• Babyhysterie, ist das normal?

    Vorweg, ich habe keine Kinder, darum meine Frage: Im Bekannten und Freundeskreis ist im Moment der Babyboom ausgebrochen. Und irgendwie erinnert mich das alles schon an Hysterie. 3 Wochen alte Babys bekommen schon Vitamintabletten, Spurenelemente und so Zeug. Dazu Tabletten die das Immunsystem stärken. Dann wird desinifiziert und Sagrotan gesprüht. Dann…
  • 266 Antworten

    Naja, nicht pauschal.


    Bin halt der Meinung, dass das Leben mit Kindern in höchstem Maße praktisch ist, während Bücher halt oft eine Theorie transportieren. Diese Theorien mögen mehr oder weniger sinnvoll sein. Man kann auch jede Menge theoretische Bücher über Liebe, Partnerschaft und Ehe lesen und doch weiß man nichts über Liebe, bis man sie spürt. Und die Bedürfnisse eines Babies müssen genauso von der Mutter erspürt werden.

    @ schnecke:

    Klar. Die Praxis ersetzt nicht die Theorie, deswegen macht man beim Führerschein ja auch Fahrstunden. Aber es gibt halt auch ein paar Fakten die schon recht interessant sind und einem nicht auf magische Weise im Kreißsaal zufliegen.

    @ schnecke:

    Das Lesen an sich ist kein Problem. Ein Problem wird es erst, wenn man unkritisch liest.


    Solange ich das Gelesene kritisch betrachte und mir nur heraussuche, was auf meine Familie und mein Kind passt, kann es ab und zu auch hilfreich sein.

    Zitat

    Ich hab da mal ein wenig gegoogelt. Also man soll keine glutenhaltigen Breie geben- löst Zölialkie aus. Keine Kiwis, keine Zitrusfrüchte, keine Nüsse und und und.. würdest du darauf auch Rücksicht nehmen? Ernst gemeinte Frage, wäre dir das wichtig oder würdest du jetz sagen bei Honig und roher Kuhmilch mach ich nen Punkt und gebe dann das was ich für richtig halte?

    Ich finde das sind zwei verschiedene Dinge. Eigentlich weiß keiner, wie Allergien entstehen, es wird wohl teils genetisch und teils umweltbedingt sein. Aber ob es jetzt der Allergie vorbeugt, gerade das zu füttern oder wegzulassen ist schwierig. Gibt am Ende sicher von beider Sorte haufenweise Menschen die ohne die Allergie rumlaufen, also schwer zu beurteilen was geholfen hat.


    Das man aber keinen Honig an Kleinkinder gibt ist nun mal richtig, da im Honig Clostridium Botulinum Sporen enthalten sein können. Das ist für mich selbstverständlich das wegzulassen, genauso wie ich nicht im Katzenklo rumwühle wenn ich schwanger bin. Bei der Milch muss man sich sicher sein, dass die Kuh gesund ist, dann ist das kein Problem.

    Ich weiß nicht genau, wie du das gemeint hast Clalalala:


    Nur damit es richtig zu verstehen ist: Zöliakie ist keine Allergie.


    Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

    Na ja, was heißt Hysterie.


    Wenn man noch kein Kind hat, erscheint einem sowas immer so, als wären diese Eltern von einem anderen Stern. Sobald man dann aber den positiven Test in der Hand hat, will man nur eins, nämlich das Beste für sein Kind, vor allem wenn es das erste ist und man noch nicht so erfahren ist :-). Entspannt zu bleiben und alle "Tipps" und Leistungen zu umschiffen, fällt da schwer.


    Ich halte das aber wie gesagt kaum nachvollziehbar für Nicht-Eltern. In der Situation muss man selbst stecken.

    Wir leben in einer Luxusgesellschaft, und entsprechend ist sie ausgerichtet. Man kauft und macht sehr viele vollkommen unnötige Sachen, weil man das Geld, die Zeit und die Möglichkeit dazu hat. Früher wusste man nicht, dass Schwangere keine Rohmilch trinken sollen, und im Mittelalter wusste man auch nicht, dass sie keinen Alkohol trinken sollen. Trotzdem waren auch damals nicht alle Menschen behindert, und es entstanden sogar Galileo, Leonardo da Vinci und Erasmus von Rotterdam. :-)


    Von welcher Frühförderung kann die Rede sein, wenn die meisten ihre Kinder bis 3 Jahre oder sogar drüber in Windeln rumlaufen lassen? Ein Hund oder eine Katze kann sehr schnell stubenrein gemacht werden, und der Mensch ist deutlich intelligenter als diese Tiere, auch schon mit 2 Jahren.

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    Nur damit es richtig zu verstehen ist: Zöliakie ist keine Allergie.

