"latente" SD-Unterfunktion heilbar?

    Halli Hallo! :)


    Mein Hausarzt hat vor kurzem mal routinemäßig mein Blut testen lassen, dabei sind folgende Werte herausgekommen:


    TSH: 3,4 (Norm: 0,35-4,5)


    fT3: 4,83 (Norm: 2,6-6,4)


    fT4: 11,6 (Norm: 9-20)


    AK Anti-TPO: 1,26 (Norm: bis 16)


    AK TSH-Rezeptor: 0,7 (Norm: bis 1)


    Eisen etc. im Normbereich


    So wie er mir das erklärt, bzw. ich es verstanden habe *:) , handelt es sich also um eine latente SD-Unterfunktion/"Neigung zu Hyperthyreose". Das Ding ist aber dass ich mich eigentlich pudelwohl fühle - von den üblichen Symptomen (Müdigkeit, Schwäche etc.) keine Spur! Wobei das wiederrum logisch erscheint weil ja die fT3- und fT4-Werte im Normbereich liegen. Blöd ist nur der TSH-Wert.


    Er hat mich dann auch noch zur Internistin geschickt, welche mittels Ultraschall eine leicht vergrößerte SD festgestellt hat. Die meinte dann noch dass das Wasser hier sehr wenig Iod enthält, wodurch dann ein Mangel auftreten kann.


    In den nächsten Wochen soll ich jetzt täglich 50μg Levothyroxin und 50μg Iod zu mir nehmen.


    So weit so gut.


    Mir stellt sich jetzt halt die Frage ob das Ganze zwangsläufig auf lebenslanges Tabletten nehmen und vierteljährliche Blutkontrolle hinausläuft...der ganze Pipapo.


    Fände ich nämlich eher unschön. :(v


    Kann es sein dass durch die Thyroxin/Iod-Einnahme die Schilddrüse wieder abschwillt und ich dann auch die Tabletten absetzen kann? Eine latente UF müsste doch durch Ausgleich des Iod-Mangels zu heilen sein. Und abgesehen davon: müssen es denn gleich Hormone sein? Würde es nicht auch ausreichen wenn man frühs eine Kaliumiodat-Tablette lutscht? Als Nahrungsergänzung sozusagen?


    Viele viele Fragen, ich weiß. %:|


    Aber Danke für eure Hilfe schonmal im Vorraus! :)*

  • 5 Antworten

    TSH 3,4 ist zu hoch. Grenzwert ist 2,5. Hier kannst du die Werte nachlesen:


    http://www.schilddruesenguide.de/sd_laborwerte.pdf

    Nur wenn man mit Samlemas Statement im Hinterkopf Deine Werte liest, ergibt sich eine latente UF (= latente Hypothyreose). Dein fT3 = 59%, Dein fT4 = 24%, jeweils bezogen auf die Normalbereiche. Du siehst also, dass Dein Körper schon relativ viel vom Vorratshormon T4 zu T3 umbaut, welches ja das am Zielorgan (Herz, Lunge usw.) aktive SD-Hormon ist. Durch Einnahme von L-Thyroxin (= T4) kann also Dein Vorratshormon etwas aufgestockt werden. Die gemessenen Antikörper sind nicht pathologisch erhöht, was nichts heißen muß, weil es auch sog. seronegative SD-Autoimmunkrankheiten gibt, bei denen keine erhöhten AK nachweisbar sind. An Deiner Stelle würde ich beim Endokrinologen oder beim Nuklearmediziner noch eine Sonographie und bei Bedarf (falls Knoten erkennbar) eine Szintigraphie machen lassen, damit die Datenlage etwas verbessert wird. Falls der Grund für Deine derzeitigen Laborparameter wirklich Jodmangel ist, wäre die Gabe von Jodid vielleicht akzeptabel; im Falle einer Autoimmunkrankheit wäre da eher Vorsicht geboten. In diesem Zusammenhang: Wo ist denn "hier"? In Deutschland haben wir schon seit über 20 Jahren die Zwangsjodierung, so dass Jodmangelstrumen selten geworden sind. Das Dir verschriebene L-Thyroxin ist mit dem körpereigenen T4 identisch, so dass Du es gefahrlos nehmen kannst.

    Danke für eure Antworten! :)

    Zitat

    Falls der Grund für Deine derzeitigen Laborparameter wirklich Jodmangel ist, wäre die Gabe von Jodid vielleicht akzeptabel; im Falle einer Autoimmunkrankheit wäre da eher Vorsicht geboten.

    Die Sache mit dem Iod-Mangel erscheint mir an sich plausibel. Hab mich in der letzten Zeit nicht wirklich ausgewogen ernährt. Wenn man schlecht isst nützt auch die Zwangsiodierung nix. :-(


    (Ich komme übrigens aus dem Erzgebirge.)


    Eine Autoimmunkrankheit hat bisher keiner der beiden Ärzte (HA und Internist) angesprochen. Die vermuten in der Tat einen Iodmangel. ^^

    Zitat

    Das Dir verschriebene L-Thyroxin ist mit dem körpereigenen T4 identisch, so dass Du es gefahrlos nehmen kannst.

    Das klingt auf jeden Fall schonmal beruhigend. ;-)


    Aber am Besten wäre es ja wenn mein Körper die Hormone wieder von alleine herstellen kann.


    Da werde ich wohl abwarten müssen was kommt...


    Aber grundsätzlich ist die ganze Sache doch heilbar, oder?


    Wäre ja doof dass man sich mal schlecht ernährt und die Schilddrüse dann ein Leben lang rumspinnt. ":/

    Wenn Du tatsächlich zu wenig Jodid zu Dir nimmst, ist das nur kompensierbar durch Jodid-reichere Nahrungsmittel (aber von Wurst bis Brot ist sowieso vieles zwangsjodiert) oder durch Jodidtabletten aus der Apotheke. Ob der Körper seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit tut und die notwendigen Hormone selbst herstellt, liegt meistens nicht in unserer Hand. Ich sehe es einfach umgekeht: Schön in einer Zeit zu leben, in der solche Fehlfunktionen nicht automatisch zur Invalidität führen. Ich bin auch auf LT angewiesen, und das ist für mich kein Handicap.

    Ich bin zugegebenermaßen Jemand der ein Glas nicht als halb voll sondern eher als halb leer betrachtet. :D


    Aber vielleicht habe ich ja auch Glück und die Sache ist bald erledigt.


    Danke für deine Antworten! Hat mir wirklich sehr geholfen! :)*