Schlechtes Allgemeinbefinden: Hashimoto?

    Hallo,


    ich habe seit ca. 13 Jahren eine SD-Unterfunktion, die mit L-Thyroxin 150 behandelt wird. Hatte eigentlich auch nie Beschwerden.


    Seit Oktober letzten Jahres bin ich nun aber immer wieder krank, vorwiegend Stimmbandentzündungen (z.T. sogar mit Abszess) sowie Gelenkentzündungen (vorwiegend das rechte Handgelenk) Ich hab mir da erst nix großartiges bei gedacht, da ich einen Job habe, indem ich nahezu ausschließlich spreche und am PC tippe, sodass ich von einer Überlastung ausgegangen bin, die wegen nicht möglicher Schonung einfach nicht verschwand.


    Vor ca. 1 Monat wurde bei der Routine-Vorsorge beim Gyn ein BZ von 250 mg/dl nüchtern gemessen, woraufhin dann ein OGTT durchgeführt wurde. Die Werte an sich waren völlig unauffällig (siehe auch den von mir erstellten Faden dazu), dennoch ging es mir nach Trinken der Lösung unfassbar schlecht (Übelkeit, zittrig, kalter Schweiß) sodass ich auf eigene Faust noch einmal zu einem zum Glück sehr kompetenten Diabetologen ging. Da ich den OGTT sehr schlecht vertragen habe, bot er mir an über 2 Wochen den BZ selbst zu messen. Aufgrund der bekannten Schilddrüsen-UF hat er zusätzlich noch ein großes Blutbild inkl. aller SD-Werte angefertigt (Befund in Papierform muss ich noch abholen, daher reiche ich die Werte nach). Und siehe da – Antikörper nachgewiesen, Verdacht auf Hashimoto. Anhand der BZ-Werte und meines unfassbar langsamen Stoffwechsels tippte er zudem auf Insulinresistenz und würde den OGTT unter behandelter/eingestellter SD gerne nochmal wiederholen.


    So, auf den Termin beim Endo muss ich noch bis Anfang Juni warten, aber bereits der Diabetologe meinte, meine dauernden Erkrankungen könnten auf Hashi zurückzuführen sein. Das ändert aber nix daran, dass es mir körperlich jetzt sehr gruselig geht. Ich kann meist kaum sprechen und besonders mein Handgelenk (aber auch die Kniegelenke sind oft entzündet) schmerzt fürchterlich. Zudem bin ich immer sehr müde (muss mind. 12 Std. tägl. schlafen, damit ich überhaupt noch die Arbeit schaffe) und ich habe seit ca. 2 Wochen ein Gefühl wie Muskelkater in Höhe der Schilddrüse. Ich trinke viel warmen Tee, sehe zu dass ich mich ausreichend bewege und nehme zugegebenermaßen viel zu viele Schmerzmittel (ca. 4x800 mg Ibu tägl.), um meinen Alltag einigermaßen zu bewältigen. Gibt es irgendwelche Tipps, wie ich das Ganze noch etwas erträglicher für mich gestalten kann, bis die Behandlung los geht?


    Schonmal vielen Dank für eure Hilfe!

  • 49 Antworten

    Klingt irgendwie nach einer rheumatischen Arthritis. Die tritt auch gerne mal in Verbindung mit erhöhten Zucker auf.


    Die Menge an Schmerzmitteln ist natürlich wirklich nicht gut. Nimmst du wenigstens zusätzlich einen Magenschutz ein? Du solltest dich auch krank schreiben lassen. Oder bist du es schon? Schonung wäre jetzt erst mal wichtig. eventuell könntest du dir auch Cortison in die schmerzenden Gelenke spritzen lassen. Dann müsstest du auch nicht mehr so viel Schmerzmittel schlucken.

    Es hat sich bei den überhöhten BZ-Werten um Ausrutscher gehandelt, solche Werte sind in den 2 Wochen, in denen ich regelmäßig vier mal täglich gemessen habe, nicht einmal mehr aufgetreten. Keine Ahnung was das war, Artefakt, kaputtes Messgerät ???


    Einen Magenschutz nehme ich ein, so lange meine Vorräte es noch hergeben. Cortison habe ich schon in Tablettenform, aber vielleicht wäre es wirklich gut, wenn es so lokal wie möglich verabreicht würde.


    Tjaa, krank schreiben, ziemlich leidiges Thema bei mir... Ich bin wiklich kein Typ, der sich hängen lässt und gebe mir auch die größte Mühe dass alles so gut wie es geht in die Reihe zu bekommen, aber ich habe mittlerweile wirklich das Gefühl ich kann nicht mehr.


