Shojo

    Zitat

    Ich habe tatsächlich eine Postnatale Depression,

    :)* :)*


    Warst Du beim Arzt? Wie gehst Du jetzt damit um?

    Zitat

    juchhu, und der Kleine hat sich eben zum ersten Mal gedreht. ...(....)... Ich bin mächtig stolz auf den Wurm, der selbst eher etwas erschrocken war!

    Das ist lustig, gelle? ;-D ;-D

    Habs jetzt geschafft, den Faden ganz zu lesen... ;-D Hat 3 Tage gebraucht. Ich bin frisch gebackene Mama einer 3,5 Wochen alten Raupe Nimmersatt, und dieser Faden kam genau zur richtigen Zeit ;-)


    Zum Thema "In einer Großfamilie ist alles einfacher", das hier schon öfter mal angesprochen wurde. Ich lebe in einem Land, in dem es noch eine Menge Großfamilien gibt. Mein Mann kommt aus einer solchen. Da leben Großmutter, Eltern, Kinder und nun auch ein Enkelchen in einem Haus. Meist gibt es keine eigenen Zimmer für die einzelnen Mitglieder, Privatsphäre hat eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland bzw. Nordeuropa.


    Nun habe ich das Glück, daß meine Schwiegerfamilie sehr sehr nett ist und mein Mann umsichtigerweise einen eigenen "privaten" Bereich für uns hat bauen lassen. Wir leben auch nicht das gesamte Jahr dort, nur immer ein paar Monate.


    Trotzdem ist es für mich mehr als gewöhnungsbedürftig, mit so vielen Menschen recht eng zusammen zu leben.


    Positiv ist natürlich, daß immer jemand da ist, um mich zu "entlasten". Da wird die Kleine einfach mal bei einer Schwägerin "geparkt" und ich kann in Ruhe irgendwas machen, wie z.B. duschen, während ihr jemand anders das Bäuerchen entlockt ;-) Auch hat meine Schwiegermama viel Erfahrung mit Kindern und ich kann eine Menge von ihr lernen, z.B. Babymassage. Wenn die Kleine gebadet werden muß, habe ich auch immer eine Hilfe.


    Zudem bräuchte ich mich weder um Wäsche noch ums Kochen zu kümmern, selbst unsere kleine Wohnung würde jemand putzen, aber ich lasse mich nicht gerne bedienen, komme mir schäbig dabei vor... auch wenn das "Bedienen" hier normal ist! Doch das ist dann eher mein Problem...


    Kehrseite einer Großfamilie kann allerdings sein: Alle reden Dir rein und alle wissen es besser... und da alle aufeinanderglucken, ist kein Abstand möglich und Krach vorprogrammiert – insbesondere wenn Mama, Schwiegermama oder Oma (...) sehr dominant sind. Ist jetzt bei mir ein Segen nicht der Fall, kenne aber andere, wo es so ist. Da befiehlt dann Schwiegermama "Du machst das jetzt so und so", Widerworte sind nicht erlaubt %:|


    Ich habe auch schon durchgesetzt, daß nicht ständig Tante X,Y, und Z, Cousinen A,B,C sowie Nachbarn K,L,M bei uns unangemeldet auftauchen, stundenlang abhängen und die Kleine betatschen sollen... ist hier auch üblich, hab ich extrem keine Lust drauf. Erstens für mich purer Streß und zweitens will ich nicht, daß Leute, die ich nicht mag, mein Kind abknutschen ]:D


    Trotz all den Vorzügen: Manchmal wünsche ich mir, einfach allein zu Hause zu sein mit der Kleinen und alles selber zu wuppen in meiner Art, wie in meinem vorherigen Leben in Deutschland. Wenn es Probleme gibt, rufe ich meine Hebamme an (gibts hier leider nicht, so ein System wie in D), ich kann einfach auch mal raus zum Spazieren mit dem Wurm und abends ist dann mein Mann da...


