Schilddrüse Werte OK?

    Hallo. Ich bräuchte bitte Hilfe, da ich nicht weiß,ob die Werte wirklich in Ordnung ist. Bin ständig müde, sehr unruhig und nervös,mir ist ständig kalt. Ich weiß auch, dass ich zwei Knoten habe, die aber normal funktioniert haben. War am Donnerstag blutabnehmen und die Werte sehen so aus:


    Ft3: 3,20 (1,64-5,20) 43%


    Ft4: 0,92 (0,71-1,85) 17%


    TSH 1,31 (0,20-5,00)


    Die Werte liegen lt. Labor im normbereich. Obwohl ich schon finde, dass der ft4 wert niedrig ist. Nur ich fühl mich zur Zeit gar nicht mehr wohl. Ich bitte um Hilfe.


    Danke im voraus.

  • 7 Antworten

    Hallo kirscha01, Du wirst bei der Konstellation Deiner Werte kaum einen Arzt finden, der munter zur Behandlung schreitet. Dein TSH ist selbst dann OK, wenn man die immer häufiger verwandte Normobergrenze von 2.5 einsetzt. "Schöner" wäre es, wenn Dein fT4 etwas höher läge, damit Dein Körper bei höherem fT3-Bedarf locker darauf zugreifen kann. Aber: siehe oben. Ich kann Dir nur raten, in 3-6 Monaten noch einmal kontrollieren zu lassen. Ist es möglich, dass Du unter Jodmangel leidest? (führt manchmal zu einer "Jodmangelstruma")

    Hallo, ich würde mich hier gern anschließen, da ich mit dem Threadersteller jemanden gefunden habe, der wie ich einen niedrigen fT4 -Wert hat.... aber erst einmal zu meiner Vorgeschichte:


    Ich habe 1997/98 im Alter von 18/19 Jahren ein Jahr lang Thyroxin genommen, weil mir ein Arzt nach einer unerklärlichen Gewichtszunahme von 7 kg eine Unterfunktion diagnostiziert hat. Durch meine erste Schwangerschaft/Geburt mit knapp 21 haben sich Gewicht und Schilddrüse wieder normalisiert. Hatte 2003 noch einmal während meiner zweiten Schwangerschaft eine Kontrolle - alles ok.


    Anfang 2015 fühlte ich mich plötzlich schlapp und nahm plötzlich wieder 5 kg zu. Im Rahmen des hausärztlichen Check 35 wurden auffällige Schilddrüsenwerte festgestellt und ich wurde mit 25er Thyroxin eingestellt und zu einem Endokrinologen überwiesen.


    Werte März 2015:


    FT3: 2,96 (Norm 2,00 bis 4,10)


    FT4: 1,08 (Norm 0,80 bis 1,70)


    TSH: 0,79 (Norm 0,30 bis 3,60)


    TPO-AK negativ


    TAK: 265 (Norm 5 bis 100)


    Diagnose: Chronische Immunthyreopathie, keine Therapiebedürftigkeit da TSH unter 2,5


    Ich entschied gemeinsam mit meiner Hausärztin, trotzdem weiter die 25er zu nehmen, da ich total schlapp war und unter Haarausfall litt. Im Januar 2016 wurde eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Mein Zustand war allerdings keinesfalls besser.


    Werte Januar 2016:


    FT3: 3,07 (Norm 2,00 bis 4,10)


    FT4: 0,99 (Norm 0,80 bis 1,70)


    TSH:0,58 (Norm 0,30 bis 3,60)


    Da ich über keine Besserung berichten konnte, ließ sich meine Hausärztin darauf ein, das Thyroxin auf 50 zu erhöhen.


    Im September fand dann die jährliche Kontrolle beim Endokrinologen statt.


    Werte September 2016:


    FT3: 3,4 (Norm 2,3 bis 4,20)


    FT4: 1,1 (Norm 0,80 bis 1,80)


    TSH: 0,57 (Norm 0,40 bis 4,20)


    TRAK: neg.


