TSH plötzlich in der Norm - keine Behandlung nötig?

    Hallo zusammen,


    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und mir die Unsicherheit etwas nehmen... Mein Text ist glaub ich recht lang geworden, danke fürs lesen :)


    Zu meinem Problem: Ich habe seit etwa drei Jahren Unterfunktionssymptome. Ich habe schon immer nicht abnehmen können, egal was ich gemacht hab. Und ich kann schon seit etwa 10 Jahren nicht gut was am Hals haben (Rollkragenpullis etc). Aber seit drei Jahren wird es immer schlimmer. Ich habe über 30 Kilo zugenommen, bin ständig müde und erschöpft und vergesslich, kann mich nichtmehr so gut konzentrieren. Dazu kommt, was mich eigentlich am meisten stört, dass ich wirklich garnichts mehr am Hals haben kann. Ich kann nichtmehr Motorrad fahren weil der Kinnriemen vom Helm mich sofort bekloppt macht, ich kann keine Schals tragen, Klamotten müssen immer tief ausgeschnitten sein, selbst im tiefsten Winter kann ich die Jacke nicht bis oben zu machen. Auch seitlich am Hals darf nix sein, keine Kette, kein Kragen. Mein Hals wird immer dicker, wenn ich schlafen will bekomme ich dieses Gefühl im Hals weil dieses "Doppelkinn" da anliegt. Auf der Seite kann ich nicht liegen weil dann meine Schulter zu nah am Hals ist. Es macht mich wahnsinnig! Immer dieses drückende "Kloßgefühl" im Hals, als würde wer mit den Händen von vorne meinen Hals zudrücken. Außerdem hab ich immer mal wieder so ein komisches Geräusch im Hals, schwer zu beschreiben, wie ein Mix aus gurgeln und klingeln ??? Außerdem hab ich mehrere Hasimotogeplagte in der Familie, und noch eine andere Autoimmunerkrankung.


    Ich war damit bei meiner Hausärztin, sie hat TSH bestimmen lassen, war ok (stelle die Werte weiter unten ein). Ein Jahr später war alles noch schlimmer, wieder TSH bestimmt, wieder angeblich ok. Dazu Sono, sie sagte "SD leicht vergrößert (habe leider keine genaue Angabe dazu), inhomogen, echoarm". Aber weil TSH normal sei das egal. Nach eingehender Recherche hab ich dann den Arzt gewechselt. Der hat im Ultraschall das gleiche festgestellt, meinte das deutet alles auf Hashimoto hin, er wolle aber nochmal TSH sowie freie Werte und Antikörper machen. Ich hab mich schon gefreut, endlich ein Arzt der sich auskennt. Aber auch er meinte dann "Werte normal, dann ist das Sonobild egal, außerdem keine Antikörper, machen Sie ne Ernährungsberatung". Jetzt war ich an meinem neuen Wohnort bei nem neuen Arzt. Der meinte er macht nochmal die Werte und dann krieg ich ne Überweisung zum NUK. Heute war nun Besprechung und mein TSH ist in die Norm gefallen weshalb er meinte da müsste man nix machen, Überweisung krieg ich nicht. Aber ist das denn so? Warum ist der TSH plötzlich normal? Heißt das Hashi ist ausgeschlossen? Warum hab ich dann UF-Symptome? Vorher wusste ich immer dass der TSH nicht normal ist, wenn auch nich massiv erhöht, da konnte ich mir das irgendwie erklären. Aber jetzt bin ich komplet verunsichert ob ich weiter um ne NUK-Überweisung kämpfen soll oder ob das garkeinen Sinn macht.


    Ich stell euch mal die Werte ein die ich hab:


    14.7.15: TSH 1,63 (0.27-4.20)


    1.6.16: TSH 2,49 (0.27-4.20)


    29.6.16: TSH 3,01 (0.27-4.20)


    . fT4 1,26 (0.9-0.70)


    . MAK 8 (<34)


    4.10.16: TSH 1,33 (0.3-4.2)


    . MAK 16 (<34)


    . TSH-R-AK 1,2 (<1.8)


    Vielleicht kann einer von euch was dazu sagen? Welchen Grund kann es haben, dass der TSH plötzlich fällt? Und wenn ich die Symptome schon so lange habe, müssten die Werte dann nicht eigentlich furchtbar mies sein ???


