@ cody98

    Waterfly beschrieb es ja schon recht gut.


    Ja, du bist 1,60m groß und bist damit kleinwüchsig. Und damit hast du an manchen Stellen Nachteile im Leben in dieser Gesellschaft der Größeren. In dem Maße, wie es risikoarme medizinische Möglichkeiten gibt, macht ein Arbeiten am Sachproblem Körpergröße auch Sinn. Wachstumshormone, vielleicht auch Ernährung, Genanalyse und so weiter. Da kenn ich mich nicht aus. Das wäre alles die Sachebene in Bezug auf Körpergröße und deren Beeinflussung.


    Du selbst gehst aber in diese Behandlungen mit einem enormen eigenen Erfolgsdruck, dass dies UNBEDINGT klappen muss und du UNBEDINGT bestimmte Werte erreichen willst. Und den gibst du in deiner Erwartungshaltung an die Ärzte weiter.


    Und genau diese Zwanghaftigkeit, mit der du dich selbst immer wieder auf diesen einen Aspekt reduzierst und die Behebung dieser Eigenschaft zur absoluten Voraussetzung für deine weitere Existenz machst, darin sehe ich dein eigentliches Problem. Was ist dein Plan B?


    Ja, der Psychotherapeut hilft nur denen, die freiwillig zu ihm kommen und die sich für die Selbstreflexion ihrer Denkens- und Wahrnehmungsmuster und eine Änderung ihrer eigenen Wahrnehmung offen zeigen. Reagierst du dort so, wie hier, schickt der dich weg: "Ja, Herr cody98, ich kann Sie nicht größer machen. Ich kann Sie höchstens dabei unterstützen, Ihre eigenen Denkmuster zu erkennen, z.B. dass Sie sich derzeit in ihrer strengen Zahlenorientierung auf diese eine Zahl konzentrieren und ihren ganzen Selbstwert daraus ableiten. Nur in dem Maße, wie Sie selbst dazu bereit sind, kann ich Sie unterstützen, dass Sie von diesem einseitigen Zwangsdenken wegkommen. Und unterstützen, dass sie sich selbst einen Plan B schaffen, für den Fall, dass das mit der Wachstumstherapie nicht so klappen sollte, wie Sie sich das heute vorstellen." Im Prinzip wäre es eine Präventionsmaßnahme.


    Ich kann mir sogar vorstellen, dass die Endokrinologen/Orthopäden/Chirurgen ihrerseits die Wachstums-Behandlung daran knüpfen könnten, dass du diesen Plan B hast. Denn diese lassen sich nicht von dir unter Druck setzen. Eine Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung ist sowieso Pflicht. Für den Fall, dass z.B. die Operation an den Beinen schief geht, würdest du z.B. im Rollstuhl sitzen. Dann wärst du noch kleiner und deine Chancen auf Beschäftigung und Partnerschaft würden weiter sinken. Oder du müsstest das Leben mit Bein-Prothesen lernen. In gleicher Weise lassen sich neben den Chancen auch die Risiken und Nebenwirkungen der Gabe von Wachstumshormonen erörtern, z.B. bei einer Dosierung, die sich im Nachhinein als unpassend erweist.


    Für dich könnte es dann also ein Abwägen werden. Welche Risiken sind wirklich rational einzugehen, welche nicht. In dem Sinne kannst du deine eigene Rationalität nämlich wieder nutzen. Selbst wenn du dich auf Rationalität und Zahlen versteifst und daran nicht rütteln lässt, kann damit ein Psychotherapeut im Sachthema hilfreich sein, denke ich.

    Wie meinst du das mit "unter Druck setzen"? Inwiefern sollen die Ärzte sich denn unter Druck gesetzt werden?


    Die müssen ja meine Hand röntgen und mir dann (auch schriftlich) mitteilen, wo meine Endgröße liegt.


    Was ich dann schlussendlich aus meinem Leben mache, betrifft ja die Ärzte nicht.


    Oder hab ich da jetzt irgendwas falsch verstanden?

    Zitat

    Naja ich möchte schon hier in Deutschland bleiben, meine Heimat möchte ich eigentlich nicht aufgeben.


    Wie bereits gesagt, Preis und Risiko der Hormone (oder anderen Medikamenten) sind mir egal. 1,70m möchte ich unbedingt schaffen und falls ich es nicht schaffe und mir stattdessen mit Hormonen/Medikamenten meinen Körper gesundheitlich zugrunderichte, dann hab ich es zumindest probiert und bin dann halt eben gescheitert. Ist halt dann Pech.

