• Beikost nach Bedarf?

    Huhu, mein Sohn ist 7 1/2 Monate alt und wir möchten nun langsam mit der Beikost starten (genauer gesagt: heute gibt's den ersten Möhrenbrei :-D). Der klassischen Breikost nach Plan (ersetze eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Brei) stehe ich aber sehr kritisch gegenüber. Ausschließlich auf Breifrei zu setzen (also Baby Led Weaning) traue ich mir…
  • 72 Antworten

    Nur nochmal kurz zum Verständnis für mich:

    Wenn ich noch weiter stillen möchte - sofern der Kleine mag- würdet ihr dann überhaupt Brei anbieten? Oder eine Mischung machen aus Brei und selbst essen?


    Das länger schlafen wäre toll, vom Alter her hat meine Tochter auch besser geschlafen als sie drei Breie am Tag gegessen hat. Aber ich hatte das Gefühl, dass es vom Alter her bedingt war, nicht vom Essen her.

    Ich würde meinen Kleinen gerne teil haben lassen am Essen und ihn mehr erkunden lassen. Aber dennoch gerne die Möglichkeit haben, eine Mahlzeit zu ersetzen. Da ich freiberuflich arbeiten kann, wäre es toll auch mal 4-5 Stunden Pause zu haben. :)^ Aber so schnell geht das ohne Brei ja nicht, oder doch? Also kombinieren?


    Sorry für die doofen Fragen. :_D

    Ich würde beides anbieten. Brei und Fingerfood. Ich glaube übrigens nicht, dass man das Abstillen mit dem Angebot von Brei und Fingerfood wirklich fördert bzw. provoziert, wenn die Brust trotzdem weiterhin angeboten wird. Wenn dein Kleiner gerne gestillt wird, wird er die Brust auch weiterhin nehmen, auch wenn er zwischendurch was anderes bekommt.


    Wir hatten in der Zeit von 9-12 Monaten immer mal wieder Wochen, wo mein Sohn fast wieder nur gestillt wurde (da krank, Zähne, etc.), obwohl er zwischendurch auch mal bisschen mehr Brei/normales Essen gegessen hat.


    Bei meinem Sohn ist es auch mit 19 Monaten noch so, dass er je nach Tag mal lieber selber essen will und mal lieber gefüttert wird. Mal mag er es mehr, wenn es normal stückiges Essen ist und mal stören ihn zu große Stücke und er will es deshalb dann gar nicht essen. Es gibt Tage, da isst er fast gar nichts und möchte nur (Kuh-)Milch trinken und dann kommt wieder ein Tag, wo er richtig reinhaut und tatsächlich mal so ne 200 Gramm Portion schafft.

    Aber das ist okay. Als wir noch in Höhlen wohnten bekamen die Babys und Kleinkinder wahrscheinlich ja auch meist das was da war (entweder die Brust oder auch mal Früchte/Gemüse/etc.) 8-(

    Ich habe das intuitiv gemacht.


    Meine Mutter meinte: "wenn ein Kind anfängt, einem das Essen vom Teller zu gucken, sollte man es mal probieren lassen und auch mal was anbieten.


    Der Meinung bin ich auch, das nimmt den Druck raus und außerdem kann man dann genau sehen, wie weit das Kind ist und was für das Kind jetzt passt.


    Wie gesagt, ich habe über drei Jahre gestillt, und das war ein schleichender Prozess, ohne Pläne oder ein "jetzt muss aber... "

    Wie alt ist er denn?

    Ich ging arbeiten als meine Tochter 1 war, da aß sie MIttags mit dem Papa ein Gläschen oder Brot und kam ohne mich aus.

    Und noch ein Fun Fact:


    Mein Sohn war/ist zwar ein absolutes Trage- und Stillkind, aber erst nach dem Abstillen fing es an, dass er aktiv kuscheln wollte.

    Beim Stillen war es meist so, dass er sich irgendwann abgedockt und weggekullert hat, wenn er genug „Nähe“ bekommen hatte.


    Jetzt schläft er meist mir zugewandt und mich umarmend ein oder kommt auch mal zwischendurch und umarmt, gibt Küsschen, streichelt einen am Arm/Bein x:)

    Nala85 schrieb:

    Wie alt ist er denn?

