Ich fühle mich wesentlich dünner als ich bin

    Ich wusste nicht ob der Faden in das Forum Übergewicht oder Psychologie gehört. Also dann eben hier, bei Bedarf Bitte verschieben ;-)


    Also ich stelle immer wieder zu meinem Erstaunen fest, dass ich anscheinend unter einer Dysmorphophobie "leide"


    ich bin 1,76 m groß und wiege 100kg.


    Wenn ich auf der Straße unterwegs bin sehe ich oft Menschen (hauptsächlich Frauen) bei denen ich erschrecke, wie die aussehen. Ich empfinde sie als extrem dick und unförmig, unvorteilhaft gekleidet und bisweilen ziemlich hässlich und unsagbar langweilig.


    Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich diese Leute bewerte, besser ABwerte.


    Denke mir zb in einem Café "JAJA, jetzt den Salat essen, und zu Hause die fette Schokosahnetorte reinschaufeln!"


    Später reflektiert fällt mir auf, dass diese Frauen zum teil vermutlich 20 kg weniger wiegen als ich.


    Ich bekomme auch regelmäßig einen Schock, wenn ich Bilder von mir sehe. "SO fett bin ich?"


    Woher kommt das?


    hat das hier auch jmnd?


    ich weiß, dass Bulemiker zb sich oft dicker fühlen als.sie tatsächlich sind...


    Gibt es das auch für dicke?!


    Wäre schön, wenn hier der ein oder andere betroffene wasdazu sagen.kann.


    Natürlich dürfen andere auch hier posten.


    lieben Gruß

  • 18 Antworten
    Zitat

    Also ich stelle immer wieder zu meinem Erstaunen fest, dass ich anscheinend unter einer Dysmorphophobie "leide"

    das ist keine dysmorphy. Das ist eine Fehlbildung. Du meinst körper dysmorphe Störung (KDS)


    Niemand nimmt sich so war wie er ist zu 100%.


    Sei froh wenn du dich in deiner Haut wohlfühlst. KDS ist die Beschreibung eines Krankheitbildes. Es geht dabei nicht darum, dass man sich etwas anders wahrnimmt als man ist, dass tut jeder irgendwo, sondern, dass man ein krankhaft verzehrtes Bild von sich hat, der meinung man sei entstellt oder fehlgebildet.


    Dahinter steckt eine Störung bei der die Leute sich selbstverletzen oder verstümmeln z.B. durch Schönheits OPs, weil sie sich unwohl fühlen in ihrem Körper und dabei unnatürlichen idealen nacheifern und dennoch nie zufrieden sind.


    ich habe jetzt nicht die genaue Definition aktuel nachgelesen.


    Nicht jeder der sich zu dick fühlt und Diät macht ist magersüchtig und nicht jeder der vergeßlich ist, hat Alzheimer...


    Es geht immer um den Grad einer Sache und deren Ursache.


    Wenn du felsenfest denken würdest dein Körper wäre quadratisch oder hättest drei Beine oder eine Nase wie Pinocchio und dich auch so im Spiegel wahrnemehmen und hassen würdest z.B. wäre das KDS.


    Es geht dabei um extreme, die nichts mehr mit normalen menschlichen Aussehen und Verstand zu tun haben bzw. enormen Selbsthass- oder ablehnung zu grunde haben.


    Selbst wenn du 200kg wiegen und dich für eine kleine dünne Ballerina halten würdest und glücklich wärst, wäre es keine KDS, auch wenn es eine von der Realität abweichende Wahrnehmung wäre.


    So verstehe ich das mit KDS jedenfalls und bin mir ziemlich sicher, dass du das nicht hast.


    Zumal du es dann auch garnicht merken würdest, denn jemand mit KDS ist von seiner Vorstellung überzeugt und dass macht vorallem die krankheit aus.


    KDS bedeutet sicher, dass der Bezug zur Realität fehlt und den hast du damit bewiesen, dass du schreibst, dass du ja mit deiner Größe und Gewicht auch nicht so gärten schlank bist, wie du dich fühlst.

    Zitat

    Dysmorphophobie

    Das wäre genau das Gegenteil von dem du sprichst. Hier würdest du dich z. B. hässlich fühlen oder etwas an dir abstoßend finden in einem extremen Ausmaß. Aber so wie ich das verstanden habe findest du dich schlank. Du hast auch eine falsche Wahrnehmung von dir. Davon hab ich schon oft gehört, dass sich übergewichtige Menschen eigentlich schlank fühlen und sogar eben andere Menschen, die nicht annährend so übergewichtig sind wie sie selbst als dick empfinden und teilweise beleidigend darüber denken. Das ist auf jeden Fall auch eine Wahrnehmungsstörung-eine Cousine von mir hatte dieses "Problem" auch. Hat teils sogar heftige Streits ausgelöst. Wie diese Störung allerdings genau heißt weiß ich nicht, weil ich mich nie besonders dafür interessiert habe. Im Prinzip ist es bei magersüchtigen Personen ähnlich: Die fühlen sich oft fett und hässlich, obwohl sie klapperdürr sind. Du fühlst dich schlank oder viel dünner als du bist, obwohl du übergewichtig bist. Im Prizip eigentlich kein wirkliches Problem meiner Meinung nach. Es sei denn du nimmst maßlos zu, so dass es dann doch gesundheitlich bedenklich wird, weil du dich immer noch schlank fühlst. Ich würd das wohl rein interessehalber mit meinem Arzt drüber reden.

