Schilddrüsenunterfunktion Rat gesucht

    Hallo,


    Ich erkläre euch mal meine Lage.


    Lange Zeit hab ich wohl nie richtig wahrgenommen, was mit mir los ist. Ich hatte immer mal wieder Tage in denen ich mich schlecht gefühlt habe aber dann auch immer lange Phasen, wo alles ok war. Ich dachte mir immer, dass das halt so Phasen sind, die jeder Mensch mal hat. Manchmal gibt es nun mal gute und schlechte Tage. Oft auftretende Müdigkeit war auch ein Thema, aber die Beschwerden verschwanden i. d. R. immer wieder und daher erweckte es auch nicht meine Aufmerksamkeit.


    Letztendlich bin ich vor ca. 2 Monaten zum Hausarzt gegangen, weil ich nach anspruchsvollem Sport einen erhöhten Puls hatte und das für mehr als eine halbe Stunde. Mir wird jedes mal total schlecht und ich bin einfach richtig kaputt und ausgelaugt. Mein Herz arbeitete mit voller Kraft, obwohl ich schon mindestens 5 Minuten Pause gemacht hatte. Im Internet las ich dann, dass sich so ein Puls normalerweise nach 1-2 Minuten wieder normalisiert, daraufhin bin ich zum Arzt gegangen, um mal zu sehen was da vorgeht.


    Blutbild gemacht und folgendes ist dabei rausgekommen:


    TSH Basal 5,87 mU/l


    fT4 1,43 ng/dl (0,78-1,54)


    fT3 4,90 pg/ml (2,3-4,2)


    Also habe ich eine Schilddrüsenunterfunktion. Interessant zu erwähnen ist wohl, dass meine Mutter früher auch Probleme mit der Schilddrüse hatte. Im Internet las ich daraufhin ein bisschen darüber und stellte fest, dass ich jedoch Symptome wie bspw. einen erhöhten Pulsschlag auch hatte, obwohl dies Teil einer Überfunktion sein müsste. Ich hatte jedoch auch gelesen, dass es Patienten gibt, die eine Unterfunktion mit Symptomen sowohl einer Unterfunktion als auch einer Überfunktion haben. Mein Arzt konnte sich hingegen gar keinen Reim darauf machen und empfahl mir aufgrund des erhöhten Pulses, dass ich einen Sport machen sollte, der nicht so anspruchsvoll ist.


    Ein paar Informationen zu meinen Symptomen:


    Meine Beschwerden kommen in Phasen. Es gibt Zeiträume in denen ich mich nicht topfit fühle aber ganz in Ordnung, da mache ich mir auch nicht solche Sorgen. Seit einigen Tagen hat es mich aber wieder voll erwischt und es geht mir einfach nur schlecht.


    - Innere Unruhe


    - Unwohlsein


    - Apetittlosigkeit


    - Kribbeln im Kopf, Wattegefühl? (was ich als überaus störend empfinde, ist eigentlich das schlimmste für mich)


    - Konzentrationsschwächen


    - erhöhter Puls bei Sport


    - Lustlosigkeit & keine Freude


    In meinen schlimmen Phasen kommt es wohl auch zu Depressionen und dem Gefühl, dass ich nie wieder gesund werde.


    Ich habe demnächst wieder einen Termin beim selben Arzt, um die Blutwerte erneut zu messen. Ich hatte bereits einen Ultraschall gemacht, ohne dass etwas auffälliges zu sehen war. Die einzige Maßnahme bisher ist, dass ich Jodid zu mir nehmen solle, um zu sehen, ob ich einfach nur einen Jodmangel hatte der für die Unterfunktion verantwortlich ist. Seitdem schlucke ich nun brav meine Jodtabletten. Ich hab das Gefühl, dass es mir nicht wirklich besser, eher schlechter, geht.


    Mein Hausarzt ist kein Spezialist für Schilddrüsen. Er meinte auch, dass meine ganzen Beschwerden nicht davon kommen könnten, da die Werte nicht so stark erhöht sind. Auf der anderen Seite habe ich aber auch wieder oft gelesen, dass die jetzigen Normwerte kein Garant dafür sind, dass man sich auch wirklich gut fühlt. Auch fühle ich mich nicht mehr gut bei ihm aufgehoben, weil er schlichtweg meinte, dass ich mir einen anderen Sport suchen solle, der mich nicht so stark belastet.


