Beikost nach Bedarf?

    Huhu,


    mein Sohn ist 7 1/2 Monate alt und wir möchten nun langsam mit der Beikost starten (genauer gesagt: heute gibt's den ersten Möhrenbrei :-D). Der klassischen Breikost nach Plan (ersetze eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Brei) stehe ich aber sehr kritisch gegenüber. Ausschließlich auf Breifrei zu setzen (also Baby Led Weaning) traue ich mir aber auch nicht recht zu, bzw davon kann ich meinen Mann nicht überzeugen. Er würde gerne ganz klassisch Brei füttern und sich an die allenthalben propagierten (und von der Säuglingsnahrungsindustrie gesponserten) Pläne halten...


    Wir hatten kürzlich eine Beikostberatung bei meiner Hebamme, welche ich sehr schätze, aber letztlich fußten auch ihre Infos auf dem Konzept, nach und nach Breimahlzeiten einzuführen (mittags, nachmittags, abends, morgens).


    Sooo...warum ich das nicht möchte bzw warum ich da Bauchschmerzen habe?


    1. Ich würde gerne so lange, wie mein Sohn es wünscht, nach Bedarf weiterstillen und auch sehr gerne noch im größeren Umfang als nur nachts/abends. Mache mir Sorgen, dass durch das schrittweise Ersetzen der Mahlzeiten durch Brei es auf ein schnelles Abstillen hinausläuft, wenn ich Pech habe. Das fände ich sehr traurig. Habt Ihr Tipps, um das zu vermeiden?


    2. Der Kleine möchte erkunden und essen, was wir haben. Er soll die Lebensmittel untersuchen und spielerisch entdecken können. Er wird sicher auch gerne den Brei essen, aber fänd es schade, ihm das selbstbestimmte Essen vorzuenthalten.


    3. Mich nervt dieses baukastenmäßige "und jetzt so und viel Gramm davon, hiervon, Öl dazu..."...

    Dann nachmittags Getreide (oder war das abends, egal...), nachmittags Obst %-|. Wo bleibt da der Spaß, die Spontanität und Flexibilität...ich finde das klingt total nach Gekrampfe.


    Gibt es hier Mütter, die die Beikosteinführung etwas "alternativer" und entspannter gestaltet haben und/oder die auch länger gestillt haben? Habt Ihr Tipps, wie man BLW mit Brei kombinieren könnte?


    Dachte z.B. daran, dem Kleinen jetzt immer etwas anzubieten, wenn wir essen (morgens, mittags und abends). Mittags für den Anfang (und als Zugeständnis an meinen Mann...) Brei mit wechselnden Gemüsesorten und später Kartoffeln/Nudeln Reis und Fisch/Fleisch. Wenn das klappt würde ich den Brei gerne sehr bald durch Familienkost ersetzen (entweder auch erstmal püriert oder er kriegt Stücke, von dem was wir essen) Morgens dann Fingerfood: Obst, später vielleicht Brot und abends auch Fingerfood: Gemüse oder falls unsere Hauptmahlzeit abends ist auch Stücke davon. Heute hatten wir zB Ofenlachs und Paprika, das hätte er super probieren können...:-/

    Letztlich also eine Kombination aus Breimahlzeiten und BLW, ohne Zwischenmahlzeiten, dafür würde ich zwischendrin immer wieder die Brust anbieten...findet Ihr, das klingt sinnvoll":/?


    Sehr interessant in dem Zusammenhang fand ich diese Links und deren Stellungnahmen zur Breikost:


    https://www.kinder-verstehen.d…log/zoff-ums-beifuettern/


    https://www.still-lexikon.de/d…illprozess/?cn-reloaded=1


    Auszug:

    Hoffe, das war nicht zu verworren und man versteht, worum es mir geht...

  • 85 Antworten

    Hallo!


    Dass das ganze "Fahrplan" genannt wird, macht es mir ja schon zuwider. ;-D Ich weiß nicht wie es dir dabei geht, aber ich hasse es wenn mir jemand vorschreiben will, wie ich zu essen habe. Morgens mehr, Mittags warm, Abends karg und auch bloss nicht nach 18 Uhr ]:D Frühstück ess ich kaum, Mittags Salat und abends warm. Kohlenhydrate sollen mehr ausmachen als Fleisch und Gemüse/Obst - funktioniert halt mit meinem Gestationsdiabetes garnicht.

