• Kann man das zweite Kind so sehr lieben wie das erste?

    Provokativer Titel, ich weiß. ;-) Und auch bin ich unsicher, ob das Unterforum das Richtige ist, aber in Psychologie werde ich kaum so viele Antworten bekommen, weil dort sicher weniger Mamas lesen – erst Recht welche, die mehr als ein Kind haben.
    Auf die Frage komme ich, weil mein Sohn hier gerade neben mir liegt und ich mich frage, ob ich jemals ein…
  • 49 Antworten

    Uneingeschränkt: ja, man kann!


    Ich hatte damals die gleichen Bedenken wie du, dacht, an die Liebe zu meiner großen Tochter könnte nichts heranreichen. Aber als die zweite Winzlingin da war, hat sie mein Herz im Sturm erobert und ich würde für jedes meiner Kinder meine rechte Hand oder sonstwas geben und hoffe, dass ich nie vor die Wahl gestellt werde, mich für eine von beiden entscheiden zu müssen - denn das könnte ich nicht.

    Hi Emma,


    ich finde deinen Artikel prima.


    Es geht und es geht auch nicht.


    Ich habe zwei Kinder, mein absolutes Wunschkind ist heute 19 Jahre alt (Sohn) , meine Tochter ist 17 und ich liebe beide mit jeder Faser meines Körpers und meines Verstandes aber ich liebe sie unterschiedlich.


    Ich habe das zweite Kind ganz bewusst bekommen, war aber der Überzeugung, dass ich eine Jungs-Mutter bin und auf einmal hatte ich eine Tochter. (dabei hatte ich als Mädchen keine schöne Kindheit, kein gutes Verhältnis zu meiner Mutter und wurde gegenüber meinem Bruder immer benachteiligt) Ich hatte große Bedenken, einer Tochter eine gute Mutter sein zu können.


    Ein Kind, das so ganz anders war als mein Sohn, schlief im Gegensatz zu meinem Sohn recht bald duch, war sehr selbständig, viel mutiger unproblematischer. Ich hab sie anfangs immer verglichen und sie waren so unterschiedlich, und das bei den gleichen Eltern, bei den gleichen Voraussetzungen.


    Sie sind auch heute noch sehr unterschiedlich aber sie sind ein tolles Team und ich genieße jedes Wochenende an dem beide zu Hause sind (Sohn studiert schon auswärts).


    Sie helfen sich auch sehr sehr, auch emotional.


    Meine Tochter konnte sich - im Schatten meines Sohnes - den man als erstes Kind ja dauernd beobachtete und "zum Maß der Dinge" gemacht hatte, ganz in Ruhe und unbeobachtet zu einem wundervollen Menschen entwickeln.


    Ich bin beiden Kindern sehr nahe, aber jedem auf seine Weise, jedem genau so wie es meine Liebe braucht und verkraften kann.


    Und irgendwo ist es doch die gleiche Liebe die sie bekommen.


    Du wirst sehen, Mutterliebe wächst überproportional und grenzenlos und bedingungslos.


    Und ich bin froh, dass ich kein Einzelkind habe und dass die Kids sich gegenseitig haben.


    Das ist das allerschönste daran


    LG

    Mein Baby ist noch nicht da (28. SSW)


    Aber ich wollte dir gerne mal ein Kompliment machen Emma @:)


    Nachdem sich viele Eltern damit beschäftigen uns zukünftigen Mamis Angst einzureden, hat mir dein Beitrag richtig Mut gemacht.


    Ich bekomme unser Wunschkind, aber ständig höre ich nur, wie anstrengend und wie schwer das alles werden wird. Und dass wir noch staunen würden.


    Es ist richtig erfrischend, wie du euer Glück beschreibst, auch wenn es sicher stimmt, dass es anstrengend ist. (Ist ja kein Geheimnis;-))


    Also danke dafür und sorry fürs Abschweifen vom Thema. *:)

    Ich bin zwar keine Mama, aber eine Tochter. Als Erstgeborene muss ich allerdings sagen, dass ich als Kind oft das Gefühl hatte, dass zweite Kind wird mehr geliebt als das erste. Heute denke ich, meine Mama hat mich doch lieber. ]:D ;-)

    Artus

    Zitat

    hoffentlich übersteht ihr die Zeit jetzt gut und habt ein gutes Nervenkostüm

    Wir arbeiten dran und befinden uns sozusagen gerade in der Trainingsphase. ;-D

    zimtzicke

    :)_ Danke für deinen Beitrag.

