Koliken rauben uns den Schlaf (und alle nerven,.)

    Hallo!


    Ich wende mich mal mit einem langsam immer größer werdenden Problem an euch:


    Unser Sohn , 8 Wochen alt, leidet wie auch schon sein großer Bruder damals unter Koliken und macht dazu im wahrsten Sinne des Wortes die Nacht zum Tage..

    er ist seit jeher sehr spät „ zu Bett gegangen“, d.h. er meldet gegen 22/23 Uhr +/- noch mal Hunger an und dann geht das übliche Programm los: bauchkrämpfe, blähungen, schreien, weinen, irgendwann wieder Hunger von der ganzen Anstrengung.. wir versuchen mit bauchmassagen, körnerkissen, fliegergriff, kümmelzäpfchen etc (lefax gibts sowieso zu jeder Mahlzeit) Abhilfe zu schaffen, aber so richtig zu helfen scheint nichts davon. :-(":/ Es ist nicht zu übersehen und zu überhören, wie sehr der kleine sich quält. Ich bzw wir versuchen ihm einfach beizustehen, bis irgendwann Ruhe In ihn kommt (pucken hilft manchmal, white noise auch) und er einschlafen kann, meist so gegen 1,2 Uhr. Dann meist Ruhe bis 4, wach bis halb 6/6 Uhr.


    Das ist anstrengend, aber damit können wir gut leben (was bleibt einem auch?;-))


    Aber in letzter Zeit zieht sich diese Phase des abendlichen Gebrülls von teilweise 6,7 Uhr abends bis 4/5 Uhr nachts.. nur unterbrochen von wenigen 5-10 minütigen Power-Naps. er weint, krampft, pupst, schreit, trinkt, krampft, kackt, weint wieder.. mein Mann und ich wechseln uns zwar ab (was Gott sei dank geht, da ich nicht voll stille und wir zufüttern) aber da der große (knappe 2,5 Jahre) ja Abends auch noch ins Bett gebracht werden will und nachts auch immer wieder mal wach ist (1. kitajahr und seit 2 Monaten quasi dauerkrank), sind wir langsam echt am Ende.


    Ich wusste, das 1. Jahr mit Baby und Kleinkind wird anstrengend, aber wir kriechen hier gerade richtig auf dem Zahnfleisch! Der Schlafmangel sorgt dafür, dass wir beide, mein Mann und ich, extrem dünnhäutig sind, so dass wir uns wegen totaler Kleinigkeiten richtig in die Haare kriegen und hier regelmäßig die Fetzen fliegen. Der große ist im schönsten trotzalter und sieht sich momentan den ganzen Tag einer genervten, völlig übermüdeten und deshalb so gar nicht wohlwollenden Mama entgegen und hat es überhaupt nicht verdient, von mir so abgekanzelt zu werden. Statt dass ich mich mit seinem völlig gesundem Streben nach Autonomie auseinandersetze und Lösungen finde, mit denen alle leben können, bin ich nur am meckern und schimpfen, weil ich einfach nur mal 5 Minuten meine Ruhe will -Teufelskreis, ist mir auch klar.


    Dadurch, dass der große viel krank zuhause ist und nicht in die Kita darf und dazu natürlich noch der normale Alltag mit Haushalt (und ich hab schon keine hohen Ansprüche ;-)), kochen, Termine etc ansteht, hab ich auch kaum eine Möglichkeit mal Schlaf nachzuholen..


    Kurzum: wie bekomme ich einen vernünftigen Rhythmus ins Kind? Zur Zeit pennt er fast den ganzen Tag, ist maximal ne Stunde nach dem trinken wach, pennt dann aber wieder ein.. letzte Mahlzeit ist fast 6 Stunden her, mehrere Versuche ihn zu wecken, sind gescheitert, er schläft immer nach ein paar Minuten wieder ein.


    Ich bin tagsüber nicht extra leise, hier läuft das Radio, ich wusel rum, nehm ihn mit zum einkaufen/Terminen, sein großer Bruder wuselt hier rum.. also normales Tagwerk, wobei ich schon darauf achte, nicht zu viel unterwegs zu sein um ihn nicht zu überfordern. Nachts läuft kein tv nebenbei.. Meine Hebamme hat keine Ideen mehr außer „das wird irgendwann von alleine besser“ und von der Kinderärztin fang ich gar nicht erst an .