    An sich würde ich dir ja zustimmen, aber wohl eher wenn du von 1,70 auf 1,80 kommen wollen würdest.


    Was erhoffst du dir denn von den 1,70m? ":/ Was wäre dann deiner Meinung nach anders?

    @ Paul_Revere:

    Naja aber mit 1,70 würde ein Hausarzt nur den Kopf schütteln, wenn man mit dieser Größe in die Uniklinik fahren möchte.


    Mein Hausarzt hat ja schon bei 1,60 zu mir gesagt, dass ich erstmal warten sollte, es könnte schließlich ja sein, dass eventuell noch was kommen könnte. Vielleicht. Gott sei Dank habe ich nicht nachgegeben.


    Aber was würde denn von 1,70 auf 1,80 bringen? 1,70 ist in der Norm, 1,80 auch, aber 1,60 nicht. Außerdem fällt man mit 1,60 extrem stark auf, weil es eben extrem klein ist. Und ich wäre halt auch gern normal...

    "normal" ist jetzt vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Was ich damit sagen wollte, ist, dass, wenn bei mir alles stimmen würde, mich der Kinderarzt vor circa 12 Jahren nicht in die Uniklinik geschickt hätte.

    Zitat

    Naja aber mit 1,70 würde ein Hausarzt nur den Kopf schütteln, wenn man mit dieser Größe in die Uniklinik fahren möchte.


    Mein Hausarzt hat ja schon bei 1,60 zu mir gesagt, dass ich erstmal warten sollte, es könnte schließlich ja sein, dass eventuell noch was kommen könnte. Vielleicht. Gott sei Dank habe ich nicht nachgegeben.

    Auch bei 1,70m würde der Hausarzt dem Wunsch des Patienten Folge leisten. In beiden Fällen würde er es am liebsten unterlassen, weil es Ärzten um gesundheitliche Einschränkungen geht.

    Zitat

    Aber was würde denn von 1,70 auf 1,80 bringen? 1,70 ist in der Norm, 1,80 auch, aber 1,60 nicht. Außerdem fällt man mit 1,60 extrem stark auf, weil es eben extrem klein ist. Und ich wäre halt auch gern normal...

    Sorry, aber auch mit 1,70m bist du ganz weit von normal entfernt. Auch dann wirst du überall fast immer der Kleinste sein und dadurch auffallen. 1,80 ist eine akzeptierte Größe für Männer. 1,60 und 1,70 nicht. Wie gesagt: Bei der größe von Männern gibt es eine ziemlich scharfe Grenze: Es existiert "Groß genug" und "zu klein", aber kaum etwas dazwischen. Auch mit 1,70 überwindest du diese Grenze nicht.

    Zitat

    "normal" ist jetzt vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Was ich damit sagen wollte, ist, dass, wenn bei mir alles stimmen würde, mich der Kinderarzt vor circa 12 Jahren nicht in die Uniklinik geschickt hätte.

    Auch das ist bei 1,70 Männern nicht unbedingt anders

    Mag sein, dass ich mit 1,70m (~10. Perzentile) immer noch der kleinste bin, aber immerhin bin ich in der Norm (3.-97. Perzentile). Außerdem wird man mit 1,70m wenigstens ernst genommen. Zwar nicht so wie mit 2m, aber immerhin wird man halbwegs wahrgenommen.

    Und diese demütigen Sprüche wie "Was ist das denn für ein Zwerg?" würden mit 1,70 auch weitestgehend wegfallen.


    Was ich allerdings in dieser Gesellschaft immer noch nicht verstehe:


    Wieso geht man nur immer auf die kleinen Leute los? Große, dicke und dünne Leute sind doch auch nicht im Durchschnitt.


    "dick", "dünn", "groß" und "klein" ist zwar nicht das gleiche, ABER alle sind eine Bezeichung für eine starke Abweichung vom Durchschnitt.


    Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, wieso diese "Durchschnittsleute" ständig die kleinen Leute verspotten? Was erhoffen sich denn die normalgroßen? Dass wir kleinen dann irgendwann so psychisch kaputt sind, dass wir aus Verzweiflung von der Brücke springen oder uns vor den Zug schmeißen? Oder warum werden wir eigentlich so fertig gemacht? Wem ist damit geholfen? Oder sind die dann einfach nur stolz darauf, uns so fertig zu machen (was für mich ansich keinen Sinn ergibt)? Die sollen dich lieber froh sein, dass sie, im Gegensatz zu uns, dem Durchschnitt entsprechen.