    Ich wollte euch nun um Rat fragen. Ich frage mich manchmal, ob das alles wirklich von der Schilddrüse kommt, weil der Arzt ja meinte, dass es nicht so stark erhöht ist. Aber ich hab ja von den Symptonen gelesen und meine passen ja auch wirklich zu der Schilddrüsenunterfunktion. Mich belastet das wirklich sehr, weil ich oft nicht richtig glücklich bin und mich schlichtweg schlecht fühle. Auch wäre es schön, wenn man mir einen Spezialisten für die Schilddrüse empfehlen könnte. Ich wohne in Oer-Erkenschwick, was in Nordrhein-Westfalen liegt.


    Würde mich über ein paar Meinungen freuen.


    Vielen Dank

  • 5 Antworten

    Du solltest definitiv zu einem Endokrinologen und/oder Radiologen, um das abklären zu lassen. Für mich als Laie klingt deine Geschichte ganz stark nach Hashimoto.

    Ich habe am Mittwoch kurzfristig einen Termin beim Endokrinologen bekommen und da werde ich dann hingehen.


    Ich hatte beim Hausarzt nochmal am 05.12.2017 Blut abgenommen bekommen und folgende Werte sind rausgekommen:


    TSH 3,01 (bis 4,0)


    FT3 3,5 (2,0-4,2)


    FT4 1,13 (0,83 - 2,12)


    Dummerweise fühle ich mich wie gesagt nicht wirklich gut. Symptome stehen ja wie gesagt oben. Meine depressive Phase habe ich zum Glück erst mal wieder verlassen aber ich merke halt wieder deutlich dieses kribbeln im Kopf.


    Hatte auch eine Auswertung bzgl. der Werte mit der besagten Hausärtzin. Das Gespräch ist folgendermaßen zusammenzufassen:


    Meine Schilddrüsenwerte sind völlig in Ordnung. Als ich meinte, dass ich mich ja trotzdem bei diesen Werten schlecht fühlen kann meinte sie lediglich, dass Normwerte Normwerte sind und ich gesund sei.


    Hormone wollte sie mir partout nicht geben, da ich ja wie gesagt in der Hinsicht gesund bin und "kein Handlungsbedarf" bestehe.


    Das Langzeit-EKG hat bewiesen, dass ich einen sehr gesunden Körper habe. Auch mein Blutdruck ist optimal. Als Lösung wurde mir vorgeschlagen, dass ich anfangen sollte Ausdauersport zu machen.


    Als ich weiter wegen der Schilddrüse nachgehakt habe bekam ich einen langen Vortrag darüber, wie gut doch Ausdauersport für mich ist.


    Wie gesagt haben sich meine Werte wohl verbessert aber vom Gefühl her fühle ich mich nicht wirklich besser. Habe wie gesagt auch keine Hormone zu mir genommen in der Zwischenzeit, lediglich Jod.


    Mich würde interessieren, wie sehr die Werte schwanken können. Was sagt ihr außerdem zu den neuen Werten und der Einschätzung? Würde mich über paar Meinungen freuen. Ich fühlte mich jedoch überhaupt nicht ernst genommen und es wurde meiner Meinung nach am Problem vorbei gearbeitet.


    Danke

    So, ich war am Mittwoch nun beim Endokrinologen. Es war ein ruhiger und netter Arzt. Kann ihm nicht unterstellen, dass er sich keine Zeit genommen hat.


    Das Ergebnis ist folgendes:


    Ich hab ihm alle meine Symptome geschildert. Er hat nochmal mittels Ultraschall nach meiner Schilddrüse geguckt und die war laut ihm wie aus einem Bilderbuch. Da meine alten Laborwerte mit Antikörpern auch nicht erhöht waren führte das schlussendlich zu der These, dass die Schilddrüse nicht die Ursache für meine Probleme ist. Der TSH sei zwar leicht erhöht, aber das hieße noch lange nicht, dass es sich hierbei auch wirklich um eine Unterfunktion handele. TSH war ja wie oben geschrieben bei 3,01. Das sei eher ein Zufallsfund gewesen und wie gesagt nicht die Ursache für das was mit mir passiert.


