Es sollte nicht in die Extreme gehen, aber ich denke jeder Mensch hat unterschiedliche Prioritäten.


    Ich mach nunmal gerne Sport, ich mag es, fit und trainiert zu sein, möchte weiterhin Fortschritte sehen - sowohl in der Leistung als auch im Aussehen.


    Nicht auf Teufel komm raus, auch bestimmt es nicht mein komplettes Leben, aber es ist Teil davon. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es mich einschränkt oder dass ich dadurch etwas verpasse.


    Ich versteh, was ihr meint - die zwei Kilo mehr oder weniger über die so viele Jammern sind ja eigentlich wirklich egal. Sich durch die verrückt machen zu lassen ist wirklich unnötig und Gesundheit, persönliches Glück und Wohlbefinden sind wichtiger.


    Dazu gehört für mich aber auch der Sport, die abgestimmte Ernährung usw. So wie für andere bestimmte Hobbies oder so.


    Und daher bin ich es etwas leid, dass man belächelt wird, wenn man nach Plan trainiert, abends mal auf 'ne Pizza verzichtet, weil gerade nach dem Training was anderes besser passt usw. Und den Spruch "Ach Mädel, du bist doch schon schlank und sportlich, warum tust du dir das an" kommt mir zu den Ohren 'raus.

    Zitat

    Und daher bin ich es etwas leid, dass man belächelt wird, wenn man nach Plan trainiert, abends mal auf 'ne Pizza verzichtet, weil gerade nach dem Training was anderes besser passt usw. Und den Spruch "Ach Mädel, du bist doch schon schlank und sportlich, warum tust du dir das an" kommt mir zu den Ohren 'raus.

    Geht mir genauso! Auch, wenn ich auf Partys eingeladen bin und keinen Alkohol trinke, weil ich die Kalorien lieber in Kuchenform esse :)^

    @ Hayley:

    So ist es! Es ist wirklich schon eine Religion geworden, die Leute haben verlernt, ihren Blick auch mal nach innen zu richten. :-(

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    Nur dann kehrt wieder mein Ehrgeiz zurück, weil ich es mir selber beweisen möchte, dass ich es schaffen KANN :)z

    Ich verstehe das! Es ist super sich Ziele zu setzen, und es ist großartig, die Kraft zu haben, diese Ziele zu erreichen! Aber warum muss das unser Aussehen sein? Was soll das denn bringen?


    Es gibt sooooo viele Dinge, die man lernen kann, für die man sich engagieren kann, die man verändern oder erreichen kann. Natürlich nicht nur Gemeinnützliches, auch persönliche Hürden. Stattdessen lassen wir uns eintrichtern, dass alles was zählt, unser Aussehen ist und vergeuden unsere Lebenszeit damit (sorry, aber es ist so) irgendwelche Kilos auf der Waage zu zählen und Frauenzeitschriften zu lesen, anstatt die Welt zu verändern. So viel Potenzial, insbesondere von Frauen - aber nicht nur - geht einfach verloren, weil sie sich nur mit ihren Äußerlichkeiten beschäftigen. Ließt man ein Interview mit irgendeinem berühmten Mann, stehen darin meistens irgendwelche interessanten inhaltlichen Fragen. Wie sieht das Interview mit der Frau aus: "Welche Ernährung und welchen Sport machst du, um so auszusehen? Wie schaffst du es, trotz deines stressigen Jobs immer noch so auszusehen? Wo kauft sie ihre Klamotten?" Ganz egal, was sie eigentlich erreicht hat, wofür sie sich einsetzt.


    Wenn wir uns von anderen nicht nur auf unseren Körper reduzieren lassen wollen, müssen wir bei uns selbst ansetzen. Das ist natürlich kein Zufall - es gibt eine sehr große Industrie, die viel daran setzt, dass sich das nicht ändert.

    Zitat

    Stattdessen lassen wir uns eintrichtern, dass alles was zählt, unser Aussehen ist und vergeuden unsere Lebenszeit damit (sorry, aber es ist so) irgendwelche Kilos auf der Waage zu zählen und Frauenzeitschriften zu lesen, anstatt die Welt zu verändern.

    Mir trichtert es niemand ein, ich lese auch keine Frauenzeitschriften und für mich ist es auch keine vergeudete Lebenszeit.


