Hmm, na gut, dann schreib ich mir eben selbst ein bißchen was von der Seele.


    Diese ganze, schon in meinem ersten Posting erwähnte, plötzliche Einsicht, daß meine Körpergröße weit unter Norm ist, hat in meinem Leben einiges verändert. Einiges. Meine Eltern behaupten übrigens immer noch, ich sei nicht zu klein und stellenweise sogar ich läge voll in der Norm, aber irgendwie kann ich sie dabei einfach nicht für voll nehmen. Ich denke, das ist verständlich.


    Aber, zurück zu den Veränderungen. Nun, zwischen dem allerersten Posting in diesem Diskussionsfaden und dem heutigen Zeitpunkt ist eine Menge geschehen. Wenn ich zurück auf das Datum schaue, es war der 25.7., kann ich gar nicht glauben, daß tatsächlich nicht einmal ein halbes Jahr seitdem vergangen ist. Einerseits, weil mich die Sache seit "damals" sehr quälen konnte - andererseits, weil sich eben so viel verändert hat. Nicht nur in meinem Umfeld, auch bei mir selbst. Natürlich ist der Gram und das Ärgernis über meine unterirdische Körpergröße bei weitem nicht der einzige Faktor für jene Veränderungen - aber es spielt sicherlich eine Rolle.


    So habe ich angefangen, mich mehr zu pflegen und mich besser anzuziehen. Ich laufe sicher nicht rum wie der Hengst vom anderen Stern, aber ich finde mich schon recht elegant. Jeden Tag fein aufeinander abgestimmte Kleidung, sauber und passend. Ich habe irgendwie das Gefühl, wenn ich sowieso schon so klein bin, darf ich mir bei der Kleidung nicht auch noch Nachlässigkeit erlauben. Außerdem ziehe ich mich erwachsener an. Zwar ziehe ich gerne noch Turnschuhe und Jeans an, aber mit schlabbrigen T-Shirts und ähnlichem ist es vorbei. Dann werde ich ja erst recht für einen Teenager gehalten.


    Dann habe ich mein Medienumfeld und meine Ausrichtung radikal verändert. Das ganze war weniger Absicht, ist mehr so nach und nach passiert. Irgendwie fällt einem erst, wenn man eine ganze Zeit lang kein Privatfernsehen mehr gesehen hat - zwangsläufig, wegen technischen Problemen - auf, wie affig das Privatfernsehen eigentlich ist. Wie schlimm, oberflächlich, manipulativ und teilweise fragt man sich, für wie ungeheuer dumm die uns eigentlich verkaufen wollen. Wenn man es dann wieder schauen kann, schaltet man es gleich wieder ab. War Privatfernsehen wirklich schon immer so schlimm? Vor ein paar Jahren waren Pro7 und RTL doch nicht gleich auf Bild-Zeitungs-Niveau. Oder war ich da einfach nur viel jünger?


    Diese kulturellen und wissenschaftlichen Sendungen, die auf den öffentlich-rechtlichen so laufen und die man bisher eher mit Nichtbeachtung gestraft hat, sind doch eigentlich ganz interessant. Denken zum Nachdenken an. Können in ihrem Informationsgehalt regelrecht Spaß machen.


    Und dann ist da noch mein Umgang mit Menschen. Probleme Freunde zu finden hatte ich ja nie. Ich habe sehr gute Freunde, die ich seit Jahren habe und lerne immer mal wieder Menschen kennen, mit denen ich gut auskomme, denen ich öfters begegne, mit denen ich auch spontan etwas unternehme. Es fiel mir ehrlich gesagt schon immer schwer, das wirklich zu akzeptieren, aber die Menschen scheinen mich zu mögen. Sie scheinen mich zu mögen, wie ich bin. Ich kann mich nicht erinnern, daß von meinen Freunden oder besseren Bekannten sich jemand mal an meiner Körpergröße gestört hätte.

    @little rhyme

    Zitat

    Es gibt doch viele Frauen, die kleiner sind und für die du dann groß bist. Oder nicht?

    Mit 1,63? Hmm. Nicht so viele. Was meinst Du?

    Zitat

    Achja- trotz der Nichtbeachtung ist mir noch was eingefallen: du hast doch mal ein bild von deinen augen gepostet, wenn ich mich nicht irre - die machen doch vieles wieder wett

    Das ist sehr nett von Dir, danke. :-) Da beachte ich Dich doch gerne ;-)

    Zitat

    Was ist aber, wenn man klein und keine schöne Augen hat, so wie ich?

    Dann überzeugst Du mit Deinem überlegenen Intellekt, oder mit Deiner Sportlichkeit, falls Du mal zu trainieren begonnen hast.