    Ich habe ihn auch nach dem Wohlfühl- TSH gefragt und da meinte er, dass das Unfug sei. Auch ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Jod und meiner angeblichen Verschlimmerung besteht laut ihm nicht. Am Ende wurde mir noch Blut abgenommen, um nochmal die Schilddrüse zu überprüfen und andere Hormonelle Werte sowie die Nebenniere zu überprüfen. Dauert bei den Werten etwas länger. 4-6 Wochen. Daraufhin werde ich irgendwie von ihm hören.


    Nunja, was soll ich sagen? Ich bin mir nicht sicher was ich glauben soll. Was ist denn nun mit dem Wohlfühl- TSH?

    Wenn du Glück hast, lässt dein Endokrinologe auch auf Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe testen, um Hashimoto auszuschließen bzw. zu erkennen. Wobei es auch eine seronegative Form von Hashimoto gibt, bei der die Antikörper nicht erhöht sind.

    Zitat

    Die einzige Maßnahme bisher ist, dass ich Jodid zu mir nehmen solle, um zu sehen, ob ich einfach nur einen Jodmangel hatte der für die Unterfunktion verantwortlich ist. Seitdem schlucke ich nun brav meine Jodtabletten.

    Ich finde es fahrlässig, dass du "auf gut Glück" Jodtabletten schlucken sollst ohne dass zuvor Hashimoto ausgeschlossen worden ist. Falls du Hashimoto haben solltest, würden die Jodtabletten den Entzündungs- und Zerstörungsprozess deiner Schilddrüse erst so richtig anheizen. Kann sogar sein, dass es einem mit Jodtabletten erst besser geht, aber wenn man Hashimoto hat, wird die Schilddrüse dadurch wie gesagt schneller geschrottet und spätestens dann wird es einem schlecht(er) gehen. Deshalb sollte man bei einer SDU (egal ob latent oder manifest) nicht einfach Jodtabletten schlucken.


    ... Aber ich kann gut verstehen, dass man irgendwann froh ist, überhaupt Tabletten zu bekommen.

    Zitat

    Er meinte auch, dass meine ganzen Beschwerden nicht davon kommen könnten, da die Werte nicht so stark erhöht sind.

    Ha, den Spruch kenne ich. :=o ... Darauf würde ich nichts geben. Wenn es nach diesen Ärztesprüchen gehen würde, hätte ich auch kein Hashimoto und wäre ein topfitter, gesunder junger Mensch. :=o

    Von wann stammen die SD-Werte in Deinem Eröffnungsbeitrag? Zunächst einmal: Ich richte mich nach den Ärzten und Labors, die die TSH-Normobergrenze bei 2.5 (Grauzone 2.0-2.5) sehen. Das gibt Dir vielleicht ein Gefühl, wie ein TSH von 5,x zu beurteilen ist. Das fT3 derselben BE war erhöht. Derartige Konstitutionen findet man oft bei Mangelerscheinungen, in denen der Körper aus jedem Krümel des SD-Vorratshormons fT3 das an den Zielorganen aktive SD-Hormon fT3 bildet. Natürlich kannst Du unter Jodmangel leiden, aber ich bevorzuge eine Behandlung derselben njur nach vorhergehender labormäßiger Bestätigung eines solchen Jodmangels. Außerdem würde bei Hashimoto eine zusätzliche Jodversorgung die Entzündung möglicherweise nur befeuern.


    Dass die letzten Werte gegenüber denen im Eingangspost weniger erschreckend sind, muß nicht unbedingt heißen, dass Deine SD jetzt in Ordnung ist. Hättest Du Hashi, könnte das auch diese Änderung der Werte erklären: Hashi verläuft schubweise. Während der Entzündungsphasen gehen SD-Zellen unter und setzen das in ihnen gespeicherte SD-Hormon frei. Dadurch reduziert sich (zeitverzögert) das TSH, und es kann sogar zu ÜF-Symptomen kommen. Ich sage nicht, dass dieser Fall bei Dir vorliegen muß, aber könnte. Also bleib dran und berichte bitte, wie es Dir weiter geht.