Sind wir ehrlich, es wirkt bei eleganten Menschen elegant, bei anderen aufgesetzt und deplatziert. Habe mich nie getraut, nicht mal bei Feiern. Irgendwann staubten sie ein. Sehr schade, denn ich mag hohe Schuhe sehr - zwei Paar habe ich mir behalten, einfach nur so, weil sie schön sind.

    Galaxina, ich glaube, das mit den hohen Schuhen ist auch etwas Gewöhnungssache.


    Ich fand sie bei anderen Frauen toll, aber bis ich mich das selber getraut habe, sind über 25 Jahre vergangen. Weil ich irgendwie das Gefühl hatte, nicht "Frau-genug" für solche Schuhe zu sein. Ich war das auch überhaupt nicht gewohnt, dass ich mich an so etwas dezidiert feminines heranwage.


    Und dann war ich irgendwann im Schuhladen, hab mich verliebt und zugeschlagen. Die erste Zeit fühlte ich mich total komisch, (auch wieder so eine Frauen-Gefühl-Attraktivtäts-Dingsbums-Sache) aber dann einfach super. x:)


    Trau dich doch! Du hast nur ein Leben :-D


    Ich bin zuerst zuhause rumgestöckelt um zu üben und hatte anfangs auf der Straße das Gefühl, als würde ich in einem Faschingskostüm rumlaufen und die Leute starren. Das war aber nur mein inneres Gefühl... eben sich selber zuzugestehen, dass man Frau-sein "darf".


    Mittlerweile lieeebe ich hohe Schuhe, obwohl ich sie nicht oft trage. Aber wenn, dann fühle ich mich phantastisch!


    Fang doch klein an - ich mag z.B. die Kombi mit Jeans gerne, das ist so ne Mischung aus Weiblichkeit und Casual. x:) Und die Füße sind nicht so extrem exponiert, wie bei einem kurzen Kleid und Heels.

    Ja, vielleicht traue ich mich mal ... ich kann ja drin laufen, aber der Kopf sagt noch nein. Vielleicht mal ein paar flachere, die nicht auffallen. Ich trage ja nur Röcke - die Jeans oder Hosen stehen mir wegen meiner Figur nicht. Dafür bin ich zu gerade und habe keinen Po. Trage eher dann Ballerinas oder flache Stiefel.

    Halb 4, ihr seid ja wahnsinnig. ;-D


    Und man sieht mal wieder ganz deutlich, dass auch bei Galaxina sehr sehr viel mehr da ist als eine den Lebensumständen angepasst harte Schale und Selbstverteidigung. Auch sie ist nur ein Mensch der Sorgen hat und hier gerne Hilfe und Verständnis möchte. Wenn man sich zusammenreißt, das eigene Ego hinten anstellt und empathisch schreibt, lässt sich offenbar dieser verletzliche Kern erreichen. @:)

    Wie ich schrieb "leide" ich unter meiner Hochsensibilität. Ich bin extrem schnell verletzt - da reicht es schon, wenn ich etwas unrechtes empfinde. Dann schieße ich sehr schnell aus allen Rohren und möchte mich verteidigen. Das ist gar nicht bös gemeint und ich greife ja auch sehr selten jemanden persönlich an - aber ich bin dann eben verletzt und das halt lang nach. Ich kanns net abschalten. Die HS ist eben ein Fluch - man kann nie abschalten, nimmt alles mit ins Bett, hat Schlafstörungen - kann "Fünfe" nicht gerade sein lassen. Alles diese blöde HS und ich glaube auch, dass sie mich in meiner Wahrnehmung beeinflusst. Nicht negativ, aber überaus sensibel und genau - ich habe diesen Hang alles perfekt machen zu wollen. Habe das gut in den Griff bekommen, aber man kann sich nicht selbst überlisten - man HS und muss damit leben. Für mich eher zum Leid.

    Galaxina du unterschätzt die Macht und Flexibilität unseres Gehirns. Ich prophezeie dir ohne Bedenken, dass du in 10, spätestens 20 Jahren mit vielen Dingen im Reinen sein wirst, die du jetzt vielleicht noch für unmöglich hältst. Du hast den Willen und das Verständnis dazu. Ich denke du bist schon länger auf dem richtigen Weg, ich wünsche dir Geduld und Vertrauen diesen Weg immer weiter zu gehen.

    Galaxina


    Du hast um 02:22 Uhr wirklich verständlich geschrieben, so das ich es auch begreifen konnte ;-) .