    Manche gehen jedes Wochenende Golfen. Oder stehen von früh bis spät in der Küchen und Kochen Marmelade. Das wird sicher auch nicht gemacht, um die Welt zu verändern ;-) Ist sind Prioritäten, Hobbies, Sachen die einen Glücklich machen. Nicht mehr aber halt auch nicht weniger.


    Dass ich gerne mich mit Sport/Ernährung/Aussehen beschäftige heißt ja nicht, dass ich es ausschließlich tue. Ich hab auch noch einen Job, bin nebenher selbstständig, hab' Familie und Freunde mit denen ich Zeit verbringe.


    Welt retten ist jetzt weniger mein Intention, aber wer Bock drauf hat, soll sich nicht aufhalten lassen.

    Ich schreib jetzt nur noch mal für mich.


    Diese 2 Kilos, die ich soll werden möchte, hat nix mit meinem Aussehen zu tun, die würden gar nicht auffallen, sondern sind einfach nur dieser berüchtigte Floh im Ohr.


    Was ich allerdings festgestellt hab, ist, je älter ich werd (bin 52), umso aktiver möcht ich sein, in sportl. Hinsicht gesehen.


    Hab ich in jungen Jahren "nur" Handball gespielt, so betreib ich heut 3 versch. Sportarten (2x Fahrrad fahrn, 2x Krafttraining und 2x rudern zuhaus, alles jeweils ne Std.) und wenn meine Gelenke nicht so kaputt wären, würd ich gern noch Squash spielen (hab ich früher gelegentl. und es hat tierisch Spaß gemacht)


    Hab allerdings auch genügend Zeit, um diese Sportarten zu betreiben.


    Den "perfekten Körper" möcht ich gar nicht, denn dazu müßt ich mich zu sehr quälen mit Fitnessstudio und Kursen usw.


    Ich treib Sport, um meine Muskulatur zu erhalten und um weitgehends fit zu bleiben.


    Ich geb allerdings zu, daß mal unter 60 kg wiegen möcht, was danach ist, falls ich dies überhaupt mal schaffen sollte, weiß ich nicht.

    @ waterfly

    Grundsätzlich gebe ich dir Recht, mit dem was du schreibst. Aber wie auch Lila Lina schon sagte, dass man sich gerne mit Ernährung, Sport und Aussehen beschäftigt und sein Lieblingshobby nun mal der Sport ist, muss nicht heißen, dass man nix anderes macht.


    Vergeudete Lebenszeit ist das für mich allerdings auch keine, im Gegenteil, ich mache das für mich und für meinen Körper. Dass man viele Dinge lernen kann bzw. sich für viele Dinge engagieren, da stimme ich dir zu. Habe ich auch jahrelang gemacht, nur jetzt ist mein "Projekt" eben ein anderes.

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    Welt retten ist jetzt weniger mein Intention, aber wer Bock drauf hat, soll sich nicht aufhalten lassen.

    Seh ich auch so :)^

    Der Beitrag war jetzt auch gar nicht speziell auf dich bezogen, ich hab dich nur als Aufhänger genommen. *:) Ich kenne dich ja nicht und kann gar nicht wissen, wo deine Motivation herkommt. Auch finde ich es nicht schlimm sich "selbst optimieren" zu wollen.


    Nur ist es eben ein Unterschied, ob das aus einer Unzufriedenheit geschieht, oder aus einer Lebenseinstellung heraus, in der man aber trotzdem mit dem Ist-Zustand glücklich sein kann. Wenn es dich glücklich macht, dann ist es ja etwas Gutes. Ich erlebe aber häufig, dass das bei anderen nicht so ist. Und dass sie diese Optimierung nur anstreben, weil sie sich so, wie sie jetzt sind, nicht okay oder nicht gut genug fühlen.


    Aber ich finde, es macht macht schon Sinn, den Ursprung seiner Motive gelegentlich zu hinterfragen. Ich lese selbst auch keine Frauenzeitschriften, nichtmal im Wartezimmer. Trotzdem kann ich nicht abstreiten, dass die Gesellschaft, aus der solche Zeitschriften resultieren, mich auch in meiner Wahrnehmung geprägt hat und tagtäglich umgibt. Warum macht es mich glücklich, diese Schuhe zu kaufen? Dieses Makeup zu benutzen? Natürlich ist nichts schlimmes daran, sich etwas gutes zu tun. Aber dass genau der Kauf oder die Verwendung von irgendeinem Produkt mein Belohnungszentrum anspricht, das ist nicht nur Veranlagung sondern auch erlernt.