    Anti-TG: größer als 500 (Norm: unter 60)


    Diagnose: Antikörperpositive Immunthyreopathie, Fortsetzung der Substitutionstherapie in unveränderter Dosis (50)


    Da ich das Gefühl hatte, immer noch nicht richtig eingestellt zu sein, erhöhte ich in den kommenden Wochen eigenmächtig die Dosis auf 62,5 bis zu 75 Thyroxin.....und was soll ich sagen, es ging mir immer besser. Kaum Müdigkeit, Gewicht leicht verringert (ohne Diät), Haarausfall fast gestoppt, bessere Laune und Ausgeglichenheit. Mein Lebensgefährte, der davon nichts wusste, hat mich angesprochen und meinte, meine Stimmungsschwankungen vom Jahresbeginn seien ja weg.


    Nun brauchte ich aber neue Tabletten und wollte gern gleich 75er haben, sollte aber erst einmal zur Untersuchung kommen. Heute nun waren die Werte da:


    Werte Dezember 2016:


    FT3: 3,51 (Norm 2,00 bis 4,40)


    FT4: 1,12 (Norm 0,90 bis 2,00)


    TSH: 0,20 (Norm 0,27 bis 4,20)


    Nun meinte meine Hausärztin, die 75er seien wohl zu viel. Ich entgegnete, dass es mir doch aber endlich besser ginge. Sie besteht aber auf einer erneuten Blutuntersuchung in 6-8 Wochen. Wenn die Werte bis dahin nicht "besser" seien, dann würde sie mir nur noch 50er Tabletten verschreiben.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn es hier Leute gibt, die sich mit dem Thema auskennen und ihre Meinung kundtun, da ich mit der Materie noch nicht ganz vertraut bin. Herzlichen Dank im Voraus.

    Laut tsh bidt du nun halt in einer überfunktion.


    Bei einer dauerhaften überfunktion, muss dein herz mehr leisten, was nachteilig ist auf die Dauer.


    Hast du es mal mit 62.5 probiert dauerhaft? Könnte sein, dass du dich damit gut fühlst und dein tsh höher als 0,27 rutscht. Was wirklich gut für dein herz wäre.

    Danke für deine Antwort, Xirain..... bin jedoch etwas verunsichert. Hatte in anderen Threads gelesen, dass der TSH eigentlich bei Hashimoto ruhig extrem niedrig bis supprimiert ist und dass es eher darum geht, wie man/frau sich fühlt.


    Ich wundere mich nur immer wieder über meinen recht niedrigen ft4-Wert.....sehe bei den meisten angegebenen Werten, dass der ft4 oft wesentlich höher als der ft3 ist.


    Natürlich möchte ich meinem Herzen nicht schaden und könnte es vielleicht alternierend mit 50/75 probierem? 62,5 ist ja umständlich zu nehmen, möchte keine Mini-Tablettchen auch noch halbieren müssen.


    Andererseits befürchte ich, wenn der ft4 noch mehr fällt, dann wieder dauernd müde zu sein...... manno, ist das kompliziert mit diesen Hormonen :-(

    Damit hab ich keine erfahrung. Ich lese nur immer dass hashis ein tsh unter 1,0 empfohlen wird.


    Aber zwischen 1,0 und 0,27 ist ja auch noch viel platz.

    Hallo _ELady_, ein verringertes TSH bei normgerechten freien Hormonwerten nennt man "latente UF" im Gegensatz zur "manifesten UF", bei der auch die freien Hormonwerte verringert sind. Vorab rate ich Dir schon einmal zu einem Arztwechsel, denn Deine Hausärztin ist für SD-Patienten offenbar nur beschränkt brauchbar. Sie schielt anscheinend vor allem auf das TSH - das ist aber "nur" das SD-Regelhormon, das die SD bei Bedarf auffordert, die Hormonproduktion zu steigern oder zu drosseln (Ob die das dann auch macht, steht auf einem anderen Blatt). Die Organe des Körpers (wie z.B. das Herz, Lunge etc.) werden in erster Linie durch die freien SD-Hormone und da vornehmlich durch das fT3 reguliert. Wenn Du Dir Deine freien Werte ansiehst, wirst Du wahrscheinlich zu dem Schluß kommen, dass von der Seite momentan keine akute Gefahr droht.


