Haarschampoo entwöhnen/absetzen/reduzieren - welche Erfahrungen?

    Hallo zusammen!


    Kurz zu meinem Haartyp, bevor ich auf das eigentliche Thema komme: ich habe schon seit vielen Jahren lange Haare (also bis auf die Höhe der Schulterblätter, mal paar cm mehr oder weniger). Aber seit ich denken kann, habe ich auch Problemhaare. Sie sind relativ dünn, ich habe ausgeprägte Ecken über der Stirn (OK, als Mittvierziger kann das passieren), und vor allem habe ich solange ich denken kann Probleme mit Schuppen und/oder fettenden Ansätzen.


    Ich habe ewig lange rumprobiert und Schampoos getestet - nach Werbeversprechen, nach Testberichten. Anti-Schuppen, Anti-Fett, Volumen. Nie blieb ein Schampoo verträglich. Gegen Schuppen hatte mal ein Schampoo aus der Apotheke gut geholfen. Es stank aber fürchterlich nach Teer. Zwischendurch mal ein Schampoo mit Salz aus dem Toten Meer war auch ganz angenehm, und seit vielen Jahren habe ich ein Volumen-Schampoo eines Markenherstellers, mit dem ich recht gut klarkomme. Never change a winning team. Aber auch damit habe ich weiter ein latentes Schuppen/Fett-Problem auf der Kopfhaut.


    OK, soweit die Vorgeschichte. Vor einigen Wochen habe ich ein Blog im Internet gelesen, dass jemand komplett das Schampoo abgeschafft hat und nur noch mit Wasser die Haare ausspült. Und nach quälenden 4-6 Wochen sah der Kopf auf einmal viel besser aus. Das brachte mich auf die Idee, es auch auszuprobieren. Ein Absetzen traue ich mich nicht. Wenn die Haare dann erst mal durchfetten würde ich aussehen zum Weglaufen. Kann ich mir im Büro nicht erlauben, ich will es meiner Frau nicht zumuten, und Mützen hasse ich.


    Seit ca. 3 Wochen habe ich nun das Schampoo daher schrittweise reduziert. Meine übliche Dosis für eine Haarwäsche war geschätzt so 'ne Dreiviertel Walnuss voll. Ich bin dann schrittweise runtergegangen mit der Menge, ohne mein Schampoo zu wechseln. Mittlerweile nehme ich nur noch so viel wie eine Haselnuss (mit Schale ;-) ). Was mir in der ganzen Zeit aufgefallen war: die Reduzierung hatte absolut keinen negativen Effekt auf die Sauberkeit der Haare. Nach dem Fönen sehen sie mit der Menge genauso sauber aus wie mit meiner üblichen Menge vorher. Es gab auch keine Übergangseffekte was die Haltbarkeit der Wäsche anging. Im Gegenteil - und jetzt kommen wir zum positiven Aspekt! Ich habe seit einer Woche keine Schuppen mehr und der fettende Ansatz ist sogar deutlich zurückgegangen. Auch wenn ich mal einen Tag die Haarwäsche aussetze, sehen sie am zweiten Abend deutlich gepflegter und natürlicher aus also früher.


    Ich bin mir sicher, dass ich die Menge sogar noch weiter reduzieren kann. Ganz abschaffen werde ich das Schampoo wohl nicht, denn wenn ich mal bei der Gartenarbeit Staub und Schweiß auf den Kopf bekomme, dann sieht man im weggespülten Schaum doch deutlich, was an Dreck vom Kopf geholt wurde. Apropos Schaum: man muss sich daran gewöhnen, dass man kaum noch Schaum hat, und braucht andere Taktik zum Verteilen. Ich massiere mir das bisschen Schampoo in die nassen Haare und lasse dann aus der Dusche etwas Wasser nachträufeln, um den kaum sichtbaren Schaum weiter durch die Haare zu verteilen. So, wie man es aus der alten Schauma-Werbung kennt, so mit richtigen glücklichen Schaumköpfen, so ist das nicht mehr. Aber Haare und Kopfhaut danken es mir. Wenn ich noch weiter reduziere, muss ich mir das Schampoo wohl vorab verdünnen und dann auf die Haare auftragen. Ich bin gespannt, wie weit ich noch gehen kann.


    Meine Frau steht total auf den Duft meiner Haare nach dem Waschen - der hat sich auch nicht verändert. Das Schampoo ist wohl nur zu einem Bruchteil dafür verantwortlich.


    Hat jemand schon Ähnliches probiert? Wie waren eure Erfahrungen damit?