    Ich konnte früher, wenn ich mal eine Phase hatte, in der ich mich gesund ernähren wollte, nicht durch den Supermarkt gehen, ohne all diese Süßigkeiten haben zu wollen! Oder mir sogar zu denken: "Wenn du diesen Lebensstil jetzt beibehältst, kannst du fast nie diese leckeren Dinge essen!". Inzwischen lässt es mich einfach kalt. Ich habe kein Bedürfnis mehr danach. Wenn doch, dann gönne ich's mir auch, aber seit ich den psychologischen Mechanismus dahinter erkannt habe, und wie viel davon doch Marketing ist, hat sich in meinem Kopf ein Schalter umgelegt und ich finde den ganzen Überfluss mit all den künstlichen Inhaltsstoffen eher abstoßend.


    Ich will gar nicht abschweifen, aber Konsum und Körpergefühl sind sehr eng miteinander verknüpft. Ständig will uns irgendjemand etwas verkaufen, und damit wir eine hautstraffende Bodylotion wollen und sie gerne verwenden, müssen wir eben erstmal glauben, dass unsere Haut straff sein sollte, aber nicht straff genug ist. Und zwar nicht auf einer Verstandsebene, sondern tief innen drin auf irgendeiner Gefühlsebene, wo wir die ganze Zeit denken, wir sind nicht gut genug.

    So vielen Dank Euch allen, fand alle Eure Beiträge alle ganz toll und durchdacht!

    @ whoopi 63

    Zitat

    Komischerweise hat dies erst vor ein paar Jahren angefangen, daß ich meinen Körper kritischer seh, vorher fand ich ihn ganz okay. Wenn ich da andere Frauen in meinem Alter seh (viele haben diesen Rettungsring am Bauch), müßt ich eigentl. stolz auf meinen Körper sein.

    Kenn ich. Ich hab zwar auch schon seit der Oberstufe mal bisschen gemäkelt und auch in meinen 20ern immer latent gedacht, ein bisschen schlanker könnte ich sein, aber so richtig kritisch und streng bin ich erst seit einigen Jahren.


    Und ja, auch genug Frauen in meinem Alter (und natürlich auch jünger..wie schon redbaby sagte, klar gibt es in jedem Alter Frauen mit zu viel auf den Hüften oder Schwabbel) haben Rettungsringe und keine so schlanke, sportliche Figur. Aber dann reicht es mir schon wieder, eine zu sehen, die tolle lange straffe Beine und ne schmale Taille hat, und schon hader ich wieder. Weiß nicht, wo da der Hund begraben ist und wieso ich in dieser Hinsicht so wenig mit mir zufrieden sein kann.

    @ Waterfly

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    Das wichtigste ist, sich gut darum zu kümmern, und auf seine Gesundheit zu achten. Und wie wir in diesem Zustand dann aussehen, ist mehr oder weniger genetisch bedingt. Wenn ich meinen gesunden Lebensstil einschränken muss (auch psychologisch - z.B. sich alles verbieten) um ein bestimmtes Aussehen zu erreichen, dann ist es nicht mehr gut für mich. Zumindest in meiner Theorie.

    Stimme ich Dir absolute zu und auch hier:

    Zitat

    Wie viele wunderschöne, gesunde Frauen mit ganz normalen Körpern verbringen ihr gesamtes Leben damit, diese "letzten 2 Kilo" verlieren zu wollen und sich ein bißchen zu dick zu finden? Als könnten zwei Kilo der Unterschied sein, ob man seinen Körper vollkommen akzeptiert oder nicht. Da sitzt die Baustelle doch ganz woanders und ich finde es immens schade, dass so viele Menschen so gegenüber ihrem Körper empfinden. Immer dieses in der Zukunft leben, als wäre dann irgendwas besser, wenn man endlich mal "perfekt" aussieht.

    finde ich mich leider total wieder. Woran liegt das bloß? Was will man kompensieren oder woher kommt es, wenn man seine Unzufriedenheit etc so aufs Aussehene bzw die Figur verlegt? Ich bin ja auch nicht die ganze Zeit unzufrieden, dass ich nicht Olympiasiegerin oder Nobelpreisträgerin bin, sondern bin mit meinem Intellekt und meinem Können im Reinen. Wieso erwarte ich dann von mir, dass ich wie ein Supermodel aussehe? Wieso nur in diesem Bereich?