    Sorry - der Text erscheint mir sehr unstrukturiert, aber ich bin so froh, dass ich ihn gerade überhaupt zustande bekommen hab :-| ich bin für jeden Rat dankbar!! mir graut schon so vor der Nacht :°(

  • 40 Antworten

    Oh je das klingt echt hart :°_ ich habe keine Kinder, aber Freundinnen haben natürlich Kinder bekommen. Ich schreib dir jetzt einfach das was ich spontan zum Schluß gedacht habe. Es ist vielleicht einen Versuch wert ? Laßt doch nachts einfach mal Licht und Fernseher an. Vielleicht ist es ihm zu ruhig, zu dunkel und er konzentriert sich völlig auf seinen Bauch ? Aber wie gesagt ich habe keine Kinder. Was mir noch aufgefallen ist, anscheinend ist bei eurem Kleinen der Tag/Nacht Rythmus noch verdreht.

    Was macht ihr während er schreit?

    Meine Große Tochter hat zwar nicht immer geschrien, war aber nachts oft ewig wach und hat gemeckert und teils geschrien bis 1,2 Uhr und hat dann bis mittags geschlafen. Liegen ging allerdings gar nicht, da gab es nur Geschrei, von Anfang an, zumindest nach einer gewissen Zeit.

    Wir haben sie dann anfangs herumgetragen.

    Der Einfachheit halber haben wir sie dann in eine Trage genommen und uns auf einen Pezziball gesetzt. Das war die Rettung! So ist sie mit etwas Meckern dann doch eingeschlafen.

    Wir dachten auch immer dass sie Koliken/Blähungen hat, aber ich glaube die hatte sie nicht sondern konnte nur einfach nicht einschlafen.

    Beim Stillen schläft er auch nicht ein? Das war die andere Lösung. Ich habe lange gestillt und sehr viel nachts, aber als ich abgestillt hatte war sie dann älter und da funktionierte das besser. Sie ist aber nach wie vor nicht die beste Schläferin ;-)

    Achso und ich kann gut nachvolliehen wie du dich fühlst. Ich hatte damals nur ein Kind, konnte mit ihr zusammen bis Mittag schlagen. Meine keine Tochter war dann pflegeleichter, von daher ist es mit zweien sicherlich echt sehr sehr anstrengend.

    Kannst du dich vielleicht tagsüber mit ihm hinlegen und den Schlaf nachholen?

    Eine andere Idee: Was füttert ihr zu? Verträgt vielleicht euer Sohn die Basis der PRE nicht? Es gibt da ja inzwischen auch Ziegenmilch oder sogar Soja (wäre für mich die letzte Option, aber im Zweifel...).


    Welche Lochgröße habt ihr im Fläschchen? Nehmt ihr die kleinste? Und wie füttert ihr, sprich, eher langsames Fläschchentrinken oder ein "auf Ex"? Das Trinktempo kannst du mitunter auch steuern, indem du die Flasche eher "flach" hälst.

    Meine hat am Anfang nur im Tragetuch geschlafen. .. da konnte die gut pupsen und hatte immer einen warmen Bauch. War sie eingeschlafen, hab ich mich halb sitzend angelehnt und die Augen zu gemacht, bis ich sie meist gegen 1 dann ablegen konnte. Ja es war eine harte Zeit und auch ging es zum Glück irgendwann vorbei.

    Was mir noch eingefallen ist : anderen Sauger bzw. Anderes System ausprobieren? wir waren mit lansinoh natural wave zufrieden. Und eine pre ging gar nicht... vll da mal wechseln? Wir hatten ein Produkt mit Probiotika... aber eher für das gute Gewissen, als dass es geholfen hat.

    Alles Gute euch!

    Noch eine andere Frage: In die Flasche mischt ihr aber nicht noch irgendetwas anderes wie "Sonnentau" oder Tee? Es ist pure PRE?

    Uns hat die osteopathin geholfen.. zumindest glaub ich, dass es an ihr lag. Kann sich aber natürlich auch verwachsen haben ?

    Danke schon mal für eure zahlreichem Antworten, weiß das sehr zu schätzen. Ich Versuch mal auf alles einzugehen:


    Zu der Frage, ob er tatsächlich Bauchschmerzen hat oder es was anderes ist.. Eigentlich ist unser Eindruck schon, dass es Bauchschmerzen sind: er zieht ruckartig die Beine ran, pupst unheimlich viel und meist geht es ihm nach Gabe von kümmelzäpfchen und/oder Stuhlgang oder sichtlich besser.