    Ich weiß, es ist eine Intoleranz. Trotzdem ist meine These, dass keiner genau sagen warum manche Menschen kein Gluten vertragen, also die Pathogenese. Genauso wie auch bei Allergien.

    Zitat

    Vitamin D habe ICH (41) schon als Baby bekommen. Muss wohl was dran sein.

    Vitamin D verhindert Rachitis, das ist eine recht unangenehme Mangelerscheinung. Eine Mutter, die ausreichend in der Sonne ist, hat genug Vitamin D in ihrer Muttermilch. Aber in unseren Breitengraden ist man halt oft nicht oft genug an der Sonne. Daher ist das keine Hysterie, sondern ergibt Sinn.

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    Selber gekocht (für's Kind) wird kaum

    Ich werde für mein Kind selbst kochen, weil ich selbst lieber nicht aus der Dose oder dem Glas esse. Darin sehe ich auch keine Hysterie.


    Und Kind bekommt auch Kekse im Kinderwagen. Oder die obligatorische Scheibe Fleischwurst an der Wursttheke.


    Wurst ist weder für Kinder noch für Erwachsene gut, die enthält ein paar Prozent Fleisch, und der Rest ist synthetischer Quatsch. Ich finde nicht, dass man sich von klein an daran gewöhnen sollte. Ebenso steht es um Zucker, Schokolade etc.: Vollkommen unnötige, gern auch schädliche Produkte. Auch da finde ich: Je später man damit anfängt, desto besser. Es geht natürlich nicht um Vollkornkekse, sondern um reinen Zuckerkram. Ich finde, es geht da um die Vernunft bzw. um sinnvollen Umgang mit der eigenen Ernährung, der von klein an gelernt werden sollte, und nicht um Hysterie…

    Ich hab auch noch kein Kind, aber wir werden im September eine ICSI machen lassen und hoffen dann sehr auf unser Wunschkind. :)z


    Jedenfalls kann ich mit diesen, ähm, Sagrotan-Vitamintabletten-Übermuttis auch nicht umgehen. Ich finds einfach gestört, so kleine Kinder mit Tabletten vollzustopfen, in zig Kurse zu schleppen und im ganzen Haus Sagrotan zu sprühen... Nee... will ich nicht und komm ich nicht mit klar.


    Babys sind natürlich noch etwas empfindlicher, aber ich denke es reicht, wenn man auf Grundhygiene achtet. Ich werde mit Sicherheit (hoffe ich ;-D ) auch nicht jeden Schnuller abkochen, nur weil er mal 10 Sekunden aufm Boden lag. Der wird abgewischt und wieder in den Mund gesteckt. (Oder bin ich dann schon eine Rabenmutter, weil ich überhaupt einen Schnuller gebe? Hm... ;-D )


    Ich finde auch, Kleinkinder gehören in den "Dreck". Also ohne großes Getue in den Sandkasten, in die Wiese, auf den Boden, wasweißich.


    Diese ganzen Allergien entstehen doch nur, weil die Kinder nie mit Dreck und Bakterien in Berührung kommen. Wie sollen die denn Antikörper bilden? Schlichtweg unmöglich.


    Und bevor stillende Muttis ihren Babys Tabletten reinstopfen, sollten sie vll. an eine gesunde Ernährung für sich selbst und somit auch fürs Kind denken.


    Überhaupt, dieses ganze Getue finde ich soooo schrecklich.


    Ich hoffe sehr, dass ich mich auf meine Urinstinkte verlassen kann und werde, denn ich denke, da merkt eine Mama ganz genau, was gut ist für ihr Kind und was nicht.


    Kurse, joa, das ist ein anderes Thema. Solang 1jährige nicht 4x die Woche 3Std. irgendwo gezwungen werden, was zu tun und es einen gewissen Spaß mitbringt, warum nicht? Also gerade Babyschwimmen z.B. finde ich super.


    Von den Babymassagen hab ich auch schon gehört, das hat einer Bekannten bei ihrem damals 4 Monate altem Mädchen sehr geholfen, da die Kleine immer ziemlich hibbelig, unruhig und kaum zum Schlafen zu bewegen war. 5 Minuten Massage und Zack, die Kleine war erledigt. ]:D

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    Ich werde für mein Kind selbst kochen, weil ich selbst lieber nicht aus der Dose oder dem Glas esse. Darin sehe ich auch keine Hysterie.

    Seh ich auch so und hab ich mir ebenfalls fest vorgenommen. Ich nehme selten Nahrungsmittel aus der Dose, schon gar keine Fertiggerichte mehr. Wenn man sich die Liste der Inhaltsstoffe mal durchliest, vergehts einem. {:(


    Ich verübels jetzt aber auch keinem, wenn ers tut. Ich bin auch mit Dosen und Fertiggerichten großgeworden...

