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    Stimmt nicht. Schizophreniker haben, statistisch gesehen, niedriger wirtschaftliche Verhältnisse und sind eher arbeitslos oder erwerbsunfähig.


    Tatsächlich stimmt das absolut Gegenteil.


    Es gibt nur zwei Zusammenhänge: Genetik und Stadt vs. Land.

    Die Vergangenheit zeigt, dass gerade Hochintelligente schiziophren wurden. Das Genie und Wahnsinn nah beieinander liegen, ist also nicht nur ein Sprichwort. Berühmte Schriftsteller waren schizophren usw..usw....

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    Bezüglich der Magersucht ist mir schon aufgefallen, das verdächtig viele Mädchen/junge Frauen aus ehrgeizigen, gut situierten Haushalten betroffen sind.

    Eltern können viel bestimmen, verlangen und kontrollieren, aber beim nicht essen sind Eltern absolut machtlos.

    Meiner Patienten waren sehr gemischt.


    Statistisch haben Autisten einen IQ von 80. Die hochbegabte sind eher die Ausnahme. Viele davon sind geistig behindert.


    Schizophrenie kann jeder betreffen, aber da es in Familien läuft, ist die Bildungsniveau oft allgemein niedriger. Es bricht statistisch bei Männer zwischen 17 und 27 aus, bei Frauen 10 Jahre später. Es wird vermutet, dass weibliche Hormonen ein Schutzfaktor ist. Schizophrenie ist eine Erkrankung wo Information nicht gefiltert werden kann. Kaum selektive Aufmerksamkeit. Sie nehmen Reize wahr, die wir nicht wahrnehmen.


    Bipolar, Depression - nicht Intelligenz gebunden.


    Borderline - von Intelligenz her gemischt, aber sehr kreativ.


    Narzissten meinen alle sie seien Intelligent, aber ebenfalls gemischt.


    Bei geistig Behinderte habe ich fast alle Störungen erlebt. Aber weniger Persönlichkeitsstörungen. Aber es ist vielleicht durch die Behinderung einfach nicht so offensichtlich und ausgeprägt. Ein geistig behinderte Borderliner habe ich bis jetzt nicht erlebt. Bei meine Borderliners waren die IQs durchschnittlich. Habe unter die geistig behinderte viel Autismus erlebt aber.


    Aber: Intelligenz ist in Psychologie nie definiert worden. Es gibt viele Definitionen aber keine ist einig was Intelligenz genau ist. Daher ist die Frage eigentlich unmöglich zu beantworten.

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    Aber: Intelligenz ist in Psychologie nie definiert worden. Es gibt viele Definitionen aber keine ist einig was Intelligenz genau ist. Daher ist die Frage eigentlich unmöglich zu beantworten.


    Luci32

    Sehe ich auch so. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, ohne sicher sein zu können, ob überhaupt beides Obst ist.


    Eine Schizophrenie ist eine Schizophrenie ist eine Schizophrenie. Niemand würde auf die Idee kommen, ob es gehäuft damit zusammen hängt, dass jemand Vegetarier ist.


    Es ist wie immer, jemand beobachtet verschiedene Dinge und versucht Zusammenhänge herzustellen. Kann klappen, geht aber oftmals schief, da die angenommen Zusammenhänge oft nur Deutungen sind.

    Ein paar Arten von Intelligenz:


    Verbale Intelligenz


    Sozialintelligenz


    Logik


    Akademische Intelligenz


    Kreative Intelligenz....


    Es gibt ca. 10 mehr Arten von Intelligenz


    Welche davon sollte man nun wählen?


    Alle Formen hat kein Mensch.

    Was Intelligenz eigentlich ist, weiß man auch außerhalb der Psychologie nicht wirklich.


    In der Psychologie definiert bzw. misst man sie jedoch über den IQ-Wert, was im Grunde ebenfalls problematisch und unzureichend ist (und ich beziehe mich jetzt hier nur auf das logische Denkvermögen, das der IQ Test angeblich primär misst)

    Ich denke, dass Intelligenz dazu verleitet viele Dinge zu hinterfragen und anzuzweifeln. Es geht ja oft auch ganz banal um Sinnstiftung und naturgemäß sind gescheite Menschen weniger schnell zufriedenzustellen - eben weil sie die Dinge auch hinterfragen. Für den einen mag ja ein Kinoblockbuster oder Netflix als geistige Sinnstiftung für den Feierabend genügen. Es gibt aber durchaus viele Menschen, denen das zu einfach ist - die immer auf der Suche nach dem "Mehr" sind. Und obwohl man dann irgendwann auch feststellt, dass es dieses "Mehr" gar nicht gibt, geht die Suche weiter und man irrt quasi umher, ohne echte Befriedigung zu finden.


