• Beikost nach Bedarf?

    Huhu, mein Sohn ist 7 1/2 Monate alt und wir möchten nun langsam mit der Beikost starten (genauer gesagt: heute gibt's den ersten Möhrenbrei :-D). Der klassischen Breikost nach Plan (ersetze eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Brei) stehe ich aber sehr kritisch gegenüber. Ausschließlich auf Breifrei zu setzen (also Baby Led Weaning) traue ich mir…
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    bei uns auch! Als ich dem Arzt sagte, dass sie wenig isst etc, kam erstmal die Frage, ob ich mich an dem Plan halte.. als ich ihm sagte, dass sie keinen Brei isst, rümpfte er die Nase und hatte keinen Bock mehr sich über das Thema zu unterhalten. Wir waren nie mehr bei ihm.

    Aber man muss sich da dann eh am vielen Stellen „verteidigen“. Zumindest war das bei uns so. Meine Mama versucht ihr immer noch Brei schmackhaft zu machen... warum auch immer 😂😅. Emma isst noch nicht mal quetschies. Der drückt man n gewaschenen, ungeschnittenen Apfel in die Hand und sie ist happy.

    Seltsamerweise führt das aber auch dazu, dass meine Mum und auch die Schwiegereltern ihr keine Flasche mehr anbieten, weil sie ja ständig etwas isst. Nu is Gurke und co aber halt nix richtiges zu essen, aber für Milch is sie dann wieder anscheinend zu alt.

    Auch der Mythos, dass sie essen, wenn sie Hunger haben, ist bei ihr nicht so. Wenn ich ihr keine Flasche anbiete isst sie nicht mehr, sondern wird immer stinkiger 😂🤣. Also Flasche wegrationalisieren is einfach nicht. Das wird sie selber entscheiden.

    Hatschepsut_ schrieb:

    Wobei ich glaube, dass der deutsche Fahrplan von seiner Strenge und Starre recht individuell ist, oder? Ich habe den Eindruck, dass es außerhalb Deutschlands irgendwie flexibler ist und das Kind eher in das typische Essen eingebunden wird. Pastinake war eventuell vor 50 Jahren “em vogue”, aber heute wird diese deutlich seltener auf dem Speiseplan stehen. Und der Beikostplan hat sich seit Jahrzehnten relativ stabil gehalten, was schon erstaunlich ist. Selbst als ich unserem Arzt diverse Male mitgeteilt habe, dass unser Sohn mit Brei nicht anfangen könne, wurde dieser Plan zitiert.

    Hm, ich hatte Pastinake eher als moderne Variante gesehen. Als ich Kind war (ich bin 44) bekam das hier noch kein Baby... Das kam erst deutlich später

    Bei uns waren die ersten Lebensmittel Banane und Avocado. Haben wir immer im Haus, ist weich und essen wir selbst (Vorbildfunktion).

    Pastinake ist, so weit ich weiß, sogar ein recht “altes” Gemüse, das zunehmend verdrängt wurde durch andere Gemüsesorten und jetzt wieder sogar als Feinkost gilt. Vielleicht liegt es daran?


    Ich suche derzeit verzweifelt die Quelle, in der auf den Beikostplan und dessen Ursprung eingegangen wird. Denn ich meine mich zu erinnern, dass dieser bereits zu Kriegszeiten in rudimentärer Form vorhanden war. Nur hatte man da natürlich nicht den Pürierstab und wahrscheinlich eher saisonal gekocht. Wobei ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen kann, dass meine Oma damals mit drei Kindern derart vorgehen konnte, alleine schon aus Zeitgründen nicht.

    Ich dachte Pastinake gibt man vor allem, weil es nicht so eine Fleckensauerei gibt wie bei der orangenen Karotte. Außerdem ist Karotte stopfend.


    Den Beikostfahrplan fand ich beim ersten Kind ganz praktisch, weil man etwas hat an dem man sich orientieren kann. Mein Sohn hat Brei auch gern und lange gegessen. Ganz sklavisch habe ich mich aber nicht dran gehalten. Jedes neue Lebensmittel eine Woche lang einzeln einzuführen halte ich für Unfug. Da geht jede Spontaneität verloren.


    Bei Kind 2 habe ich mich nur noch ganz locker an den Fahrplan gehalten und das meiste improvisiert. Jetzt ist sie 19 Monate alt und ißt alles mit. Heute zum Beispiel indisches Fischcurry.


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    Hatschepsut_ schrieb:

    Pastinake ist, so weit ich weiß, sogar ein recht “altes” Gemüse, das zunehmend verdrängt wurde durch andere Gemüsesorten und jetzt wieder sogar als Feinkost gilt. Vielleicht liegt es daran?