    Ich werde das natürlich beibehalten und nochmal nach einiger Zeit berichten, um möglicherweise eine zufällig ruhige Phase meiner Kopfhaut ausschließen zu können. Aber momentan bin ich sehr happy, denn meine Haare sahen selten so gut aus. :)^

  • 31 Antworten

    Ganz ohne Shampoo auf keinen Fall, ich habe da mal eine Reportage gesehen, in der eine Frau 4 Wochen auf Shampoo verzichtet hat. Begleitet wurde das Ganze von einer Hautärztin, die entsetzt war über die Auswirkungen auf die Kopfhaut. Der Frau sind Haare ausgefallen, sie hat Schuppen und Schorf auf dem Kopf gehabt und die Kopfhaut war allgemein in desolatem Zustand. Ich denke, gegen weniger Shampoo spricht nichts, soll ja eh nur auf die Ansätze aber wie gesagt, ganz weglassen würde ich nicht wagen.


    Weiterhin viel Erfolg, kommst ja auch ne ganze Ecke günstiger, wenn du weniger verbrauchst ;-D

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    ch mische in einer leeren Shampooflasche ein paar Tropfen Shampoo mit Wasser und schüttel das dann gründlich durch.

    So mach ichs auch beim normalen Shampoo.


    Ansonsten verwende ich Babyshampoo ohne Benzoate und Sulfate (auf die reagier ich mit Schuppen und Juckreiz) und manchmal nehm ich auch nur Kamillentee zum waschen. Wirklich shamponieren tu ich aber nur alle 3-4 Tage, sonst wird die Kopfhaut zu trocken bei mir.

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    Der Frau sind Haare ausgefallen, sie hat Schuppen und Schorf auf dem Kopf gehabt und die Kopfhaut war allgemein in desolatem Zustand.

    Hmmm, meine Erfahrung geht eher in Richtung Gegenteil. Aber ganz verzichten werde ich auch nicht. Ein bisschen schmutzlösende Wirkung kann ganz sinnvoll sein, wenn durch die Raumluft und draußen Schmutz fester klebt. Man kann sie ja auch nicht alle 3 Stunden spülen, dann wäre das vermutlich alles hinfällig und man hätte kein Problem.


    Was mir noch zu denken gibt: ich habe nie Kleinkinder mit Schuppen oder fettigen Ansätzen gesehen. Vielleicht gucke ich auch nicht richtig hin und mir fehlt auch selbst die Erfahrung. Aber jetzt, wo ich so drüber nachdenke, kommt mir kein Kleinkind mit schlechten Haaren in den Sinn. Und denen wäscht man ja auch nicht täglich die Birne (oder? :-D ). Ich denke, dass die Haut durchaus von Natur aus ein sehr gutes Gleichgewicht hat, und wir es selbst kaputtmachen.

    Fettige Haare sind genetisch bedingt und da ändert auch nicht waschen oder wenig waschen nichts. Sonst wären ja die ungepflegten Menschen mit ihren fettzersetzten Gerüchen ausgestorben, sind se aber nich...


    Mein Kopf ist meine Visitenkarte. Hatte ich mal vorrübergehend Schuppen, half ein Shampoo aus der Apotheke, von Ducray.


    Ich habe gefärbte sprich gesträhnte Haare, sonst würde ich entsetzlich nach Wischmopstraßenköter aussehen. Wo Chemie verwendet wird, hilft dann auch kein naturgerüschtes Shampoo. Das habe ich durch. Da fetten Haare noch schneller als mit L'Oreal - so meine Erfahrung. Und werden immer strohiger.


    Waschen hinauszögern: da sehe ich aus wie Strulla aus dem Hauseingang in der City.... Nö, ungepflegt muß nicht sein...


    Es dreht sich "nur" um Haare. Ich könnte ja auch die Füße nehmen. Wasche ich ja auch täglich. Warum also auch nicht die Haare.... Die bestehen eh nur aus Keratin....


    An meiner Veranlagung des Fettens ändert sich ja nicht wirklich was. Ich gehe auf die 70 zu.


    Meine Haare gehen bis zum BH-Verschluß. Sind gefärbt, brauchen Pflege. Kriegen sie. Den Haaransatz kann ich mit milderem Zeugs waschen als den Rest der Haare. Die langen Haare sind an der Spitze ja schon einige Jährchen alt, sie sind gefärbt, warum soll ich ihnen echte Pflege verwehren?


    War gerade 10 Wochen in Südamerika, kam mit 200 ml Shampoo aus, sprich mit ca. 3 ml Shampoo pro Tag. Das ist ja nun auch kein rumaasen....


    Und im Moment, gerade neu gesträhnt, begeistert mich das Shampoo von L'Oreal aus der grünen Tube ohne Sulfate, imposante Kräftigung.


    Wer begeistert ist von seinen Verdünnungen kann ja dabeibleiben, ich muß das nicht haben....

    Ich kann empfehlen auf Naturkosmetik-Shampoos umzusteigen, zB Lavera oder Alverde (gibts bei DM)


    Und verdünnen. Ich verwende dazu eine kleine leere Shampooflasche. Durchs schütteln entsteht Schaum, auch wenn man nur ganz wenig Shampoo verwendet und mit viel Wasser verdünnt.