    KatzeS

    Puh, wenn mein zweites Baby ein Mädchen wird, werde ich in 20 Jahren möglicherweise Ähnliches schreiben wie du. ;-)


    Diese Problematik hatte ich bei diesem Faden erstmal außen vor gelassen, aber schön, dass du sie ansprichst und mir außerdem Mut machst. Unsere Familie ist geprägt von sehr eigenartigen und schwierigen Verhältnissen der Frauen untereinander, daher war ich froh als der Arzt sagte, es würde ein Junge. Nicht dass ich eine Tochter weniger geliebt hätte, aber der Gedanke an eine Tochter erschien mir irgendwie vorbelasteter und einen Sohn zu bekommen, gab mir etwas mehr Leichtigkeit. Ich hoffe, du kannst meinen Gedanken folgen... |-o

    Julie

    Du bist so süß, lass dich mal virtuell drücken. :)_


    Ja, es ist das Anstrengendste, was ich je durchgemacht habe und noch ein Ja: Es ist gleichzeitig das Wundervollste, was ich jemals erlebt und empfunden habe. x:) ;-) Der letzte Teil wird leider viel zu oft verschwiegen und ich frage mich ab und an, warum das so ist. ":/


    Viele brauchen glaube ich einfach zu viel Selbstbestätigung von außen. Wenn sie dann zugeben, dass etwas einfach oder schön ist, dann erhalten sie nicht die geforderte Anerkennung. Wie oft hört man denn von jemandem, dass ihm die Arbeit Spaß macht? ??blöde Kollegen... Überstunden... nervige Kunden?? Die Beziehung super läuft? ??Männer sind doch eh alle gleich... die rumfliegenden Socken stören...?? Oder der Urlaub grandios war?


    Meckern ist eben immer leichter und manchen geht es dann auch noch am besten, wenn sie anderen die Vorfreude vermiesen können. ;-)


    Und nun äußere ich noch etwas Ketzerisches ;-D : Die Geburt meines Sohnes war traumhaft. Keine 20 Stunden Wehen, keine Schnitte oder Risse, keine unfreundliche Hebamme und auch kein Notkaiserschnitt. Wie es bei dir wird kann ich natürlich nicht vorhersagen, aber ich weiß, dass auch in diesem Bereich immer nur Horrorgeschichten erzählt werden – sozusagen ein Wettbewerb der Blutrünstigkeit – und da wollte ich mal was Aufbauendes schreiben. ;-)


    Nur eines noch: Du und dein Mann, ihr müsst zusammenhalten. Ich denke, das ist das Wichtigste. Der Rest kommt von selbst. :)*

    gato

    Zitat

    Als Erstgeborene muss ich allerdings sagen, dass ich als Kind oft das Gefühl hatte, dass zweite Kind wird mehr geliebt als das erste. Heute denke ich, meine Mama hat mich doch lieber

    Wahrscheinlich ist beides richtig. ;-)

    oh ja, diese angst hatte ich auch einmal. ich hatte 9 jahre lang bloß ein kind und konnte mir beim besten willen nicht vorstellen ein zweites genauso bedingsungsloslieben zu können.


    und dann kam nach 9 jahren kind nummer 2 und ich muß sagen, ich habe es vom ersten augenblick an genauso bedingungslos geliebt, wie meine große tochter.

    Zitat

    dass ich nie vor die Wahl gestellt werde, mich für eine von beiden entscheiden zu müssen - denn das könnte ich nicht.

    darüber hab ich auch schon mal nachgedacht und hoffe auch das mir das nie, nie passieren wird, weil ich könnte es auch nicht. mir ist keines der beiden lieber, ich liebe sie irgendwie gleich. klar meine große anders, als die kleine, aber vom herzen her nicht anders.

    mir ging es genauso. hab mittlerweile das 3. wunschkind. beim 2.hab ich mir genau diese frage gestellt. hatte mir immer ein mädchen gewünscht, mein großer is ein junge-dennoch hatte ich diese angst, auch als ich wusste, es wird ein mädchen. das war ein richtiger zwiespalt. einerseits die freude riesig-andererseits die angst, ich könnte sie nich so liebhaben wie janni. aber wie schon beschrieben, sie kam auf die welt und hat alles verzaubert. aber ich liebe sie nicht genauso wie janni, sondern auf eine andere art und weise. kann es nich beschreiben. dann die 3. schwangerschaft-und noch ein mädchen. da konnte ich mir erst recht nicht vorstellen, wie es sein wird, wie ich meine liebe gleichzeitig lotte und der kleinen anni geben kann. und es war wieder so, die kleine war da und die welt verzaubert. ich liebe sie ebenfalls wie wahnsinnig, aber auch auf eine andere weise wie lotte und janni.