    Leider sehen dass die behandelnden Ärzte anders. Ich habe nur einmal für 9 Tage eine AU erhalten, als das Handgelenk so entzündet war, dass es eingegipst werden musste. Danach war es auch ein wenig besser, aber mittlerweile.... Ich musste ja auch mit den Stimmbandentzündungen 2-3 Mal zum Doc, weil es gar nicht mehr ging, aber auch da leider kein Schein, bin dann immer nur einen Tag daheim geblieben. Mein Chef ist im übrigen sehr verständnisvoll und betont immer, dass er es sehr begrüßen würde, wenn ich mich mal auskuriere (ich arbeite in einer Behörde), aber ohne AU kann ich ja nicht der Arbeit fern bleiben... Und da beginnt dann natürlich der Teufelskreis mit den Schmerzmitteln, die MUSS ich dann einfach nehmen, um einigermaßen zurecht zu kommen!

    Zitat

    Leider sehen dass die behandelnden Ärzte anders. Ich habe nur einmal für 9 Tage eine AU erhalten, als das Handgelenk so entzündet war, dass es eingegipst werden musste. Danach war es auch ein wenig besser, aber mittlerweile.... Ich musste ja auch mit den Stimmbandentzündungen 2-3 Mal zum Doc, weil es gar nicht mehr ging, aber auch da leider kein Schein, bin dann immer nur einen Tag daheim geblieben.

    Hast du mal den Arzt direkt darauf angesprochen, dass du einen Schein möchtest? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn man nicht fragt, auch nichts bekommt.


    Ich würde dir auch raten, mal einen Rheumatologen aufzusuchen und ebenso einen Arzt, der auf Schmerztherapie spezialisiert ist. Ebenso wäre es mal sinnvoll zu überprüfen, ob mit deinen Nährstoffhaushalt alles in Ordnung ist. Ein Nährstoffmangel kann auch zu Infektanfälligkeit führen. Ich würde mich da zumindest nicht zu sehr auf die Schilddrüse versteifen. Es sollten auch andere Ursachen in Betracht gezogen werden.

    Ich würde noch nicht einmal sagen dass ich fürchterlich infektanfällig bin, aber ich habe beruflich mit sehr, sehr vielen Menschen zu tun und habe einmal etwas nicht richtig auskuriert und nehme deshalb jeden Husten mit. Ich hab leider vergessen zu erwähnen, dass es nicht nur Entzündungen an den Stimmbändern sondern z.T. auch Ödeme waren und das scheint bei schwereren Hashi-Verläufen wohl häufiger vorzukommen. Ich werde aber versuchen zu beherzigen, mich da nicht drauf zu versteifen. Wahrscheinlich bin ich bei den AU´s wirklich zu zimperlich, aber ich komme mir immer vor wie ein Bittsteller, vor allem nachdem mir mein HA deutlich gemacht hat, dass mal Zusammenreißen angesagt wäre. Ich hätte wohl auch keine Schmerzmittel, obwohl ich explizit danach gefragt habe und mich nicht zufällig selber damit versorgen könnte. Habe insgesamt den Eindruck, als wäre ich in die absolute Hypochonder-Ecke geraten, obwohl ich wirklich erst immer zum Doc gegangen bin wenn alles Hausmittelchen ausgeschöpft waren. Zudem war immer eine Entzündung/Infektion/Ödem oder Abszeß nachweißbar. Vielleicht versteife ich mich auch deshalb darauf, um dem Kind einen Namen geben zu können. Aber ich schweife ab, ich warte erstmal den Termin im Juni ab und hoffe das mein Schmerzmittelquell nicht versiegt.

    Zitat

    Wahrscheinlich bin ich bei den AU´s wirklich zu zimperlich, aber ich komme mir immer vor wie ein Bittsteller, vor allem nachdem mir mein HA deutlich gemacht hat, dass mal Zusammenreißen angesagt wäre.

    Oh, diese Aussage kenne ich auch :(v


    "Man muss sich auch mal zusammen reißen können." Man weiß doch letztendlich selbst am besten, ob man eine AU braucht oder nicht %-| Jedenfalls bin ich mal wenige Tage nach so einer Aussage auf Arbeit zusammen geklappt. War damals auch auf einer Behörde tätig. Da schickte man mir dann eine Ärztin vom Gesundheitsamt vorbei, die mir letztendlich dann auch nur sagte, ich solle doch mal zum Psychologen gehen %-| Dabei hatte die mich nur kurz untersucht und kannte weder mich noch meine Krankheitsgeschichte. Ich frag mich, wie man dann zu so einem Schluss kommen kann? Ärzte gibts...

