Ab wann wirken Medikamente?

    Hallo,


    ich habe eine Entzündung der Schilddrüse und dementsprechend zuviele Hormone im Blut. Der Arzt hat Neo Mercazole verschrieben. Nach einer Woche (10 mg täglich) wurde noch keine Verbesserung erreicht. Jetzt soll ich 20 mg täglich nehmen.


    Ab wann in etwas müsste mit einer Verbesserung zu rechnen sein?

  • 11 Antworten

    Diese Medikamente hemmen nur den Neubau von Schilddrüsenhormonen, beeinflussen aber nicht die bereits im Blut befindlichen.


    Da das Speicherhormon T4 eine Halbwertszeit von etwa 8 Tagen hat, dauert es, bis die Spiegel sinken.


    Abhängig auch von den Ausgangswerten und der Art der Schilddrüsenentzündung (Basedow?) so als "Hausnummer" etwa 14 Tage bis zu deutlicher Änderung, +/- ... ;-)


    Hat der behandelnde Arzt denn keinen Termin zur erneuten Wertekontrolle angesetzt?

    PS:


    Warum hast du denn statt der 60 mg nur 10 mg genommen? Dauert dann natürlich länger, die Ausgangswerte sind ja knackig.

    Zitat

    Der Arzt hat mir jetzt empfolen eine Szintigraphie zu machen und mir auch 60 mg pro Tag an Neo Mercazole verschrieben.

    http://www.med1.de/Forum/Schilddruese/617513/

    Danke für die Antwort. 60 waren falsch gerechnet. Ich sollte eine Woche 30 nehmen, dann musste ich Pause machen, weil ich eine normale Grippe mit 39 Grad Fieber hatte, und danach sollte ich dann nur 10 mg am Tag nehmen. Jetzt ist die Dosis auf wie gesagt 20 mg pro Tag gestiegen.


    Aber das ergibt dann Sinn, dass der Wert kaum zurückgegangen ist... Danke für die Antwort.

    Zitat

    dann musste ich Pause machen, weil ich eine normale Grippe mit 39 Grad Fieber hatte,

    O, ok. Ein Blutbild wurde ja sicher gemacht?


    Bei der Dosierung gibt es prinzipiell zwei Wege: hoch einsteigen, dann reduzieren oder von vornherein die vermutete Erhaltungsdosis geben. letzteres dauert dann eben länger.


    Der eingeschlagene Weg hängt natürlich auch von den Symptomen ab, einiges kann z.B. auch durch Betablocker noch gelindert werden (schneller Herzschlag, hoher Blutdruck, Zittern)

    Ja, Blutuntersuchung wurde während dem Infekt gemacht. Das hatte wohl nichts mit der Schilddrüse zu tun.


    Komischerweise sind auch die Symptome zurückgegangen, nur noch leichtes Zitters, Herzschlag ist auch wieder normal, daher war ich etwas überrascht, dass die Werte immer noch so hoch sein sollen.


    Werde dann in zwei Wochen ja sehen, wie es weiter geht... Danke für die Hilfe schonmal!

    Du "gewöhnst" dich ein bißchen daran, dass du "übertourig" läufst. Manche Menschen bekommen dann auch Symptome, die eher der Unterfunktion zuzuordnen sind, wenn sie nach Behandlung der Überfunktion wieder im normalen Bereich ankommen.

    Hallo,


    neue Frage: Nachdem ich diese Szintigraphie hab machen lassen, kam heraus dass ich eine Entzündung der Schilddrüse vom Typ De Quervain habe.


    Mittlerweile sind die zu hohen Werte so stark heruntergegangen, dass ich nun eine Unterfunktion habe. Mit den Tabletten gegen die Überfunktion habe ich vor einer Woche aufgehört. Kann es sein, dass diese Medikamente noch eine "Nachwirkung" haben, stoppt die Wirkung unmittelbar?

