Verdacht auf Hashimoto?

    Hallo ihr Lieben!


    ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen weiterhelfen, da ich ein absoluter Neuling auf diesem Gebiet bin. Ich war vor etwa einem Monat beim FA, um mich wegen meiner starken Zyklusstörungen untersuchen zu lassen. Er hat mir Blut abgenommen und da kam raus, dass mein AK-TPO Wert leicht erhöht ist.


    TSH 0.98 (0.27-2.50 µlU/ml)


    AK-TPO 59.9 (<34 klU/l)


    Er meinte, es bestehe ein Verdacht auf Hashimoto Thyreoiditis und ich solle zum Nuklearmediziner, um die Schilddrüse genauer zu untersuchen.


    Das tat ich auch und das Ergebnis ist folgendes:


    Labor:


    Freies Trijodthyronin 3,3 (1,9-5,1 ng/l)


    Freies Thyroxin 1,4 (0,9-1,7 ng/dl)


    TSH-Basalwert 1,28 (0,27-4,20 mlU/l)


    MAK <10 (<60 U/ml)


    Sonographie der Schilddrüse mit 10 MHZ:


    Konfiguration: Suprasternal, bilobulär, asymmetrisch konfiguriert, rechtsbetont.


    Parenchymtextur: Weitgehend isoechogene Textur, keine suspekten Herdsetzungen.


    SD-Volumen: 8ml.


    Szintigraphie der Schilddrüse mit 60,3 MBq 99mTc Pertechnetat


    Lage: suprasternal, bilobulär, asymmetrisch konfiguriert, rechtsbetont.


    Tracerspeicherung: Homogene Aktivitätsbelegung, glatte Randkonturierung, keine umschriebenen Mehranreicherungen.


    Uptake-Rate: 1,2%


    Diagnose:


    Normal große Schilddrüse an typischer Stelle regelrechter Position, keine suspekten Herdsetzungen, kein Anhalt für funktionell relevante SD-Autonomie, kein Hinweis auf entzündliche Veränderungen. Klinisch und laborchemisch Euthyreose, keine Dysfunktion, bei normalem basalen TSH.


    Wenn ich diesen Befund also richtig verstehe, konnte Hashimoto nicht bestätigt werden. Aber warum sind dann die AK-TPO leicht erhöht und warum ist die Schilddrüse so klein (SD-Volumen 8ml)? ich habe hier nämlich gelesen, dass ein normales Schilddrüsen Volumen bei 13-18ml liegt.


    Die "typischen" Hashimoto Symptome habe ich eigentlich nicht. Ich habe halt, seitdem ich die Pille nicht mehr nehme (seit 3 Jahren) starke Zyklusschwankungen (immer zwischen 40 bis 60 Zyklustagen) und seit 2 Jahren starken Haarausfall. Ich habe in den letzen 2 Jahre fast die Hälfte meiner Haare verloren (dabei hatte ich früher so einen dicken Zopf :( ) und die Ärzte können mir auch nicht sagen, woran das liegt!


    Ich hoffe ihr könnt mir, was die Werte angeht, weiterhelfen!

  • 8 Antworten
    Zitat

    Aber warum sind dann die AK-TPO leicht erhöht und warum ist die Schilddrüse so klein (SD-Volumen 8ml)?

    Weil du Hashimoto hast. Manche Ärzte warten nämlich bis es dem Patienten ganz doll schlecht geht bevor sie was diagnostizieren. Und es gibt keine Norm für "zu kleine Schilddrüse". Nur für zu große.

    Zitat

    und die Ärzte können mir auch nicht sagen, woran das liegt!

    Klar dein TSH-Wert ist in der Norm da muß ja alles ok sein ]:D


    Diagnose auf PCO-Syndrom wurde aber auch angeleiert ? (Testosteron, LH/FSH-Quotient usw usf ?)

    Oh je, also meinst Du ich habe doch Hashimoto :(....Sollte ich denn entsprechende Hormone einnehmen, obwohl ich noch keine starken Symptome habe, oder sollte ich warten bis es schlimmer wird???


    Ich glaube ich werde nochmal zu nem anderen Endokrinologen gehen und verlangen, dass er mich nochmal untersucht!

