Frage zu Schilddrüsenwerten – ok oder nicht?

    Hallo Zusammen,


    ich ging vor ziemlich genau einem Jahr zu meiner HA, da ich ich ständig müde war, das Gefühl hatte "ich komme nicht so ganz aus den Pötten", 10 Kilo in nem Jahr zugenommen hatte und worüber ich mir am meisten Sorgen gemacht hatte, irgendwie schnell aus der Puste kam – auf meine Bitte hin, hat sie dann auch die Schilddrüsenwerte untersucht: Ergebnis:


    T3:3,11 (Referenz: 2,57-4,43)


    t4: 0,95 (Referenz: 0,93-1,7)


    TSH basal: 3,51 (da stand als Referenz nur "...")


    Sie meinte es wäre alles Bestens, zwar Richtung Grenze, aber alles in der Norm, ich sollte es in ein paar Monaten noch mal checken lassen, um auszuschließen, dass ich eine Tendenz nach unten hätte. Gegen die Müdigkeit sollte ich Eisen nehmen, da der Wert zwar noch im Normbereich liegt, aber halt auf der Grenze.


    Gut, habe ich dann auch gemacht, und es wurde auch wieder halbwegs. 1 Jahr später, d.h. vor ein paar Wochen, nochmals 10 Kilo mehr, immer noch schnell aus der Puste (trotz Sport – naja bei mehr gewicht aber wohl auch wieder normal), bin ich dann zum normalen checkup. Sie meinte, dass einzige, was die Kasse zahlt sind Cholesterin und Zucker. Erst als ich sie darauf hinwies, sie hätte doch gesagt, ich solle auch die Schilddrüsenwerte noch mal testen lassen, hat sie den tsh wert noch mit draufgesetzt:


    TSH basal: 3,45


    Wieder lt. ihr alles top (nur ich dass ich jetzt diät halten soll ;-) )(wegen des schnellen außer Atem kommens gabs dann noch ein Belastungs EKG (topfit) und einen Lungenfunktionstest (sehr gutes Lungenvolumen, allerdings irgendwas mit Ausatmung nicht in Ordnung, folgt also noch der Lungenfacharzt).


    Also lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin jetzt im Internet darauf gestossen, dass ein TSH von 3,5 eigentlich viel zu hoch ist. Was stimmt den nun? ???


    Viele Grüße


    stef70

  • 14 Antworten

    Hallo!


    Viele arbeiten noch mit einem Normwert von bis zu 4,5 bei dem TSH. Spezialisten für die SD behandeln bei Symptomen aber schon wesentlich früher (TSH über 2,5). Des weiteren kann man am Ultraschall sehen ob eine Erkrankung vorliegt. Das würde ich machen lassen.


    Deine freien Werte sind sehr weit unten, der TSH wird steigen. Wenn du dich damit nicht plagen willst bis du garnimmer arbeitsfähig bist such jetzt schon einen Spezialisten auf. Auf der top-docs liste findest du Empfehlungen. Oft sind das Internisten, Radiologen oder Endokrinologen.

    Ein TSH von 3,5 ist zu hoch. Viele Ärzte und Labore haben veraltete Referenzbereiche. Nach neueren Studien fängt die Grauzone für eine Unterfunktion schon ab einem TSH von 2 an. Deine anderen Werte sehen auch sehr gruselig aus. Ist das denn fT3/fT4 oder nur T3/T4?


    Wenn das die freien Werte sind, also fT3/fT4, dann hast du bei fT3 29,03% und bei fT4 2,60%. Diese Prozentzahlen sind wichtig, da sie einen verhältnismäßigen Mangel anzeigen. T4 wird in T3 umgewandelt, da T3 das stoffwechselaktivere Schilddrüsenhormon ist. Ist der fT4-Wert nun sehr niedrig und der fT3-Wert auch eher niedrig aber mehr als der fT4-Wert, dann bedeutet das, dass dein Körper versucht jeden kleinen Rest an T4 ins T3 umzuwandeln.


    Zum TSH nochmal: TSH zeigt an, ob der Körper Schilddrüsenhormone haben will. Ist er erhöht bei einem gleichzeitigen niedrigem Level an Schilddrüsenhormonen (fT3/fT4), dann kann die Schilddrüse dem Wunsch nach mehr Schilddrüsenhormonen nicht mehr nachkommen. Du hast ja bereits Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion: Gewichtszunahme, Müdigkeit.