    Ich bin mit einer vollkommen anderen Vorstellung an die Sache rangegangen (= mein Mann und ich kümmern uns um die Kleine) und finde mich jetzt in einer komplett anderen Situation wieder (hat leider seine praktischen Gründe).


    Vielleicht möchte ja jemand hier mit mir tauschen, Großfamilie gegen Kleinfamilie :=o


    Sorry, falls mein Beitrag etwas wirr ist, ich leide unter Stilldemenz sowie 40° tropischer Saunahitze (hier gibts leider keinen Schwitzsmilie, ich nehm dann den) |-o .

    Zitat

    Sorry, falls mein Beitrag etwas wirr ist, ich leide unter Stilldemenz sowie 40° tropischer Saunahitze

    ;-D Nein, dein Beitrag ist unterhaltsam und interessant. Ich hätte mir immer eine Grossfamilie gewünscht, obwohl die Nachteile natürlich schwer wiegen können... Wenn ihr es schafft, trotz allem einen Bereich für eure kleinfamiliäre Imtimität freizuhalten, finde ich die Situation schon perfekt... hätte gerade auch gerne etwas wärmer... hier 12 Grad und kalter Wind :)D

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    So! Ich habe tatsächlich eine Postnatale Depression

    Och mensch Shojo, das tut mir leid! :)_ @:) Aber mit Diagnose kann man immerhin was dagegen tun! Bekommst du denn jetzt Medikamente o.ä.?

    @ zee

    Das war echt mal interessant zu lesen. In welchem Bereich liegt denn das Land? Man sieht irgendwie, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist und man wohl unter allen Voraussetzungen irgendwie da durch muss. Freut mich aber, dass es mit der Abgrenzung so gut klappt und du ernst genommen wirst! Ich glaube, wenn ich keine Privatsphäre hätte, würde mir das auch ziemlich auf den Zeiger gehen.

    @ Shojo

    :°_ tut mir leid. Bist du in Behandlung? Ich hatte es ja auch vermutet, da es sehr nach mir klang und ich das WOHL auch hatte. Dummerweise dachte ich lieber "Augen zu und durch" und auch "mir gehts ja nicht dauernd schlecht, nur meistens, ich übertreibe wieder mal". Ich hatte auch zwischendurch totale Höhenflüge (im Nachhinein eher hysterische/übertriebene :-/). Ist gut wenn du dich behandeln lässt. Ich bereue es total, dass ich diese erste Zeit nicht geniessen konnte, sie kommt nie wieder. Ich habe mir fest vorgenommen, dass es diesmal anders wird (sofern man das überhaupt steuern kann – aber ich bin optimistisch). Madame lässt sich übrigens genau so viel Zeit wie ihr Bruder mit dem "Rauskommen" ]:D .


    Drücke dir alle Daumen, dass es dir mit Behandlung bald besser geht.

    Zitat

    So! Ich habe tatsächlich eine Postnatale Depression, juchhu

    Na dann können wir uns die Hand geben!


    Bin öfter auf www.schatten-und-licht.de unterwegs,wo man auch viel über diese Erkrankung erfährt.


    Bei mir ist sie seit Mitte Februar diagnostiziert.

    @ malagena:

    Großfamilie in Deutschland ist bestimmt noch etwas anders als hier. Obwohl auch da die Charaktere stimmen müssen, damit es gut funktioniert.


    Ich bin mal gespannt, wie sich so alles entwickelt... und wiegesagt, sind wir nur ein paar Monate dort und was danach kommt, werde ich dann sehen. Vielleicht wünsche ich mich später zurück in die Großfamilie :=o

    @ Barceloneta:

    In einem asiatischen Land, nicht zu östlich... Ja, ich glaube auch, wenn ich jetzt wirklich allein zuhause wäre nur mit meinem Mann, der eh zur Zeit den ganzen Tag bis spät arbeiten muß, und die Kleine mal wieder einen ihrer lautstarken Tobsuchtsanfälle bekommt, dann würde ich vielleicht anders denken ;-)


    Man muß halt immer die positiven und negativen Seiten einer Sache sehen.