    Hinzu kommt das Prinzip der SD-Behandlung, dass man keine Werte therapiert, sondern den Menschen. Du hast aber gesagt, dass es Dir mit LT75, bezogen auf die letzte Zeit, bislang am besten gegangen ist. Die Sorge vor einem verminderten TSH geht auf eine Internisten-Empfehlung zurück, solche niedrigen TSH-Bereiche zu vermeiden, vermutlich aus Rücksicht auf Herzbeschwerden und Osteoporose. Zum Vergleich: Bei mir wurde unter LT150 am 21.12. ein TSH von 0.132 gemessen, und ich lebe gut damit. Mein ehemaliger SD-Prof Hotze, der leider viel zu früh gestorben ist, hat zu diesem Thema gesagt: "Das ist ja nur eine Empfehlung, aber kein Gesetz. Wenn sich Herzbeschwerden oder Osteoporose andeuten, kann man die LT-Dosis immer noch senken." Mein TSH hat auch schon zwischen 0.03 und nicht meßbar gelegen.


    Beim Verhältnis fT4/fT3 kann man bei Dir eventuell schon in Richtung einer kompensatorischen T4/T3-Umwandlungsstörung denken. Solche Konstellationen findet man oft in einer Mangelsituation, in welcher der Körper aus Jod-ökonomischen Gründen jedes fT4-Krümel zum an den Zielorganen aktiven fT3 umbaut. Bei höherer LT-Dosierung sollten sich die freien Werte wieder einander annähern. ABER es fehlt noch Information: Waren zwischen Deiner Steigerung auf LT75 und Deiner Dezember-Kontrolle schon 6 Wochen vergangen? So lange braucht der Körper nämlich nach einer Dosisänderung für die Einstellung eines neuen stabilen Gleichgewichts. Interessant wäre auch noch, ob jemals eine Sonographie Deiner SD gemacht wurde. Auf diese Weise hätte man auch eventuell vorhandene Knoten bzw. in Verbindung mit einer Szintigraphie autonome Areale erkennen können. Zuständig dafür wäre eher ein Endokrinologe oder ein Nuklearmediziner.


    Ich rechne die freien Werte für mich immer in Prozente, bezogen auf den jeweiligen Normbereich, um. Die fT3- und fT4-Werte lassen sich dann besser miteinander vergleichen (Sie werden ja in unterschiedlichen Einheiten gemessen). Für Deine Werte kommt dabei heraus:


    03/2015: TSH = 0.79, fT3 = 46 %, fT4 = 23 %;


    01/2016: TSH = 0.58, fT3 = 51 %, fT4 = 21 %;


    09/2016: TSH = 0.57, fT3 = 58 %, fT4 = 31 %;


    12/2016: TSH = 0.20, fT3 = 63 %, fT4 = 20 %.


    Ich empfehle Dir, über Dosierung und Werte regelmäßig Buch zu führen, damit Du immer weißt, wo Du gerade stehst. Bei einem Arztwechsel kannst Du dann auch den Verlauf Deiner Krankheit anhand Deiner Aufzeichnungen erklären, und das wiegt dann schwerer als das punktförmige Ergebnis einer einzelnen Blutuntersuchung. Wenn Du Dein Befinden realistisch eingeschätzt hast (woran ich nicht zweifle), sehe ich Deine Zieldosis jedenfalls oberhalb von LT50. Ob Du LT75 oder sogar mehr brauchst, ist in erster Linie eine Frage Deines Befindens. Die von Xirain vorgeschlagene LT62.5 ist vielleicht auch nicht verkehrt.


    Du solltest auch bedenken, dass man sich sinnvollerweise an die Zieldosis anschleicht, d.h. je näher Du ihr kommst, umso kleiner sollten die Dosierungsänderungen ausfallen (Es gibt übrigens auch LT-Tropfen, die sich recht genau dosieren lassen: 1 Tropfen = 5 µg LT). Auf der anderen Seite ist eine Autoimmunthyreoiditis eben schlicht die oft erwähnte Hashimoto-Erkrankung, die die SD langsam zerstört, so dass deren Produktionskapazität sinkt. Regelmäßige Kontrollen werden Dich also auch nach Erreichen Deiner Zieldosis noch begleiten, damit Deine LT-Dosis angepaßt werden kann, bevor es zu einer (latenten) UF kommt.


    Ich empfehle Dir das Buch "Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis" von Brakebusch/Heufelder, ISBN 978-3-86371-196-2, EUR 14.95.


    Wenn Du diesen Faden weiterführen willst, sollte das separat geschehen, damit der ursprüngliche Faden hier nicht zerschossen wird. Die Moderatoren können Dir dabei helfen, das bislang Geschriebene in den neuen Faden umziehen zu lassen.