Richtig Stillen nach schwierigem Start

    Hallo zusammen,


    mein Kleiner wurde per ungeplantem Kaiserschnitt geboren, ich habe ihn danach direkt angelegt und er hat auch gesaugt (das war abends). Am nächsten Tag war ich leider noch nicht so fit (körperlich und psychisch), dass ich wohl falsch reagiert habe - der Kleine hat fast den ganzen Tag in seinem eigenen Bettchen geschlafen. Dass ich ihn hätte anlegen sollen, war mir in dem Moment nicht bewusst:°(Erst am dritten Lebenstag hieß es dann im Krankenhaus "Sie müssen ihn alle drei Stunden zum stillen wecken".


    Soweit sogut, es klappte auch halbwegs, er saugt super und ich habe die Brust irgendwie in seinen Mund bekommen. Es hieß, man soll unter die Brust fassen, sie wie ein "C" formen und sie dem Kind im richtigen Moment in den Mund schieben - "schieben" ist gut, die Male, in denen ich unterstützt wurde, war es eher ein teils brutales reinstopfen, aber immerhin hat er dann getrunken. Leider hat er zu viel abgenommen, also musste ich pumpen und zufüttern im Krankenhaus. Hier habe ich soo viele verschiedene Anleitungen bekommen, dass ich komplett gestresst und verwirrt war. Erst anlegen und dann pumpen, gar nicht anlegen (stattdessen Pre) und alle 2 Stunden pumpen etc...


    Dann zu Hause ab 4. Lebenstag, ich völlig verunsichert. Meine Hebamme meinte, ich soll ihn erst mal so oft anlegen wie es geht. Habe ich getan, es hat mich nur so unfassbar gestresst, er ist irgendwann auf mir eingeschlafen und ich habe mich so "gefangen" gefühlt, ihn NIE ablegen zu können (Hormone im Wochenbett;-)), da er sich ständig wieder gemeldet hat. Also mit der Hebamme einen Tag "Pause" vereinbart: Ich lege ihn alle 3 Stunden an, wenn er nicht mehr trinkt wird noch ein bisschen abgepumpt um den Milchfluss anzuregen, er bekommt ggf. eine Pre, damit er satt wird zwischendrin. Das lief auch ganz gut, er hat zwischen den Mahlzeiten immer 2-3 Stunden geschlafen (abgelegt!).


    Tja, nur ist das ja so kein Dauerzustand, pumpen dauert pro Seite bis zu 30 Minuten, also geht alle 3 Stunden eine fürs Pumpen flöten, plus die Zeit, ihn anzulegen und hinterher Fläschchen zu geben. So kanns auf jeden Fall nicht weitergehen!


    Ich weiß, es gibt Stillberaterinnen und meine Hebamme ist ja auch mit mir dran, ich sehne mich trotzdem nach Austausch. Meine Probleme zusammengefasst:


    1. Eigentlich würde ich ihn gerne wieder nach Bedarf anlegen. Leider wird meine Milch wohl noch nicht reichen, also was danach? Pre für ihn und ich wieder an die Pumpe? Nach JEDEM Anlegen?%:|Oder wird der Milchfluss auch von alleine mehr, dass ich nicht noch pumpen müsste?


    2. Ich habe das Gefühl, er hat zu wenig Ausdauer zum saugen. Er saugt zwar kräftig, schiebt aber trotzdem irgendwann energisch die Brust weg und/oder pennt ein. Nach kurzer Zeit wacht er aber wieder auf und hat Hunger (heißt wahrscheinlich auch, dass die Milch nicht reicht?)


    3. Das "Andocken". Ich finde es schrecklich, im die Brust in den Mund zu stopfen! Das geht auch erst, wenn er schon so brüllt, dass er den Mund aufmacht, von alleine macht er nur so ein kleines O mit den Lippen und schmatzt... Wie geht das besser?


    4. Ich würde gerne auch im Liegen stillen (seitlich). Habe auch schon Anleitungen gelesen, dass seine Nasenspitze auf meiner Brustwarzenhöhe sein sollte und er dann quasi von selbst andockt. Macht er natürlich nicht, er brüllt irgendwann wie am Spieß und wenn ich es dann schaffe, ihm die Brust wieder reinzustopfen, drückt sie ihm auf die Nase, was beim richtigen Anlegen ja nicht passieren sollte...


    Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, dass ich irgendwann ausschließlich und vor allem auch entspannt stillen kann!

  • 13 Antworten

    Liebe Nullachtfünfzehn,

    Herzliche Glückwunsch zur Geburt!

    Ich bin keine Expertin, nur Mama von zwei Jungs. Ihr werdet das schon schaffen, bestimmt! Gut, dass deine Hebamme für dich da ist.

    Mein ganz persönlicher Rat: gib dir Zeit. Gönn dir Ruhe. Es heißt Wochenbett. Habe ich auch nicht so richtig eingehalten, aber man darf. Gerade nach dem Kaiserschnitt ist es ja auch alles erstmal doof schmerzhaft (so war es zumindest bei mir). Deshalb erstmal Tempo raus.

    Warte mit dem Stillen im Liegen ggf noch ein bisschen. Mein Großer hat das nie geschafft, der Kleine auch erst spät. Auch das rüde in den Mund stopfen wird irgendwann (bald!) vorbei sein und es wird harmonisch klappen. Ihr müsst euch ja auch erstmal kennen lernen und klar, Stillen geht intuitiv, aber wie ich finde nicht unbedingt von alleine.

    Mein Pro-Tipp zum Milchfluss anregen und tatsächlich auch der einzige, der wirklich geholfen hat: Bockshornklee. Gibt's als Kapseln in der Apotheke, ist auch in Stilltee von weleda (und nur in dem) drin. Alles andere brachte bei mir nichts.

    Alles Gute dir!

    Herzlichen Glückwunsch! Schade, dass die dich im Krankenhaus alle so derb verunsichert haben. Dass die Zwerge erst mal abnehmen, ist normal, und dass sie zuerst wenig essen, auch! Nicht umsonst ist die Brust genau darauf eingestellt und produziert erst nach zwei (oder mehr!) Tagen richtige Muttermilch. Von daher gehe ich fest davon aus, dass du garantiert nicht "zu wenig" Milch hast. Wichtig wäre die Stillberaterin jetzt gleich. Denn die kann dir das mit dem richtigen Andocken zeigen. Wichtig wäre dann aber auch, wenn du stillen willst, dranzubleiben. Denn das bedeutet in der ersten Zeit einfach, dass der Zwerg an dir klebt und viel viel saugen will. Was du nicht brauchst, sind Hebammen die nach so kurzer Zeit schon einen Rhythmus empfehlen. So was ärgert mich - wichtiger wären wirklich Hebammen, die einem klipp und klar sagen, dass Stillen anstrengend ist und nun mal so läuft, wie du es beim Stillen nach Bedarf erlebt hast.

    Herzlichen Glückwunsch zum Baby!


    Als erstes möchte ich dir eine Forum empfehlen. Die machen dort ehrenamtlich online Stillberatung. Ich bin dadurch nach einer schlechten Beratung zurück zum Vollstillen gekommen.


    https://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewforum.php?f=2

    Seitlich im Liegen Stillen ist etwas schwierig und muss geübt werden. Kind 1 konnte es nach drei Monaten. Kind 2 konnte es sofort. Da musst du dran bleiben. Generell ist Stillen etwas das von Mutter und Baby geübt werden muss. Der Saugreflex ist angeboren aber der Rest ist Routine.


    Dass dein neugeborenes Baby dauernd einschläft ist normal und sagt nix über deine Milchmenge aus.


    Eine gute Stillposition ist es, wenn du mit Kissen im. Auf dem Rücken liegst und das Baby auf deinem Bauch. Dabei öffnen sie den Mund weiter und es ist bequem.

    in den meisten fällen isses so, daß durch den ganzen input von außen die natürlichen instinkte der mutter aberzogen werden

    das ist schade.

    was sagt denn dein bauchgefühl, außer dass es SO nicht weitergehen kann?

    ich persönlich habe mit zufüttern sehr schlechte erfahrungen gemacht. einmal getan und mein kind wollte nie mehr muttermilch, auch nicht abgepumpt aus der flasche

    dein kind muss das stillen genau so üben, wie du selbst. du kannst es unterstützen dabei.

    ich persönlich habe sehr gern im liegen gestillt.

    setz dich nich so unter druck, probiert euch aus.

    ich würd auch lieber kürzer stillen (baby is ja schnell erschöpft) und dafür öfter, als die brust dann reinzudrömmeln

    setz dich nicht so unter druck. ihr schafft das

    Herzlichen Glückwunsch, 0815! Das mit dem C hatte ich damals auch gelesen - kannste vergessen, kriegt nicht jeder hin. Sind deine Brüste sehr prall? Das fand ich damals das größte Problem. Es hat lang gedauert, bis meine Tochter und ich beim Stillen harmoniert haben, aber Durchhalten lohnt sich! Ich wünsch dir alles Liebe!