    Ich würde das teilweise voneinander trennen.


    Dass man sich schlanker fühlt ist glaub ich gar nicht mal so selten. Im Spiegel kennt man sich eben und wenn man zunimmt gewöhnt man sich an den Anblick langsam. Foto zeigt ungeschönt und unvorteilhaft die Wahrheit. So sieht man sich selbst sonst nicht.


    Wenn du dich darauf SO fett findest: Was tust du dagegen?


    Vielleicht ists auch Verdrängung, bei dir noch nicht so ganz angekommen (warst du früher schlanker?) oder das übliche "bei mir ist aaaalles anders", Distanzieren von Leuten, die sind wie du, aber wie du nicht sein willst.


    Dass du gedanklich andere mit etwas viel auf den Rippen abwertest hat damit nicht unbedingt was zu tun. Das würdest du wahrscheinlich auch denken, wenn du wirklich schlanker wärst als die. Zügelst du deine Gedanken dann wenigstens, bist du dir sofort bewusst, dass dieses Abwerten unfair und widersprüchlich ist? Eigentlich müsstest du dich eine Millisekunde nach so eine Gedanken fragen, ob du etwa gleich zu Hause ne Sahnetorte verspachtelst.

    Zitat

    hat das hier auch jmnd?

    Ansatzweise, aber nicht so stark ausgeprägt, wie es bei dir klingt.

    *

    Zitat

    Ich würde das teilweise voneinander trennen.

    Also dass du anderen gegenüber abwertend denkst und ein falsches Selbstbild hast. Diese Denkweise hättest du wahrscheinlich auch, wenn dein Selbstbild mit der Realität übereinstimmen würde. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass du sowas nicht mehr denken würdest, sobald du 30 Kilo abnimmst und dann theoretisch (!) wirklich sagen kannst, dass du schlanker und disziplinierter bist.

    Klingt für mich wie ein ausgeprägter Verdrängungsmechanismus. Andere abzuwerten um sich selbst aufzuwerten ist ein gängiges Gedankenmuster, ich kenne das auch, versuche aber, mich in der Bewertung von anderen Leuten zurück zu halten, was nicht immer gelingt. Manches, was man zu sehen bekommt, ist einfach zu übel. Wie wäre es mal damit, deine Körpergröße mit deinem aktuellen Gewicht in Beziehung zu setzen? Dann kannst du deinen BMI ermitteln und weißt, egal was du fühlst, dass du einfach zu viel wiegst.


    Gruß

    Zitat

    Wenn ich auf der Straße unterwegs bin sehe ich oft Menschen (hauptsächlich Frauen) bei denen ich erschrecke, wie die aussehen. Ich empfinde sie als extrem dick und unförmig, unvorteilhaft gekleidet und bisweilen ziemlich hässlich und unsagbar langweilig.

    Vielleicht ist es so, dass sich bei Dir das Gewicht etwas besser verteilt als bei manch anderen.


    Wenn ich dann manchmal höre, was die Leute wiegen und wie sie aussehen, dann verstehe ich das nicht, weil das irgendwie nicht zusammenpasst, sie sehen häufig nach mehr aus. Mein Chef dagegen sieht nach deutlich wenige raus als er angibt zu wiegen. Mich schätzt man, auch Ärzte, auf ca. 20kg weniger.

    Ja ich hab das auch. Es gibt auch eine gegenteilige Esstörung zu Magersucht, die Fressucht. ;-) Kann doch sein, dass man da das genaue Gegenteil hat.


    Ehrlich gesagt finde ich aber, dass viele Fotos auch grottig gemacht sind. Wenn ich zum Fotografen gehe, kommt das Foto schon ziemlich dem nahe, was ich im Spiegel sehe. Die Familie etc. hat halt auch einfach keine Ahnung, wie man ein Foto macht, was gut aussieht. Dafür gibt es Profis.


    Ich finde, es ist am besten man orientiert sich daran, was man wiegen sollte und welche Kleidergröße man hat. Und andere Leute sollten einen nicht interessieren. Bei mir ist es so, dass ich eigentlich alle Frauen dünner und schöner finde als mich... ":/ Das Vergleichen bringt aber nix, man hat nix davon.

    WEnn man ehrlich wäre, müßte man ja was tun. Fakten eingestehen. Es ist in der Natur der SAche, da erst mal auf andere zu gucken. Was man an denen eigentlich nicht leiden kann, haßt man an sich selbst.