    Tja, und die Privatsphäre... ich krieg da schon an mindestens einem Tag in der Woche zuviel. Vielleicht wird es irgendwann mal besser. Obwohl ich bei meiner eigenbrödlerischen Veranlagung nicht dran glaube.

    @ Shojo:

    "Gute Besserung"... ich wünsche Dir, daß sie schnell wieder weg ist :)*

    Ich kann hier leider auch nicht viel mehr dazu schreiben als wie du schon selber weißt. mein sohn ist 2. ich hänge teilweise auch komplett durch. ich fand die babyzeit wesentlich besser als die momentan weil mein kleiner ein absolutes monster ist. er fordert mehr. und genau das überfordert mich im grunde. ich bin keine schlechte mutter. aber ich bin so unkreativ das mein horizont nicht weiter geht als spielplatz, duplo steine, bücher gucken....


    mich langweilt momentan auch das meiste weil ich nicht viel mehr tue als morgens aufstehen, ihn fertig machen. frühstück machen, abwaschen, ne waschmaschine aufhängen, mit ihm spielen. dann mittag machen, wieder abwaschen. raus gehen, einkaufen/spielplatz. nach hause essen machen, abwaschen. ihn ins bett legen. dann räum ich alles vom tag weg.


    ich arbeite leider nicht. und genau das zieht mich runter. das stände das selbe machen.


    ich such momentan auch eine ausbildung. aber mehr als absagen kommen bei mir momentan nicht. die einzige abwechslung ist, wenn mein freund am wochenende nach hause kommt oder ich in der woche mal meine beste freundin treffe.


    im übrigen hast du wirklich super geschrieben!!! wenn du irgendwann ein buch hast will ich es auch haben ;-D

    Zitat

    ich arbeite leider nicht

    natürlich arbeitest du!!!

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    aufstehen, ihn fertig machen. frühstück machen, abwaschen, ne waschmaschine aufhängen, mit ihm spielen. dann mittag machen, wieder abwaschen. raus gehen, einkaufen/spielplatz. nach hause essen machen, abwaschen. ihn ins bett legen. dann räum ich alles vom tag weg.

    und zwar ziemlich viel! :)^

    jaaaaaaa. aber ich brauch auch mal abwechslung... ich würd so gerne meine altenpflege ausbildung machen. und nicht jeden tag immer das selbe. ich bin doch erst 20...


    ich liebe meinen sohn! aber seid 2 jahren sieht mein alltag so aus...

    Zitat

    jaaaaaaa. aber ich brauch auch mal abwechslung... ich würd so gerne meine altenpflege ausbildung machen. und nicht jeden tag immer das selbe. ich bin doch erst 20...


    ich liebe meinen sohn! aber seid 2 jahren sieht mein alltag so aus...

    Ja, das versteh ich total. Habe das Glück gehabt, immer im Beruf bleiben zu können. Wenn die Leute gesagt haben, wow, was du alles leistest, 5 Kinder und Beruf, hab ich mir immer gedacht: wenn die wüssten... Die "Berufstage" waren viel leichter und v.a. kam da Bestätigung, was bei den Kindern nicht immer so direkt wahrnehmbar ist. Heute geniesse ich es aber schon, wenn meine Kinder sagen: "Du bist die beste Mama der Welt"... und ich bin so stolz auf meine Kinder. Das hilft einem, den ganzen riesigen Berg zu schaffen... Ich wünsche dir sehr, dass du bald eine Ausbildungsstelle findest.

    shojo und Lichtkristall, wenn ich fragen darf:


    Was bedeutet diese Diagnose für euch in der Praxis? Ich vermute, daß ich auch postnatale (bzw. peripartale, das trifft es besser) Depressionen hatte (und das auch noch nicht ganz vorbei ist, wenn auch besser geworden); habe dann erstmal im Internet geforscht und bin ebenfalls auf schatten-und-licht gestoßen. Gerade DAS hat mich aber dazu gebracht, nicht zum Arzt zu gehen, denn was ich dort vorfand, waren lauter Frauen, die sich in psychiatrischen Einrichtungen befanden, mit Medikamenten vollgestopft und rundum-pathologisiert wurden. Ich hatte Angst, zwangseingewiesen zu werden, wenn ich mich beim Arzt "oute" (weil er mich als Bedrohung für meine Tochter hätte einstufen können).