    Und dann kommt man schnell ins Grübeln, weil die Gedanken kreisen und kein Ziel finden. Und Grübeln kann krank machen. Es gibt keine Lösung, wie man im Leben glücklich wird. Und intelligente Menschen erwarten da vielleicht einfach auch zu viel und werden dann nicht selten durch die Banalität des Daseins erdrückt. Die Folge sind dann oft auch Depressionen und der Griff zu Rauschmitteln. Und die Parallelen zu Kreativmenschen sind ähnlich ... meist ist ja Kreativität und insbesondere Kunst auch die Folge aus eben dieser Unzufriedenheit und eine Art geistige "Aufmüpfigkeit", Flucht in andere Welten - manchmal auch mit Hilfe der Drogen.


    Intelligenz verleitet zum Weltschmerz und Unzufriedenheit. Und das ist ja der perfekte Nährboden für Depressionen oder gewisse Störungen.

    Ich denke kreative Menschen sind oft Menschen, die sich ein Ventil suchen um mit Gefühlen und Schmerz klar zu kommen. Umgekehrt glaube ich nicht, dass jemand Kunst mit Tiefgang schaffen kann, ohne Leid zu kennen oder zumindest eine Einsicht ins Leid zu haben.


    Zu Störungen wie Schizophrenie kann ich nichts sagen, aber es gibt einen interessanten TED-talk zum Thema Depression (von Andrew Solomon glaube ich). Da wird von einer Studie in Amerika berichtet, bei der man herausfinden wollte, ob Depression tatsächlich eine Krankheit der höheren Bildungsschichten ist, sozusagen ein "Luxusproblem". Man fand heraus, dass die Verteilung völlig gleich ist, dass aber Depressionen in unteren Schichten häufig unerkannt bleiben, weil man es bei bestimmten Lebensumständen nicht hinterfragt, wenn es Menschen schlecht geht. Wenn jemand keine Arbeit hat, sehr arm ist oder womöglich noch in einer gewaltvollen Ehe steckt, dann erwartet jeder, dass es dieser Person schlecht geht. Emotion und Lebensumstände sind also kongruenter, als bei jemandem, der eigentlich ein tolles Leben haben sollte, aber dem es eben trotzdem schlecht geht. Somit entsteht dann zuweilen der Eindruck einer Ungleichverteilung durch die Gesellschaft.

    Intelligente oder gebildete (und eigentlich nicht intelligenterer) Leute sind eher die die einer Psychotherapeuten aufsuchen. Daher fallen die Reste nicht in der Statistik ein.


    Es besteht immer noch ein Stigma zuzugeben, dass man einer psychischen Störung hat. Diese Stigma ist bei bildungsfernen Menschen wesentlich ausgeprägter.

    Zitat

    Wenn jemand keine Arbeit hat, sehr arm ist oder womöglich noch in einer gewaltvollen Ehe steckt, dann erwartet jeder, dass es dieser Person schlecht geht

    Ähm, ob man das per se eine Depression nennen sollte, wenn jemand in einer objektiv sehr schwierigen Situation psychisch zu kämpfen hat, ist mMn mehr als fraglich.

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    Ich denke, dass Intelligenz dazu verleitet viele Dinge zu hinterfragen und anzuzweifeln. Es geht ja oft auch ganz banal um Sinnstiftung und naturgemäß sind gescheite Menschen weniger schnell zufriedenzustellen - eben weil sie die Dinge auch hinterfragen.

    Das Problem ist oft nicht das Hinterfragen, sondern das "sich nicht abgrenzen können". Ein psychisch instabiler Mensch kann an den einfachsten Fragen verzweifeln. Da braucht es keinen hohen IQ.

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    Es besteht immer noch ein Stigma zuzugeben, dass man einer psychischen Störung hat. Diese Stigma ist bei bildungsfernen Menschen wesentlich ausgeprägter.

    Interessant. Hast du dazu eine Quelle?

    Es mag durchaus sein, dass auch andere Leute an vielem zweifeln. Ich persönlich zweifel sehr daran, dass jedwedes Menschsein einen Sinn ergibt. Oder anders: Wieso bin ich hier und was ist meine Aufgabe? Wenn es keinen Sinn gibt, gibt es auch keine Aufgabe. Wieso stehe ich dann morgen auf? Um einem selbstgeschaffenen System zu dienen, das selbstgeschaffenen Werten dient? Also ehrlich ... Das ist es dann? Das klingt irgendwie nach Monopoly und ich hasse Brettspiele.