    Ich ging arbeiten als meine Tochter 1 war, da aß sie MIttags mit dem Papa ein Gläschen oder Brot und kam ohne mich aus.

    er ist jetzt erst sechs Monate x:) ich gehe nicht regelmäßig arbeiten und auch nur selbstständig und von daheim aus. Aber es würde mir einiges erleichtern, wenn meine Mama dann nicht alle zwei Stunden hier aufschlägt zum stillen, sondern selbst etwas mehr Raum hat.

    Amenta9 schrieb:
    Nala85 schrieb:

    Wie alt ist er denn?

    Ich ging arbeiten als meine Tochter 1 war, da aß sie MIttags mit dem Papa ein Gläschen oder Brot und kam ohne mich aus.

    er ist jetzt erst sechs Monate x:) ich gehe nicht regelmäßig arbeiten und auch nur selbstständig und von daheim aus. Aber es würde mir einiges erleichtern, wenn meine Mama dann nicht alle zwei Stunden hier aufschlägt zum stillen, sondern selbst etwas mehr Raum hat.

    Dann soll sie es vielleicht einfach mit bisschen Brei und Pre/abgepumpter Milch probieren.

    Amenta9 schrieb:

    Nur nochmal kurz zum Verständnis für mich:

    Wenn ich noch weiter stillen möchte - sofern der Kleine mag- würdet ihr dann überhaupt Brei anbieten? Oder eine Mischung machen aus Brei und selbst essen?

    Probiere aus, was er überhaupt möchte. Nur weil man Brei gibt, wird nicht automatisch abgestillt. Stille doch einfach vor der Mahlzeit, dann passiert das auch eher nicht so schnell.

    Zur Klarstellung: Wenn du die Brust weiter anbietest, sei es zwischen den Breien oder vorher, stillst du nicht ab. Aber die klassischen Breikostpläne sehen zum einen dieses vorherige Anbieten nicht vor, steigern die Menge schnell und reduzieren zum anderen kontinuierlich die Brust. (Wobei das auch eher Theorie ist, da kaum ein Kind sofort viel isst). Fingerfood oder Familienkost kannst du ab Erfüllung der Reifezeichen problemlos anbieten. Ich würde ausprobieren, was dein Kind annimmt.


    Was das Anstarren von Essen angeht: Hier würde ich darauf achten, ob das Kind gerade in der Phase ist, in dem es fixieren lernt und/oder gerne imitiert. Oftmals reicht es vollkommen, an der Stelle nur den Löffel zum Erkunden anzubieten.


    durchschlafen ist eine Frage der Reife und mitunter auch Veranlagung. Du kannst es provozieren und abends viele Kohlenhydrate geben, nur ist dann der Organismus mit dem Verdauen beschäftigt und nicht das Kind automatisch am natürlichen Durchschlafen. (Der leichtere Schlaf ist zudem auch ein natürlicher Schutz).

    Mein 1. Kind hab ich nach Plan gefüttert: mit 4 Monaten angefangen und mit 10 Monaten geplant abgestillt. Es war aber auch ein Baby wie aus dem Lehrbuch und hat alles problemlos akzeptiert. Zu der Zeit bin ich viel gereist und war schon immer neugierig, wie andere Länder das machen, das hat bei mir viel Druck raus genommen. In Italien wird z.B. Olivenöl, später auch Parmesan in den Brei gerührt, also weg mit dem Beikostöl. Ich habe auch gar nicht mehr in die Lebensmittel Liste geguckt, sondern die Lebensmittel genommen, die wir ohnehin essen (z.B. Avocado, Broccoli, Süsskartoffel, Couscous).

    Auch wenn ich mir mehr Zeit genommen habe Mahlzeiten zu ersetzen, habe ich dennoch bereut so "schnell" abgestillt zu haben.


    Beim 2. Kind habe ich dann 6 Monate vollgestillt bevor ich Brei angeboten habe. Brei war aber nicht sehr beliebt, also weiterstillen. Bei uns gibt es eine Art Hafermehl, gemischt mit Obstmus war das einzige, was als Brei akzeptiert wurde. Also gab es eine Mischung aus Haferbrei, BLW und stillen. Und wieder haupsächlich die Lebensmittel, die wir ohnehin gegessen haben. Ich habe nicht eine einzige Pastinake gekauft.