    Und es tut mir wirklich leid was du erlebt hast und das du von solchen Vollpfosten gemobbt wurdest.


    Du bist nicht kindisch.


    Weißt du, jetzt habe ich von Dir ein viel symphatischeres Bild im Kopf und ich denke das geht nun den meisten hier so.


    :)_


    Und bleib hier im Forum, nicht abhauen....

    Ich danke euch ... wie erkläre ich das. Ich hatte ca. 5 Jahre eine schlimme Zeit - also noch schlimmer, als sowieso alles schon war. Hatte Depressionen, Angststörungen ... komplett im Eimer zu gut deutsch. Da habe ich mich zu einem neuen Menschen entwickelt, begriffen was Freundschaften sind, wie wichtig Gefühle und Zufriedenheit - ich bin vom Kopf- zum Herzmensch geworden. Materielles verliert an solchen Punkten schnell an Bedeutung - es zählt Gesundheit, geistige Stärke - Menschen um Dich. Sowas kann man sich nicht kaufen ...


    Ich fing Sport an, weil mit der Arzt dazu riet und plötzlich entwickelte sich auch ein Bezug zu meinem Körper, eine Fürsorge, eine Umsorge - das Interesse daran wie alles fuktioniert. Mein Körper war von nun an keine Hülle mehr, dass mich wie Auto durch die Welt kutschiert, sondern wir wuchsen zusammen. Und mein Drang heute attraktiv zu sein ist einfach Teil meiner Fürsorge. So wie ich meinen Geist pflege, mich bilde, so pflege ich meinen Körper und möchte das er auch schön ist. Und "schön" ist relativ - ich habe meine Vorstellung von schön und ich finde ein Ziel ist immer etwas fruchtbares im Leben, Ehrgeiz. Natürlich bin ich dann mal traurig, wenn ich sehe das andere mit weniger Aufwand viel attraktiver sind - aber das war wie im Sport. Ich bin immer nur gegen mich gefahren - meine letzte Rundenzeit galt es zu toppen und so tue ich es mit dem Körper. Wir schaffen das, immer Stück für Stück - zumindest für mich schön sein. Ich bin noch nicht da, aber gebe nicht auf und dann werde ich eine gewisse Zufriedenheit in mir haben.


    Es gibt für "schön" leider nur einen Begriff und es ist ja eher negativ besetzt. Somit kann ich überhaupt nicht ausdrücken, was es für mich persönlich bedeutet. Jedenfalls keine Absolutheit im Sinne eines gesellschaftlichen Ideals. Ich bin ja öfter auch unterwegs und ich finde so viele Frauen schön und hübsch ... so viele. Sexy sind auch viele ... auch ältere. Naja, es ist halt in mir dieser unerfüllte Teeniewunsch, sexy zu sein, Makeup und den Jungs auch mal den Kopf verdrehen, auf Disco rumlaufen - und sich irgendwie keinen Kopf machen. Die anderen haben es ja damals gemacht, ich konnte nicht - ich habe da eine Lücke im Lebenslauf und manchmal, nach etwas Alkohol, weine ich und muss mir das dann von der Seele schreiben ... so ist der Faden hier entstanden. Sorry. :°(

    Zitat

    Und mein Drang heute attraktiv zu sein ist einfach Teil meiner Fürsorge. So wie ich meinen Geist pflege, mich bilde, so pflege ich meinen Körper und möchte das er auch schön ist. Und "schön" ist relativ

    Ich versuche es auch noch mal mit einem kleinen Statement.


    Ja, gut ausgedrückt! So empfinde ich Attraktivität heute, als "ältere Frau" - alt werde ich mich vermutlich erst ab 85, 90 fühlen - auch, inklusive Pflege und penible Sauberkeit zur Selbstfürsorge gehörend. Highheels und noch ein bisschen sexy zu sein und noch flirten zu können, als Spaß und Lebensgenuss - solange es halt so ist.


    Du Galaxina, hattest das noch nie und möchtest es so gern noch erleben; ich werde es so, in der Form, nicht mehr lange haben. Und sich damit - mit beidem - einrichten zu können, Frieden damit zu schließen, darum gehts. (Ich glaube, dass das auch Deine eigentliche Intention für den Faden war.)

    Zitat

    Ja, vielleicht traue ich mich mal ... ich kann ja drin laufen, aber der Kopf sagt noch nein. Vielleicht mal ein paar flachere, die nicht auffallen.

    yay, go for it! :)^ :)= :)^ Und bleib dran, auch wenn du dich die ersten ein, zwei Male komisch fühlst.