    @ sporty1282

    Kenn ich - ist echt seltsam, dass wir ab 30 dann immernoch fitter und gestählter aussehen wollen...wobei, eigentlich auch wieder logisch, dass man sich noch mehr ums altern und nicht-mehr-fit-sein sorgt.

    @ redbaby

    Klar, es gibt alles in jeder Altersstufe. Und ich sehe auch viele junge Mödchen, die schon total aus der Form sind. Aber es gibt halt auch unter 20jährigen die, die noch sehr knackig und "unverbraucht" sind - wenn sie von Natur aus oder durch Sport eine schlanke Figur haben. Noch kein Besenreiser, kein Schwangerschaftsstreifen etc. Einfach alles noch frisch ;-) Und es ist ja absolut albern sich mit so etwas zu vergleichen.

    @ Hayley

    Zitat

    Ich finde, dieser Selbstoptimierungsdrang plus der Glaube an "Machbarkeit" hat insgesamt die Religion von früher fast ersetzt. Der Körper als neuer Gott. Puh. Dabei wird er unweigerlich altern und eines hoffentlich sehr fernen Tages doch zu Staub zerfallen (sorry, dass ich das so taktlos erwähne, aber so ist es doch).


    Es ist ja legitim, hübsch aussehen zu wollen, aber wie Waterfly ähnlich schreibt: Eines Tages blicken wir zurück und würden wer weiß was dafür geben, so auszusehen wie heute. Schon verrückt.

    :)^

    @ LilaLina

    Stimme auch Dir zu, dass Sport/Ernährung/Aussehen auch nur ein Hobby ist, wie viele anderen - wer entscheidet denn was ein "gutes" und was ein "schlechtes" ist? Aber klar, die Gefahr, dass es hier in ungesundes, narzisstisches oder destruktives Verhalten ausartet ist größer als wenn man mit Hingabe näht oder bastelt oder neue Sprachen lernt.

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    Ich bin ja auch nicht die ganze Zeit unzufrieden, dass ich nicht Olympiasiegerin oder Nobelpreisträgerin bin, sondern bin mit meinem Intellekt und meinem Können im Reinen. Wieso erwarte ich dann von mir, dass ich wie ein Supermodel aussehe? Wieso nur in diesem Bereich?

    Arisanna, meine Theorie dazu ist, dass wir uns über (vermeintliche?) Perfektion unbewusst Kontrolle und Sicherheit verschaffen wollen. Man kann es wirklich durchaus mit Religion vergleichen, so gesehen. Früher bot die Glaubensgemeinschaften diese Illusion, heute der Gesundheits-, Sport- und Ernährungskult.

    Ja, das ist eine einleuchtende Theorie! Hab ich so noch nie gesehen, aber ja, ergibt Sinn. Aussehen, perfekte Figur usw ist das, was man außen trägt und man quasi demnach allgegenwärtig mit sich rumträgt. Ist das in unseren Augen so wie wir es wollen, fühlen wir uns so, als ob wir uns selbst unter Kontrolle haben. Damit einher geht ja auch der Zwang, sich gesund und clean zu ernähren. So ungefähr?


    Sicher spielt auch der Wunsch nach Anerkennung "auf den ersten Blick" eine große Rolle. So ist das bei mir. Ich will natürlich Leute meine gesamte Person überzeugen und würde auch nie mit jemandem nur wegen des Aussehenes befreundet sein. Aber dennoch wünsche ich mir, allein durch die Hülle schon positiv aufzufallen und quasi "Pluspunkte" zu sammeln. Ist ja auch eine Form von Macht (> Kontrolle).


    Zudem finde ich auch, es ist fast schon so eine Art Ritterschlag, wenn man als gutaussehend (oder gar "schön"! Wer wird schon als richtig schön bezeichnet) gilt - was natürlich auch wieder absurd ist, da ja Schönheit im Auge des Betrachters liegt..aber Ihr wisst was ich meine? So als ob man dann zum Club der Auserwählten gehört o:) %-|


    Tja, und wie kommt man raus aus solchen Wünschen oder Denkmustern und befreit sich da ein bisschen? Vielleicht ist ja Selbsterkenntnis schon ein Schritt :=o

    Sich "im Club der Auserwählten" fühlen und Ritterschlag - das hast du schön gesagt. Und auch dem übrigen stimme ich zu.


