Schilddrüsenwerte - 2 Meinungen - ich bin verwirrt!

    Hallo,


    da mein bisheriger Arzt aus Altersgründen leider aufgehört hat, bin ich seit September bei einer neuen Internistin.


    Ich habe lange Zeit L-Thyroxin 50 genommen, letztes Jahr wurde dann auf L-Th. 75 erhöht. Mein bisheriger Arzt meinte immer, ich könnte theoretisch sogar noch eine höhere Dosis vertragen, da der eine Wert immer recht niedrig sei (ich nehme an, er meinte damit das fT3). Da ich mich aber körperlich recht wohl mit der 75er Dosierung gefühlt habe, sind wir dabei geblieben. Er sagte mir auch, als er mir beim letzten Besuch meine Befunde mitgab, dass immer die beiden Werte, TSH u. fT3 im Zusammenhang betrachtet werden müssen und hat das auch extra nochmal angezeichnet.


    So, nun war ich im September bei der neuen Ärztin und ließ meine Werte kontrollieren. Sie war nun der Meinung, dass ich etwas überdosiert wäre und die Dosis gesenkt werden könnte. Sie fragte mich allerdings auch, ob ich irgendwelche Beschwerden hätte und als ich verneinte, sagte sie, dass dann die Dosierung für mich wohl in Ordnung wäre und ich sie bis zum nächsten Kontrolltermin so weiternehmen soll.


    Nun habe ich seit ca. 3 Wochen vermehrt Haarausfall und hatte auch manchmal das Gefühl, dass ich etwas zittrig in den Händen bin. Da ich dachte, dass dies mit der Schilddrüse zusammenhängen könnte, habe ich vor 4 Tagen nach Rücksprache mit der Ärztin auf L-Th. 50 reduziert (ich hatte noch eine angefangene Packung zuhause). Die ersten 3 Tage fühlte ich mich auch super, aber schon vorgestern Abend ging es los, dass ich plötzlich Krämpfe in den Füßen bekam. Hab gleich etwas Magnesium genommen und bin dann ins Bett. Gestern Morgen nun wachte ich auf mit leichen Krämpfen in den Händen und Füßen. Den Tag über hatte ich ein Druckgefühl am Hals, auf dem Kopf und am Oberkörper, Herzklopfen, kalte, schwitzige, zittrige Hände, hab gefroren wie verrückt, mir war schlecht und ich hatte das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. So unwohl habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, aber sind das nicht eigentlich Symptome einer Überfunktion?


    Und können bei einer Dosisverringerung so starke Symptome auftreten?


    Aus Angst, dass es noch schlimmer wird, hab ich heute früh wieder eine 75er-Tablette genommen und seit heut Mittag geht es mir wieder viel besser.


    Nun bin ich allerdings doch etwas verwirrt, wer hat denn nun recht, bin ich eher unter- oder überdosiert?? Welche Dosierung ist denn nun besser?


    Hier nun noch meine Werte,


    von meinem alten Arzt (fT4 wurde allerdings nicht mitbestimmt):


    29.4.2015


    TSH 0.03 (0.27 - 4.20) µlU/ml


    fT3 3.60 (3.71 - 6.70) pmol/l


    17.8.2015


    TSH 0.04 (0.27 - 4.20) µlU/ml


    fT3 4.32 (3.71 - 6.70) pmol/l


    14.3.2016


    TSH 0.22 (0.27 - 4.20) µlU/ml


    ft3 4.92 (3.71 - 6.70) pmol/l


    Werte von neuer Ärztin:


    10.9.2016


    TSH, basal 0,19 (0.35 - 4.50) mU/l


    fT3 2,00 (1.69 - 4.17) ng/l


    fT4 12,0 (7.00 - 15.6) ng/l


    Wäre super, wenn mir die jemand interpretieren könnte!


    LG,


    Ayana @:)

  • 5 Antworten

    Der TSH ist mit 0,03 eigentlich zu nieder. Aber der FT3 ist auch relativ nieder.


    Insofern kann es sich nicht um eine Überfunktion handeln.


    Bei Deiner neuen Ärztin ist der TSH etwas besser, aber der FT3 wäre jedenfalls für mich zu nieder.


    Da würde ich mich nicht mehr wohlfühlen.


    Mir geht es im Grunde ähnlich wie Dir. Wenn es nur nach meinem TSH ginge, müsste ich eine


    geringere Dosis L-Thyroxin nehmen. Aber dann wäre mein FT3 sehr nieder.