    Andererseits scheint er dieses Problem inzwischen auch meist nur noch in den Abend/Nachtstunden zu haben, was vielleicht auch für eine Art Regulationsstörung sprechen könnte? Allerdings verlangt er abends/nachts aber auch mehr Milch in kürzeren Abständen, was vermehrte Verdauungsstörungen erklären könnte. Bis vor kurzem war es auch tagsüber nach jeder Mahlzeit so, dass er Last mit Bauchschmerzen hatte und ich ihn fast den ganzen Tag nur auf dem Arm im fliegergriff. Das hat sich Gott sei dank erledigt.


    Zum füttern/trinken:

    Er bekommt HA Pre, da der Papa starker Allergiker und Asthmatiker ist. Zubereitet mit abgekochtem Wasser und lefax als Zugabe, zusätzlich in der ersten Flasche morgens die Vitamin-d-Tablette.

    ein Wechsel auf eine andere Sorte haben wir bereits versucht und bereitete uns die schlimmsten 2 Tage überhaupt, danach sind wir schnell wieder zurückgewechselt und erfreuten uns an einem halbwegs zufriedenen Kind. Wir füttern mir Avent Flaschen mit Einser-Saugern, bei den nullern fing er nach 3 Wochen an immer mehr zu meckern. Wir versuchen auf ein langsames trink-Tempo zu achten und machen ggf. Pausen zum Bäuerchen machen, wenn er unleidlich wird an der Flasche. Er eskaliert bei Hunger leider sehr schnell und schreit schnell sehr stark als dass er erstmal ein bisschen meckert und stürzt sich dann manchmal wie ein verdurstender auf sein Fläschchen.


    Ich versuche dabei stets beruhigend auf ihn einzureden und eine ruhige Atmosphäre zu bieten, gelingt mir aber nicht immer, weil sein großer Bruder ziemlich Hummeln im hintern hat und viel (laute) Action macht.


    Ähnlich verhält es sich übrigens teilweise auch beim anlegen (in der Regel leg ich ihn vor der Flasche immer erst an, außerdem stille ich leider nur mit stillhütchen): er stürzt sich auf den Mops, fängt an zu meckern, weil die Milch nicht sofort fließt, wird hektisch, reißt das nun volle stillhütchen ab, ich Fummel es wieder drauf und er muss es erneut voll Milch saugen, irgendwann wird er hektisch und verschluckt sich.. manches mal breche ich dann einfach ab, damit er sich nicht zu sehr aufregt und beim schreien noch mehr Luft schluckt..

    bei Gott sei dank der Mehrzahl der stillmahlzeiten klappt es jedoch problemlos und er geht ruhig an den Mops und trinkt zufrieden 10,15,20 Minuten, bis nichts mehr kommt .. so ganz erkennen konnte ich bisher nicht, was da den Unterschied macht. ":/


    Außerdem ist vielleicht noch mal wichtig zu sagen, dass er einfach generell ein unruhiger Geist ist. Er wirkt oft irgendwie hektisch und gestresst, atmet sehr schnell, hat einen stark ausgeprägte moro-Reflex und wirkt stets angespannt. Auch kuscheln und schmusen scheint da wenig Wirkung auf ihn zu haben.

    Das zeigt sich auch in seiner Körperspannung, er ist oft steif wie ein Brett, beim wickeln ist es manches mal wirklich schwierig die Beine anzuwinkeln.


    Wenn er schreit und sich so mit Bauchschmerzen quält, möchte er tatsächlich viel herumgetragen werden, im fliegergriff geht es ihm noch am besten, wenn auch nicht immer gut. wenn wir großen mal Pausen vom herumtragen haben möchten, geht auch auf dem Rücken liegen und „Fahrrad fahren“ mit den Beinchen ganz gut und scheint ihm Linderung zu verschaffen.


    Tragetuch scheint übrigens bisher nicht soo gut anzukommen, da meckert er immer sehr viel herum.. ich hab zugegeben auch ein bisschen Angst davor, dass er dort einschläft und beim ablegen direkt wieder aufwacht. Er ist da aber auch sehr empfindlich was lagerungsveränderungen betrifft. Seinen großen Bruder habe ich zeitweise sehr viel im Tuch getragen, also sollte ich das wohl tatsächlich noch mal mehr versuchen. Danke für den Hinweis :)^


    Ich habe das Thema auch bei der Kinderärztin angesprochen bzw gefragt, ob es eine Unverträglichkeit der Milch sein könnte. Dies findet sie äußerst unwahrscheinlich - manche Babys haben halt Koliken, wird besser mit der Zeit.. %-|


    Beim osteopathen waren wir im übrigen auch schon, vor allem wegen einer Blockade der HWS. Seine Aussage: seine Bauchschmerzen sind wahrscheinlich Sodbrennen durch die Blockade, wird jetzt besser. Nur Merk ich davon nix..