    Ich fühle mich mittlerweile z.B. in hohen Schuhen sexy - einfach so. Ohne Bestätigung von außen brauchen zu müssen.


    Ich fand Nagellack früher auch affig bei mir. Seit ich mir öfter die Nägel lackiere, ist es einfach normal für mich und es gefällt mir. Die ersten paar Male fand ich's schrecklich, weil irgendwie nicht zu mir passend.


    Du hast schon soooo viel geschafft, bitte gib jetzt nicht auf. :)_ :)_ :)_ @:) @:) @:)


    Es ist eine mega-anstrengende, aber auch spannende Reise. Auch mit Ops usw.


    Ich plane auch eine / zwei OPs, die ich mir als Ziel gesetzt habe. Vielleicht brauch ich sie am Ende gar nicht mehr, weil ich mich bis dahin total so mag. Aber es gibt wenigstens die Möglichkeit in der Zukunft, und das gibt mir ganz viel Hoffnung. :)_

    Liebe Galaxina,


    in deinen letzten Beiträgen bist du mir um Welten sympathischer geworden. Weil du nicht mehr um dich schlägst, sondern sagst, wie es dir wirklich geht.


    Das Problem in diesem Thread ist, meiner Meinung nach, das, was du selbst sagst: "Ich erwarte nicht, daß ihr mich versteht".


    Bitte erwarte das doch, trau uns das zu!


    Es stimmt, dein Problem ist ein seltenes und die meisten von uns haben dieselbe Erfahrung nicht gemacht. Du bist hier aber in einem Forum unterwegs, in dem die meisten sich wegen eines Problems anmelden. Welches davon das schlimmste ist, kann man doch gar nicht beurteilen.


    Wenn ich nichts übersehen habe, hat dich hier gar niemand als oberflächlich bezeichnet. Du selbst hast immer wieder die Befürchtung geäußert, daß du hier oberflächlich wirken könntest, aber das hat dir niemand bestätigt, oder? @:) Es hat keiner gesagt "ein guter Charakter reicht völlig, dann braucht man auch nicht sexy zu sein" oder "nur oberflächliche Menschen interessieren sich für ihr Aussehen".


    Es haben nur einige gesagt, daß "sexy sein" nicht zwangsläufig dasselbe ist wie "schön sein" oder "dem Schönheitsideal der Medien entsprechen". Die meisten deiner Beiträge wirken einfach so, als ob du einen sehr engen Begriff von Sexyness hast. Es kann sein, daß dieser Eindruck täuscht. Du hast ja jetzt dein körperliches Problem auch näher beschrieben, so daß man sich besser vorstellen kann, worum es geht.


    Wenn einige (viele) dir sagen, daß ein Psychotherapeut dir möglicherweise helfen könnte, dann soll das NICHT bedeuten, daß du dir dein ungewöhnliches Aussehen nur einbildest! Sondern das soll heißen: Du hast viel gelitten, und das hat natürlich auch Spuren in deiner Psyche hinterlassen. Zum Beispiel die feste Erwartung, nicht gemocht und schlecht behandelt zu werden - was dann dazu führt, daß du auch sehr freundliche, verständnisvolle Worte als Angriff deutest. Das ist bei deiner Vorgeschichte verständlich - aber es entspricht nicht der Realität von heute!


    Eine weitere Spur ist die feste Annahme "nur mir geht es so". Deine Krankheit ist selten, ja. Aber dennoch haben NICHT alle anderen mit 16 in den Disko geknutscht. Glaub mir, ich weiß das aus Erfahrung. Ich hatte Akne und Depressionen... da war mein Körperbau dann auch egal. Und so geht es ganz vielen hier im Forum, wenn auch aus ganz verschiedenen Gründen.


    Ich finde es sehr gut nachvollziehbar, daß du dich aufgrund deiner Erfahrungen einsam und unverstanden und im negativen Sinne einzigartig fühlst - aber die Frage ist doch, ob das jetzt für immer so bleiben soll.


    Ich bitte dich um Entschuldigung, daß ich bei meinem vorigen Beitrag versucht habe durch Ironie zu vermitteln, was ich vielleicht besser unmittelbar gesagt hätte, was aber jetzt sowieso obsolet ist.

    Danke für deinen Beitrag.