    Hier ist die Überfunktion keine Überproduktion von Hormonen, sondern Folge der Zellzerstörung durch die Entzündung, d.h. nach einer anfänglichen Überfunktion rutscht du uU schnell in die Unterfunktion, weil nicht mehr "nachgeliefert" wird.


    Man kann je nach Ausmaß der Unterfunktion Schilddrüsenhormone ergänzen, bei der T. de Quervain kommt es aber meist nach mehr oder weniger langem Verlauf zu einer Ausheilung mit dann wieder normalen SD-Werten.


    Etwas "Nachlauf" ist aber sicher auch durch das Carbimazol noch zu erwarten.


    Aber erstaunlich, dass du die in der Regel damit verbundenen Schmerzen wohl nicht hattest?

    Hallo eagleeye,


    hatte letztes Jahr auch die Schilddrüsenentzündung de Quervain, welche auch erst, ähnlich wie bei dir, erst nach ca. drei Wochen diagnostiziert worden ist :-o . Die Symptome waren ähnlich wie bei dir, nur hatte ich noch sehr starke Schmerzen die in den Unterkiefer strahlten. 39 Grad Fieber hatte ich auch, dazu hohen Puls und eine starke SD Überfunktion, danach normale Schilddrüsenfunktion und später landete ich in einer krassen Unterfunktion.


    Anfangs, also während der ÜF bekam ich auch eine hohe Dosis Carbimazol, was natürlich bei einer de Quervain SD Entzündung wirkungslos ist. Auch Betablocker bekam ich, der Puls blieb trotzdem bei 100 Schlägen pro Mintute.


    Später, als die Diagnose stand, bekam ich Diclofenac Tabletten verschrieben. Diese halfen sehr schnell gegen die Entzündung und der Puls ging schlagartig nach unten. :)z


    Bei mittelschweren de Quervain SD Entzündungen wird Diclofenac, bei schweren Kortison verschrieben.


    Seit der Entzündung letzten Jahres nehme ich L-Thyroxin 75 und Jod zur Aktivierung der Schilddrüse. (Jod ist hier sinnvoll, weil die SD dadurch zum Arbeiten angeregt wird)


    Knoten in der SD und Autoimmunerkrankungen der SD habe ich keine (alle Werte waren negativ) von daher ist das zusätzliche Jod ok. Hatte vorher normale SD Werte, jedoch einen leichten Kropf (Jodmangelkropf). Die SD selbst war nur kurzzeitig, also 1 Monat entzündet. Es kam zum Glück keine Entzündung mehr nach.


    Der Verlauf war sehr heftig, jedoch zum Glück sehr kurz. Wie geht es dir jetzt? Mußt du auch mit L-Thyroxin substituieren? Mir geht es inzwischen schon länger wieder super gut. Von der SD Unterfunktion merke ich gar nichts. Es hieß die SD heilt aus. Das kann noch ein wenig dauern.

    Hallo,


    schönen Dank für die Antworten. Da scheine ich ja teilweise noch Glück zu haben. 39 Fieber hatte ich auch mal eine Woche lang (kurz nachdem die SD Entzündung diagnostiziert wurde), musste auch Antibiotika nehmen. Schmerzen hatte ich nur ca. 1-2 Wochen am Anfgang. Konnte den Kopf kaum bewegen, weil am Hals alles weh tat, aber von aussen (wie als wenn man gegengeschlafen hätte).


    Mittlerweile habe ich "nur noch" Schluckbeschwerden, die ganz ganz langsam besser werden. Und besonders morgens schwillt irgendwas im Hals an, sodass man etwas röchelt. Medizin bekomme ich im Augenblick keine. War heute nochmal beim Blutabnehmen, Arzt sagte, dass ich auch evtl mit L-Thyroxin nehmen werden muss.


    An sich geht es mir ganz gut, hoffe halt nur, dass die Werte bald mal wieder normal sind und diese Schluckbeschweren/Atemprobleme weggehen. Wehtun tut es höchstens noch wenn man gähnt etwas unterhalb vom Ohr.