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    Ratgeber sind immer Massenware, Kinder aber Individuen. Das alleine zeigt schon, dass Allgemeinplätze in der Erziehung einfach nicht funktionieren können

    Da muß man nun aber unterscheiden: Bei Dingen wie Einschlafen, Durchschlafen, sauber werden usw., also allen Dingen, bei denen das Kind aktiv involviert ist, stimme ich da völlig zu. Bei Ernährung im Säuglings- und Kleinstkindalter, bei der Gabe von Vitamin D u.ä. ist es aber bis zu einem gewissen Punkt sinnvoll, sich Rat zu holen, sei es in Büchern, beim Kinderarzt oder bei befreundeten Müttern.


    Was Allergien angeht, naja, da fischt man halt noch im Dunkeln. Daß zuviel Sauberkeit schadet, ist wohl ziemlich sicher, daß die Ernährung eine Rolle spielt, ist wahrscheinlich, aber was genau Allergien begünstigt, ist offenbar noch ziemlich unklar. Wenn eine Studie einen Zusammenhang wahrscheinlich erscheinen läßt, wird eine Empfehlung ausgesprochen. Was bei mir den Effekt hatte, daß bei Kind zwei in vielem das Gegenteil von dem propagiert wurde, was bei Kind eins gesagt wurde – nach nur zwei Jahren. Da würde ich inzwischen jedem raten, auf sein Kind zu schauen. Was nützt es mir, daß geraten wird, mit vier Monaten mit Beikost anzufangen und alles probieren zu lassen, wenn Baby sich total verweigert? Oder umgekehrt, wenn unbedingt 6 Monate nur Milch sein darf, Baby aber mit 5 Monaten alles in den Mund stopft, das er irgend ergattern kann?


    Meine bekamen Vitamin D und Fluor, wurden gestillt, irgendwann mit ca. 6 Monaten zugefüttert mit dem, was halt so geraten wurde (Kürbis, Karotte usw.) und dann langsam ausgeweitet, bis sie dann recht bald nur noch das wollten, was alle anderen hatten. Abgelutscht haben sie so ziemlich alles, was sie erwischt haben und im Dreck gekrabbelt sind sie auch. Sagrotan benutze ich allenfalls, wenn wir eine fiese Magen-Darm-Grippe im Haus haben, Tabletten mit Spurenelementen für Babys und welche für die Fontanelle sind mir noch nie untergekommen (ist es überhaupt wünschenswert, daß die sich schneller schließt? Ich dachte, der Schädel wächst oder verformt sich im ersten Jahr noch?). Kurse hab ich auch gemacht, um andere Mütter kennenzulernen und weil es MEINEN Kindern total gut gefallen hat (und sie danach so schön müde waren und mal was länger geschlafen haben...)

    Na ja, also ich sag mal diese "Mir hats damals auch nicht geschadet, ich bin auch so groß geworden"-Aussage finde ich ziemlich bescheiden. Ich bin im Tierschutz engagiert und da kommt häufig die Aussage "So haben wir das früher mit unsere Katze/ unserem Hund/ etc. auch gemacht und die haben auch überlebt!", da krieg ich immer die Krise. Wir entwickeln uns alle weiter und eine Allergie gegen Wissen sollte man dringend behandeln! ;-D

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    Ich halte das aber wie gesagt kaum nachvollziehbar für Nicht-Eltern.

    Böh, diese immer wieder aufkommende Arroganz einiger Eltern finde ich langweilig.


    Doch, für empathische Menschen ist das durchaus nachvollziehbar, vor allem wenn sie ab und zu mal Umgang mit Kindern haben. Im Umkehrschluss würde das nämlich nichts anderes bedeuten, als dass Adpotiv-Eltern nicht in der Lage sind ein Kind so zu lieben und versorgen wie leibliche Eltern und das halte ich für Quatsch.

    Das Leben besteht aus Konsum und Lifestyle und das macht auch vor Babys nicht halt. Außerdem wird oft die Unsicherheit der meist jungen Mütter ausgenutzt und ihnen werden Dinge aufgeschwatzt die angeblich ganz wichtig sind.


    Unsere Mütter Haben uns auch ohne Medikamente für die Schließung der Fontanelle und Sonstigen Pülverchen groß bekommen. Da gab es Vielleucht Fluoretten ;-)


    Notwendig ist dieser Hype sicher nicht aber der Mensch ist ein Rudeltier und wenn man sowas im Umfeld vorgelebt bekommt zieht man halt mit um nicht der Außenseiter zu sein und die Angst dem Kind womöglich zu schaden schwingt auch immer mit