Hashimoto – Hilfe bei Blutwerten

    Hallo zusammen,


    ich bin seit Jahren stille Leserin und habe mir hier schon vieles für mich herausgezogen. Heute hätte ich auch einmal eine Frage zu meinen Schilddrüsenwerten. Ich habe Hashimoto, soviel weiß ich. Allerdings war mir der Arzt so dermaßen unsympathisch und da ich ihn auch nach mehrmaligen Versuchen nicht telefonisch erreicht habe, sitze ich nun hier mit den zugeschickten Ergebnissen und kann damit grad nicht viel anfangen.


    Gibt es hier vielleicht jemanden, der die Werte lesen kann?


    anti-TPO: 244 U/ml (0 - 35)

    TG-Antikörper: < 20 U/ml (0 - 40)

    TSH-Rez.-AZ: < 0,1 U/l (0,0 - 0,55)

    TSH: 3,24 uU/ML (0,4 - 4,0)

    freies T3: 3,7 pmol/l (3,2 - 7,2)

    freies T4: 11,4 pmol/l (9,0 - 22,7)

    Calcitonin: < 2 pg/ml (0 - 12)


    Der einzige Wert, der von der Norm abweicht, ist der anti-TPO. Ich habe im Moment keinerlei Beschwerden und weiß von meiner Internistin, dass ich bei meinen derzeitigen Werten keine Medikamte nehmen brauche. Bei dem Endokrinologen, von dem ich nun diese Werte erhalten habe, war ich für eine Zweitmeinung. Ich werde auf jeden Fall in den nächsten Wochen nochmal zu meiner Internistin gehen, aber vielleicht kann mir hier ja vorher schon eine Einschätzung oder seine Erfahrung mit diesen Werten geben. Beide Ärzte haben jeweils per Ultraschall erkannt, dass ich eine typische Hashimoto-Schilddrüse hätte.


    Falls jemand was dazu sagen kann, würde ich mich sehr freuen.

    Vielen herzlichen Dank.

  • 7 Antworten

    Nunja, eigentlich ist der TSH Wert zu hoch (dein Normbereich ist veraltet, meistens ist dieser aktuell bis 2,5 und zwischen 2,0 - 2,5 ist der "Graubereich) und die freien Werte kratzen schon an den unteren Intervallgrenzen des jeweiligen Normbereichs. Wenn du jedoch keinerlei Symptome hast, würde ich auch noch keine Medikamente nehmen. Jedoch wirst du in Zukunft daran mit sehr hoher wahrscheinlich nicht vorbei kommen, wenn die Schilddrüse weiter zerstört wird. Spätestens wenn die ersten Symptome durch zu wenig Schilddrüsenhormone auftreten, wirst du Medikamente nehmen müssen. Wann das sein wird, kann dir aber niemand sagen. Theoretisch kann es auch viele Jahre dauern, jeder Mensch ist unterschiedlich.


    Zwar ist dein Beitrag schon 14 Tage alt, aber vielleicht hilft dir mein Kommentar trotzdem etwas, auch, wenn du wahrscheinlich schon bei deinem Internisten warst.

    Hallo Bazi1,


    vielen Dank für deine Antwort, die mir tatsächlich sehr weiterhilft. Ich wusste nicht, dass die Normbereiche nicht mehr aktuell sind. Ich hatte gehofft, beim Endokrinologen bekomme ich das auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft mitgeteilt. Ich habe nächste Woche einen Termin und werde ansprechen, ob ich mit den Schilddrüsenhormonen doch schon beginnen soll/kann. Bei längerem Überlegen bemerke ich nämlich doch das ein oder andere Symptom.


    Vielen Dank und schönen Tag.

    Hallo!

    Die Bluwerte interpretiere ich wie Bazi1. Und wenn du Symptome hast (am besten eine Liste schreiben und mitnehmen) würde ich einen LT Versuch wagen. Meine Blutwerte waren ähnlich vor 10 Jahren und ich habe leider sehr lange gebraucht einen Arzt zu finden der es mit LT versuchen will. Zwischen einem TSH von 2,5 und 4 werden nämlich nur die wenigsten tätig - meist nur Spezialisten die schon viele viele Patienten damit behandelt haben.

