so gelernt, ist also keineswegs eine neue Sitte (wir finden eher: Dreck härtet ab, Desinfektionsmittel sind giftig).


    Und die Kinderkrankenschwester, die meinte, man bringt sein Kind um, wenn man ihm den Po wäscht ohne Wärmelampe und mit Wasser auf Zimmertemperatur (bei gut geheiztem Zimmer). Eine Fachperson.


    Vitamin D+Fluor-Tabletten bekommt man vom KH gleich mitgegeben, wer das tut, hält sich einfach an heutige Selbstverständlichkeiten. Wer es NICHT tut, hat sich mit einiger Wahrscheinlichkeit etwas mehr mit der Frage beschäftigt (ohne bewerten zu wollen, ob das im Ergebnis nun richtig oder falsch ist).


    Das mit den tausend Kursen, wo man gestresst hinrennt, um sein Kind frühzufördern, das kenne ich live überhaupt nicht. Halte das für ein Klischee aus Unterhaltungszeitschriften, wo mir das oft begegnet. Man geht hin, weil man Lust hat, oder man läßt es.

    Auf flour haben wir auch verzichtet, wir geben daher reines vit. D in tropfenform.


    Wo ich immer fuchsteufelswild werden kann und wo meine familie mich zb für hysterisch hält: wenn sie dem kleinen süßkram geben wollen :(v


    Er ist 10 monate und da kommt dan "hach lass ihn doch mal an der schokolade etc. Lecken, das schadet doch nicht"


    Argh da könnte ich wild werden!

    ...verständnislos/unwissende Frage einer Mutter, die dem Kind keine Schoggi reinstopft, aber es natürlich am eigenen Eis schlecken lässt: Wieso schadet denn "mal an der Schoggi schlecken"? Gehört das nicht zur Ausbildung eines breiten Geschmacksempfindens dazu? Und zu einer Ernährungserziehung, in der alles seinen Platz hat und nichts verteufelt wird, sondern nur richtig eingeordnet in seiner Bedeutung?

    Zitat

    Gehört das nicht zur Ausbildung eines breiten Geschmacksempfindens dazu?

    Ja, aber alles zu seiner Zeit. Ich persönlich finde Süßigkeiten für Kleinkinder auch zu früh, zudem nicht nur Süßigkeiten süß schmecken.


    Ich vergleich das mal mit Kaffee, den man ja auch erst ab einem gewissen Alter erlaubt.

    Ich sag mal so – der Kleine hat auch schon meine leere Tasse Kaffee erwischt und die letzten Tropfen getrunken. Genauso beim Bier. Und das versetzt mich kein bisschen in Panik. Genausowenig würde es mich in Panik versetzen, wenn er alle paar Wochen bei den Grosseltern an Schoggi schlecken darf. Es ist ja immer ein Unterschied, ob man dem Kind selber regelmässig was gibt – oder ob man, wenns ausnahmsweise wo anders passiert, Drama macht und es sozusagen vor dem Mund des Kindes wieder wegreisst. Das finde ich unverhältnismässig und sinnfrei.

    Ich bin da bisher ziemlich rigoros, was Schokolade, Sahne und Co angeht, allerdings muss man sich halt auch immer das Kind anschauen. Meiner wog mit 6 Monaten bereits 10 Kilo. Inzwischen, mit mehr als 8 Monaten, geht er stramm auf die 12 Kilo zu. Und das, ohne ihn mit irgeneinem Süßkram oder generell vollzustopfen. Ganz im Gegenteil. Gut, er hat auch die passende Größe, aber trotzdem würde und werde ich so einem Kind SO früh sicher noch keinen Naschkram geben. Auch nicht zum probieren. Die süße in den Obstsorten reicht meiner Meinung nach erstmal aus, um verschiedene Geschmacksrichtungen einordnen zu können.

    Zitat

    Ich sag mal so – der Kleine hat auch schon meine leere Tasse Kaffee erwischt und die letzten Tropfen getrunken. Genauso beim Bier. Und das versetzt mich kein bisschen in Panik.

    Würde es mich auch nicht, kann passieren.