    Das mit dem Verdünnen werde ich auf jeden Fall probieren, wenn ich die Menge weiter reduziere. Momentan werde ich erst mal auf diesem Niveau verharren, um zu prüfen, ob der Erfolg von Dauer ist. Wenn ja, wird ab Herbst weiter verdünnt.

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    Fettige Haare sind genetisch bedingt und da ändert auch nicht waschen oder wenig waschen nichts.

    Das muss ich bisschen präzisieren: ich habe nicht wirklich fettige Haare. OK, wenn ich sie drei Tage nicht waschen würde, dann würden sie sicher fetten. Ich habe einen fettigen Ansatz von der Kopfhaut her - die Haare selbst sind eher zu trocken. D.h. tägliche Wäsche war eigentlich nötig, um sie wieder bis zum Stirnrand vorne in Form zu bringen. Ein Tag ohne war grenzwertig.


    In der Tat hat aber das Fetten genauso wie die Schuppen deutlich nachgelassen, selbst wenn ich aus Zeitgründen doch mal einen Tag aussetze. Also die Schuppen sind eigentlich weg - nachgelassen ist kein Ausdruck.

    Hallo Comran,


    vielleicht hast du schon etwas von "no poo" gehört? Dabei wird kein herkömmliches Shampoo verwendet und die Haare nur so oft wie nötig gewaschen. Wenn du den Begriff mal googlest, findest du einiges.


    Als natürlicher Shampoo-Ersatz dient z.B. 1 EL Natron auf 500 ml lauwarmem Wasser, das in die Kopfhaut einmassiert wird. Danach muss es gründlich ausgespült werden und danach kalt abduschen.


    Ich beschäftige mich erst seit ein paar Tagen genauer damit, weshalb ich noch keine eigenen Erfahrungen beitragen kann, aber ich habe nur positives darüber gelesen.


    Auf jeden Fall bist du auf einem guten Weg, deine Haare natürlich zu pflegen und somit weniger Probleme damit zu haben :)


    Achso...auch ganz wichtig: Die Haare mit einer Wildschweinborsten-Bürste gut bürsten und die Kopfhaut dabei massieren. So wird das Fett vom Ansatz in den Längen verteilt und es pflegt die Haare

    Das mit dem Natron hab ich mal probiert. Sollte sich das irgendwie mit dem Wasser verbinden? Bei mir war da halt Wasser und Natron, obwohl ich erst mit ganz wenig Wasser angefangen und immer mehr dazugerührt habe. Gibt's da einen Trick? Sonst kann ich mir das Natron ja gleich so auf die Kopfhaut geben.


    Zur Zeit rentiert sich das bei meiner geringen Haarlänge zwar eh nicht, aber kommt Zeit, kommt vielleicht auch wieder Haar und dann würde ich es auch evtl. nochmal probieren.

    mmh...bei mir hat sich das Natron größtenteils im warmen Wasser gelöst. Dann habe ich noch etwas umgerührt und es über den Kopf gegossen. Leider schäumt es nicht und man weiß nicht so genau, ob alle Stellen erreicht wurden.


    Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, einige schwören auch auf Lavaerde. Das ist eine Wascherde aus Marokko, die natürliche Tenside enthalten soll. Kann man auch super zum Duschen verwenden, gibt ein tolles Hautgefühl. Auf den Haaren habe ich es noch nicht probiert, wird aber in den nächsten Tagen bestimmt noch getestet :)

    Manche langhaarigen Personen schwören auf die Conditioner-only-methode. Vor allem, wenn man krauses / lockiges / sehr trockenes Haar hat. Dabei "wäscht" man die Haare mit einer Spülung, die auch Sulfate, bzw. andere Tenside enthält - dadurch werden die Haare auch sauber, aber nicht ausgetrocknet, ebenso die Kopfhaut.

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    Die Haare mit einer Wildschweinborsten-Bürste gut bürsten und die Kopfhaut dabei massieren. So wird das Fett vom Ansatz in den Längen verteilt und es pflegt die Haare

    Wildschweinborsten ... hab ich noch nie gesehen, bin auch eigentlich eher ein Kamm-Freund.


    Aber das Fett ist immer noch weg. Hatte mir gestern die Haare nicht gewaschen, weil ich keine Zeit und irre Stress hatte. Jetzt guck ich in den Spiegel, und die sehen immer noch gut aus. Bin sehr zufrieden.

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    Manche langhaarigen Personen schwören auf die Conditioner-only-methode.

    Ist das nicht noch mehr Chemie? Die Spülung bleibt ja drin, oder wird die ausgewaschen? Sorry, haben wir im Haushalt bisher nicht, ich hab da keine Ahnung ;-D .


    Eigentlich versuche ich ja die Fremdstoffe total zu reduzieren. Momentan verfolge ich weiter den Weg des extrem reduzierten Schampoos. Wenn ich dann mal irgendwelche anderen Probleme mit den Haaren bekomme, werde ich den Conditioner mal im Hinterkopf behalten.