    AnnaMarie80 schrieb:

    Hallo Bazi1,


    vielen Dank für deine Antwort, die mir tatsächlich sehr weiterhilft. Ich wusste nicht, dass die Normbereiche nicht mehr aktuell sind. Ich hatte gehofft, beim Endokrinologen bekomme ich das auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft mitgeteilt. Ich habe nächste Woche einen Termin und werde ansprechen, ob ich mit den Schilddrüsenhormonen doch schon beginnen soll/kann. Bei längerem Überlegen bemerke ich nämlich doch das ein oder andere Symptom.


    Vielen Dank und schönen Tag.

    Freut mich, dass dir meine Antwort geholfen hat.


    Dass Ärzte immer auf dem neuesten Stand sind, ist leider ein Trugschluss. Selbst in ihren Disziplinen hängen viele Ärzte noch an dem fest, was sie die letzten 10 oder 20 Jahre gemacht haben und wie da der Stand der Forschung war. Eine eigenständige Weiterbildung machen leider viele nicht. Vor allem bezogen auf die Schilddrüse ist das oft so. Darum gibt es da auch so viele falsch negativ Diagnosen und man wird pauschal in die "Psychoecke" geschoben mit seinen Symptomen.


    Welche Symptome konntest du bei dir feststellen?

    Hallo Bazi,


    gruselig ist das, wenn man zum Facharzt (Endokrinologen) geht und nicht mal der die Zahlen richtig deuten kann. Bzw. muss ich diesen Arzt da sogar in Schutz nehmen, ich war ja gar nicht mehr da. Die Auflistung oben wurde mir schriftlich mit der Rechnung (bin privat versichert) geschickt. Er hatte nicht die Chance dazu etwas zu sagen. Wie gesagt, ich fühlte mich dort sehr unwohl.


    Folgende Symptome sehe ich bei mir:

    • Müdigkeit (war schon mal schlimmer)
    • leichter Haarausfall (könnte auch jahreszeitlich bedingt sein)
    • Gelenk- und Muskelschmerzen (das habe ich ursächlich nicht unter Hashimoto verortet und deshalb Anfang des Jahres mehrere Blutuntersuchungen machen lassen. Unter anderem auch Reuma und Morbus Bechterew und evtl. noch 2-3 andere genetische Sachen, die ich gar nicht alle zusammenkriege. Es war aber alles in Ordnung)
    • Und last but not least: Gewichtszunahme. Nicht stark, nur etwa 5-7 kg (BMI 22,5), aber seit Jahren bin ich nicht fähig, auch nur ein Gramm davon zu verlieren. Darunter leide ich sehr, weil diese Kilos miserabel verteilt sind. Sogar Lipödem habe ich bereits ausschließen lassen.

    Meine Schilddrüse ist wohl schon ziemlich durchlöchert und von zwei Ärzten wurde mir per Ultraschall attestiert, dass das eine typische Hashimoto-Schilddrüse wäre.

    Einerseits habe ich Bedenken, für mein restliches Leben Medikamente zu nehmen, andererseits möchte ich jetzt aber auch nichts verschleppen. Meine Mutter hat übrigens auch seit 20 Jahren Hashimoto und nimmt keinerlei Medikamente.

    Nochmals vielen herzlichen Dank für deine Antworten.

    Liebe Grüße

    Andrea

    AnnaMarie80


    Trotzdem hätte der Arzt irgend etwas dazu schreiben können. Du bist immerhin privat versichert und zahlst viel Geld für seine "Leistungen".


    Ich würde an deiner Stelle definitiv mal Schilddrüsenhormone testen, am besten einige Monate (3 - 4) lang und dann die Sache noch mal neu bewerten. Von deinen Werten her und das, was du über die Struktur deiner Schilddrüse erzählst, ist so ein Therapieversuch definitiv sinnvoll, da Hashimoto bei dir dann schon einiges an Schaden angerichtet hat.


    Du musst keinerlei Bedenken bzgl. einer lebenslangen Medikation haben. Du nimmst die Tabletten einfach nach dem aufstehen täglich ein und gut ist. Ist eine Sache von wenigen Sekunden ;)


    Sicher, dass deine Mutter Hashimoto hat? Denn diese Erkrankung besteht ein leben lang und endet erst, wenn die Schilddrüse weg ist. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass, aus irgendwelchen Gründen, der Entzündungsprozess stark verlangsamt abläuft oder lange nicht aktiv war, kann auch sein.