Jodideinnahme

    Ich erhielt die Diagnose "weitgehend unveränderte 20 ml messende kleinkontig veränderte Schilddrüse


    Euthyreose ohne Mediaktion" mit Empfehlung "Einnahme von 200 ug/tag Jodid sinnvoll; Kontrolle in 9 - 12 Monaten"


    Die Schilddrüse hat Gesamtvolumen von 20 ml (re 11 ml, Li 9 ml). Im rechten Schilddrüsenlappen und im isthmus rechts und links Nachweis von kleinknotigen Veränderungen unter 1 cm


    TSH 2,6 uU/ml (Norm 0.3 - 4,5)


    fT4 1,37 ng/dl (Norm 0,8 - 1,7)


    Im vergleich zu vor 2 jahren ist die Schilddrüse ist offenbar auf jeder Seite um 1 ml kleiner geworden. Ist dies eigentlich positiv oder negativ?


    Der TSH-Wert ist um 0,3 uU/ml gestiegen.


    Der fT4 Wert wurde zum 1. Mal untersucht. Warum?


    Soll ich dias Jodid wirklich nehmen? Ist es sinnvoll bei der nächsten Untersuchung auf einer Szintigraphie zu bestehen?


    Vielen Dank für die Hilfe und Tipps!

  • 11 Antworten

    Hallo fuzzy100, zunächst: Virele Ärzte arbeiten heute mit einer TSH-Normalbereichsobergrenze von 2.5; mein SD-Prof behandelt ab 2.0, sofern Beschwerden bestehen. Unter dieser Voraussetzung wäre Dein TSH nicht mehr normgerecht. Dein fT4 = 63%, bezogen auf den Normalbereich; leider wurde der fT3 nicht gemessen, obwohl das ja das am Zielorgan (Herz, Lunge usw.) aktive Hormon ist. Du solltest ihn messen lassen; falls bei Dir z.B. eine fT4/fT3-Umwandlungsstörung vorliegen würde, könnte man sie nicht entdecken, wenn man den fT3 nicht bestimmt. Manche Ärzte orientieren sich nur am TSH, aber das ist nicht fachgerecht. Dein Arzt hat ein bißchen mehr getan, aber ist auf halbem Weg stehen geblieben. Die Antikörper sollten auch gemessen werden (TPO-AK, Tg-AK) und wahrscheinlich wäre auch ein Szintigramm zu empfehlen, um zu sehen, ob es sich um kalte oder heiße Knoten handelt. Ich habe den Verdacht, dass Du eine Hashimoto-Thyreoiditis hast, eine SD-Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem "irrtümlich" die SD angreift und langsam zu einer Verkleinerung der SD und in eine Unterfunktion führt. Jodidmangel ist meistens mit einem Wachstum der SD verbunden ("Jodmangelstruma"); deshalb ist Jodid auch nur sinnvoll, wenn es Anzeichen für einen Jodmangel gibt.

    @ Zwack44 und andere

    Ein Szintigramm wurde wurde bei der 1. Untersuchung vor 4 Jahren gemacht. Dann war ich nach 2 Jahren ohne Medikation beim 2. Termin und dann wieder nach 2 jahren ohne Medkation zum 3. Termin. Die jetzige Jodidempfehlung macht mich stutzig und außerdem, dass ich in 9 - 12 Monaten wieder kommen soll.


    ich bin 44 Jahre + weiblich. Ein paar Symptome, die ich schwer zuordnen kann: teilweise Hitzewallungen, Gewichtszunahme, vermehrte Talgproduktion (schnell fettige Haare, Atherombildung). Kann das mit der Schilddrüse zusammenhängen?Ansonsten keine Beschwerden und Medikementeneinnahme .


    Soll ich jetzt direkt nochmal zum selben Arzt gehen und auf die von Dir empfohlenen Werte testen lassen?ich war ja gerade erst da.

    Hallo fuzzy100, also wenn man Knoten hat, interessiert ja grundsätzlich schon, ob sie heiß oder kalt sind. Sind sie heiß, können sie das Hormongleichgewicht stören, sind sie kalt, können sie entarten. Ich finde, der Patient sollte nicht im unklaren darüber gelassen werden, worauf bei ihm in Zukunft zu achten ist. Weißt Du noch, was das Ergebnis der Szinti vor 4 Jahren war? Die Diktion "unter 1 cm" Deines letzten Untersuchungsberichts läßt eher an kalte Knoten denken, weil man die ja ab einem Durchmesser von 1 bis 1.5 cm herausnimmt. Das Volumen Deiner SD übersteigt die Norm (bei Frauen 18 ml), und deswegen hast Du wahrscheinlich das Jodid verordnet bekommen, das bei Jodmangel zu einer SD-Verkleinerung führen kann. Gleichzeitig ist bei Dir aber eine SD-Autoimmunkrankheit nicht ausgeschlossen, d.h. dass Dein Arzt im Augenblick im Nebel stochert anstatt sich auf Untersuchungsergebnisse zu stützen. Jodmangel kann man nämlich auch (über den Urin) nachweisen, und ich habe als SD-Geschädigter kein Verständnis dafür, dass man den Patienten auf Verdacht behandelt und damit seine Beschwerden eventuell länger als notwendig in Kauf nimmt. Mit der Wiedervorstellung in 9-12 Monaten wollte Dein Arzt sicher prüfen, ob das Jodid zu einer SD-Verkleinerung geführt hat. Ob Du Deinen derzeitigen Arzt behalten willst, kannst nur Du entscheiden: Wenn Du Dich gegen ihn durchsetzt, indem Du ihm erklärst, weshalb eine weitergehende Untersuchung sinnvoll ist, kannst Du bei ihm bleiben. Wenn Dir das aussichtslos erscheint, ist es wohl besser, den Arzt zu wechseln. Das wäre nicht außergewöhnlich, denn es gibt hier viele gebrannte Kinder, die einen Ärzte-Marathon zurücklegen mußten, bevor sie adäquat behandelt worden sind.