    Ich wünschte, ich würde endlich mal die Disziplin finden, mehr Sport zu treiben :-)

    @ Chris

    Zitat

    Was ist aber, wenn man klein und keine schöne Augen hat, so wie ich?

    Ich habe eingies von dir gelesen und du bist verdammt klug.


    Du musst dir überlegen, wo deine Stärken sind und sie hervorheben. Ob deine Augen wirklich so schlimm sind oder ob sich einfach die Leute in der Schule gegenseitig hochgeschaukelt haben.


    Zu mir hat mal jemand gesagt, ich sei hässlich, da war ich gerade 10 :-( Es hat mehr als 10 Jahre gedauert, bis ich eingesehen habe, dass derjenige sich geirrt haben muss. In der zeit habe ich mein Aussehen zwanghaft in jede denkbare richtung geändert und war zwischendurch wahrscheinlich tatsächlich hässlich.


    Ich finde es zum Beispiel gut, dass du dir mit deinen guten Noten einen Ausgleich schaffst, damit das Selbstbewusstsein sich manchmal erholen kann. Und ich weiss nicht, wie alt du jetzt bist- aber später wirst du feststellen, dass Intellekt, Witz und Erfolg sehr sexy sind.


    Und bist du dir sicher, dass du nicht mehr wächst?

    Zitat

    Nicht so viele. Was meinst Du?

    Hm, wenn ich es mir so recht überlege, dann sind es tatsächlich nicht viele. Aber schon einige :-)


    Ansosnten würde ich irongriffon recht geben, vor allem


    dem hier.

    Zitat

    und: mädchen wollen große typen, frauen wollen männer. das ist der unterschied zwischen girlie und frau.

    @ little rhyme

    Danke für deine Worte, little rhyme. An was hast du den festgestellt, dass ich klug wäre? Das würde mich dann doch interessieren.


    Mit der Hässlichkeit. So schlimm finde ich mich nicht mehr. Aber früher konnte ich Menschen nicht in die Augen schauen. Das lag aber auch daran, dass die ganze Klasse in der Pubertät steckte, Aussehen war das wichtigste, und um seine eigene Schwächen und Unzulänglichkeiten auszugleichen, wurde eben mit dem Finger auf andere gezeigt. Früher habe ich das viel zu Ernst genommen. Auch meine Klassenkameraden, die ich zum Teil erst seit September kenne, machen keine Bemerkungen bezüglich des Aussehens mehr. Und ja, so hässlich bin ich nicht mehr. Zu dem, ich habe ja auch noch abgenommen.


    Grüße, Chris

    @ Chris

    Eigentlich nur das, was du im schönheitsforum schreibst. Mir gefällt die art, wie du deine situation analysierst und wie du damit umgehst.


    Wenn man dumm ist, kriegt man das so nicht hin.


    Und es freut mich für dich, dass es jetzt entspannter wird und die Leute netter sind. Vielleicht ist es genau der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang:-)

    Dir gefällt die Art, wie ich schreibe. Das hätte ich jetzt nicht erwartet.-o.


    "Und es freut mich für dich, dass es jetzt entspannter wird und die Leute netter sind."


    Ja, ich sehe nun vieles entspannter. Ich bin ja daran, mich mehr zu akzeptieren, hauptsächlich im Bereich der Körpergröße. Und das ich positive Rückmeldungen von meiner Umwelt bekomme, ist doch schön und förderlich.


    Danke für deine Worte.


    Grüße, Chris8-)

    Kopf hoch !!!

    Also ich hatte eine Zeit lang das gleiche Problem wie du, ich war richtig geknickt weil jeder größer war als ich, selbst die Mädchen.


    Eine Zeit lang ging ich fest in der Annahme, dass Mädchen nur auf große Jungs stehen, was auch sicher verständlich wäre, denn große Jungs geben Mädchen ein Gefühl von Geborgenheit.


    Doch die Annahme war gewiss falsch !


    Es geht zu 80% um Ausstrahlung und das was "Man" beim ersten Eindruck hinterlässt.


    Keine Frau würde jemals auf einen "kleinen Mann" stehen der sich gehen lässt und sich aufgrund seiner gerringen Körpergröße den Kopf zerbricht. Sei ein stolzer, kleiner Mann a la danny devito :)^


    Ein Tipp von mir wenn du wieder fir bist:


    Mach dich mal richtig zu recht, nimm ein Paar


    von deinen besten Freunden und sieh dich mal


    nach einem Mädchen um was dir gefällt.


    Du brauchst nicht einmal was mit ihr


    anzufangen, warte ab und sieh wie du


    auf sie wirkst. Wenn du deine


    Ausstrahlung und dein Selbstbewusstsein


    für dich sprechen lässt wird dir jede


    Frau zu füßen legen ;-)


    Und ich will dich echt nicht anlügen, Männer oder Jungs unter 1,70m sind halt klein, doch das ist kein Grund den Kopf gleich hängen zu lassen.