    Man müßte aktiv werden, abnehmen, sich regen. Aber Nebenkriegsschauplätze sind eine nette Ablenkung....

    Zitat

    Denke mir zb in einem Café "JAJA, jetzt den Salat essen, und zu Hause die fette Schokosahnetorte reinschaufeln!"

    ... und man selbst hat sich die 100 kg angelächelt mit Salatblättchen?

    Vielleicht ist sogar Neid dabei, jemanden vor einem Salat zu sehen, wenn man sich selbst 100 kg angefuttert hat, man müßte ja dann selbst....


    Ich denke, es ist eine Verdrängung der Tatsachen, um sich nicht ernsthaft mit eigenem Eßverhalten auseinander zu setzen.

    Viele Menschen halten sich für wesentlich dünner, als sie sind oder auf Andere wirken. ;-) Meine ganze Verwandschaft gehört dazu: Alle Cousinen, Geschwister, deren Anhang und vor allen Dingen die Tanten sind "gut in Futter" und fühlen sich anscheinend gut dabei. Keiner von denen hat Idealgewicht, aber der Kuchen muß unbedingt leer werden. ;-D Und die lästern auch gerne über Menschen, die zuviel auf den Rippen haben %:| . Ich grinse dann nur und sage lieber nichts, da Kritik in der Verwandtschaft Gift ist. :)z


    Ich persönlich denke einfach: Wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt, dann ist doch alles in Ordnung. Wenn man sich nicht wohl fühlt, dann hat man es selber in der Hand, seine Figur zu ändern.

    Ja..ich merke sehr schnell, wenn ich zu weit gehe und tadeln mich dann selbst.


    Und die 100 kg habe ich mir sicher nicht mit Salat angelacht. Ich hätte in der Lehrzeit vor 10 Jahren 70kg. Habe auf dem Bau gelernt und hatte nen wahnsinnig großen Kalorienbedarf auf Grund der körperlich schweren Arbeit. Aus der Lehre gekommen und so weiter gegessen wie bisher, ohne den Job weiter zu machen... ein Magen schrumpft ja nicht von jetzt auf gleich. Es dauerte 6 Monate, dann hätte ich 90kg. Dann hab ich ne Diät gemacht, 25kg abgenommen, 5 Jahre gehalten. Dann Depression, Medikamente und nun hab ich 100kg.

    Ich hab mir natürlich oft gedacht, woher das kommen könnte, dass ich so denke. Was mir.oft auffällt ist, dass ich viele ungepflegte Dicke sehe. Ich unterscheide auch dick und fettleibig. Bei vielen Leute die ich kenne, gibt es diesen Unterschied nicht.

    Man nimmt sich immer etwas anders wahr, was damit zu tun hat, dass man sich selbst ja nicht gegenüber steht. Im Spiegel ist es auch etwas anderes, wie wenn jemand einen gegenüber steht und einen anschaut, ist einfach so. An manchen Tagen fühlt man sich dünn, an anderen Tagen wieder dicker..wie auch immer, es schwankt ziemlich und das Gewicht ist trotzdem gleich.

    Solange du nur in Gedanken ablästerst, ist das doch ok. Lästern ist gesund. ]:D


    Schlimm fände ich, wenn du es den Leuten sagen würdest, aber warscheinlich würdest du dann eh sofort Paroli bekommen, da du ja ebenfalls oder sogar noch schwergewichtiger bist, als die Leute, die du "belästerst".


    Bei mir ist es immer so, dass wenn ich in den Spiegel schaue, mich und mein Gesicht ganz ok finde, nicht schön, aber Durchschnitt. Jetzt nach meiner Gewichtsabnahme ist die Haut halt nicht mehr so straff. naja.


    Aber wenn ich ein aktuelles Photo von mir sehe, dann falle ich hinten rüber. Erbärmlich hässlich. Ich habe schon alles versucht...mit sämtlich verschiedener Beleutung...alles Mist, ich sehe grottengrottenhässlich aus. Wenn ich in den Spiegel gucke, geht es aber einigermaßen. Und alles zum selben Zeitpunkt. Ich weiß dann nie, was Realität ist: der Spiegel oder die Photos?

    Mh, ich meine mich zu erinnern dass Fotos der Realität entsprechen und der Spiegel nicht, da man hier das Gesicht seitenverkehrt sieht. Also links ist rechts und umgekehrt.


    Kann mich aber auch täuschen ":/

    Interessante Theorie mit der Seitenverkehrtheit!


    Ja ich lästere nur in Gedanken. Und wenn ich es doch mal anspreche bei meiner Begleitung zb, dann wirklich nur, wenn betreffende Person weit genug weg ist.

    Interessante Theorie mit der Seitenverkehrtheit!


    Ja ich lästere nur in Gedanken. Und wenn ich es doch mal anspreche bei meiner Begleitung zb, dann wirklich nur, wenn betreffende Person weit genug weg ist.