    @ zwack44 u.a.

    2006:


    22 ml messende kleinkontig veränderte Schilddrüse


    Stabile Euthyreose


    Gesamtvolumen 22 ml (re 12 ml, Li 10 ml). Kleinkontige Läsion rechts basal sowie zentral im Isthmus, gering echoärmer imponierend


    TSH 2,3 uU/ml (Norm 0.3 – 4,5)


    Szintigraphie (75 MBq 99m-Tc-Pertechnetat:


    Inhomogene rechtsbetonte Aufnahmen beiderseits. Uptake 2,7%


    2008:


    Diagnose:


    22 ml messende kleinkontig veränderte Schilddrüse


    Stabile Euthyreose


    Gesamtvolumen 22 ml (re 11 ml, Li 11 ml). Kleinkontige Läsion rechts basal sowie zentral im Isthmus, etwas echoärmer imponierend und unverändert zu letzter Unetrsuchung


    TSH 2,3 uU/ml (Norm 0.3 - 4,5)


    Die kleinknotigen Veränderungen sind unverändert, so dass nur eine Kontrolle in 2 Jahren empfohlen wird.Keine Medikation.


    2010:


    siehe 1. Beitrag


    ich weiß nicht, ob und welche Knoten ich habe (heiß/kalt)....

    Es hat natürlich auch Vorteile, wenn man immer beim selben Arzt bleibt, weil er dann die ganze Entwicklung verfolgen kann. Wenn man die drei Berichte vergleicht, scheinen sich ja keine weltbewegenden Änderungen ergeben zu haben. Ob der leichte TSH-Anstieg ein Indiz für eine sich anbahnende UF ist - wer weiß? Es gibt einige Fragen, die nur Dein Arzt beantworten kann: Wie interpretiert er das inhomogene Muster des Szintigramms von 2006? Wie groß sind die Knoten der "kleinknotigen Veränderung"? Was bedeutet seine Ausdrucksweise "etwas echoärmer" in den Sonogrammen von 2006 und 2008? Wenn Du Deine Neugierde so lange zügeln kannst, könntest Du das alles bei der Untersuchung in 9-12 Monaten fragen; zu diesem Zeitpunkt kannst Du ja auch fragen, ob nicht wieder eine Szintigraphie angebracht wäre. Als Patienten sind wir immer darauf angewiesen, dass wir unseren Ärzten vertrauen, sonst müssen wir den Arzt wechseln. Vertrauen baut sich bei mir nicht durch einen hohen Grad von Freundlichkeit auf, sondern durch Kompetenz und Kommunikation. Ich will Diagnose und Therapie verstehen, und sofern die Antworten auf meine Fragen logisch erscheinen, habe ich keinen Anlaß, an meinem Arzt zu zweifeln. Trotzdem gebe ich meine Mündigkeit nicht an der Rezeption ab, sondern versuche während des Termins mitzudenken und aufkommende Fragen gleich zu stellen, damit nichts offen bleibt. Damit bin ich meistens gut gefahren.

    ich tendiere dazu, erst in 9 Monateg wieder zum sleben Arzt zu gehen. Passt die leichte Größenabnahme der Schilddrüse zu einer sich anbahnenden Unterfunktion?


    Für eine Unetrfunktion würden meiner Meinung nach bei mir sprechen: scheinbar grundlose Gewichtszunahme.


    Dagegen Nichtvorhandensein von trockenen bzw. rauer Haut, rauer Stimme, langsamer Sprache, chronischer Verstopfung, Schwellung der Lider und des Gesichtes.


    Soll ich dem Arztrat folgend und Jodid 200 nehmen?

    hallo fuzzy...du sagst,dass du 44 bist...hast du schonmal an die wechseljahre gedacht??deine symptomatik würde da auf jeden fall passen.

    fuzzy100, es ist immer so, dass man erst weiß, was ein Mittel bringt, wenn man es probiert hat. Warum nimmst Du nicht einfach das Jodid und setzt es wieder ab für den Fall, dass Du Dich nicht wohl damit fühlst? Und ja, wenn die Volumenbestimmung der SD nicht auf einen Meßfehler zurückgeht, könnte es sich um eine sich anbahnende Hashimoto-Thyreoiditis mit sich einschleichender UF handeln.

    Sehe ich es richtig: Meine Schilddrüse ist/war mit 22 ml eigentlich zu groß. Jetzt ist sie "nur" noch 20 ml groß weil sich eine Unterfunktion "einschleicht"? Ich erinnere mich an eine Diganose, die schon länger zrückliegt "Struma diffusa"...

    "Struma diffusa" heißt vergrößerte SD ohne Knoten (also gleichmäßig vergrößert). Sofern kein Meßfehler vorliegt, hat sich eine SD-Verkleinerung ergeben. Falls es sich dabei um Hashimoto handelt, ist nicht die Unterfunktion die Ursache der Verkleinerung, sondern der Hashimoto-Angriff auf die SD; die einschleichende UF wäre dann die Folge des Zelluntergangs, der durch Hashimoto hervorgerufen wird.