    Zitat

    Mag sein, dass ich mit 1,70m (~10. Perzentile) immer noch der kleinste bin, aber immerhin bin ich in der Norm (3.-97. Perzentile). Außerdem wird man mit 1,70m wenigstens ernst genommen. Zwar nicht so wie mit 2m, aber immerhin wird man halbwegs wahrgenommen.

    Du überschätzt die Wirkung eines 170cm Mannes maßlos.

    Zitat

    Und diese demütigen Sprüche wie "Was ist das denn für ein Zwerg?" würden mit 1,70 auch weitestgehend wegfallen.

    Einfach nur nein. Glaub mir.

    Zitat

    Was ich allerdings in dieser Gesellschaft immer noch nicht verstehe:


    Wieso geht man nur immer auf die kleinen Leute los? Große, dicke und dünne Leute sind doch auch nicht im Durchschnitt.


    "dick", "dünn", "groß" und "klein" ist zwar nicht das gleiche, ABER alle sind eine Bezeichung für eine starke Abweichung vom Durchschnitt.

    Weil klein sein mit schwach sein gleichzusetzen ist. Und Männer sollen nunmal stark sein. Auf besonders dünne Männer wird ebenso rumgehackt. Und auf besonders dicken Frauen auch.

    Zitat

    Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, wieso diese "Durchschnittsleute" ständig die kleinen Leute verspotten? Was erhoffen sich denn die normalgroßen? Dass wir kleinen dann irgendwann so psychisch kaputt sind, dass wir aus Verzweiflung von der Brücke springen oder uns vor den Zug schmeißen? Oder warum werden wir eigentlich so fertig gemacht? Wem ist damit geholfen? Oder sind die dann einfach nur stolz darauf, uns so fertig zu machen (was für mich ansich keinen Sinn ergibt)? Die sollen dich lieber froh sein, dass sie, im Gegensatz zu uns, dem Durchschnitt entsprechen.

    Klassisches Dominanzverhalten. Man versucht sich selbst den bestmöglichen Rang zu sichern. Dazu muss man die schlechteren dominieren.

    Meine Güte cody98, deine durch deine Fixation eingeschränkte Wahrnehmung ist ja erschreckend: alles, was angeblich von der "Norm" abweicht ist irgendwelchen Idioten eine Spruch Wert: Größe, Gewicht, Augenfarbe, Hautfarbe, Kleidung, Haare ... die Liste ist unendlich!


    Ein Freund von mir ist über 2 Meter, der kriegt auch ständig Sprüche, einer ist 1,58 der auch, zwei Freundinnen sind sehr übergewichtig, was glaubst du was die zu hören kriegen...


    Ich glaube ja, dass es doof ist, wenn man nicht der Norm entspricht, es aber gerne tun würde, aber die Frage ist doch, ob es wirklich erstebenswert ist unauffälliger Durchschnitt zu sein.


    Manchmal sind es doch genau die Unterschiede, die Menschen erst interessant machen!

    Zitat

    Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, wieso diese "Durchschnittsleute" ständig die kleinen Leute verspotten? Was erhoffen sich denn die normalgroßen?

    Sie erhoffen sich, damit selbst besser dazustehen und ihre eigene Unsicherheit zu überspielen. Das Verhalten ist überhaupt nicht auf dich bezogen und sie denken dabei auch nicht an dich oder was es bei dir bewirkt. Hat mit dir nichts zu tun.

    Zitat

    Klassisches Dominanzverhalten. Man versucht sich selbst den bestmöglichen Rang zu sichern. Dazu muss man die schlechteren dominieren.

    gerüchten zufolge soll es auch menschen geben, deren sozialverhalten über das niveau von neandertalern hinauskommt. :=o

    -Mit 1,7m liegt ein Mann über der Durchschnittsgröße von Frauen.


    -Eine Größe von unter 1,6 m ist deutlich seltener als eine Größe von unter 1,7 m. Nämlich 0,5% gegenüber 11,8% (Quelle Wikipedia).


    Daher sehe ich schon einen Unterschied zwischen 1,6m und 1,7m.