    Auch von mir alles Gute! Ich kann mich nur anschließen wegen einer Stillberaterin. Es gibt auch online tolle Gruppen mit erfahrenen Müttern/Hebammen/Stillberaterinnen, die dir die ersten Fragen beantworten und Tipps geben können. Was ich da so mitbekommen habe, kann es durchaus mehrere Wochen dauern, bis die "Stillbeziehung" klappt.

    Herzlichen Glückwunsch zum Baby!


    Ich habe ein Vierteljahr die Variante unter deinem Punkt 1. gemacht und es hat mich wahnsinnig gemacht. Ich wollte unbedingt so viel Muttermilch ins Kind bekommen, wie es geht. Meine Tochter hatte dann nach drei Monaten von selber die Nase voll. Mir ging es so mies damit.

    Jetzt, wo ich wieder klar denken kann, würde ich das nicht noch mal machen, sondern viel eher abbrechen und Pre geben.


    Du fragst aber ja nach Tipps und da hab ich trotz allem folgende: Erstmal würde ich die Hebamme nach Stillpositionen fragen und diese mit ihr austesten, denn so kann sie dir helfen bis du den Dreh raus hast. Stillkissen sind mMn Gold wert - aber nicht beim stillen. Mir ist immer die Füllung verrutscht und damit auch das Baby. Zum stabilisieren sind normale Kissen besser, finde ich. Meine Hebi wollte mir meine Tochter immer so halb unter den Arm klemmen, sodass der Kopf nach vorn zeigt. Fand die Position schrecklich. Ich hatte sie auf Kissen auf meinen Knien. Das klappte super, aber ich saß immer mit Buckel da und auf Dauer hätte das wohl zu Rücken-/Nackenschmerzen geführt. Wenn du deine Hebi fragst, kannst du das aber alles mal stressfrei durchgehen, weil du jemanden hast, der dein Neugeborenes stabil hält!:-)


    Das Andocken hab ich gemacht, indem ich ihr die mit Milch benetzte Brustwarze an den Lippen gerieben habe, dann hat sie zugeschnappt wie ein Krokodil.


    Meine Hebamme hat drei Kinder, beim letzten konnte sie selber nicht richtig stillen. Manchmal steckt man nicht drin.8-( Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt. Und wenn nicht, geht die Welt nicht unter, auch wenn einem das unter den Hormonen so vorkommt...

    Glückwunsch zum Baby und erst mal: Mach dir keine Vorwürfe, du hast nichts falsch gemacht. Mein Kleiner hat die ersten 1-2 Tage nach der Geburt auch nur im Bettchen geschlafen und wollte nicht wirklich trinken. Ganz am Anfang gehen auch nur sehr kleine Mengen rein (das Kolostrum) und der Milcheinschuss kommt erst danach! Die Panikmache im KH kann ich gut nachfühlen war bei mir auch so. :(v Aber die Nachsorge-Hebamme hat dann Ruhe reingebracht.


    Das "Reinstopfen" der Brustwarze: Auch normal. Das Baby braucht eine Weile um zu lernen wie das geht. Irgendwann macht er das ganz automatisch richtig, da kann man gar nicht so schnell gucken wie er die Brustwarze schon drin hat. ;-) Solange muss man halt stopfen, damit er nicht nur die Nippelspitze in den Mund nimmt, das tut nämlich sauweh.


    Einschlafen beim Trinken an der Brust: Total normal. Am Anfang pennen sie nach wenigen Minuten weg. ;-D Meine Hebamme hat mir den Tipp gegeben ihn ein wenig am Ohrläppchen zu ziehen bzw. da zu kraulen, das stimuliert den Saugreflex. Teilweise habe ich dann mit einer Hand das Baby gehalten, mit der anderen die Brustwarze und mein Mann hat am Öhrchen gezogen. Aber das wird auch besser, das Baby wird kräftiger und erschöpft sich nicht so schnell.