    Wenn es hier nicht hinpaßt, gerne auch per pn. Ich habe damals nach Leuten zum AUstausch über das Thema gesucht, aber außer schatten-und -licht nichts gefunden und was dort abgeht, empfand ich eher als zusätzliche Belastung.

    Zitat

    habe dann erstmal im Internet geforscht und bin ebenfalls auf schatten-und-licht gestoßen. Gerade DAS hat mich aber dazu gebracht, nicht zum Arzt zu gehen, denn was ich dort vorfand, waren lauter Frauen, die sich in psychiatrischen Einrichtungen befanden, mit Medikamenten vollgestopft und rundum-pathologisiert wurden. Ich hatte Angst, zwangseingewiesen zu werden, wenn ich mich beim Arzt "oute" (weil er mich als Bedrohung für meine Tochter hätte einstufen können).

    Empfinde ich persönlich gar nicht so. Im Gegenteil,es tut sehr,sehr gut,dass man da über Alles schreiben kann und eben auch über manchmal heikle Gefühle und Gedanken,wie,dass man so verzweifelt ist,dass man über Abgabe des Kindes nachdenkt usw. Und dafür eben NICHT verurteilt wird.


    Näheres schreibe ich Dir gerne in einer PN :-)

    DAS sind mal reale Worte. Respekt, sich so emotional auszuziehen braucht viel Mut. Schäm Dich Deiner Empfindungen, Ängste, Wut und Ratlosigkeit nicht aber und das leg ich Dir wirklich ans Herz, such Dir einen guten Supermarkt für Dein fehlendes Waschmittel. Ruf bei einer Therapeutin an (bitte eine Frau, denn nur die kann hormonelle- und chaotische Muttergefühle nachvollziehen) und lass Dir einen Termin geben. Ich hab das damals auch gemacht und es hat mir sehr geholfen. Das erste Jahr ist kein Zuckerschlecken, jedenfalls nicht für viele. Sieh es nicht als Kampf, sondern als Herausforderung. Es kostet viele Einbußen aber es wird Dir auch viel zurückgeben. Letzteres dauert oft ein wenig bzw. sieht man es erst so nach und nach. Dennoch, lass Dir etwas helfen, glaub mir, Du und ihr beide werdet davon profitieren :)_


    Jetzt lass Dich lieb drücken und gönn Dir eine gute Tasse Kaffee!!!! :)D

    So viel Mut hab ich nicht, eher: wenig Hemmungen. ;-D Vielen Dank!


    Ich hab in dem Krankenhaus angerufen, in dem der Kleine geboren wurde, weil ich mich da sehr gut aufgehoben gefühlt hatte, und die haben mich dann zu einem anderen Krankenhaus weitergeschickt, wo man auf wasauchimmernatal/partale Depressionen spezialisiert ist. Dort hatte ich ein Gespräch mit einem Therapeuten und seiner Assistentin, und nächste Woche dackle ich noch mal hin, und wir überlegen, ob Medikation sinnvoll ist oder nicht.


    Hanseline: Ich war viel beunruhigter ob meiner Gefährlichkeit für mich, das Kind oder unsere Tiere als der Arzt. ;-) Er war sehr sachlich, hat gesagt, sicher käme es vor, dass Menschen unter großem Druck auch mal gewalttätig oder suizidal unterwegs seien, Gewalt gegen das Kind sei aber oft im Kopf sehr massiv und würde trotzdem in den allermeisten Fällen nicht ausgelebt, das müsse man mit größter Deutlichkeit unterscheiden, und auch mit einem schlechten Gewissen sei niemandem geholfen. Ich habe mich, als ich wieder gegangen bin, trotz der "Diagnose" viel ruhiger und entspannter gefühlt. Irgendwie ... hm. Weil es einen Namen hat? Und weil die Heilungsaussichten ja grandios sind, sozusagen wie bei einem Schnupfen - sehr selten, dass er sich nicht wieder vollständig verzieht.