    An deiner Stelle würde ich mir eine Überweisung zu einem Endokrinologen geben lassen. Dieser wird dich noch auf eine Autoimmunerkrankung testen und sich deine Schilddrüse genauer angucken mit dem Ultraschall, manchmal macht er auch eine Szintigraphie. (Die Szintigraphie ist aber bei keinen sichtbaren Knoten im Ultraschall in der Regel nicht notwendig.) :)*

    Hallo,


    danke für die Anworten. Das hört sich ganz anders an zu dem was meine HA gesagt hat und gar nicht so gut.


    (mal ganz blöd gefragt; können trockene Augen auch ein Symptom sein: bin deswegen schon seit Jahren in Behandlung. Oder Muskelverhärtungen in den Waden? – naja, das hört sich jetzt an, als ob ich ständig krank sei, aber dies sind halt diese kleinen Zipperleins...)

    @ ahrasahra:

    Ich habe nachgeschaut, das sind ft-Werte (hab das f beim tippen anscheinend verschludert. Gruselige Werte klingt ja gar nicht gut.


    Ok, dann werde ich dann doch besser mal versuchen einen guten Endikronologen in Düsseldorf zu finden (kann man da eigentlich auch ohne Überweisung hin? Lt. Hausärztin ist ja alles top – ich denke nicht, dass ich da eine Überweisung bekomme)


    (Ist das dann nicht ein gutes Zeichen, dass der TSH ein ganz klein wenig runter gegangen ist? )


    Viele Grüße


    stef70

    in Ö kann man einfach so einen facharzt aufsuchen. In D eventuell mit Praxisgebühr?


    Ansonsten gibts noch Privatärzte

    Die traurige Wahrheit ist, dass sich viele Ärzte mit der Schilddrüse einfach nicht auskennen.


    Wie oft auch ein unerkannter Hashimoto hinter "eigenartigen" Beschwerden steckt – sogar bei relativ normal erscheinenden Werten! – ist schon legendär.


    Es ist deshalb superwichtig, einen Arzt zu finden, der wirklich genau ist und Beschwerden ernst nimmt. Es gibt bekannte Fachärzte, die im Web empfohlen werden, eine Art "weiße Liste", am besten mal ein bisschen danach googlen ...

    stef70

    Zitat

    können trockene Augen auch ein Symptom sein: bin deswegen schon seit Jahren in Behandlung. Oder Muskelverhärtungen in den Waden?

    Jap, das können auch Symptome sein – müssen aber nicht. Wenn sich das dann mit der Behandlung nicht bessert, dann müssen andere Ursachen gesucht werden.


    Guck mal hier, das sind z. B. Symptome einer Unterfunktion. Das werden nicht alle sein aber zumindest einige.Vielleicht erkennst du dich da wieder:

    Hier zu finden. Der Link beschreibt zwar eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, jedoch rutscht man bei dieser Erkrankung schubweise immer stärker in eine Unterfunktion. Der Endokrinologe sollte dich darauf auch untersuchen. Besser wird es im Normalfall leider nicht.


    An Symptomen hatte ich z. B. auch noch so ein "Steifheitsgefühl". So als ob meine Muskeln alle ganz hart wären. Das hat sich mit der Behandlung wesentlich gebessert. Ich dachte immer, dass ich einen Magnesiummangel hätte – obwohl ich ständig Magnesium ergänzt habe.


    Der TSH hat tageszeitliche Schwankungen, da der Bedarf an Schilddrüsenhormonen ebenfalls schwankt. Das TSH ist ja das Hormon, dass der Schilddrüse den Befehl gibt "Mehr Hormone, bitte."


    Bezüglich der Überweisung würde ich notfalls auch auf die "gute Bekannte" zurückgreifen ;-) Ob dich ein Endo auch so nehmen würde, kann man nicht sagen. Manche verlangen nur 10€ als Praxisgebühr und die anderen bestehen auf eine Überweisung. Ein Telefonat dürfte aber das klären :)

    Hallo,


    ja, ein paar der Symptone erkenn ich wieder – allerdings nicht alle. Blutdruck zum Beispiel ist bei mir aber eher zu niedrig, so langsam scheint er sich Richtung normal zu entwicklen (100/80), denke das hängt mit den zusätzlichen Kilos zusammen, dass er "hoch" geht.