    Ja, so etwa erscheint mir das auch. Natürlich erhoffen wir uns von unserer Optimierung eine bessere Wirkung nach außen und wollen darüber unserem Anerkennungstrieb folgen. Aber das mit den wenigen Kilos, an deren Verschwinden wir uns aufhängen, kann eigentlich damit nicht zu tun haben, denn die sieht ja keiner.


    In Wirklichkeit, denke ich, fühlen wir uns ganz subjektiv damit besser, weil wir uns selbst "besiegt", also in den erwähnten (Kontroll-)Griff bekommen haben und uns stark vorkommen. Und sich stärker und schöner zu fühlen ist ja eigentlich das Wichtigste; wir müssen es gar nicht sein, das Gefühl hat für uns dieselbe Wirkung, vielleicht sogar auch über die Ausstrahlung.


    Zudem kann das Optimieren zu einer Art Hobby werden, zu einer ausfüllenden Beschäftigung; sollte man nicht unterschätzen. Viele kennen die Leere, die sich z. B. nach einer erfolgreichen Abnahme einstellt: Erstaunlicherweise steht man dann nämlich nicht auf ewige Zeiten permanent vor dem Spiegel und jubelt, sondern man merkt, dass auch schlank zu sein nicht alles im Leben ist. Es wird zur Normalität, soweit man nicht damit beschäftigt ist, das Gewicht zu halten … In gewisser Weise zeigt das auf, dass der WEG lohnender sein kann als das Ziel.

    Zitat

    Wieso erwarte ich dann von mir, dass ich wie ein Supermodel aussehe? Wieso nur in diesem Bereich?

    Weil unsere Gesellschaft den Wert einer Frau leider immernoch über ihr Aussehen definiert. Und das wird schon kleinen Kindern so eingetrichtert. Lies einen beliebigen Roman: Die Frau, in die der Protagonist sich verliebt, zeichnet sich vor allem durch ihre Schönheit aus (welche dann natürlich im Auge des Betrachters liegt).


    Leute urteilen über Pärchen an Hand dessen, wie sie optisch zusammen passen, als würde das auch nur im geringsten etwas über diese Personen und ihr Zusammenleben oder ihre Liebe zueinander aussagen. Wenn du eine Kontaktanzeige ließt, steht da "1,80 m groß, sportlich, braune Haare", bevor überhaupt mal wichtige Wesenszüge erwähnt werden.


    Und so weiter, da kann man ja Seiten mit füllen... Natürlich sind wir nicht daran Schuld, weil dies das Resultat eines Jahrhundertelangen Prozesses ist. Aber wenn wir etwas daran ändern wollen, sind wir schon in der Verantwortung.


    Ich finde, ein Attraktivitätsbegriff, der den Großteil der weiblichen Bevölkerung (nämlich alle etwas dickeren, Schwangeren, Frauen über 40, allgemein das Nicht-Perfekte) systematisch ausschließt, ist auch sehr in Frage zu stellen. Bei Victoria's Secret in den USA gibt es aus Prinzip keine Umstandskleidung, weil der weibliche Körper die einzige Funkion hat "sexy auszusehen". :-/

    Ja, das ist der äußere Aspekt: Druck, so und so auszusehen. Für sehr junge Mädchen ist es eine Definitionsfrage, der erwünschten Norm zu entsprechen, für "ältere Mädchen" müsste es durchschaubar sein, dass es billig ist - weil es der Mode- und Schönheitsindustrie dient usw.


    Nur ist es auch für reifere Menschen vertrackt damit, sich dem vorgegebenen Ideal zu entziehen, auch WENN man es durchschaut, eben weil es auch gute Gefühle vermitteln kann, sich dem Druck zu beugen bzw. ihm nachzueifern.


    Eben deshalb finde ich persönlich inzwischen die umoperierten und gerafften Gesichter der Film- und Glamourwelt immer langweiliger und unattraktiver. Wer sich dort dem Zug der Zeit entzieht und seine Falten behält - und damit auch seine Persönlichkeit! - ist heute ja schon so etwas wie eine Ausnahme, unglaublich eigentlich.


    Vom Zwang der Faltenfreiheit konnte ich mich frei machen. Aber vom indirekten Zwang der figürlichen Jugendlichkeit noch nicht. Kommt noch. :-D