    Ich finde man sollte intuitiv und individuell essen wie es einem bekommt. Und ich finde Kinder sollten, so wie du schreibst, das Essen mit Freude und mit allen Sinnen begreifen können.


    Der Breifahrplan mit 2 Wochen nur Pastinake :-X 2 Wochen Karotte und und und ist jedenfalls veraltet. Mittlerweile steht fest, um so früher die Babys mit der Nahrung (ab 6. Monat) in Kontakt kommen umso geringer die Wahrscheinlichkeit dass sie mal Allergien entwickeln. Währendessen zu stillen ist sogar super wichtig weil sie so gleich alle Antikörper mitbekommen. Ebenso ist es viel sinnvoller dass zu füttern (oder anzubieten) was man selbst auch sonst auf dem Tisch hat und auch in der Schwangerschaft gegessen hat. Denn das kennt das Baby-Immunsystem schon. Ich hab in 9 Monaten Schwangerschaft und den insgesamt 20 Monaten Stillzeit keine einzige Pastinake gegessen ;-D Gehört einfach nicht zu meinen Gemüsesorten - es wär doch also unsinnig sie ausgerechnet mit Pastinake beginnen zu lassen. Ich hab massenhaft Beeren, Tomaten, Brokkoli und Äpfel verdrückt. Und als es mit dem Blutzucker wieder ging auch wieder Kartoffeln, Karotten und Nudeln.

    StatusQuoVadis schrieb:

    Gibt es hier Mütter, die die Beikosteinführung etwas "alternativer" und entspannter gestaltet haben und/oder die auch länger gestillt haben? Habt Ihr Tipps, wie man BLW mit Brei kombinieren könnte?

    Ich würde sagen, wir haben das "intuitiv" gemacht. Es war auf jeden Fall eine Mischung weil mir weder das ausschliessliche Breifüttern noch das reine BLW mir zugesagt hat. Mir war nur wichtig, dass sie beim Essen dabei sein kann, mitmachen und das Essen als was schönes mit der Familie kennenlernt.

    Mit etwa 6/7 Monaten bekam sie so erstmals ein Stück Paprika von mir zum Lutschen als wir grad beim Wraps essen waren. Auch Gurken mochte sie gern. Einmal gab ich ihr weil grad Saison war eine Erdbeere (soll man ja nicht, weil Allergierisiko) aber sie hatte so Spaß, hats mit beiden Händen gehalten und kräftig rumgelutscht. Ein bisschen danach haben wir mal Obstgläschen probiert, da war sie ca. 7,5 Monate. Schreien manche wieder "bloss nicht mit Obst beginnen, dann essen sie nie Gemüse!!!" Unsinn. Wer mal Hipp Frühkarotten probiert hat, weiß das ist außerdem genauso süß wie ein Gläschen Heidelbeer/Apfel. Auf Beerenpüree fuhr sie sehr ab.


    Auf jeden Fall haben wir ihr zu jeder Mahlzeit die wir einnahmen, auch etwas gegeben was sie selbst halten und lutschen kann. Gegarte Karottensticks, Brokkoliröschen, Stück Banane. Sie war motorisch immer sehr geschickt und ich muss sagen ich hatte da wenig Sorge.

    Bei uns wars auch so, dass mein Mann eher der besorgte war und anfing Dinge kleinzuschnippeln "damit sie sich nicht verschluckt", bis ich ihm erklärte, dass sie sich dann erst recht verschluckt. Wenn sie einen langen Gurkenstick in der Hand hat, kann sie selbst regulieren was in den Mund kommt, gelutscht wird, zerdrückt wird. Bei kleinen Stückchen verschwindets im Mund und kann im Rachen landen - da gibts nur schlucken oder verschlucken. Viel Zeit mit ihr, sie zu beobachten, zu sehen wie kompetent sie ist, hat ihm dann die Sorge genommen.


    (einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge/Babys kann ich trotzdem wirklich jedem Empfehlen - nicht nur wegen Verschlucken)


    Morgens gab es Obst, Mittags Gläschen oder Selbstgekochter Brei (da ich selber nur Salat ess) und Abends gegartes von uns. Die Mengen waren aber eben minimal. Mittags waren das mit 9-12 Monaten vielleicht 60g wenns hochkam. Sie war keine die große Portionen auf einmal isst.