    Zitat

    das finde ich sehr schön ... hoffentlich übersteht ihr die Zeit jetzt gut und habt ein gutes Nervenkostüm ;-D ]:D

    kann ich nicht bestätigen-ich finde einzelkinder wesentlich anstrengender (sehe ich immer am beispiel meiner schwester). meien beschäftigen sich miteinander und nich ich muss die ganze zeit um sie rum sein. sie sind auch irgendwie "sozialer", können automatisch teilen und sind nich so besitzergreifend.finde geschwister provitieren immer voneinander :)z

    Ich dachte schon das ich nicht normal war in der 2. SS...


    Ich hab zuerst miene Tochter bekommen und als ich das 2. mal schwanger war, hab ich erst mal geheult.


    Ich saß vor dem Test und hab geheult. Ich war mit TOTSICHER das ich dieses 2. kind niemals so lieb haben kann und ich wollte Hannah eigentlich nicht teilen. Als es mir dann in der SS noch so elend ging war das ganze noch schlimmer. Hab immer sie angekuckt und hab die SS verteufelt. Hatte net mal Lust Klamotten für ihn zu kaufen, auch weils ein junge war, ich wollte wieder ein Mädchen. Das war alles ganz schlimm und ich schäm mich heute noch.


    Als MOritz dann da war hab die Liebe mich zum 2. mal erschlagen.. x:) ICh weiss noch als ich aus der vollnarkose nach dem KS erwacht bin. Sie haben ihn mir gegeben und er hatte ganz viele rotblonde haare, die Öhrchen sind ihm noch am kopf gepappt von der Käseschmiere und er war soo süß. ICh hab zu weinen angefangen weil ich so böse gedacht hatte die MOnate und mich fast nicht gefreut hatte. Das tut mir heute, 1,5 jahre nach seiner Geburt, immer noch weh.


    Ich weiss nicht warum ich so doof war. Ich schäm mich auch total... Und jetzt ist es so das ich oft Moritz bevorzuge und Hannah oft anstehen muss. er ist halt der Kleine. Liebhaben tu ich beide gleich... aber mir ist der Gedanke heute unbegreiflich das ich ihn net so lieben könnte...


    Man liegt die kInder immer, automatisch. DAs hat die Natur schon so eingerichtet. Also keine Sorgen...

    gato

    ich denke das die ersten Kinder dieses Gefühl fast immer bekommen das die 2. kinder mehr geliebt werden. Weil die 2. eben erst mal mehr Mamas Aufmerksamkeit kreigen weil sie kleiner sind, mehr Hilfe brauchen.. das kommt dann irrtümlich beim ersten kind so an als ob es mehr geliebt werden würde.


    Ich tanz auch fast nur um Moritz rum. Er ist erst 1,5, jahre und macht viel Mist, ich muss immer hinterher. Hannah ist 5, selbstständig, sie denkt auf oft sich mag moritz mehr. Das ist aber net so....

    @ Julie:

    Huhu, weiß nicht, ob du mich noch kennst von damals bei den Aprilmamis – erstmal wollt ich dir sagen, daß ich wahnsinnig gefreut hab, daß es bei dir nun endlich endlich doch noch geklappt hat @:) @:) @:)


    Nun dazu, daß alle immer nur von den anstrengenden Seiten der Kinder erzählen: Das ist glaub ich bei vielen Leute so ein Teufelskreis – weil Leute ohne Kinder immer nur von schlaflosen Nächten und Dauergeschrei hören, fragen sie junge Eltern dann meist als erstes, wie die Kinder denn schlafen oder ob sie viel schreien. Und wenn man nun nicht grad ein Wunderkind hat, schläft es eben die Nächte nicht durch und schreit ab und an und das erzählt man dann auch. Und schon hat man wieder alle Vorurteile bestätigt. Daß man aber auch nachts, wenn man alle 3h stillen muß, dahinschmilzt, wenn der kleine Wurm dann seelig neben einem wieder einschlummert oder hin und weg ist, wie gut er riecht – dazu kommt man dann gar nicht mehr beim erzählen. Und Mutter-/Vatergefühle jemandem zu beschreiben, der kein Kind hat, ist einfach nicht möglich. Ich hab noch nie etwas ähnliches gefühlt wie die Liebe zu meinen Kindern. Genauso ist es bei der Geburt, wie sich Wehen anfühlen, kann man nicht beschreiben, es ist kaum mit etwas anderem vergleichbar. So kommen dann am Ende nur die Infos "stundenlange Schmerzen, Brüllen, Fluchen, Dammriß" an, das Erlebnis Geburt machen aber ganz andere Dinge aus und außerdem löscht das Gehirn auch sehr gnädig zu genaue Erinnerungen, was ich so sonst auch noch nie erlebt habe. Also nur Mut, du hast eine ganz tolle Zeit vor dir @:) @:) @:) @:) @:)

    Zitat

    "die liebe einer mutter teilt sich nicht unter ihren kindern


    – sie vervielfältigt sich!"