    Naja, mir gings nie darum mein Schicksal als das schlimmste darzustellen. Das tat ich ja auch nie. Ich hatte z.B. auch Akne, mein Rücken ist komplett vernarbt und ich habe mich seit 20 Jahren nicht mehr frei irgendwo gezeigt - Umkleide, Sauna oder Schwimmbad ... alles gemieden - aber ich konnte und kann damit umgehen.


    Vielmehr ist es so, dass menschlicherweise Leute dazu neigen Probleme zu relativieren und zu vergeichen, weil sie der Annahme sind, dass sich der andere dadurch besser fühlt. Es wird dann also gesagt, dass andere ja auch die Probleme haben oder sogar schlimmere - man steht also gar nicht so mies da, wie man glaubt. Zumindest bei mir, geht das immer nach hinten los, weil ich dadurch merke, dass mein gegenüber mein Problem irgendwie runterspielen/abwerten möchte. Die Probleme anderer belasten mich ja nicht, sondern nur meines!


    Nun reagieren aber sehr viele Leute so, dass sie relativieren wollen - ich denke auch eher nett gemeint, weil man das Problem versucht im Kontext schrumpfen zu lassen. Das funktioniert nur fast nie. Man kann monitäre Probleme oder anderes so darstellen - persönliche Leiden lassen sich nicht miteinander vergleichen - für persönliche Probleme gibt und darf es kein Ranking geben! Wenn jemand zu mir mit sowas kommt, erhält meine volle Aufmerksamkeit und meine Anteilnahme. Ratschläge usw. gibt es dann, wenn explizit danach gefragt wird - denn seelische und körperliche Probleme sind kein Projekt, für das es pragmatische Lösungen und Pläne gibt - "To-Do-Listen". Ich versuche einfach nicht dieser selektiven Wahrnehmung zu verfallen. Wenn, dann muss man ja schon die gesamte Bandbreite heranziehen und dann schaut es wohl so aus, dass mind. 95% meine Krankheit und die Probleme nicht haben. Wieso sollte ich mich also an den 5% orientieren oder gar an 1%, dass noch mehr Sorgen hat?


    Ja, und das mit der Oberflächkeit - muss dann wohl dem Medien Internet geschuldet sein, aber ich habe sehr deutlich zwischen den Zeilen wahrgenommen, dass das Streben nach Attraktivität/Sexyness eher etwas ist für oberflächliche Menschen, denn wahre Schönheit kommt von innen ... ich konter da einfach mal. Ich sehe das total anders, denn eine Ausstrahlung hat nichts mit einer objektiven Schönheit zu tun. Es macht Menschen sympathisch, interessant oder auch geheimnisvoll, aber nicht schön oder sexy im biologischen Sinne. Sexy sein heißt für mich schönes Gesicht und sexy Körper mit schönen Proportionen - das Muster ist halt platt, sicher. Entschuldigt meine Gene sind auch schon paar tausend Jahre alt. Aber es gibt extrem viele Frauen, die dieses Muster erfüllen. Im Alter muss man zugegeben darauf achten - da ändern sich Prioritäten, Familie, Zeitmanagement, Stoffwechsel ... und viele sagen ja auch, dass sie das "nicht mehr als nötig ansehen", weil sie eben Partner und alles haben - völlig legitim. Habe dazu viele befragt - man sollte eben nur denen keine Oberflächlichkeit vorwerfen, die darauf bedacht sind dennoch ihre biologische Sexyness zu behalten.


    Beim Psychologen war ich schon, bei mehreren und die können damit auch eher schlecht umgehen. Die einen sagen halt, dass man "lernen muss es anzunehmen", "das beste draus machen" oder gar "es ist vollkommen weiblich mit seinem Körper nicht zufrieden zu sein" ... ich meine solche Tipps stehen auch den Glückskeksen und die bekomme ich gratis beim Asiaten. Das Problem ist halt klar ein körperliches. Ich müsste mich quasi konditionieren von Dingen, die mir eigentlich wichtig sind, abzulassen und meinem Körper zu ignorieren. Ich meine, wie tue ich das - umprogrammieren? Bin doch kein Computer und habe menschliche Bedürfnisse :°( ... darauf fand ich bisher keine Antwort und auch keiner dieser Profis, zu denen mich alle schicken.

    Zitat

    Ich meine, wie tue ich das - umprogrammieren? Bin doch kein Computer und habe menschliche Bedürfnisse :°( ... darauf fand ich bisher keine Antwort und auch keiner dieser Profis, zu denen mich alle schicken.