    Liegend stillen: Das konnte meiner am Anfang auch nicht. Muss man halt üben und irgendwann klappt es.

    Dass die Brust dem Baby auf die Nase drückt ist am Anfang auch normal, das Gesicht ist halt so winzig. Meine Hebamme meinte, das macht nichts, er regt sich schon wenn es nicht passt. Du kannst auch mit einem Finger ein bißchen auf die Brust drücken und dem Näschen etwas Platz machen.

    Nullachtfuenfzehn schrieb:

    1. Eigentlich würde ich ihn gerne wieder nach Bedarf anlegen. Leider wird meine Milch wohl noch nicht reichen, also was danach? Pre für ihn und ich wieder an die Pumpe? Nach JEDEM Anlegen? %:| Oder wird der Milchfluss auch von alleine mehr, dass ich nicht noch pumpen müsste?

    Anlegen nach Bedarf, dann wird die produzierte Milchmenge automatisch mehr. Dass ein Baby manchmal schon nach 20 oder 30 min wieder an die Brust will heißt nicht, dass die Milch nicht reicht. Das nennt sich Clusterfeeding, ist super anstrengend, aber auch normal. Der Magen des Babys ist klein, die Milch schnell verdaut. Und das Saugen regelt die Milchmenge hoch, weil der Bedarf in den ersten Wochen ja immer weiter ansteigt.

    Nullachtfuenfzehn schrieb:

    1. Eigentlich würde ich ihn gerne wieder nach Bedarf anlegen. Leider wird meine Milch wohl noch nicht reichen, also was danach? Pre für ihn und ich wieder an die Pumpe?

    Leider bist du total verunsichert worden.

    Ich würde die Milchpumpe und die Pre-Nahrung in den Schrank stellen und wieder mehr auf die natürliche Intuition vertrauen.

    Die Milchpumpe und die Zufütterung bereiten Stress. Das kannst du beim Stillen gar nicht gebrauchen.


    Du kannst davon ausgehen, dass deine Milch reicht!!!!

    Es gibt kaum Fälle, wo die Milch nicht reicht und die sind auch oft noch hausgemacht.

    Wenn dein Baby mehrere (5-6) nasse Windeln am Tag hat, bekommt es ausreichend Milch.


    https://www.lalecheliga.de/ima…mein_Baby_genug_Milch.pdf


    Nullachtfuenfzehn schrieb:

    2. Ich habe das Gefühl, er hat zu wenig Ausdauer zum saugen. Er saugt zwar kräftig, schiebt aber trotzdem irgendwann energisch die Brust weg und/oder pennt ein. Nach kurzer Zeit wacht er aber wieder auf und hat Hunger (heißt wahrscheinlich auch, dass die Milch nicht reicht?)

    Das ist völlig normal für ein so junges Baby.

    Lege das Kind jedesmal an, wenn es wach wird. Oft braucht es einfach nur die Brust um deine Nähe zu spüren.

    Das ist KEIN Anzeichen, dass die Milch nicht reicht.


    Hier wurde eine ähnliche Frage gestellt, die Stillberaterin hat eine sehr ausführliche gute Antwort geschrieben:


    https://www.rund-ums-baby.de/s…satt-zu-werden_104576.htm

    Hallöchen und herzlichen Glückwunsch!


    Wenn Du ihn wirklich voll stillen willst, dann musst Du einfach genau das auch tun.

    Nein zufüttern und nach Bedarf anlegen.

    Das kann dann auch schon mal alle halbe Stunde sein.


    Nur so werden sich Brust und Baby aufeinander einstellen.

    Solange Du zufütterst, wird das nicht möglich sein, da Deine Brust nicht ständig (eben alle 30 Minuten) ein hungriges Baby saugen fühlt.


    Nur durch dieses hungrige Saugen wird genug Prolaktin ausgeschüttet, damit Du bald (innerhalb von 3-4 Tagen) genug Milch haben wirst.


    Das kann auch schon mal dauerstillen, wunde Warzen und ein weinendes, nicht komplett satt werdendes Baby bedeuten.


    Aber nur so wirst Du ohne bald Stillen können. Keine Sorge - er hält das aus.