    Das reine Breifüttern war mir aber auch zu unflexibel wenn man viel unterwegs ist. Es war doch das größte wenn man dann dem ungeduldigen Kind in der Straßenbahn nen Hirsekringel oder ne Reiswaffel in die Hand drücken konnte. ;-D


    Ersetzt haben wir so nix, weil ich es auch nicht eilig hatte abzustillen. Mit der Beikost kam es dann zwar langsam, dass sie nurnoch zum Schlafen stillte (sie wollte nurnoch im Liegen und Unterwegs ging nicht weil zuviel Ablenkung) - aber das waren ja immernoch gut 4 mal am Tag (morgens, 2 Schläfchen tags, abends) und gut 2-3 mal nachts. Um den 1. Geburtstag rum konnte man dann schon sagen, dass sie wirklich isst, aber stillen war da auch noch 3mal täglich und 2 mal nachts. Komplett Abgestillt haben wir erst mit 20 Monaten.


    Was natürlich noch Streitfrage oder Geschmackssache ist, ist das komplette Vermeiden von Zucker und Salz. Da versteh ich, dass manche eiserner sind als andere. Durchs Diabetes gab es sowieso wenig Süßes, aber wenn ich dann mal Muffins gemacht habe und sie wollte ein Brösel probieren, bekam sie auch eins. Ab ca. 10 Monate durfte sie eigentlich alles bei mir probieren. Auch mal Kuchen und auch mal bisschen Eiscreme auf einen Hirsekringel. Mir war da eher wichtig dass sie den Umgang damit lernt (das es besondere Momente, Ausnahmen sind wo man sich das gönnt) als es komplett zu verbieten - und am besten noch vor ihrer Nase zu essen und zu sagen, dass sie das nicht darf :-p


    Mit ca. 10-11 Monaten kam dann sowieso der Moment wo man ihr nichtsmehr "extra" hinstellen konnte - sie wollte genau das was wir haben.

    Sie isst jedenfalls sehr vielseitig. Probiert alles einmal, egal wie exotisch. Klar sind Nudeln ihr Highlight, ich glaub das ist bei jedem Kind so. Aber sie isst auch Chili con carne, Spinat, Brokkoli, vom Avocado-Maki bis zu meiner thailändischen Garnelensuppe, Ziegenkäse, Oliven, Räucherlachs ... ;-D

    Ich habe mein Kind sehr lange nach Bedarf gestillt, irgendwann dann ein bisschen Brei zugefuttert, aber gleichzeitig durfte mein Kind früh schon ziemlich früh mal probieren wenn es neugierig war.


    Meine Mutter hat mir erzählt meine Schwester habe sogar früh sauren Hering geliebt - in die Hand, im Kinderwagen und dann immer durch den Mund gezogen. Muss ein herrlicher Anblick gewesen sein.


    Nach Plan lief da nix, ich habe nix abgewogen.

    Nachtrag: einer meiner Neffen nuckelte und kaute immer an Schlangengurken als zahnendes Baby. Er saugte sie richtig aus und zerlegte sie so, dass es aussah wie das "Schlangengurkenmassaker".

    Da es feste Stillmahlzeiten nicht gab, habe ich auch michts gezielt "ersetzt".


    Aber als mein Kind anfing mir das Essen vom Teller zu gucken hat es eben auch Mikro-Portionen zum Probieren bekommen und auch mal Brei.

    In dem Alter hat Kind bei ums am Tisch gesessen und schon alles gegessen, was es gab.


    Möhrenbrei gab es ab dem 3. Monat. Mit dem ersten Zahn Zwieback und Brot.

    Mit Konzepten kann man natürlich manipulieren, schlechtes Gewissen impfen und die Ängstlichkeit von Müttern ohne Instinkt schüren.

    mach das doch einfach wie du willst. Meine Kinder haben zb beide fast keinen reinen Brei gekriegt. Sondern immer gleich Menüs. Gegessen wurde wenn's geschmeckt hat und ansonsten halt nicht, dann gab s Milch.

    Und ich bin wahrlich eine, an der die babyindistrie gut verdient, aber Milchbrei und Getreidebrei gab es hier zb beim 2. fast garnicht.

    Du kannst ja auch ne Mischung aus allem machen und glaub mir, es kommt sowieso anders als du denkst. Mein 1. Sohn hat 9 Monate nur Milch gewollt, dann ging etwas Brei und mit 1, durfte es dann von heute auf morgen gleich des Schnitzel mit Pommes sein


    Alles kann nichts muss. Hört einfach mal etwas mehr auf eueren Gott gegeben Instinkt und Bauchgefühl.