    Nun ja, ist alles nicht sehr schön und es ist schwer, mit anzusehen, wie er sich quält, aber ich weiß aus Erfahrung (beim großen Bruder wars genau so) das geht vorbei und ich denke, wir helfen ihm schon halbwegs gut dadurch, wobei ich da natürlich für weitere Tipps dankbar bin :)z




    Das eigentliche Problem jedoch (nach ellenlangen Text..) :


    Das alles findet nicht nur abends, sondern mitten in der Nacht statt! Das ist es, was uns so furchtbar belastet.. das wir nie vor 3,4 Uhr im Bett sind. Wir müssen hier einen normalen Tag absolvieren, haben Termine, mein Mann muss arbeiten, das große Kind ist auch noch da. Da brauchen wir dauerhaft einfach mehr Schlaf in der Nacht, 4 Stunden reichen nicht.


    Wie bekomm ich einen Normalen Tag-Nacht-Rhythmus in ihn hinein? Da weiß ich irgendwie nicht weiter.. so kann es nicht mehr lange weitergehen. :°(


    Danke fürs durchkämpfen @:)

    morgen kommt nach 2 Wochen Pause endlich mal wieder meine Hebamme vorbei und ich werde sie noch mal auf den verdrehten Rhythmus und seinen „nervösen“ Charakter ansprechen.. vielleicht hat er ja auch schmerzen? ":/:-/


    Ach Mensch, ich fühl mich gerade manchmal total unfähig und hilflos, bin nicht mal in der Lage mein eigenes Kind zu lesen und ihm Linderung zu verschaffen..

    :)_


    Ich hab mal irgendwo gelesen, dass manche Babys auf die Vitamin D Tabletten mit Bauchweh und Unruhe reagieren. Vielleicht fragst du mal bei der Kinderärztin nach Tropfen?

    Die gibt es leider in der Dosierung 500 IE nicht ohne Rezept und kosten unfassbare 90cent Zuzahlung. Wir hatten am Anfang auch die Tabletten, sind dann auf die Tropfen und wollten jetzt wieder auf die Tabletten wechseln, aber unsere Maus hat dann plötzlich mit 23 Wochen auch wieder in der Nacht mit dem Bauch zu tun gehabt. Ob es tatsächlich mit den Tabletten zu tun hatte, kann ich nicht sagen, weil kann ja auch einfach ein Schub gewesen sein, aber wir sind jetzt wieder bei den Tropfen und es ist derzeit wieder besser.


    Wie sieht des denn aus mit einer Babymassage am Abend? Meine Maus war dann immer total platt und konnte gut schlafen. Durch einige Griffe war sie dann auch "luftleer" X-\


    Wie man einen Rhythmus reinbringt, kann ich dir leider nicht sagen. Ich würde sagen mit Ritualen, aber ich nehme mal an, dass ihr das eh probiert habt und das ohne hin nicht geht, wenn der kleine Spatz ständig weint. Ich würde ihn aber auch versuchen ins Tuch zu packen und z.B. mal um den Block laufen. Meine Maus wacht beim rausholen auch immer auf, aber als sie noch so klein war, hat sie dann eine Zeit lang gepupst und dann weitergepennt. Interessanterweise hat sie nie im Tuch gepupst... X-\

    wenn du tatsächlich den Verdacht hast, das er Schmerzen haben könnte....willst du vielleicht mal versuchen, ob ein Paracetamol Zäpfchen Abhilfe schafft? Falls er dann tatsächlich ruhiger wäre, hat er Schmerzen, und man kann da ansetzen?

    Ich hatte auch eine sehr schlechte Schläferin hier, und wir haben wirklich sooo unsagbar viel probiert. Mittlerweile ist sie 5 Jahre alt, es wird wirklich besser. Aber gut ist es immer noch nicht. Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst, nicht umsonst ist Schlafanzug eine foltermethode! Das geht auf Dauer an die Substanz, psychisch und physisch . Deshalb musst du dir unbedingt Hilfe suchen, wer kann dich tagsüber entlasten? Omas, andere Verwandte, Freunde...? Schon mal daran gedacht eine schreiambulanz aufzusuchen?

    Alles gute. Gutes durchhalten @:)