    Zitat

    Genausowenig würde es mich in Panik versetzen, wenn er alle paar Wochen bei den Grosseltern an Schoggi schlecken darf.

    Keiner spricht von Panik, man kann aber durchaus mit dem Großeltern vorher absprechen, was Enkelchen haben darf und was nicht, damit:

    Zitat

    Drama macht und es sozusagen vor dem Mund des Kindes wieder wegreisst. Das finde ich unverhältnismässig und sinnfrei.

    ... das eben nicht vorkommt.


    Ich glaube nicht, dass die Mamis hier panisch werden.


    Enkelchen soll von den Großeltern verwöhnt werden, das ist auch gut so. Allerdings finde ich persönlich, dass so kleine Kinder nicht gleich mit Süßigkeiten verwöhnt werden müssen, so quasi kurz nach dem Abstillen.

    Wieso sollte man denn nichts "verteufeln"? Einige Dinge sind sehr ungesund und je später und seltener man sie konsumiert, desto weniger werden sie später als "unverzichtbar" empfunden.


    Natürlich sollte man Kindern keine Ängste einreden, ich würde also einem Kleinkind nicht erklären, daß man von Süßigkeiten "krank wird" oder so. Aber deswegen muß ich das Kind ja noch lange nicht aktiv an Süßigkeiten heranführen und gewöhnen!


    In der Praxis ist das alles eine Sache der Abwägung, denke ich:


    Unsere Große hat Eis und Schokolade erst mit 3 Jahren kennengelernt. Wir haben so was eh nicht im Haus, also wurde ihr da nichts "vorenthalten". Mit drei hat sie dann sehr um Eis gebeten, weil sie es bei anderen Kindern gesehen hatte, und seitdem bekommt sie halt ab und zu ein Eis.


    Andere Süßigkeiten gehören bei uns einfach nicht dazu, wir haben sie wie gesagt nicht im Haus, haben kein Interesse daran. Aber wenn es anderswo angeboten wird (das Bonbon von der Verkäuferin, Kindergeburtstage usw.), dann darf sie natürlich genauso zugreifen wie alle anderen.


    Bei der kleinen Schwester war es dann was anderes: Die hat schon mit zwei Monaten jedem das Essen in den Mund geguckt. Also hat sie dann mit 9 Monaten zu Weihnachten auch Schokolade essen dürfen, wie sie es bei der Schwester gesehen hat, alles andere wäre ihr einfach nicht zu vermitteln gewesen, und seit sie mir neulich (mit 14 Monaten) ein Eis aus der Hand gerissen und komplett aufgegessen hat, bekommt sie eben auch Eis. Ich halte es für sehr wichtig, daß Kinder sich nicht ausgeschlossen fühlen und finde das im Zweifelsfall wichtiger als lückenlos "gesunde Ernährung". Aber beim ersten Kind gab es diesen Effekt ja nicht und mich hat es auch aufgeregt, wenn die Oma der Großen dann ständig Schokolade andrehen wollte.


    Wenn die Erwachsenen selber naschen, ist die Sache natürlich schwieriger.

    Ich habe auch schon dankend abgelehnt, als meinem Kind (damals ca. 8 Monate alt) Eis von der Schwiegermutter angeboten wurde. Und die Situation war nicht so, dass sich das Kind für Eis interessiert hätte. Die Schwiegermutter wollte es extra für das Kind aus dem Keller holen. Ob es dann wenigstens ein paar Kekse haben dürfte, war dann die Antwort bzw. nächste Frage:|N . Und es hatte keiner von uns Kekse gegessen, also das Kind hatte sich auch dafür nicht interessiert.


    Ich habe keine Ahnung, warum man Kinder bzw. handelte es sich hier um ein Baby, extra mit Süßigkeiten vollstopfen muss. Das Interesse daran kommt doch noch früh genug (und dann werde ich das auch nicht mehr so kategorisch ablehnen). Wir essen schon ganz gerne Süßigkeiten und ich hoffe, dass wir das etwas einschränken können, wenn das Kleine mehr mitkriegt. Das täte uns gut ]:D .