    Freue mich über jede Hilfe oder Info :)

  • 21 Antworten

    Bei Hashimoto greift das Immunsystem die eigene SD an und zerstört sie allmählich. Die Krankheit verläuft schubweise. Während der Entzündungsschübe gehen SD-Zellen unter und setzen das in ihnen gespeicherte SD-Hormon frei. Auf diese Weise können zeitweise ÜF-Symptome entstehen und das TSH sinkt. Manche Hashis leiden unter den Schüben sehr stark, andere bemerken sie nicht oder fast nicht. Wichtig für Dich: Hashis wird ein TSH unter 1.0 empfohlen. Manche, aber nicht alle, Hashis fühlen sich erst richtig wohl, wenn ihre freien Hormonwerte im oberen Drittel ihrer Normbereiche liegen.


    Ich empfehle Dir das Buch "Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis" von Brakebusch/Heufelder, ISBN 978-3-86371-196-2, EUR 14.95.

    Was mich übrigens sehr stört: wenn bei Hashi-Patienten an den Laborkosten gespart wird. TSH, fT3 und fT4 sind ein Muss. Das fT3 ist schließlich das an den Zielorganen aktive SD-Hormon - da sollte man schon wissen, wo man liegt.

    Danke für deine Erklärung, das macht Sinn. Also denkst du es könnte auch einfach ein Schub sein grade? Soll ich dann doch versuchen zum NUK zu kommen? Mal schauen ob ich einen Arzt finde der mir ne Überweisung gibt. Ich will einfach endlich wissen ob es das nun ist oder nicht, das macht mich noch bekloppt.


    Von dem Buch hab ich auch schon gelesen, das will ich mir auf jeden Fall bestellen. Ist das denn gut verständlich?

    Ohne diagnose würde ich erstmal nicht von hashimoto ausgehen.


    TSH werte können schwanken und es gibt mehr ursachen als hashimoto für schilddrüsenprobleme.


    Ich sehe allerdings keine kritischen werte.


    Ich als nicht hashimoto schilddrüsenpatient bin auf unter 2,5 einegstellt (tsh) und bei t4 und t3 auf mindestens mitte also 50%.


    Leider hast du keine kompletten werte jeweils. Leider sparen da die ärzte dran.


    Übrigens kann man auch ohne hashimoto mal aus der norm fallen.


    Dieses jahr hatte ich ohne gefundene ursache plötzlich bei einer untersuchung einen Tsh von 6.


    Der körper wird durch viele faktoren beeinflusst...genauso der stoffwechsel...


    Ich würde dir empfehlen auch werte wie eisen und vitamen d und vitamin b12 bestimmen zu lassen. Diese können ursächlich sein für deine konzentrationsschwierigkeiten und müdigkeit.


    Das gewicht könnte man eventuell gesondert sehen.


    Auch mit eingestellter schilddrüse nehme ich zbsp nicht plötzlich ab. Auch dann ist es für manche sehr schwer.

    Ich würde schon allein wegen der Symptome zu einem spezialisierten Arzt gehen und das genauer checken lassen. Ich hatte auch mal ne UF, die jetzt nicht mehr behandelt wird, allerdings habe ich die Symptome auch nicht mehr. Wenn ich die wieder kriegen würde (also z.B. null Abnahme sondern Zunahme, wieder Depressionen, übermäßige Müdigkeit und was ich da so hatte), wäre ich sofort wieder beim Arzt.


    Der obere Wert beim TSH ist nach deiner Skala da für manche Ärzte heutzutage schon zu hoch, da darf er nur bei 2,5 oder so sein. Meine war "nur" bei 5,4, als ich diese ganzen Symptome hatte, also er muss auch nicht zwingend astronomisch hoch sein, um behandelt zu werden. Manche Leute fühlen sich dann echt erst bei einem sehr niedrigen TSH wieder wohl, also z.B. unter 1. Da muss man dann einfach erstmal ne richtige Diagnose stellen und bei der Behandlung dann ausprobieren (mit regelmäßigen Kontrollen), wann sich der Patient wieder "normal" fühlt. Das ist ja bei jedem Menschen auch unterschiedlich.

    Danke für eure Antworten :)


    Hashimoto kam mir einfach als erstes in den Sinn weil so viele in meiner Familie da haben und die Ärztin eben von "echoarm" und "inhomogen" sprach. Welche anderen Möglichkeiten gibt es denn warum die SD in der Sono so aussieht?