    Ich kann mal berichten wie es bei uns war.


    Mein Sohn hat uns fast von Anfang an das Essen von den Tellern geschaut. Irgendwann hab ich ihm dann mal ganz klassisch Brei gekocht. Mochte er nicht.

    Dann hab ich ihm immer wenn wir irgendein Püree gegessen haben was davon gegeben, das war super!

    Wir haben dann halt einige Zeit lang viel Püriertes, weiches Gedünstetes und sonstiges babygerechtes gegessen. Er hat immer mit gegessen. Und mit der Zeit wurde das Essen dann wieder "normal".

    Da wir eh nichts Süßes essen und auch nur spärlich salzen oder sonst würzen, stellte sich uns auch nie die Frage, ob wir für ihn da irgendwas anders machen müssen.


    Er hat mit 11 Monaten tatsächlich schon so viel gegessen, dass er nicht mehr Stillen wollte. Obwohl ich nie explizit versucht habe eine Stillmahlzeit zu ersetzen. Für mich hat das auch so gepasst, dazu zwingen wollte ich ihn nicht.

    Wenn du Angst hast dein Kleiner stillt sich zu bald ab, kannst du ja versuchen ihn immer vor den Mahlzeiten zu stillen.


    Mein Sohn war übrigens einer der Nudeln lange nicht mochte. War dann in der Kita schon ein Problem, denn da gibt's so jeden zweiten Tag Nudeln. Erst seit Kurzem (er ist gerade 2 geworden) ist er plötzlich Nudelfan.

    Ich fand die Pläne zur Beikosteinführung auch furchtbar und mein Sohn auch ;-D


    Er hatte lange Zeit kein Interesse am Essen. Ich hab ihm zwar im 5. Monaten mal Möhrenbrei angeboten, aber nur, weil mein Umfeld versucht hat mir einzureden, dass Vollstillen ihm ja nicht mehr ausreichen würde. Er hat sich beim Möhrenbrei geschüttelt als hätte ich ihm Zitronenpüree gegeben. In den Folgetagen wollte er auch nicht mehr davon probieren, also ließ ich es wieder. Einen Monat später fing er an die Flasche zu verweigern (die Omas gaben im abgepumpte Muttermilch, wenn sie auf ihn aufpassten), sodass ich es dann hin und wieder mit Brei probiert habe (mal Möhre, mal Zucchini, Pastinake, etc.). Je häufiger und regelmäßiger ich meinem Sohn Brei angeboten habe, desto weniger hatte er Interesse dran 8-( Er kniff teilweise richtig den Mund zusammen.

    Irgendwann war es mir zu blöd und er bekam einfach weiterhin die Brust und bekam darüber hinaus bisschen Fingerfood (weiches Obst, weiche Nudeln, oder was Teigiges zum dran rum nagen) und auch mal Grießbrei oder Porridge, denn Milchbreie mochte er von Zeit zu Zeit tatsächlich ganz gerne. Ansonsten gab es eben die Brust. Er war happy und ich auch und die Kommentare meines Umfeldes blendete ich einfach aus.


    Wir flogen dann längere Zeit in Urlaub als er 10 Monate alt war und da stillte ich ihn immer noch quasi voll. In unserem Urlaubsland gab es dann die Quetschies, die es hier hauptsächlich in Süß gibt auch in herzhaft (z.B. Broccoli-Blumenkohl-Cheddarkäse) und die fand mein Sohn super. Abends boten wir ihm dann einfach unser Abendessen an, da wir häufig Reispfannen oder Nudeln mit Soße hatten und stellten fest, dass ihm unser Essen auch sehr gut schmeckt. Wir haben ihn aber nie gezwungen oder versucht nach Plan möglichst häufig die Brust zu ersetzen.


    Ich begann wieder zu arbeiten als er 1 Jahr alt war. Da stillte ich noch morgens, nachmittags, abends und in der Nacht und die Oma behalf sich vormittags und mittags mit Milchbreien und mittags mit pürierten Selbstgekochtem. Mein Sohn verhungerte jedenfalls nicht und nach und nach wurde das Stillen weniger. Er hat sich dann innerhalb kürzester Zeit von selbst abgestillt, als ich begonnen habe, ihm ihn der Nacht nicht mehr bei jedem Meckern die Brust anzubieten. Er bekam sie dann nur noch, wenn er wirklich Hunger hatte oder in Ausnahmefällen auch bei Krankheit, da war er rd. 14. Monate alt.