    Zitat

    Habe insgesamt den Eindruck, als wäre ich in die absolute Hypochonder-Ecke geraten, obwohl ich wirklich erst immer zum Doc gegangen bin wenn alles Hausmittelchen ausgeschöpft waren.

    An deiner Stelle würde ich mal den Arzt wechseln. Deiner scheint dich wohl nicht mehr richtig ernst zu nehmen.

    Hypochonderecke*heul*


    Das tut mir sehr leid! Alle Hashis scheinen diesen Leidensweg durchmachen zu müssen...10% der Hashimoto-Erkrankten sind dauerhaft arbeitsunfähig oder frühverentet...trotzdem darf ein Arzt einen nicht wegen Hashimoto krankschreiben....die Lehrbücher schreiben bagatellisierend von einer guttherapierbaren "Seltenen" Erkrankung. Soviel zum Thema...und da kann man verstehen dass man dafür gar nicht krnakgeschreiben werden muß.


    Die Realität sieht für einen Hashimoto Erkrankten leider irgendwann ganz anders aus, und das kann nur jemand nachvollziehen der auch an Hashimoto erkrankt ist.


    Ich habe auch keine Krankschreibung bekommen....ich schleppte mich in die Schule..ich schrie meine heisere Stimmer heraus...ich lebst nur noch dafür irgendwie meien Pflichten zu erfüllen...irgendwann brach ich zusammen wurde arbeitsunfähig..dann arbeitslos. Und selbst JETZT! wo ich völlig aus dem Berufsleben rauskatapultiert wurde und mit fast 50 keine Chance mehr habe...selbst jetzt wissen die Ärzte nicht wegen was sie mich krankschreiben sollen.


    Es war so erniedrigend, peinlich, kränkend...alle 5 Ärzte die ich im letzten Jahr aussuchte wollten mich in die Psychiatrie stecken. Mein Blutwerte waren unter ewiger Thyroxin-Therapie (22Jahre) nun auch noch supprimiert. Die Ärzte wollte mir die Schidlldrüsenhormone weiter entziehen, obwohl mich ein Reduktion in diese Katastrophe erst gebracht hat. Außer mir, die ich die direkte Korrelation nachvollziehen kann, glaubt keiner dass Hashimoto und eine Unterdosierung dran schuld ist.


    Dein Diabethologe hat recht ALLES inklusive Heiserheit, Infektanfälligkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, psychische Symptome (identisch mit echten psychischen Erkrankungen!) können auf einen unterdosierten Hashimoto zurückgeführt werden.


    Deine Werte werden es sicher auch bestätigen. Der TSH darf höchstens 1 sein bei einem thyroxintherapierten hashimoto. Sicher ist er drüber (außer bei supprimiertem TSH wo dieser irreführend ist).


    Nach meiner Erfahrung wi lange es dauern kann bis man einen Arzt findet, der einen richtig mit der Dosis einstellt...also nicht reine wertetechnisch sondern inklusive Symptomatik! (wie es im Lehrbuch steht!)..dann würde ich um meinen Job zu erhalten heute selber mein Schicksal in die Hand nehmen.


    Du kannst deinem Arzt sagen du möchtest deine Dosis splitten, also einen Teil abends einnehmen. Dann bekommst Du 2 Packungen 75er oder eine 100er und eine 50er. Ich würde im 25er Schritt die Dosis steigern, bis die Symptome besser werden. Psychotherapie-Überweisungen bitte übersehen: kontraindiziert! Über 50 % der Frauen in psychiatrischen Anstalten sind Schilddrüsenkranke :-o .


    175 würde ich ne Weile beibehalten. Und wenn nach 2 Monaten keine Besserung


    DU wirst nicht krankgeschrieben, Du wirst Dich auspowern, Burn Out droht sonst.


    WAS bedeutet so ein kleines bischen Thyroxin gegen den wirtschafloichen Totalschaden den ich jetzt erleben durfte. Und es gibt viele von uns. Selbst ist die Frau, sonst kannst Du warten bis Du schwarz wirst.


    Als ich es vor drei monaten (nach 22 Jahren brave Bevolgung des ärztlichen Rates!!!) ENDLICH (für mich zu spät) mir traute mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, habe ich 25 µg gesteigert...sofort verloren sich viele psychische Symptome, der nächste Zyklus war Bilderbuchmäßig, PMS??? was ist das :-) ganz normale Blutungen, Haut und Haare wurden besser, kein Tinitus mehr, keien Anmgst- und Panikattacken, die Darmkrämpfe verschwanden nach einigen Wochen...heute habe ich mich schon unglaublich regeneriert nach 10 Wochen nur 25microgramm mehr Thyroxin..bin eigentlich wieder gesund o:) (nur noch 12 Kilo schwerer und arbeitslos :-X )


    Du solltest noch Vitamin D und Vitamin B12 zu Dir nehmen. Und Selen 200µg täglich. Kaufs Dir und geh ins Solarium (mit UVB-Anteil!)