    :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z :)z


    ich konnte mir das niemals vorstellen, aber es entspricht absolut der wahrheit! mittlerweile hab ich drei kinder und manchmal muss ich aufpassen, dass mein herz nicht überläuft vor lauter liebe zu den drei rabauken.


    natürlich ist es manchmal anstrengend, natürlich treiben sie einen manchmal an den rand der eigenen kräfte und natürlich hab ich ihnen auch schon mal ein one-way-ticket zum mond angeboten ;-) :-p


    aber im grunde genommen ist jedes einzelne kind, jeder auf seine spezielle art und weise, das BESTE, was mir jemals im leben passiert ist. vor der geburt des 2. und auch vor der geburt des 3. kindes hatte ich genau die selben gedanken wie du – aber es war jedesmal aufs neue absolut unbegründet.


    der erste schrei, der erste blick, das erste mal berühren....und mein herz hat jedes mal "plopp" gemacht und ist wieder ein stück grösser geworden.

    @ :) @:) @:) @:) @:) @:) @:) @:) @:)

    Mh, um vielleicht noch einmal etwas aus dern Tochter/Kindperspektive zu schreiben:


    mag sein, dass Eltern all ihre Kinder gleich stark lieben, aber ich denke, sobald die Kinder in ein Alter kommen, in dem sie deutlich eine eigene Persönlichkeit zeigen, werden die Sympathien unterschiedlich verteilt.


    Und auch die Behandlung unterscheidet sich daher m.M.n. deutlich. Ich bin das jüngste von drei Geschwistern und hatte immer eine besondere Stellung, ohne irgendetwas dazu getan oder es gewollt zu haben. Jüngstes Kind, häufig krank, Mamas Herzblut. ;-) Mein älterer Bruder, der älteste von uns, ist natürlich auch etwas besonderes. Erstgeborener, einziger Sohn, dann auch noch begabt und erfolgreich, leuchtendes Vorbild und ewiger Kratzer im Selbstbewusstsein von uns Töchtern, obgleich er uns nie vorgehalten wurde. Aber er hatte eben alles schon vor uns gemacht und noch dazu überaus gut. Meine arme Schwester, mittleres Kind, hatte es immer schwerer. Ich denke, dass mittlere Kind hat wirklich den Deppenhut auf. Nichts ist mehr neu und auch nicht das letzte Mal. Sie lief irgendwie so mit und zwischen ihr und meiner Mutter hat es von Beginn der Pubertät (11, 12) bis zu ihrem Auszug eigentlich nur noch gekracht.


    Daher bin ich mir nicht so sicher, ob Geschwister immer und nur voneinander profitieren. ":/

    PS.: Und daher denke ich, wenn die Sympathien unterschiedlich verteilt werden, hat jede Mutter ganz tief drin irgendwo doch eine Antwort parat, wenn sie sich zwischen ihren Kindern entscheiden müsste. Vielleicht keine, die sie aussprechen und ausagieren würde, aber ein Gefühl hätte sie dazu sicher..

    Interessante Geschichte, das mit der Rolle des/der Mittleren. Also doch lieber vier Kinder? ;-)


    Generell kann ich mir das aber schon vorstellen, denn unter Geschwistern selbst gibt es ja welche, die ein Herz und eine Seele sind und andere, die sich gegenseitig regelrecht verachten. Auch aus Sicht der Kinder gibt es ja meist ein Elternteil, an dem das Herz ein ganz kleines bisschen mehr hängt, auch wenn man es sich kaum eingestehen mag. Und auch in meinem Umfeld sind die Familienverhältnisse sehr unterschiedlich – bei manchen sind andere Familienmitglieder gleichzeitig die besten Freunde und andere sind froh, dass sie seit dem Studium endlich 600 Kilometer vom Rest der Sippe entfernt wohnen (und dazu müssen sie keine schlimme Kindheit gehabt haben).


    Familie kann man sich eben nicht aussuchen und sicher kommt es des Öfteren mal vor, dass dort Menschen miteinander auskommen müssen, die sich andernfalls sicher nie freiwillig länger miteinander beschäftigt hätten.


    Das ist übrigens auch ein sehr spannendes Thema. :)z Vielleicht ein neues Thema wert?