    Die Werte sind aber eben das was mich auch verunsichert, sie sind ja nicht wirklich schlecht. Wieso dann diese ganzen Beschwerden?


    Eisenwerte waren bei der letzten Blutabnahme etwas niedrig, allerdings war das zwei Wochen nach einer Vollblutspende. Ob das nun Ferritin war oder was anderes weiß ich nicht, auf dem Zettel steht nur "Eisen". Vitamin D werd ich mal testen lassen, danke für den Tip.


    Naja, zwischen "nicht plötzlich abnehmen" und 35 Kilo zunehmen trotz Sport und nur zwei Mahlzeiten am Tag ist ja schon noch ein Unterschied ;-)


    Ich kümmer mich auf jeden Fall um einen Termin beim Spezi. Macht es denn irgendeinen Unterschied ob ich zum Endo oder zum NUK gehe?

    Beileibe is da ein Unterschied.


    Aber es kommt auch drauf an wie du die 2 Mahlzeiten gestaltest...


    Qie der Sport ist usw.


    Als ich in der stoffwechselklinik war für 4 wochen reha, habe ich 10kg abgenommen trotz Eingangs-TSH von 3.


    Diese Klinik war aber ein Witz... als ich entlassen wurde bin ich mit Uf symptomen zum hausarzt. Tsh war auf 6 hoch.


    Trotz dieser absolut unidealen situation habe ich abgenommen.


    Wenn ich mich richtig erinner meintest du deine Schilddrüse is vergrössert.


    Das kann auch auf jodmangelstruma hindeuten.


    Das hatte und habe ich.


    Mein körper kann jod einfach nicht gut verarbeiten und ich nehme inzwischen l thyroxin 175...also nicht grad wenig hormon.


    Mit echoarm etc kenne ich mich nicht gut aus... ich hatte zbsp schon knoten...dann hatte ich wieder keine...


    Vielleicht wäre der weg zum endokrinologen für dich hilfreich. Oder eben nuk.


    Dann hast du gewissheit obs die Schilddrüse ist.


    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du die ursache für deine bleiernde müdigkeit findest...denn das beeinflusst das leben doch stark... ich bin grad dabei sie wieder abzulegen...und wünsche dir das auch.


    (Bei mir wars das Vitamin d)

    Xirain, danke für die Antwort. Ich werde auf jeden Fall weiter dranbleiben mit der Schilddrüse und gleichzeitig mal noch in andere Richtungen forschen.


    Ich esse morgens Müsli mit Obst oder Vollkornbrot und abends koche ich dann frisch. Mal Nudeln mit selbstgemachter Soße, mal Reis oder Gemüsepfanne etc, dazu meist Salat aus dem Garten. Sport mache ich vier Mal pro Woche. Ich schwimme Montags und Donnerstags, immer zwischen 1,5 und 2 km Rücken. Dienstags und Freitags boxe ich. Das Pensum mache ich seit etwa fünf Monaten und kann dadurch mein Gewicht halten, aber ich nehme nicht ein einziges Kilo ab. Das ist langsam wirklich deprimierend :(v


    Danke für die lieben Wünsche, ich drücke dir die Daumen dass es auch bei dir klappt dass du die Müdigkeit los wirst!

    Hmmm vielleicht würde dir auch mal eine Fettmessung helfen..klingt doch nach sehr viel Sport.


    Sport baut Muskeln auf, Muskeln wiegen mehr als Fett, das ist schonmal gut für dich!


    Hast du denn in den letzten Monaten auch an Kleidungsgröße zugenommen?


    Also in der Klinik wo ich war, hieß es man solle am Tag nicht mehr als 60g Fett zu sich nehmen.


    Besser zwischen 40-50g (Was wirklich nicht viel ist. Wenn du ein einziges Wiener Würstchen isst, sind schonmal 20g Fett deiner Tagesdosis weg) und "gute Kohlenhydrate", wie Vollkornbrot etc.


    Leider konnte ich dieses Essverhalten nur schlecht beibehalten, geholfen hats mir aber, da ich so auch mal bewusst darauf geachtet habe, wieviel Fett ich überhaupt über den Tag zu mir nehme. Zum Anbraten nehme ich heute je nach Menge nurnoch einen Esslöffel (ca. 10g) oder einen Teelöffel (ca. 5g) statt einfach die Butter oder das Öl in die Pfanne zu geben.