    Bei uns kam noch hinzu, dass ich kurz vor seinem ersten Geburtstag wieder schwanger wurde und sich da die Milch ja wieder verändert, vielleicht schmeckte sie ihm auch einfach nicht mehr so gut 8-(


    Er ist heute immer noch kein guter Esser und isst nicht „nach Plan“. Aber er nimmt trotzdem ganz langsam an Gewicht zu, was total okay ist, da er aus der Stillzeit mit ordentlich Reserven rausging und er sich nun langsam zum schlanken Kleinkind entwickelt.


    Vertrau auf dein Bauchgefühl! Du kennst dein Kind am besten @:)

    Ich habe nie eine Mahlzeit ersetzt und gehöre definitiv in die Kategorie Langzeitstillen (über 3,5 Jahre). Das eine schließt das andere nicht aus, es verschieben sich einfach irgendwann die Mengen in die eine oder andere Richtung.


    In der Regel habe ich vor dem Essen gestillt, damit meine Tochter nicht hungrig am Tisch saß. So hatte sie mehr Lust, die Lebensmittel auszuprobieren, die wir auch hatten. Anfangs wurde für sie alles separat in handlichen Stücken dampfgegart, dann kam immer mehr unser zubereitetes Essen dazu.


    Angefangen haben wir mit etwa 7 Monaten, es gab genau einmal selbstgekochten Möhrenbrei für‘s Foto und danach nie mehr wieder. Mein Mann hat am Anfang etwas skeptisch geschaut, da er von seinem ersten Kind nur Brei kannte, aber fand es super. Zudem hatte keiner Lust, Brei zu kochen und Gläschen oder anderes Fertigessen gibt es hier einfach nicht (auch kein Quetschie).

    Ich hab auch immer einfach gemacht, wonach dem Kinder Sinn stand. Da sehe ich erstmal - bei Berücksichtigung gewisser grundlegender Regeln, wie zb rohe Fleischprodukte Etc. kein Problem. Allerdings: du wirst das kaum machen können und dann dein Kind aber daran hindern, sich selbst abzustillen. Das heißt nicht, dass es so kommen muss, aber sollte es so sein, dass dein Kind sehr großen Gefallen an fester Nahrung hat, wirst du kaum einfach weiter voll stillen können.

    Mein erstes Kind zb wollte schon ab dem zehnten Monat am allerliebsten feste Nahrung. Ich hab dennoch noch weiter gestillt, aber ich hätte nicht darauf „beharren“ können, verstehst du wie ich das meine? Das zweite wiederum wollte am liebsten alles ok breiform und hat abbeißen und kaufen noch mit 15 Monaten als unnötig abgelehnt - da hab ich schon nicht mehr gestillt. Man kann’s nur teilweise beeinflussen, wenn man das Kind wirklich recht frei „mitentscheiden“ lässt. Ich würde mir also an deiner Stelle keinen Plan machen, wie es mit dem

    Stillen unbedingt weitergehen muss. Sich davon irgendwann irgendwie zu verabschieden ist schmerzhaft, aber unumgänglich. Wann es kommt ist unterschiedlich, aber besser drauf vorbereitet sein, dass es sich ausschleicht, als dann nachher dran festhalten zu wollen, obwohl das Kind eigentlich lieber das Wurste-Brot mag.;-D

    mein Stillkind ist mir mit 4 Monaten schon fast in den Teller gekrochen vor Neugierde auf unser Essen, ab da gab's Brei zum probieren. Er mochte ihn. Ich habe mich schon anfangs etwas an den Karotten-Kartoffel Plan gehalten, einfach weil mein Sohn den Eindruck machte, dass es ihm schmeckt.


    Ich hab aber nie auf Mengen Angaben geachtet oder wann ich wieviel Fleisch etc zugeben soll.


    Zumal er auch wesentlich mehr als davon "empfohlen" gegessen hat, was relativ schnell dazu geführt hat, dass er ab dem 6.Monat unser Essen püriert/zerdrückt gemampft hat.


    Diesen Obst Getreide Brei am Nachmittag konnte er aber gar nicht leiden, weder selbst gemacht noch Gläschen. Also gab's zerdrückte Banane mit geriebenem Apfel.