    Ich suche derzeit verzweifelt die Quelle, in der auf den Beikostplan und dessen Ursprung eingegangen wird. Denn ich meine mich zu erinnern, dass dieser bereits zu Kriegszeiten in rudimentärer Form vorhanden war. Nur hatte man da natürlich nicht den Pürierstab und wahrscheinlich eher saisonal gekocht. Wobei ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen kann, dass meine Oma damals mit drei Kindern derart vorgehen konnte, alleine schon aus Zeitgründen nicht.

    Ich vermute das fällt so ca. mit der Gründung von Hipp zusammen ;-D

    Die Unternehmen hatten immer schon viel Einfluss da sie auch meist diejenigen waren die Studien bezahlten.

    In Ö gibts seit paar Jahren neue Leitlinien. Da wird zwar auch empfohlen vor dem 7. Monat zu beginnen aber es gibt mehr die Konsistenzen der Nahrung entsprechend dem Alter vor und weniger die Art. Eine Lebensmittelpyramide - und kein "1 Woche x, 1 Woche y ..."



    Das wichtigste ist denk ich auch einfach dass die Beikost der gewohnten Nahrung entspricht. Sie sollen ja dann auch mitessen. Und das ist natürlich in den Ländern unterschiedlich. Ich war in Italien auf Gläschensuche weil sie da plötzlich anfing Essen zu wollen und fand Prosciutto/Parmesan vor ;-D und die Obstgläschen waren alle mit Zitrusfrüchten - wovon sie leider nen roten Po bekommt. Aber für Italiener ist das gewohnte Nahrung. Die Gnocci in Lachs-Rahmsauce hat sie aber im Restaurant dann gut vertragen :_D

    Ich bin damals bei meinem Sohn nach "Fahrplan" gefahren. Ab dem 4. Monat Brei, den er auch gerne gegessen hat.


    Der Brei ab dem 8. Monat hat Stückchen drin, das mochte er gar nicht. Entweder püriert oder fest aber nix dazwischen.

    Deshalb hat er ab 10 Monaten ganz normal bei uns am Tisch mitgegessen. Fisch, Gemüse, Nudeln, einfach alles.

    Er ist schon immer ein alles-Esser und probiert gerne neues. Das finde ich super.


    Darf ich mal fragen wieso hier so manche krampfhaft am Stillen festhalten wollen? Wieso wollt ihr verhindern, dass sich die Kinder selbst abstillen? Das ist doch der normale Gang der Dinge.

    Das Abstillen nach Beikostplan ist mit Sicherheit nicht der natürliche Ablauf.


    Wenn ein Baby oder die Mutter nicht mehr ""will" oder die Milch nicht reicht, es gesundheitliche Probleme gibt - klar


    Aber ganz ursprünglich wurden Kinder sogar so lange wie möglich gestillt weil dass die sicherste Ernährung war ;-)


    Ich finde, jeder sollte das machen wie er will.


    Und wer Stillprobleme hat kann dann zur Stillberatung gehen und nicht zu schnell aufgeben.

    Es ist immer unglücklich, mit dem „natürlichen Verlauf“ von irgendwas zu argumentieren. Der lässt sich nicht beweisen und für die andere Seite gibt es meist genauso viele Argumente (schnellerer Kraftaufbau der Mutter nach der Geburt zb., wenn Nahrung sowieso schwer zu erwirtschaften ist).
    Wir sagen das heute so, dass es besonders sicher sei. Aber es gibt sehr viele indigene Völker, in denen wird sehr früh und sehr lange eine Mischkost praktiziert. Das beweist nicht viel.

    Außerdem wäre es für Menschen sehr fatal, worden sie nur so leben, wie sie „ganz früher“ gelebt haben, so mit quasi absolut einseitiger Ernährung usw. Nicht alles, was Jemand irgendwann erfunden hat, ist per se schlecht.

    Im Falle der Breikost sehe ich eine Kombination aus Hipp Verkaufsstrategie und dem Versuch, Menschen irgendwie Pläne an die Hand zu geben, die gerne Pläne haben möchten. Es öffnet neuen Unsicherheiten Tür und Tor, das ist klar. Aber wie hier viele schon schrieben: planlos zu agieren, im Sinne nach Gefühl, kann unter Umständen auch Unsicherheiten auslösen. Das Thema Ernährung ist, glaube ich, immer eins, das schnell schwierig werden kann.

    hikleines schrieb:

    Es ist immer unglücklich, mit dem „natürlichen Verlauf“ von irgendwas zu argumentieren. Der lässt sich nicht beweisen und für die andere Seite gibt es meist genauso viele Argumente (schnellerer Kraftaufbau der Mutter nach der Geburt zb., wenn Nahrung sowieso schwer zu erwirtschaften ist).
    Wir sagen das heute so, dass es besonders sicher sei. Aber es gibt sehr viele indigene Völker, in denen wird sehr früh und sehr lange eine Mischkost praktiziert. Das beweist nicht viel.