    Gerade abends setzt sowas beim Kochen gerne an.


    Meine Hausärztin meinte sogar zu mir, dass ich mit dem Vitamin D jetzt wieder besser abnehme...ob ich ihr das glauben soll, weiß ich noch nicht. ":/


    (Ich nehme es erst seit 2 Wochen, aber die bleiernde Müdigkeit ist schon weg. Ich schlafe an freien Tagen nicht mehr 5 mal am Tag ein, das ist so eine Verbesserung für die Lebensqualität, das glaubst du garnicht... Auch nachts schlafe ich nicht mehr 11 Stunden, sondern inzwischen 9-10Stunden. Immernoch viel, aber dadurch gewinne ich schonmal 1-2 Stunden am Tag!)

    Leider nehme ich glaub ich an Muskelmasse nicht zu. Ich bin von Größe 38/40 auf 48 geklettert und habe das ganze Fett am Bauch hängen, das sind definitiv keine Muskeln. Ich hab nichtmal das Gefühl dass sich durch den Sport Kraft oder Ausdauern nennenswert verbessert hätten.


    Besonders fettig esse ich glaub ich auch nicht, anbraten mit Butter mach ich eh nicht. Werd aber mal genauer messen wieviel Öl ich nehme und mal berechnen wieviel Fett ich denn Esse, damit ich da ne bessere Übersicht hab, das Gefühl kann da ja schon täuschen. Nudel, Brot, Mehl etc ist auch immer Vollkorn. Ich mag dieses Weißmehl-Zeug garnicht mehr wirklich. Ich hab echt das Gefühl ich mach schon was irgendwie geht, aber es tut sich einfach nix. Durfte mir heute von dem Arzt dann noch anhören ich müsse abnehmen und soll doch mal Sport machen, eine Stunde schwimmen pro Woche würde schon viel helfen %-| dabei war ich ja vor kurzem erst da eben weil ich trotz Sport nicht abnehme! Bin fast geplatzt als er das gesagt hat.


    Wieso bist du nicht sicher ob du ihr das glaubst? Denkst du das wird nicht helfen?

    Ja das ist unheimlich frustrierend.


    ich hätte ihn darauf hingewiesen, dass ich bereits mehrere Stunden die Woche schwimme.


    Obwohl ich sagen muss, nach Aquajogging bin ich kaputter als nach schwimmen.


    Aquajogging kann ich nur empfehlen, danach fühlt man sich zwar noch 200kg schwerer, weil die Muskeln so ausgelaugt sind, aber es ist wirklich effektiv und schonend für die Gelenke.


    Und warum ich ihr nicht glaube?


    Ich bin Schilddrüsenpatient seit ich 8 bin, bin auch schon immer übergewichtig gewesen. Ich bin mir bewusst, dass es von meinem Lebensstil abhängig ist. ich glaube nicht an eine "Wunderpille", selbst wenns Vitamin D ist und ich einen nachgewiesenen Mangel an Vitamin D habe.

    Ich diskutiere nichtmehr mit Ärzten. Erfahrungsgemäß sind sie danach zickig/beleidigt/fühlen sich in ihrer Kompetenz untergraben und es dauert nur noch länger bis zur richtigen Diagnose. Ich hab leider einige Erfahrung mir Krankheiten die schwer zu diagnostizieren sind bzw von denen viele Ärzte keine Ahnung haben und hab mir abgewöhnt den Arzt einfach zu wechseln.


    Aquajogging hab ich noch nie ausprobiert. Hab ein wenig Angst in nen Rentnerverein zu landen wo alle mit geblühmten Badekappen rumhüpfen :D


    Hm ok, dann versteh ich deine Skepsis. Aber vielleicht hilft es trotzdem was :)

    Mal ein kurzes Update: Ich hab jetzt eine Überweisung bekommen von meinem alten Hausarzt. Der ist zwar völlig inkompetent, schreibt aber alles auf was man haben will :)^


    Außerdem hab ich mir den Sonobericht von Arzt Nr2 geholt, da steht drin inhomogen und echoarm, außerdem normales Volumen (7 ml). Ist das nicht zu klein? Und Arzt Nr 3 meinte doch sie wär zu groß (Tastbefund) ??? Naja, im November hab ich NUK-Termin. Bis dahin lese ich mich weiter ins Thema ein und hoffe dass ich dann mal eine Erklärung bekomme.