ASMR oder wohltuende Alltagsgeräusche

    Kennt ihr das auch, dass es bestimmte Alltagsgeräusche gibt, bei denen sich bei euch eine Art "wohliges Kribbeln" einstellt, meist vom Hinterkopf/Nacken aus? Erstmals bewusst wahrgenommen habe ich das während meiner Zeit im Studentenwohnheim. Jeden Abend im Sommer hörte ich unten jemanden im Garten mit hartbesohlten Schuhen auf dem Pflaster meditativ seine Runden drehen und fand es sehr wohltuend und entspannend, diesem Geräusch zuzuhören. Oder in der Bibliothek: Leute rascheln mit Papier, schreiben, blättern Seiten um, flüstern leise... Das ist wie eine auditorische Massage, denn auf sanfte taktile Reize (Massagen o.ä.) reagiere ich genau so. Wäre ich eine Katze, würde ich in solchen Situationen wahrscheinlich anfangen zu schnurren.


    Ich liebe dieses Kribbeln, das eben solche Geräusche bei mir auslösen, habe aber nie darüber nachgedacht, warum das so ist. Zufällig las ich dann neulich, dass man dem Phänomen im Netz einen hübschen pseudowissenschaftlichen Namen gegeben hat: ASMR - Autonomous Sensory Meridian Response. "Pseudo" deshalb, weil es wissenschaftlich bislang keinen Anhaltspunkt dafür gibt, ob und was da eigentlich physiologisch passiert. Dafür gibt es aber anscheinend eine wachsende weltweite Community, deren Mitglieder selbstgedrehte ASMR-Videos auf Youtube posten - auf die ich aber kaum reagiere, weil die Geräusche für mich zu "künstlich" sind.


    Findet ihr mich jetzt komplett seltsam oder kennt der eine oder andere von euch das Phänomen auch?

  • 9 Antworten

    Zwiebeln, wenn sie angebraten werden, auch: Butter, die in der Pfanne zerlassen wird. Leise murmelnde Stimmen im Hintergrund. Leise Musik, die über den Hinterhof weht. Das Rascheln von Laub, wenn der Wind kurz volles Rohr aufdreht, und des Raschelns rasches Abklingen und Verstummen. Das zornige Brodeln im Wasserkocher. Pferdehufe auf hartem Untergrund. Das Schnurren von Katzen. Das kaum hörbare (zinggg), wenn die Straßenlaternen angehen.


    Nö, ich habe keine Ahnung, wovon Du sprichst. Ich finde Geräusche doof! :-D

    Zitat

    Nö, ich habe keine Ahnung, wovon Du sprichst.

    Ich wusste, hier treffe ich auf Verständnis :-D


    Freak, der ich bin, habe ich am Vormittag zu Versuchszwecken neben der Arbeit ein solches Youtube-Video (kein Fake, live aufgenommen in einer Bibliothek) über Kopfhörer gehört: Da schreibt einer mit Bleistift, blättert und raschelt mit Papier und Seiten und tippert ab und zu etwas in seine Tastatur. Herrlich! Ich habe zu dieser Geräuschkulisse höchst entspannt und voller Kribbeln vor mich hin gewerkelt. Manche Leute beschreiben den Effekt sogar als "Gehirn-Orgasmus".


    Und die Mordgelüste kenne ich auch, o ja. Ich halte mich sogar für besonders empfindlich, was mir unangenehme Geräusche (Schmatzen, Nase hochziehen ...) betrifft. Würde nun in einer Umgebung, die erfüllt ist mit den herrlichsten Geräuschen, jemand anfangen, rumzuschmatzen oder dergleichen, wäre es Sense mit dem Wohlbefinden und mit der Konzentration erst recht und ich würde mir sehr wahrscheinlich, schon weil Mord immer nie so gerne gesehen wird, einen anderen Platz suchen.

    Wenn mein Kater nachts unter meiner Decke sich an meine Hüfte schmiegt, ertappe ich mich manchmal, dass ich mich auch gleich miträkele.....ich denke, das ist vergleichbar mit Kribbeln. Ein stilles Glücksgefühl, ich bin wieder geerdet.


    Oder mein Mann, wenn er sehr gestresst von der Arbeuit kommt, kaut er gerne mit offenem Mund. Nur dann. Dann habe ich Mordgelüste.


    Er wiederum hat Mordgelüste, wenn ich bei offener Badezimmertür aufs Klo gehe, weil ich weiß, dass mindestens eine der beiden Katzen nachkommt, um zu schauen, was ich mache. Das finde ich nett, aber er findet es unangenehm.