    Außerdem wäre es für Menschen sehr fatal, worden sie nur so leben, wie sie „ganz früher“ gelebt haben, so mit quasi absolut einseitiger Ernährung usw. Nicht alles, was Jemand irgendwann erfunden hat, ist per se schlecht.

    Im Falle der Breikost sehe ich eine Kombination aus Hipp Verkaufsstrategie und dem Versuch, Menschen irgendwie Pläne an die Hand zu geben, die gerne Pläne haben möchten. Es öffnet neuen Unsicherheiten Tür und Tor, das ist klar. Aber wie hier viele schon schrieben: planlos zu agieren, im Sinne nach Gefühl, kann unter Umständen auch Unsicherheiten auslösen. Das Thema Ernährung ist, glaube ich, immer eins, das schnell schwierig werden kann.

    Ich stimme voll zu :)^


    Was ich tatsächlich für naturlich halte ist, das es immer so viele Einflüsse gibt das es das Patentrezept für alle nicht geben kann.

    Es ist ja auch die Frage, was der “natürliche Verlauf” ist. Ist das Breigeben ab dem vierten Monat und das Anbieten von Ersatzprodukten wie oftmals Pre, Folgemilch, Pflanzenmilch oder Tee der natürliche Verlauf? Das Beikostalter wurde beispielsweise sukzessive nach unten gesetzt, unter anderem auch wegen der damals qualitativ schlechten Ersatzmilch und dann wegen des immer früheren Abstillens.


    Davon aber unabhängig ist es wichtig, dass jeder seinen Weg findet und eben auch auf sein Kind reagiert. Meines hätte ich mit vier Monaten und auch danach zwingen müssen, Brei zu schlucken, was für mich wiederum nichts mit “natürlich” zu tun hat. Auch ein Füttern im Liegen/Halbliegen sehe ich kritisch.


    Andere Kinder lieben Brei und haben mit Festem mitunter ihre Probleme. Und bei manchen flutscht es einfach. Letztendlich höchst individuell

    Ich hab auch gerne Gläschen in Italien und Frankreich gekauft, da gabs viel mehr unterschiedliche Fleisch-, Fisch- und Gemüsesorten. :)^

    • Neu

    Huhu, nachdem damals hier so viele tolle Anregungen und Gedankenanstöße kamen, wollte ich zumindest mal kurz erzählen (besser spät als nie, ne X-\), wie es bei uns nun gelaufen ist mit dem Beikoststart.

    Über 4-5 Löffelchen Brei (selbst gekocht) sind wir bisher noch nie heraus gekommen. Zwischenzeitlich gab es eine längere Pause (er hat gezahnt, geschubt etc...). Dann kam die Phase, dass er uns Essen aus der Hand geklaut hat und er durfte viel probieren. Seitdem er sich mal an einem Apfel sehr verschluckt hat (und wir konnten dank Corona immer noch keinen Erste-Hilfe-Kurs machen %-|), fordert er nichts mehr und wir bieten ihm aktiv gerade nichts an.

    Werde ihm beizeiten mal gekaufte Gläschen geben, vielleicht mag er die ja lieber ;-D.

    Also tatsächlich habe ich ihn (9 Monate alt) jetzt fast die ganze Zeit noch voll gestillt und er macht aber so auch einen sehr munteren, quietschfidelen Eindruck, also wird ihm schon hoffentlich nichts fehlen ":/.


    Irgendwer fragte, warum ich so am Stillen festhalten möchte. Ich möchte ja nicht kramofhaft daran festhalten, wenn er sich von selbst abstillt passt das für mich. Ich möchte es eben nur nicht durch diesen klassischen Breikostplan forcieren.


    Hatschepsut_

    Du hattest glaube ich nach der Quelle von dem Plan gefragt, hier steht etwas dazu:

    https://www.kinder-verstehen.d…log/zoff-ums-beifuettern/

    • Neu

    Ist doch gut so. Vielleicht macht ihr euch auch ein klein bisschen zu viel Gedanken. Irgendwie ist es halt doch nur auch nur essen und die Wichtigkeit von was und wieviel und wann die Kinder essen, nimmt dann doch auch relativ schnell relativ deutlich ab. ;-)

    • Neu

    Einem 9 Monate alten Kind muss unbedingt jeden Tag Beikost angeboten werden. Das ist wirklich wichtig, in dem Alter brauchen die Kinder mehr als Milch. Das muss ja kein Brei sein aber bitte bitte bietet ihm wieder jeden Tag mehrmals feste Nahrung an!!