    Ich habe die niedrigere Dosierung mal ausprobiert, und fühlte mich nach 6 Wochen müde, schlapp und


    antriebslos. Zudem bekam ich morgens Panikattacken. Da bin ich wieder zu meiner höheren Dosis


    zurrück. Ich habe immer zittrige Hände, egal wieviel L-Thyroxin ich nehme.


    Komisch ist, dass es Dir bereits nach 3 Tagen schlechter ging. Normalerweise merkt man eine


    Veränderung erst einige Zeit später. Denn bei der Schilddrüse handelt es sich um ein träges System.


    Mein Internist meint, ich könne mir meine Dosis L-Thyroxin selbst auswählen. Wichtig wäre, dass man


    sich dabei wohl fühlt.

    Hallo Anka, danke für deine Antwort :-) .

    Zitat

    Komisch ist, dass es Dir bereits nach 3 Tagen schlechter ging. Normalerweise merkt man eine


    Veränderung erst einige Zeit später.

    Vielleicht liegt es daran, dass ich wahrscheinlich generell einen eher schnellen Stoffwechsel habe, z.B. hatte ich trotz Unterfunktion noch nie Gewichtsprobleme.


    Seit 3 Tagen nehme ich nun wieder LT 75 und mir geht es damit auf jeden Fall besser. Heute hatte ich zwar wieder ein stärkeres Druckgefühl am Hals, bisschen Herzklopfen, antriebslos und mein Kreislauf war auch nicht auf der Höhe, aber das kann wiederum auch vom Wetter kommen. Durch meinen niedrigen Blutdruck bin ich da leider etwas anfällig. Könnte das vielleicht auch besser werden, wenn ich mit der Dosierung noch etwas höher gehe?

    Zitat

    Mein Internist meint, ich könne mir meine Dosis L-Thyroxin selbst auswählen. Wichtig wäre, dass man


    sich dabei wohl fühlt.

    :)^

    Auf das TSH würde ich nicht viel geben wenn der fT3 sogar noch in der unteren Hälfte rumdümpelt. Bei manchen Menschen supprimiert das TSH sehr rasch bei LT Einnahme aber das hat nix mit einer Überdosierung zu tun.


    Ich würde in 2 Monaten auf fT3 und fT4 bestehen. Wenn die immernoch mittig in der Referenz liegen, bei den 75 bleiben.

    Ich finde die Werte sehr schwierig zu beurteilen, sie sehen jedenfalls schon komisch aus. Mich macht die Kombination aus niedrigem ft3 und niedrigem TSH etwas stutzig. Also prinzipiell gebe ich den anderen hier recht: TSH ist unter Hormoneinnahme gerne mal zu niedrig und zeigt nicht zwingend eine Überfunktion an. Aber so viel an Hormonen nimmst du auch wieder nicht und dafür kommt mir das TSH einfach arg niedrig vor. Es kann nun natürlich sein, dass deine Hypophyse einfach Mist anzeigt, entweder durch heisse Knoten in der Schilddrüse/durch Hormoneinnahme oder aber weil sie selbst nicht richtig tut. Nun zum niedrigen ft3, dafür kann es mehrere Gründe geben: eine Umwandlungsstörung von ft4 nach ft3, eine Umwandlungsdrosselung durch zu hohe Gabe an Hormonen oder einfach eine zu geringe Gabe an Hormonen. Vom TSH her würde ich nun auf eine Umwandlungsdrosselung tippen, die dich vor einer Überfunktion schützen soll. Aber dann würde man erwarten, dass ft4 höher wäre. ":/ Leider wurde es ja auch nur einmal bestimmt, es wäre interessant zu wissen wo der Wert lag als du dich wohl gefühlt hast. Aber auch TSH und ft3 waren ja immer recht niedrig, wenn es dir gut ginge. Das ist alles etwas eigenartig. Überhaupt ist es schon eigenartig, dass es dir bei so niedrigen ft3 Werten noch gut ginge.


    Ich kann dir nicht einmal sagen was ich tun würde. ":/ Deine Werte vom 10.9. alleine betrachtet sehen für mich schon unterdosiert aus. Vielleicht hast du wirklich eine Hypophysenschwäche. Wenn du wirklich wissen willst, wie es dir mit einer anderen Dosis geht, musst du diese länger halten. 4 bis 6 Wochen und dann Blutwerte machen lassen. Ja man kann Dosisveränderungen auch früher merken, aber die Hormonlage pendelt sich erst nach dieser Zeit ein und so lange müsste man abwarten. Und vom Befinden her kann man nicht unbedingt entscheiden ob man über- oder unterdosiert ist, die Symptome können die gleichen sein!