    Beim 3. Kind habe ich alle Regeln über Board geworfen und meine eigenen Regeln aufgestellt. 6 Monate vollstillen und dann Brei anbieten. Mittags wollte ich nicht füttern, weil das für mich Zeitverschwendung war. Brei war aber sowieso nicht wirklich beliebt und stillen musste ich danach so oder so, warum also Baby und mich quälen. Abends war bei uns eine viel bessere Zeit, weil da mein Mann helfen konnte und das Abendessen zudem immer interessanter wurde. Also gab es abends Haferbrei mit Obstmus und danach BWL. Die ersten Tage war ich etwas vorsichtiger um zu gucken, wie der Bauch reagiert, aber da wir keine Probleme hatten, war alles gut. Der Brei wurde aber schnell uninteressant, wenn man weiß, dass die echten Köstlichkeiten auf dem Tisch stehen. Da wir abends warm und ohnehin kinderfreundlich essen, habe ich einfach daraus "Brei" gemacht. Und ich wurde noch mutiger Lebensmittel auszuprobieren und habe fast alles angeboten, was auch auf meinem Teller war von Oliven über Käse bis hin zu Kichererbsen. Mittags hab ich dann irgendwann Brot mit Frischkäse oder Avocado eingeführt. Jetzt mit 19 Monaten wird alles gegessen, am liebsten jegliche Lebensmittel, die viel Protein haben von Steak über Ei bis Kichererbsen.


    Ich persönlich halte nicht mehr viel von vorgegebenen Plänen. Wenn man in die Welt guckt, hat jedes Land und sogar manche Kultur seine eigenen Pläne. Kinder sind so unterschiedlich, wie kann es da einen einzigen Plan geben, der für alle Kinder gelten soll?

    Pläne sind gut um sich inspirieren zu lassen, wie man es machen könnte, aber letztendlich solltest du immer auf dein Kind und deine Familie schauen, was passt. Solange man sein Kind nicht ernsthaft gewährdet und der Arzt mit dem Kind zufrieden ist (mit dem Kind nicht dem Essverhalten!), sollte man sich nicht zu sehr irgendwelchen Plänen unterwerfen und sein Kind oder sich Dinge aufzwingen, die nur Stress verursachen. Essen soll Spaß machen, das finde ich am wichtigsten.

    Same here. Milch (Flasche), Gemüsebrei, Pulverbrei, Grießbrei, zerstampftes Elternessen, Gemüse- und Brotstücke, Obst... was grade gepasst hat. Kein Plan. Vielseitiger Esser bis etwa 6 😬 aber jetzt (8) kommt grad wieder etwas mehr in Frage.

    Zum Einstieg eignet sich auch prima Kürbis statt Karotte. Das gelang mir auch immer viel cremiger von der Konsistenz her und wurde viel viel lieber gegessen.

    Ist ja auch grade die perfekte Zeit.

    Wow, was für ein tolles Posting :)^:-D@:) Volle Zustimmung:)=

    Dieser „Fahrplan“ sieht in jedem Land anders aus. Sprich: Du machst es immer richtig, egal wie du es machst. Denn weltweit lernen Kinder zu essen. Mit den unterschiedlichsten Methoden und mit unterschiedlichem Essen.


    Ich hab mich auch nie an den deutschen Fahrplan gehalten.

    Wobei ich glaube, dass der deutsche Fahrplan von seiner Strenge und Starre recht individuell ist, oder? Ich habe den Eindruck, dass es außerhalb Deutschlands irgendwie flexibler ist und das Kind eher in das typische Essen eingebunden wird. Pastinake war eventuell vor 50 Jahren “em vogue”, aber heute wird diese deutlich seltener auf dem Speiseplan stehen. Und der Beikostplan hat sich seit Jahrzehnten relativ stabil gehalten, was schon erstaunlich ist. Selbst als ich unserem Arzt diverse Male mitgeteilt habe, dass unser Sohn mit Brei nicht anfangen könne, wurde dieser Plan zitiert.