    Achso ja, das hat der FA gemacht, glaub ich. Die Werte sind:


    DHEA-Sulfat 0.6 (0.4-4.3 µg/ml)


    Estradiol 230.2 pg/ml


    Progesteron 20.14 ng/ml


    FSH 2.7 mlE/ml


    LH 9.3 mlE/ml


    Prolaktin 17.8 (4.8-23.3 ng/ml)


    Testosteron, ges. 0.13 (0.03-0.48 ng/ml)

    Bei den Sexualhormonen muss ich jetzt passen, einmal weil meine Kenntnisse da nicht so doll sind und zum anderen weil nicht überall Referenzbereiche dabei stehen.

    Zitat

    Sollte ich denn entsprechende Hormone einnehmen, obwohl ich noch keine starken Symptome habe, oder sollte ich warten bis es schlimmer wird

    Also mal davon abgesehen dass du erstmal einen Arzt brauchst der dir L-Thyroxin verschreibt (wobei dieses in manchen Ländern rezeptfrei erhältlich ist)


    Was sind "typische" Hashimoto-Symptome ? Gewichtszunahme, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit ? Was sind starke Symptome ?


    Unter dem Haarausfall scheinst du zu leiden. Das wäre in meinen Augen schon mal Grund genug.


    Warum hast du denn die Zyklusschwankungen abchecken lassen ? Nur weil es kein "Bilderbuchzyklus" ist oder möchtest du möglicherweise bald ein Kind ? Falls letzteres: Grund Nr. 2 für L-Thyroxin

    Vielleicht wäre doch zu beachten, dass TPO-AK und MAK dasselbe beschreiben, hier im Faden aber einmal erhöht und einmal nicht erhöht sind, was untypisch ist. Ich würde als Betroffene also diesen Wert noch einmal bestimmen lassen, weil es offensichtlich der einzige Parameter ist, der hier für Hashi oder nicht-Hashi sprechen würde.

    Ich habe hier einfach nur vieles gelesen, wo die Leute unzählige Symptome auflisten, die ich halt (zum Glück) nicht (oder noch nicht) habe, außer starker Haarausfall und Zyklusstörungen. Aber Du hast auf jeden Fall recht, diese beiden Symptome reichen schon, um etwas dagegen zu unternehmen, da es mich auch ziemlich fertig macht das bisschen Haare was ich noch habe anzuschauen. Was die Zyklusstörungen angeht, so war ich tatsächlich wegen Kinderwunsch beim FA.


    D.h. du meinst also dieser TPO-AK Wert darf nicht schwanken? Ich habe hier gelesen, dass einige Hashis auch einen sehr niedrigen TPO-AK Wert haben und trotzdem an Hashi leiden.


    Oh man das verwirrt mich total. Ich habe mir jetzt noch einen Termin gemacht bei einem anderen Endokrinologen. Ich werde ihn bitten die Blutwerte nochmal zu untersuchen.

    julrich, ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass MAK die frühere Bezeichnung für TPO-AK war. Der Faden hat sich so entwickelt, dass die erhöhten TPO-AK im Vordergrund standen und die nicht erhöhten MAK unter den Tisch fielen. Es könnte ja sein, dass da auch einmal Proben verwechselt wurden, und wenn man zwei widersprechende Ergebnisse hat, liegt ja nahe, diese Ergebnisse noch einmal überprüfen zu lassen. Die TPO-AK schwanken auch, und normalerweise läßt man sie nicht immer wieder neu bestimmen, wenn sie einmal erhöht waren. Dass sie einmal erhöht und einmal nicht erhöht waren, habe ich nach meiner Erinnerung in den 5 Jahren, die ich in diesem Forum schon schreibe, noch nicht gelesen. Es wird nicht ausgeschlossen sein, dürfte aber höchst selten vorkommen. Deshalb mein Vorschlag, die Diagnose Hashi an dieser Stelle noch einmal zu hinterfragen, und das hast Du ja in der Zwischenzeit schon organisiert.

    Alles klar! Vielen vielen Dank für eure Antworten! Ich habe nächste Woche einen Termin und hoffe, dass sich die Diagnose nicht bestätigen lässt. Mal schauen...