    Darauf gibt es viele mögliche Antworten. Aber man muss diese Antworten erst als mögliche Antworten für sich erkennen können. "Es annehmen lernen" z.B. ist eine mögliche Art mit deiner Situation umzugehen. Aber nur wenn du glaubst dass es möglich und sinnvoll ist, deine Situation annehmen zu lernen. Du bestimmst sozusagen selbst ob es mögliche Lösungen gibt, und bisher lautet deine Antwort: Nein. Vielleicht fehlt dir die Vorstellung, wie man etwas annehmen lernen kann das doch "ganz offensichtlich nicht annehmbar" ist.


    Natürlich geht es. Wir Menschen sind fähig noch sehr sehr viel schlimmere Lebensgeschichten anzunehmen, genauso aber an scheinbaren Kleinigkeiten ein Leben lang zu verzweifeln. Jeder Mensch lebt und findet seinen eigenen Weg und ob du deine biologischen Gegebenheiten annehmen oder sogar bis zu einem gewissen Grad mögen lernen wirst hast du in der Hand.


    Wie kann man etwas mögen lernen das man nicht mag? Wie kann man sich umprogrammieren? Vielleicht so... Erster Schritt: es wollen, wirklich wollen. Zweiter Schritt: glauben dass es geht. Es wirklich ernsthaft für möglich halten. Dritter Schritt: den für sich passenden Weg zum Ziel finden. Ich glaub bei dir sind sowohl zwei als auch drei noch nicht erfüllt. Ich glaube es täte dir gut, an deinem Glauben zu arbeiten, dass du lernen kannst mit deinem biologischen Problemen glücklich zu werden. Wenn du das schaffst bist du offen für den richtigen Weg zum Ziel, wenn er dir vor die Füße kommt.


    Wenn du irgendwann vor dem Spiegel stehst und zu dir selbst sagst: "Ich bin SO nicht glücklich, aber ich WEISS dass ich glücklich werden kann", dann bist du bereit deinem Kopf zu erlauben, eine andere Programmierung anzunehmen.

    Glaube mir, ich habe in den letzten 3 Jahren schon sehr viel angenommen ... man sieht das ja hier nicht. Zum Beispiel habe ich jetzt 1 Woche Diät gemacht und ich habe ein wenig abgenommen. Nicht, dass ich zu dick wäre, aber mein Bäuchlein schwindet langsam und ich finds total cool - ich stehe früh auf und denke, so kanns bleiben. Wenn es abend 2-3cm kleiner auch so aussieht ist alles gut ... ich bin da sicher übergenau, habe aber genauso realistische Ziele. Möchte mich da net kampflos in die Ecke setzen und einfach mein bestes geben. Nächste Woche OP, da kriege ich höffentlich mein B-Körbchen und dann sind wir wieder ein Stück näher dran.


    Es wird die goldene Mitte sein, die ich so vergöttere. Ein Mix aus Annehmen und Initiative. Wir, mein Körper und ich, treffen uns in der Mitte. Es dauert, aber wir schaffen das und das man mal zwischendurch seelisch einbricht ... ja, das wird passieren. Ich muss vom Alk wieder weg und meinem verdrehten Lebensstil ... das waren leider die Nebengeräusche meines "Relaunches". Trinke net übermäßig viel, aber mehr als sonst und mein Gewissen leidet da doch sehr drunter.


    Für die Zukunft wünsche ich mir eine harmonisierende Beziehung, eine neue Band und halt, dass wir mit dem Körper ein Team sind. Das sind Dinge, die man nicht übers Knie bricht - aber Aufgeben war nie meine Stärke!

    Ich halte es für ungünstig (für dich selbst), daß du jeden Vergleich ablehnst.


    Ich stimme dir vollkommen zu, daß es ein objektives Problem-Ranking nur nach einem sehr groben Raster geben kann (mit Sicherheit ist Krebs viel schlimmer als ein verstauchter Finger).