    Das mit der Steifheit kommt mir allerdings sehr bekannt vor – hatte ich vor 2 Monaten ganz extrem, vor allem morgens. War jetzt aber nicht bei Arzt deswegen. Im Moment ists auch wieder ok.


    Ich google gerade nach einem Arzt und les gerade die Negativberichte auf TopDocs... irgendwie bleibt da ja keiner mehr übrig...


    Aber irgendwie – wenn sich tatsächlich herausstellt, dass da etwas nicht stimmt – werde ich gerade etwas sauer auf meine Hausärztin.

    @ Sahrasahra

    bei der "guten Bekannten" stehe ich aber gerade auf dem Schlauch?

    Damit meinte ich, dass du deiner HÄ z. B. erzählen kannst, eine gute Bekannte hätte ähnliche Symptome und bei ihr konnte dann der Endokrinologe bei ähnlichen Schilddrüsenwerten eben eine Schilddrüsenerkrankung feststellen. Sie hätte dir dann empfohlen, auch mal speziell zu einem Hormonspezialisten zu gehen.


    Aber ich denke, dass eine Überweisung wirklich kein Problem darstellt. Auch wenn du einfach so danach fragen solltest ;-) Die Ärztin kann dir ja nicht verweigern, zu einem anderen Arzt zu gehen.

    ok, ich glaub ich sollte jetzt aufhöhren zu googlen, sonst mach ich mich noch ganz verrückt.


    also, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist für eine Unterfunktion meistens Hashimoto-Thyreoiditis die Ursache. Jetzt wollte ich natürlich noch herausfinden, was das ist. Dann bin ich jetzt auch auf den Link gestossen:http://www.apotheken-umschau.de/Hashimoto-thyreoiditis.


    Das hiesse ja, dass die Schilddrüse langsam verschwindet, ohne das man was dagegen machen kann.....wird damit dann noch normal alt?


    Also, bevor ich mich jetzt sterbenskrank rede, seh ich mal zu, dass ich einen Termin bekomme.


    Falls einer aus der Näher von D'dorf kommt, kennt einer diesen hier:


    http://www.arztpraxis.biz/drthraen/index.php?id=5050


    oder diesen Dr. Wundram von den Topdocs (ist der einzige, der noch keine Negativbewertung gekriegt hat)?

    Mach mal halblang. Eine UF kann mehrere Gründe haben; die häufigsten sind Jodmangel (in Deutschland wegen der jodierten Lebensmittel mittlerweile selten) und Hashimoto-Thyreoiditis. Hashimoto ist eine SD-Autoimmun-Erkrankung, welche die SD allmählich zerstört, so dass sie immer weniger Hormon produziert. Glücklicherweise kann man aber dieses L-Thyroxin in jeder Apotheke kaufen und damit den Hormonmangel kompensieren. Die Sorge vor einer verminderten Lebenserwartung ist also vollkommen grundlos. Das Wichtigste: ein Arzt, der von der SD etwas versteht!

    na dann bin ich ja beruhigt :-). (nur wenn man irgendwo, was von nicht heilbar liest..) – ne, ich gehöre normalerweise nicht zu denjenigen, die sich total verrückt machen. Hab aber auf jeden Fall jetzt schon richtig viele Infos lesen können – danke allen nochmal dafür. Jetzt hoffe ich nur noch darauf, dass ich nicht alluzulange nach einem kompetenten Arzt suchen muss, und dann schauen wir mal, was der so diagnostiziert....

    Eine Schilddrüsenunterfunktion ist ja auch in dem Sinne "nicht heilbar", das heißt, wenn die Schilddrüse so wenig funktioniert, dass du Medis nehmen musst, die die fehlenden Hormone der Schilddrüse ersetzen, dann musst du diese meist ein Leben lang nehmen. Das ist mit "nicht heilbar" gemeint. Allerdings verkraftet man diese kleine Tablette (meist morgens) doch ganz gut ;-) . Regelmäßig Blut checken beim Schilddrüsen-Arzt gehört auch zukünftig dazu. Meine Ärztin macht auch einmal im Jahr eine Ultraschaluntersuchung der Schilddrüse (okay, von dem Rest, der nicht rausoperiert wurde), um zu gucken ob (neue) Veränderungen an der Schilddrüse zu sehen sind.

    Bei Hashimoto kann übrigens – um die Sache noch komplizierter zu machen - beides gleichzeitig, nämlich Symptome sowohl einer Unter- als auch einer Überfunktion, auftreten!