    Du bist gerade mal 23, du bist in dem Alter, in dem man am meisten erleben kann ( wird sich bestimmt merkwürdig von einem 15 jährigen anhören ;-D ) und gerade jetzt bringt es nichts Trübsal zu blasen.


    Ich weiß, dass es dich nicht tröstet wenn man dir sagt, dass es viele andere kleine Menschen gibt oder, dass es nicht auf das Aussehen kommt.


    Das Aussehen ist halt das erste worauf ein Mensch achtet.


    Jeder Mensch braucht seine Zeit um mit etwas klar zu kommen.


    Nimm dir die Zeit, die du brauchst, lass dich eine Zeit lang gehen und trauere, nur so kannst du über etwas hinweg kommen, doch trauer nicht zu lange es gibt zu viel was du verpassen kannst.


    Grüße, Mark *:)

    ich war gerade beim orthopäden und der meinte das ich noch ca. 15cm wachsen werde;-D dann wäre ich 1,82 m.


    ich kann das zwar nicht glauben, aber ich bin jetzt super glücklich;-D;-D;-D;-D

    Aehm. Wenn ich einen kleinen Mann sehe, der 40 cm Oberarme hat, dann schiesst mir sofort der Gedanke durch den Kopf, dass damit was ausgeglichen werden soll. Dabei finde ich nicht, dass das noetig ist. Es geht um das, was man ausstrahlt. Selbstbewusstsein kann nicht mit Oberarmen oder mit aufgesetztem Macho-Gehabe ausgeglichen werden. Wenn Du Dich so akzeptierst und lernst, mit Deinem (!! , nicht dem der Welt) Gefuehl dazu umzugehen, wird Deine Groesse weder Dein Beziehungsleben noch Deine Karriere stoeren.


    Viel Erfolg.


    LG

    Part I

    Danke MutterOderWas, dann hast du aber immer noch nicht ganz verstanden, was einen eigentlich dazu bewegt, so zu trainieren.


    Das ganze Gerede, was immer gebracht wird.. "lerne, dich zu akzeptieren", "ignoriere dumme Kommentare. Du bist zwar einer der wenigen, die sie abkriegen, aber damit musst du leben", "die inneren Werte sind das was zählen", "du kannst auch Selbstbewusstsein haben ohne 40 cm Oberarmumfang zu haben"... ist alles wunderbar, hilft den meisten aber - um es mal ganz realistisch zu sagen - einen Dreck.


    Klar musst du lernen, mit dir klar zukommen, oder wie du sagst: Mit deinen Gefühlen klar kommen. Aber was in jemandem vorgeht, der so was vorhat, kannst du nicht wissen.


    Und es ist wirklich nicht angebracht, hier so mies (besser: gar nicht) begründete pseudo-psychologische Kommentare einzubringen. Les dich in den Faden ein, dann wirst du die Beweggründe besser verstehen. Wirklich.


    Klar wird dich deine Größe gar nicht (oder besser: viel weniger) behindern, wenn du mit ihr klarkommst. Aber das musst du nun wirklich erstmal schaffen. Da ist das Wettmachen physischer Schwächen eine sehr gute Kompensationsmethode. Und ja, es wird da wohl auch was ausgeglichen. Und? Du schminkst dich ja auch, um was wettzumachen.


    Die Körpergröße ist vielleicht der Anfang einer Kausalkette - sie lös Unzufriedenheit mit sich selbst aus. So. Nun stehst du da, und weißt nicht, was du tun kannst.


    Ganz im Ernst, was denkst du, hilft dir da jemand, der daher kommt, nicht die leiseste Ahnung hat wovon er redet und trotzdem der Meinung ist, dir solche Reden halten zu müssen? Es bringt nichts, glaubs mir. Es hat mir nichts gebracht als ich in der Grundschule war (da war ich wirklich winzig), es hat mir genau so wenig gebracht als ich 5 Jahre später in der Mittelstufe war und mal wieder Probleme mit meiner Größe hatte (da war ich wieder zwischenzeitlich sehr klein). Dieses ganze "passive Leiden" zieht dich runter. Und zwar ganz gewaltig. Du wartest, dass es sich bessert, es bessert sich aber nicht.


    Leute kommen und gehen, und jedes Mal wird der gleiche, wirklich unendlich bescheuerte Kommentar abgelassen: "Du kannst es nicht ändern. Für dein Problem gibt es keine Lösung, also akzeptiers und lern damit zu leben". Und wenn etwas das Leiden noch vergrößern kann, dann DAS. Also bitte - vorher denken, dann reden. Du sagst es nicht so extrem - aber die gleiche Argumentation ist auch bei dir zu erkennen.