    Es geht hier aber gar nicht um ein Ranking. Ich habe hier wirklich niemanden so verstanden, daß er sagen wollte: "Andere haben viel schlimmere Probleme als du, also sind deine doch gar nicht so schlimm". Offensichtlich ist es für dich sehr schlimm. Und zwar ganz egal, wie es anderen gerade geht oder wie andere mit demselben Hormonproblem umgehen würden. Da siehst du aber schon, daß ein Problem und der Umgang damit zwei verschiedene Dinge sind, die man differenziert betrachten sollte. Wenn es mit ein und demselben objektiven Problem, z.B. mit derselben Krankheit in gleich starker Ausprägung, innerlich NICHT gleich geht: Dann lohnt es sich doch für die Person, der es damit seelisch schlechter geht, mal genau zu gucken, was bei der Person anders ist, der es damit seelisch besser geht? Vielleicht findet man dann etwas, das man selber nicht nachmachen kann. Vielleicht findet man aber eben doch auch etwas, woran man sich ein Beispiel nehmen kann. Und sei es nur die Erkenntnis: Es KANN einem mit diesem Problem auch besser gehen... also irgendwann auch mir.


    Zum anderen heißt in diesem Zusammenhang "andere haben auch schlimme Probleme" - ich wiederhole - nicht, daß dein Problem dadurch irgendwie weniger schlimm wäre. Sondern es heißt, daß du Verständnis erwarten kannst. Weil andere durchaus wissen, wie es ist, ein schlimmes Problem zu haben; oft auch eines, das kaum ein anderer hat.


    Ich möchte dich mit dem, was ich jetzt sage, wirklich nicht beleidigen, und vielleicht habe ich auch gar nicht recht - es soll nur eine Anregung sein: Wenn ich deine Beiträge lese, dann gewinne ich den Eindruck, daß deine Einzigartigkeit dir extrem wichtig ist und du sie darum mit Zähnen und Klauen verteidigst, nach dem Motto: Ich habe es schon einzigartig schwer, dann werte ich mich wenigstens über meine Alleinstellung auf. Ich mag optisch negativ aus der Masse hervorstechen, aber wenigstens bin ich dadurch etwas absolut Besonderes - und wer mir meine totale Singularität bestreitet, der will mir auch noch das Letzte nehmen, woran ich mein (jetzt vorhandenes, nicht potentielles durch besseres Aussehen) Selbstwertgefühl festmache.


    Wenn das wirklich so - oder ähnlich - bei dir sein sollte, dann könnte es aber genau das sein, was dir den Weg zu einem glücklicheren Leben verbaut. Denn jeder positive Gedanke über dein aktuelles Aussehen und dessen Bedeutung reduziert zugleich das Herausragende an dir.


    Das ist nur mein Eindruck, der wie gesagt auch falsch sein kann.

    Ich habe ja eben versucht es zu verallgemeinern. Weder möchte ich meine Einzigartigkeit unterstreichen noch verneinen, dass andere mit dem gleichen Problem besser zu Rande kommen. So funktioniert keine Psychologie. Mir geht es mehr darum, dass jeder ein Recht darauf hat, dass sein Problem als SEIN Problem, als einzigartig, wahrgenommen wird. Auch finde ich es falsch zu bewerten, wie jemand mit einem Problem fertig wird. Wir können Dinge bewerten, die man bewerten darf und muss - Menschen und Charaktere gegeneinander antreten zu lassen finde ich kontraproduktiv. Ein seelisches Problem ist keine Schulaufgabe, wo ich mich so lange hinsetze, bis ich es begriffen habe oder ich gucke dem besseren Schüler über die Schulter. So ungefähr: lerne von anderen. Wird nicht funktionieren.


    Heute ist es leider so, dass viele Menschen materielle und monitäre Probleme als wichtiger ansehen. Ein materielles Problem lässt sich einstufen und hat einen Wert - je höher, desto schlimmer - damit kann jeder umgehen und dieses Verfahren wird zwangsläufig auch bei seelischen Probleme angewandt ... ist leider zu menschlich. Nur wird man auf diese Weise keiner Hilfe gerecht - das mag bei Geldsorgen funktionieren, nicht aber wenn jemand zB depressiv ist und eigentlich keinen Grund haben dürfte traurig zu sein. Da hört doch im allgmeinen das Verständnis auf - wenn man fragt "wassn los" und es schlichtweg keine Antwort darauf gibt.


    Ich kann jetzt auch nur für mich sprechen und seelische Sorgen löst man nicht durch Vergleiche oder am Beispielnehmen anderer, sondern mir helfen da immer Formeln - also sowas wie die Goldene Mitte. Darüber denke ich oft nach und dann wird mir klar, wieviel Wahrheit drin steckt. Strebe nie nach einem Extrem - ich finde diesen Ansatz sehr weise. Er stammt von meinem Psychologen und wenn etwas hänge blieb dann das. Aber auch die machen Fehler, vergleichen mal oder können schlecht auf dich eingehen ... sind halt auch nur Menschen! *:)