Angstzustände durch L Thyrox, aber ohne gehts auch nicht

    Hallo,


    ich muss seit mittlerweile über 10 Jahren SD L Thyrox nehmen. (Aktuelle Dosierung 2x100)


    Ursprünglich habe ich mit 100 angefangen, weil meine SD zu groß war, die Dosierung wurde im Laufe der Zeit mehrfach von meinem HA angepasst.


    Bei der letzten Untersuchung im Juni kam heraus, dass die freien Hormonwerte zu niedrig und der TSH zu hoch waren. Also wurde die Dosis letztmalig angepasst von 150 auf 200 (erstmalig so hoch)


    Meine Antriebslosigkeit hat sich daraufhin massiv verbessert. Ich hatte ohne die hohe Dosis massive Probleme überhaupt aufzustehen. Wenn ich am Wochenende alleine bin, hatte ich teils massive Probleme bis mittags aus dem Bett zu kommen und das nach ausreichend Schlaf. Unter der Woche ging es halt nicht anders als rausquälen.


    Leider hat die Dosis jetzt auch eine echt unangenehme Nebenwirkung, sie macht mich traurig.


    Ich gerate derzeit mehrfach täglich in Situationen, in denen ich einfach Tränen in den Augen und das komplett grundlos. Ich grüble dann über verschiedenste Probleme nach. Meine Grundstimmung ist unerträglich schlecht seither, jetzt seit die Wintertage einsetzen ist es aber nochmal deutlich problematischer geworden. Noch dazu kommt im Moment eine private Situation, die mich sehr beschäftigt und mir einiges an Geduld und Kraft abverlangt.


    Ich kann diese Anfälle echt schwierig beschreiben, es ist einfach so ein Kloß im Hals, es verkrampft sich Alles, mein Herz fängt wie blöd an zu klopfen, ich hab ein Engegefühl in der Brust und halt Tränen in den Augen. Und die Gedanken rennen im Kreis. Und das passiert mittlerweile mehrfach täglich.


    Es ist ein ganz eindeutiger Zusammenhang zwischen den SD Tabletten und diesen Vorfällen erkennbar. Ich habe vor 3 Wochen den Test gemacht und eine Woche lang eigenmächtig wieder auf 150 reduziert. Ergebnis -> Negative Stimmung weg, aber ich total müde und kam nicht aus dem Bett


    Weitere Medikamente, die ich einnehmen muss: Testoviron (alle 10 Tage gespritzt), Dekristol (alle 2 Tage eine) und Ramipril comp 5/12.5 (gegen durch Testosteronbehandlung auftretenden leicht erhöhten Blutdruck, war vorher i.O.)


    Könnt ihr mir vlt einen Rat geben, was ich tun soll oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Sind eventuell Wechselwirkungen zwischen den o.g. Medikamenten bekannt?


    Vielen Dank @:)

  • 7 Antworten

    Warst du damit mal bei einem Endokrinologen? Mir fehlen da Untersuchungen auf Antikörper und ein paar andere Dinge, die Fachärzte eigentlich abklären. Hausärzte haben dafür oft einfach kein Budget oder keine passenden Geräte und Fortbildungen. Evtl könnte ein Endo dir auch ein Kombipräparat oder t3 einzeln verordnen - je nachdem, wie die Werte aussehen.

    Ja war ich, Hashimoto wurde ausgeschlossen.


    Mein Hausarzt hat einen sehr hohen Bildungsstand, ist Dozent und führt eine Lehrpraxis.


    Wenn er nicht weiter weiß oder nicht sicher ist, wurde ich bisher immer sofort zum Spezialisten überwiesen.


    Ich fühle mich da eigentlich sehr gut aufgehoben, die regelmäßgen Kontrollmessungen wurden von ihm angeordnet.


    Aktuell spiele ich mit dem Gedanken einfach mal das Präparat zu wechseln, weil so kann es echt nicht weitergehen %:|

    Das ist sicherlich auch eine Möglichkeit und das werde ich austesten.


    Ich frage mich halt einfach nur, ob die Probleme in dieser Form häufiger so auftauchen.


    Die Werte waren ja nach 2 Monaten laut Arzt optimal mit 200 mikrogramm täglich.


    Wieso aber verursachen sie bei mir solche Nebenwirkungen?

    Jedenfalls ist es hier im Forum "häufiger so", dass eine LT-Steigerungsrate von 25 µg empfohlen wird und dann, wenn man sich der Zieldosis nähert , man sich langsam heranpirschen muß. Zwischen LT150 und LT200 können Welten liegen.

    Ich habe seit heute Nachmittag die Info, dass es wohl doch Hashimoto ist.


    Die TAK Antikörper waren deutlich erhöht.


    Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass bereits 2009 ein Test gegen Tak, Mak und Trak Antikörper durchgeführt wurde, dieser aber negativ war.


    Ich weiß nicht, ob das die Ausgangslage jetzt ändert, jedoch habe ich erneut einen Termin in der uniklinik Essen.


    Leider ist das erst in einem halben Jahr.


    Ich habe nun lthyrox von einem anderen Hersteller verschrieben bekommen und zwar 100er und 25er. Ich soll mich von 150 ausgehend soweit in 12.5er Stufen steigern wie ich mich gut fühle und dann zur Konzrollmessung kommen.


    Außerdem jodhaltige Kost meiden.


    Irgendwie muss ich solange über die Runden kommen.

    Willkommen im Kreis der Hashis! Der ärztliche Rat erscheint plausibel. Allgemein wird Hashis ein TSH unter 1.0 empfohlen. Wo genau darunter, sagt Dir Dein Befinden. Manche, aber nicht alle, Hashis fühlen sich erst richtig wohl, wenn ihre freien Hormonwerte im oberen Drittel ihrer Normbereiche liegen. Ich empfehle Dir das Buch "Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis" von Brakebusch/Heufelder, ISBN 978-3-86371-196-2, EUR 14.95. In Zukunft bitte Kopien aller Befunde verlangen und diese abheften, damit Du und ggf. andere Ärzte später die Entwicklung Deiner Krankheit verfolgen können. Ich habe außerdem immer vermerkt, wie mein Befinden bei der jeweiligen LT-Dosis war; das kann beim Auffinden der Zieldosis oder bei einer Dosisänderung hilfreich sein.