    Ich red auch nicht mit nem Farbblinden über Farbsehen, oder?


    Also, da stehst du nun. Zu klein, und dein Kopf voller Minderwertigkeitskomplexe, hervorgerufen auch durch diese netten Mitmenschen, die nicht im Ansatz wissen, wovon sie eigentlich reden. Fakt ist: Es ist ein Problem, klein zu sein. Besonders als Mann. Vielleicht nur als Mann. Bist du dann noch dürr wien Besenstil, quadriert sich die Problematik. Ebenso Fakt: Du kannst deine Körpergröße nicht willentlich beeinflussen (diese irren Operationen lass ich außen vor... das ist wie Selbstmord und wird im Jugendalter, wo du die Probleme hast, eh nicht gemacht).


    Die Frage ist jetzt, woraus besteht eigentlich das Problem mit der geringen Körpergröße? Die Größe allein ist es nämlich nicht. Es sind wie gesagt ihre Folgen.


    Lässt sich ziemlich einfach beantworten. Und wegen dieser Antworten ist die "find dich damit ab"-Argumentation ebenso unverschämt, anmaßend und unüberlegt, wie sie schnell daher gesagt ist.


    Das Problem fängt mit dem eigenen Geschlecht an. "Schwächling". Tja. Bist du vermutlich auch. Aber auch wenn nicht, wirst du dafür gehalten. Aus eigener Erfahrung: Egal, WIE gut du im Sport bist. Im verdammten Schulsport wirst du nicht gewählt. Ich habs gesehen. An mir, an anderen. Und nein, ich bin kein "Außenseiter", und die andren bei denen ich das gesehen hab auch nicht. Es ist einfach so. Du bist klein, du giltst als schwach. Und - du bist auch schwächer, als die meisten, wenn du nicht trainierst. Am absolut schlimmsten ist es in den mittleren Jahrgängen. So etwa 8. Klasse. Ich war da glaub etwa 1,60 groß, während in meinem Jahrgang großteils damals schon viele weit über 1,80 waren. Dennoch, ich hatte die 2. oder 3. beste Zeit auf 100 Meter im ganzen Jahrgang. Um die 13 Sekunden - fürn 8. Klässler nicht schlecht denke ich.


    Jeder wusste es, jeder hat es gesehen, dass ich besser laufe als die selbsternannten Könige des Sportunterrichts, jeder war erstaunt und jeder hat mir gratuliert - aber bei der Wahl der Staffelteams stand ich noch fast am Ende da. Es wurde nach Statur gewählt, und nicht nach Leistung.


    Das war jetzt etwas ausführlich, aber ich denk, das verdeutlicht das ganze.


    Im Kurzen:


    Schon mal von jemandem gehört, der gerne ein Schwächling ist, der immer und überall auf die "Gnade" anderer angewiesen ist, ihre körperliche Überlegenheit nicht auszunutzen? Kaum. Und am laufenden Band unterschätzt wird auch niemand gern.


    Das schlägt auf Dauer auf jedes noch so starkes Selbstbewusstsein, oder man ist unglaublich naiv.


    Zweiter Punkt, und der ist fast noch wichtiger. Das andre Geschlecht. Tja, damit wirst du als Frau kein Problem haben. Aber wenn du als kleiner Mann überall liest "Mein Freund muss groß und stark sein. Ich will mich geborgen fühlen und ankuscheln können" - da kann ich nur sagen... davon geht’s mir sicher nicht besser. Keinen Deut. Und DAMIT finde ich mich garantiert nicht ab. Und es gibt tatsächlich einen großen Teil Frauen und gerade Girlies die sagen "Unter 1,80 ist man(n) kein Mann." Oder was ähnliches. Es sind bei weitem nicht alle - aber eben die, die Ihre Meinung dazu kundtun. Die, denen es egal ist, brauchen es auch nicht zu sagen. Weil’s ihnen eben egal ist.


    Daraus wächst der Fehlschluss, dass alle Frauen nur auf große, starke Männer stehen. Also traust du dich nicht, auf sie zuzugehen. Hast du schonmal von jemandem gehört, der glücklich ist, weil er ein absolut unerfülltes Liebesleben hat?


    Aber schön, werd ich mich wohl damit abfinden müssen, mein Leben lang Minderwertigkeitskomplexe zu haben und zu vereinsamen, zu denken man wäre ein Schwächling und schlussendlich die Bestätigung bekommen, weil ein paar 2m große 7.Klässler meinten, mich zu verdreschen oder was?


    Danke, wirklich. Da kann ich mich auch gleich selbst erschießen.