    Mit 9 Monaten hat er sich abgestillt und zu den diversen Brei- und Püreeangeboten früh und abends Flaschenmilch konsumiert. Manchmal nach 250g Grießbrei noch 400ml Milch vorm schlafen...


    Und als er 1 Jahr alt war hat er ganz normal vom Tisch bekommen. (Brei als Ausnahme wenn er mal krank war und keinen rechten Appetit hatte.) Ab da hab ich mich dann fast gefragt, warum ich mir ein halbes Jahr vorher so viel Gedanken hätte machen sollen, von welchem Brei er wann wieviel bekommen soll...


    Heut ist er 5 Jahre, isst nahezu alles außer Sauerkraut und Kokosnuss :)^;-)


    Fazit: ein bisschen Karotte und Pastinake in kleinen Häppchen zu Beginn ist bestimmt nicht falsch um die Umstellung bei der Verdauung nicht zu krass werden zu lassen, aber nach ein paar Tagen einfach aufs Bauchgefühl verlassen und dem Kind zum probieren geben was gerade auf den Tisch kommt. :)^

    Meine Kinder sind tatsächlich reine BLW- Kinder. Haben also nie Brei gegessen/wurden nie gefüttert. Als bei der Ersten das Thema Beikost näher rückte und ich mich informierte, ging es mir genau wie dir. Dieser feste Plan, wann was und wie viel, gefiel mir nicht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass das Ziel ein rasches Ersetzen der Stillmahlzeiten war. Das war aber nicht mein Ziel. Ich habe mich dann belesen und für uns war dieser Weg genau der richtige. Ich habe bzw. stille beide Kinder sehr lange.

    Aus meinem Freundeskreis folgen die wenigsten diesem strengen Plan. Sie machen es fast alle so, wie du es planst. Eine Mischung aus Brei und Familienkost.

    Mir hat immer der Satz: "Food under one is just for fun" geholfen, wenn ich unsicher war, ob sie jetzt nicht mehr essen müssen/sollten. Tatsächlich galt dieser Satz bei uns auch noch etwas länger als eins 😉.

    Ich denke also, dass du mit deinem Plan, dass du nach deinem Gefühl gehen willst, erstmal gut dabei bist. Außerdem kann sich das alles auch immer wieder ändern. Sowohl deine Meinung, als auch die von deinem Kind 😀.

    Huhu,


    ganz herzlichen Dank für Eure Erfahrungen und die ermutigenden Worte!! Das hilft mir schon ungemein weiter zu lesen, wie frei und kreativ andere Mütter mit diesen Plänen umgegangen sind. Tut mir leid, wenn ich nicht auf alles eingehe, aber fand jeden Beitrag hilfreich.


    Nala85

    So, wie Du das beschreibst, würde ich mir das hier für uns eigentlich ziemlich genau auch wünschen, klingt toll @:). Schön, dass Du Deine Tochter so lange stillen konntest :-)

    Ich muss sagen, vor dem Verschlucken habe ich auch große Angst, leider...waren für einen Erste-Hilfe-Kurs angemeldet, der wurde aber wegen Corona storniert...hoffe, es tut sich bald noch eine Alternative auf.


    Paritu

    Saure Heringe...genial ;-D


    bambi91

    Ja...stimmt...Pläne über den Haufen werfen können Kinder gut :_D. Besser man macht sich auf alles gefasst :-D


    hikleines

    Ich verstehe sehr gut, was Du meinst! Sollte mein Sohn sehr bald von sich aus kein großes Interesse mehr an der Brust haben, weil er sehr gerne viel isst (und, wenn ich ehrlich bin, schätze ihn fast so ein) dann wäre das zwar ziemlich traurig für mich, aber in Ordnung. Es ist dann halt so. Er soll ja an Nahrung bekommen, was er mag. Wichtig ist mir nur, das Abstillen nicht durch diesen forcierten Beikostplan von mir aus zu beschleunigen.

    Mal schauen...


    Jedenfalls ist aus dem Brei heute nichts geworden (der Kleine hat das Mittagessen verschlafen undspäter hat's auch nicht gepasst 8-() ...so dass ich mich nochmal in Ruhe mit meinem Mann unterhalten werde und bin jetzt doch ziemlich bestärkt, dass Ganze viel intuitiver und freier anzugehen :)^