    Zitat

    es tut sehr,sehr gut,dass man da über Alles schreiben kann und eben auch über manchmal heikle Gefühle und Gedanken,wie,dass man so verzweifelt ist,dass man über Abgabe des Kindes nachdenkt usw

    Meine Mutter, mein Mann und die allermeisten Freunde sind da auch nicht zu schockieren, deshalb zieht es mich nicht allzu sehr an - aber grundlegend: Ja, das ist schweinewichtig, dass man es sagen kann, ohne dass alles in sich zusammenfällt, in Panik gerät und dann so tut, als sei man ein rohes Ei oder aber schlicht nicht mehr ganz bei Trost. Meine Schwiegermutter ist ja auch so eine Kandidatin, die einem dann versichert, also SIE hätte ja immer hundert Prozent gegeben, aber wenn man ein bisschen faul und eher egoistisch sei, wäre es natürlich alles sehr schwierig mit einem Baby. ;-D

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    Ich habe damals nach Leuten zum AUstausch über das Thema gesucht, aber außer schatten-und -licht nichts gefunden und was dort abgeht, empfand ich eher als zusätzliche Belastung.

    Verstehe ich sehr gut - mir fehlt auch schnell die Geduld, wenn man in seinem Elend zusammengluckt, und das passiert ja mitunter recht schnell. Ich habe aber auch für Depressionen grundsätzlich nicht viel Geduld (also - für eigene, vor allem), und bei mir staunt gerade das ganze nähere Umfeld über die Diagnose. Ich selbst ja auch ein bisschen.


    Ein bisschen betrachte ich die Diagnose trotzdem als anderes und etwas gewichtigeres Wort für "größere Anpassungsschwierigkeiten als der Durchschnitt", wenn ich ehrlich bin, aber letzten Endes ist es ja auch egal, solange man da tatsächlich hilfreiche Hilfe findet.

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    "mir gehts ja nicht dauernd schlecht, nur meistens, ich übertreibe wieder mal"

    Ja, DAS kenne ich auch! Und vor allem: "Und wie sollen die mir helfen? Ich will mich nicht besser FÜHLEN, ich will, dass es besser IST!" Also totaler Käse, aber dafür tiefempfundener. ;-D

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    Ich habe mich, als ich wieder gegangen bin, trotz der "Diagnose" viel ruhiger und entspannter gefühlt. Irgendwie ... hm. Weil es einen Namen hat?

    Das kann ich enorm gut verstehen. Ich gehöre ja zu den durch Depressionen Dauergeplagten, aber auch mir hat das Wissen darüber, was es ist, enorm geholfen. Man weiß plötzlich (auch wenn es einem schon klar war), dass man sich nicht nur "so anstellt", sondern dass da wirklich etwas ist. Man kann anfangen, sich darüber zu informieren, mit anderen Betroffenen sprechen und zieht da schon viel raus, was einem selbst hilft. Bei der Diagnose meiner PS ging es mir nicht anders: Endlich hatte "das Tier in mir" einen Namen.

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    Ein bisschen betrachte ich die Diagnose trotzdem als anderes und etwas gewichtigeres Wort für "größere Anpassungsschwierigkeiten als der Durchschnitt", wenn ich ehrlich bin, aber letzten Endes ist es ja auch egal, solange man da tatsächlich hilfreiche Hilfe findet.

    Ja,diese "grösseren Anpassungsschwierigkeiten als der Durchschnitt" sind auf jeden Fall ein grosser Teil der Depression,sie sind jedoch nicht alles.


    Natürlich äussert sich die Form der Depression nicht bei Jedem gleich,weil eben Menschen auch nicht alle gleich sind,aber da gibt es so vieles,was noch mit hineinspielt.


