• Warum geht es mir schlecht?

    Hallo, habe mich eben hier angemeldet, damit ich mit meinem Problem nicht länger alleine bin. :)z Es ist so, dass ich seit ca. 1,5 Jahren L-Thyroxin nehme (wegen Hashimoto Thyreoditis). Seit ca. einem Jahr bin ich, laut Endokrinologie, gut eingestellt. Letzter Bluttest war vor ca. 4 Wochen. Nun ist es aber so, dass ich mich, trotz "guter Einstellung"…
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    Lenz: L-Thyroxin (= "T4") ist das SD-Vorratshormon. Aus ihm wird bei Bedarf Trijodthyronin (= T3") hergestellt, das an den Zielorganen (Herz, Lunge, usw.) wirkt. Ist diese Umwandlung gestört (vermindert), mag zwar genügend T4-Vorrat da sein, aber die Zielorgane bekommen zu wenig T3.

    Hallo der_traum_im_traum, unter LT100 war Dein fT3 = 67%, Dein fT4 = 100%, wobei der fT4 wahrscheinlich wegen der LT-Einnahme am Morgen falsch hoch lag. Ich nehme an, die "Überfunktion" hat Deine Endo aus dem niedrigen TSH abgeleitet. 67% fT3 sind aus meiner Sicht jedenfalls nicht zu hoch, wenn man sich dabei wohlfühlt. Aber wenn Du Dich mit 10/75 µg LT wohlfühlst, wäre das ja auch OK. Besser fände ich, wenn Du jeden Tag die gleiche LT-Dosis nähmst. Durch Zerbrechen/Zerschneiden der LT-Tabletten (Tablettenschneider gibt es in der Apotheke) kann man übrigens auch sehr krumme Dosierungen schaffen, so dass es nicht nur die Alternativen 75 und 100 µg LT gibt; außerdem gibt es auch LT-Tropfen, mit denen man sehr exakt dosieren und die Dosis auch in sehr kleinen Schritten ändern kann.


    Auf jeden Fall sollte sich Deine Endo auch mal zu Deinem fT3/fT4 = 33%/62% äußern - sie könnte versuchen, dieses Verhältnis mit Selen zu ändern, oder einen kleinen Teil LT durch Thybon (= T3) ersetzen.

    zwack, danke für die tolle erklärung! kann man dies testen lassen? und wenn ja, wie wird dann vorgegangen bzw. muss ich dann ein Kombi-Präperat nehmen? Das komische bei mir ist, die Werte liegen immer im Referenzbereich, also keine Unterfunktion. Ich weiß, Symptome kann man trotzdem haben und die habe ich, extrem meiner Meinung nach.


    Auch mein Übergewicht, welches immer mehr wird und wie gesagt, egal ob ich 75, 100 oder 150-er thyroxin nehme, es ändert nichts. ebenso veränderns sich die laborwerte kaum.


    danke schon mal!

    Lenz: Ich weiß nicht, ob man eine Umwandlungsstörung konkret diagnostizieren kann. Ich glaube, man leitet das einfach aus großen fT3/fT4-Unterschieden ab; auch bei LT-Einnahme "zieht" dann der fT3 oft nicht so richtig mit. Was man dagegen tun kann? Selen probieren (100-200 µg täglich) und nach einiger Zeit wieder fT3 und fT4 messen lassen; oder einen Teil L-Thyroxin durch Thybon (= T3) ersetzen.

    Dann hat mir Selen wohl nicht besonders viel geholfen. FT3 wurde ja nicht besser.


    Ich werde also mal abwarten, wie die Blutwerte aussehen. Es ist echt schwierig. Mit meiner jetzigen Dosierung fühle ich mich in der Unterfunktion. Und mit 100 habe ich mich irgendwie in der Überfunktion gefühlt. Also müsste ich 93 oder so einnehmen..oder eben Thybon.. Kann es sein, dass man sich mit zu viel FT4 so fühlt, als sei man in einer Überfunktion und dass das durch Gabe von T3 besser wird?


    Sind Internisten auch gute Ansprechpartner?


    Ich muss immer sooo lange warten, bis ich einen Termin beim Endokrinologen bekomme..auch wenn es mir schlecht geht.

    @ Zwack44:

    Wie lange bist du denn schon "Patient" und geht es dir jetzt einigermaßen gut? Was nimmst du?

    Dann will ich mal versuchen, die einzelnen Fragen abzuarbeiten. Es wäre sinvol, wenn Du in Zukunft bei Deiner Endo Vormittagstermine vereinbaren könntest; nüchtern brauchst Du für die Blutentnahme nicht zu sein, wenn nur SD-Hormone bestimmt werden, abder das Thyroxin solltest Du rst nach dr Blutentnahme einnehmen. Wenn Deine Endo so lange Wartezeiten hat, kannst Du Dir das Blut auch vom Hausarzt abnehmen und TSH, fT3 und fT4 bestimmen lassen. Das würde Dich in die Lage versetzen, Deine Endo in größeren Abständen zu besuchen oder ihr die Meßwerte zu schicken und um eine schriftliche Empfehlung für das weitere Vorgehen zu bitten. Wenn Du einen guten Internisten findest, sollte der Dich auch behandeln können. Viele SD-Patienten suchen sich einen Arzt aus der top-docs-Liste.


    Wenn es Dir zwischendurch mal schlecht geht, kämen dafür wahrscheinlich hauptsächlich zwei Gründe in Frage: 1) Bei Entzündungsschüben können auch SD-Zellen untergehen, die Thyroxin gespeichert haben; das bringt dann die Hormonbilanz etwas durcheinander. 2) Du schreibst nichts über Knoten. Falls vorhanden, wären die bei der Sonographie aufgefallen. Die sog. heißen Knoten produzieren SD-Hormon unabhängig vom Regelkreis und können auf diese Weise zuviel Hormon ins Blut abgeben. Damit es etwas schwerer wird, gibt es auch SD-Autonomie, deren autonomen Zellen sich nicht in Knoten finden, sondern über die ganze SD verteilt sind ("disseminierte SD-Autonomie") - das ist dann etwas schwieriger zu diagnostizieren.


    Wenn es Dir schlecht geht und Du eine schnelle Hormonbestimmung hättest, könntest Du, falls sich die Hormonwerte geändert haben, relativ rasch mit einer Dosisänderung reagieren. Ich habe erst gestern mit einer jungen Dame korrespondiert, deren TSH stark hüpft; das spricht für einen schwankenden fT3/fT4-Spiegel.


    Ich empfehle Dir das Buch von Leveke Brakebusch und Armin Heufelder, "Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis", 3. Aufl., W. Zuckschwerdt Verlag, München, Wien, New York 2007, ISBN978-3-88603-917-3, EUR 14.90; vielleicht gibt es schon eine Neuauflage.


    Wenn Du Deine Sexualhormone untersuchen lassen willst, kann das Deine Endo oder Dein FA. Im Augenblick würde ich damit aber noch warten, weil mit derThyroxin-Einnahme auch anderes wieder ins Lot kommen kann. Manche SD-Kranke haben auch eine Nebennierenschwäche - alles Dinge für die Endo.


    Wie lange ich mich schon mit meiner SD quäle? 35 oder 40 Jahre. Ich nehme 125 µg LT + 10 µg Thybon.