    Wenn Du deine Werte hast, bitet stell sie rein @:)

    Entschuldigung, die Rechtschreibfehler und Tippfehler sind Unterfunktions-Symptome, die sich eine Lehrerin im Schuldienst nicht erlauben kann. Auch hier tun sie mir leid und ich bitte um Verständnis. Solange muß ich die höhere Dosis einnehmen, bis meine Tippfehler ein gesundes Maß nicht überschreiten.

    Ohje Zentaur, das hört sich nach einem langen Leidensweg an:( Ich hoffe dass sich für dich weiterhin alles zum positiven wendet @:)


    So ich habe jetzt noch einmal die zwei letzten Hormon-Stati(?) herausgesucht


    10.08.11


    TSH 0,995 uIu/ml (0,27-4,3)


    ft3 2,84 pg/ml (2,00 – 4,40)


    ft4 1,51 ng/dl (0,93 -1,7)


    Zu diesem Zeitpunkt war ich noch beschwerdefrei.


    08.03.12


    TSH 0,340 (0,27 – 4,3)


    ft3 3,32 (2,00 – 4,40)


    ft4 1,87 (0,93 – 1,7)


    Da waren die Beschwerden schon ziemlich stark bzw. in gleicher Stärke wie aktuell da.


    Die AK-Werte fehlen wie gesagt noch.


    Ich meine an den Werten erkennen zu können, dass da ja doch einiges passiert ist bzw. das ft4 mittlerweile ja auch außerhalb des Referenzbereiches liegt.


    Weiß jemand wie das zu deuten ist?

    Dein FT4 ist zu hoch, kann eine ÜF werden. Steigern würd ich auf keinen Fall, dafür MINIMAL senken @:)


    Schöne Grüße von der ebenfalls "Jahrelang-unerkannten-und-die-Hölle-durchgemachten-Hashimoto-Kranken" :(v

    Wahnsinn, 4mal 800 Ibu :-o ?! Da würd's mir auch schlecht gehen %:| .


    Vielleicht kann ich auch was beitragen, auch wenn's mir in erster Linie nur ähnlich geht und ich nicht so firm bin/sein will, was Hashimoto angeht: Seit 19 Jahren bin ich Typ 1 Diabetiker, seit 16 Jahren ist Hashimoto diagnostiziert (bin 27), die aber erst vor 1,5 Jahren mit Auftreten von "spontanen" TSH-Werten von 7 bis 16-19 weiterbehandelt wurde (nach Absetzen der Pille, da scheint's auch einen Zusammenhang zu geben).


    Meine Vermutung ist, dass ich (in meinem Falle; Vermutungen über Deinen Fall, Zeena, würde ich mir nicht zumuten wollen) schlicht ein

    Immunsystem habe, was derartige Erkrankungen hervorruft. Mit dabei war vor 1,5 Jahren auch eine Rheuma-Diagnose (Sarkoidose, akut oder chronisch ist noch nicht raus) – offensichtlich gibt es da Schübe, die nicht nur die Schliddrüse betreffen können.


    Deshalb kann ich mich nur _Parvati_ anschließen: Geh zum Rheumatologen. Selbst wenn Rheuma-Faktoren mal negativ getestet wurden (wie bei mir), Rheumatologen haben einen anderen Blick – und schicken Dich zum Lungenröntgen und LuFu-Test, wenn Du 'nen dicken Knöchel hast ":/ . Wenn's kein Rheuma ist, umso besser, dann kann man etwas ausschließen.


    Aber noch einmal zu den Schmerzmitteln: Du weißt, dass Du die empfohlene, tägliche Maximaldosis überschreitest. Wie kann es sein, dass Deine "Schmerzmittelquelle" da nicht versiegt oder noch in den Spiegel gucken kann :|N ??ehmm ... Organschäden sind auch doof?? ? Als Alternative kann ich Dir Quarkwickel empfehlen, auch wenn die nur eine minimale Besserung bringen (bei mir waren's ein oder beide Sprunggelenke, auch mit Krücken war das schmerzhaft) :)* .


    (Die Symptome nach dem OGTT sind nicht ungewöhnlich, manchmal kommt es danach – auch bei gesunden Menschen – zu einer Unterzuckerung. So geht es mir mehrmals die Woche. Das ist, wenn man weiß, was auf einen zukommen kann, erträglich und renkt sich bei Nicht-Diabetikern wieder ein @:) . Man könnte sagen: Das ist völlig normal und nicht unbedingt pathologisch.)