    Bei mir ist es neben diesem von Dir angesprochenen Aspekt auch noch das absolute Gefühl der Wertlosigkeit,des Versagens. Dass ich seit ich Mutter geworden bin,kein vollwertiger Mensch mehr bin,auf dessen Gefühle,Gedanken und Bedürfnisse man genauso eingehen sollte,wie auf die des Kindes.


    Suggiert wird mir das am Meisten von meinem Vater und seiner Lebensgefährtin. Sie wissen auch erst seit Ostern von der Diagnose.


    Bei mir kommt noch eine Angststörung hinzu,in Form von sehr plötzlich auftretenden Panikattacken und übermässigen Sorgen und Ängstlichkeit.

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    Meine Mutter, mein Mann und die allermeisten Freunde sind da auch nicht zu schockieren, deshalb zieht es mich nicht allzu sehr an – aber grundlegend: Ja, das ist schweinewichtig, dass man es sagen kann, ohne dass alles in sich zusammenfällt, in Panik gerät und dann so tut, als sei man ein rohes Ei oder aber schlicht nicht mehr ganz bei Trost.

    Mein Freund (der aber nicht der leibliche Vater des Kindes ist,es aber so annimmt),meine Mutter und die Patentante meines Sohnes wissen alles und akzeptieren es auf sehr schöne,einfühlsame Weise.


    Wenn ich raus muss,geh' ich raus,wenn ich Ruhe brauche,bekomme ich sie.


    Ausserdem stehe ich in einem wunderbaren,sehr entspannten Kontakt mit dem Jugendamt,den ich von mir aus gesucht habe. Hatte sehr grosse Angst,den ersten Schritt zu wagen,dass ja das Jugendamt immer noch recht negativ aspektiert ist-aber diese Angst war absolut unbegründet.


    Habe jetzt eine Tagesmutter für fünf Mal die Woche,jeweils drei Stunden. Am Montag unterschreibe ich den Vertrag mit ihr,sollte ich eigentlich schon am Mittwoch machen,aber da war ich mit Mandelentzündung krank.


    Sollte es mit der Tagesmutter nicht ausreichen,so wissen wir aber schon wie es weitergeht. Dann wird meine Mutter den Kleinen im Pflege nehmen. Hatte kurzzeitig über Adoption nachgedacht,wo ich aber schnell merkte,dass ich das nicht will,da ich den Kontakt zu meinem Sohn nicht verlieren will.


    Das mit meiner Mutter bietet sich an,da wir im selben Haus wohnen. Es ist ein Mehrfamilienhaus. Sie wohnt im Obergeschoss,wir im Erdgeschoss. Sorgerecht würde ich auch in diesem Falle behalten.


    Aber das sind natürlich noch ungelegte Eier,dennoch ist es sehr beruhigend,von seinen Möglichkeiten zu wissen und die Tatsache,dass man sich nicht verstecken muss,beruhigt ungemein.


    Ich möchte einfach nicht,dass meinem Sohn Nachteile entstehen,aufgrund meiner Erkrankung und Problematik,da ich ihn über Alles liebe.


    Die Dame vom Jugendamt hat das bestätigt und mir gesagt,dass sie mich sehr verantwortungsbewusst findet und sich freuen würde,dass viele andere auch den Mut hätten,so dazu zu stehen,wie ich. Aber ich verstehe es,wenn man es nicht kann,denn Scham kann unglaublich gross sein,da dieses Thema ja noch sehr tabuisiert wird.


    Ansonsten bin ich gerade auf Therapeutensuche. Hatte eine Therapeutin gefunden,das hatte sich leider zerschlagen.Ist eine längere Geschichte,leider.


    Aber ich suche und wäre auch bereit,stationär aufgenommen zu werden bzw. stehe gerade auf der Warteliste für eine teilstationäre Therapie.


    Soweit zu mir.

    @ Hanseline

    Hätte Dir das auch in der PN geschrieben,jetzt kannst Du es hier schon lesen *:)