    Ich hatte letztens auch diese Diskussion mit meinem Psychologen. Und er meinte da irgendwie: alle sind SO und kommen irgendwie klar und sie sind da wo ganz anders und lehnen sich ständig auf? ... Ja, bin ich. Ja mach ich. ... Das muss doch unheimlich anstrengend sein! .... Ja, ist es ... Stille.

    Nach die Quelle muss ich schauen. Wir mussten X Statistiken lernen. Ich habe viel davon weggeschmissen, da in der Forschung weiss ich so was ich brauche und im Praxisalltag ist Statistik und Theorie ziemlich irrelevant. Krisen sind nicht theoretisch.


    Von ehemaligen Hauptschüler hörte ich oft in der Neuropsychologie "ich brauche keine Psychologin, ich bin nicht bekloppt". Sie waren meistens die, die es wirklich gebraucht hätten. Einer davon war sogae Borderliner. Die andere waren entweder schon in Therapie oder hatten keine Störungen.

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    Ähm, ob man das per se eine Depression nennen sollte, wenn jemand in einer objektiv sehr schwierigen Situation psychisch zu kämpfen hat, ist mMn mehr als fraglich.

    Nein, da hast du mich auch falsch verstanden. Das ist nicht per se eine Depression. Aber wenn eine Depression parallel vorliegt, wird sie nicht erkannt, weil jeder davon ausgeht, dass es logisch ist, dass es dieser Person nicht gut geht. Deswegen wird "nicht gut" nicht hinterfragt und auch kein Arzt aufgesucht. In diesem Fall wurden Ärzte im Rahmen der Studie aufgefordert, genauer zu fragen und hinzuhören, wenn Menschen mit körperlichen Beschwerden kamen und Menschen bei denen parallel Verdacht auf Depression vorlag in ein Therapieprogramm im Rahmen der Studie zu schleusen. Nach dem Programm konnten einige wohl ihre Lebensumstände wieder verändern, weil es eben auch die Krankheit war, die sie zusätzlich in der Situation gehalten hatte.


    Ist vielleicht auch ein bisschen am Thema vorbei, aber zusammen mit dem was Luci schreibt könnte ich mir vorstellen, dass deswegen vieles in den Statistiken nicht auftaucht, was doch da ist.

    Bei Psychopaths die Statistik ist rein aus Gefängnisse erhoben. Die andere lassen sich nicht erwischen und suchen kein Therapie auf. Grösser narzisstische Komponent.


    Narzissten suchen auch kein Therapie auf - die Welt ist ja an alles Schuld und sie sind toll. Sie kommen nur in depressiven Phasen oder wegen Druck von der Familie. Sie sind ein Albtraum zu therapieren. Sie brechen der Therapie meistens sehr früh ab.

    Hallihallo,


    ich habe schon öfters, auch auf Seminaren zum Thema Shizophrenie etc., gehört, dass die Krankheit direkt mit Intelligenz zu tun haben soll.


    Es gibt tatsächlich außerordentlich viele Philosophen und Wissenschaftler die Shizophren waren/sind/gewesen sein sollen


    (Darunter auch der Nobelpreisträger John Nash).


    Ich kann das jetzt natürlich nicht fachlich begründen...trotzdem kann ich mir das schon vorstellen.


    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neuregulin-1-genie-und-schizophrenie-moeglicherweise-folge-eines-gens-a-870089.html


    hier kann man auch noch etwas über das "Genie-Gen" nachlesen, dass 2012 entdeckt wurde.


    Laut diesem Artikel sind sowohl shizophrene, als auch ungeheuer kreative (und meiner Meinung nach ist Kreativität auch eine Form von Intelligenz) Menschen Träger dieses Gens und nur die Konzentration ist ausschlaggebend.


    Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.


    Liebe Grüße

    X-

    Zitat

    Ich kann das jetzt natürlich nicht fachlich begründen...trotzdem kann ich mir das schon vorstellen.


    http://www.spiegel.de/wissensc…-eines-gens-a-870089.html

    Dann beschäftige dich lieber nicht mit Dingen, die du nicht verstehst. Früher haben die Leute auch nicht lesen können und dem Pfarrer alles geglaubt, was angeblich in der Bibel steht und wie es gemeint ist.


    Ein Reporter findet einen wissenschaftlichen Artikel, pickt sich die Dinge heraus die spektakulär sind und würfelt daraus lustig einen an bildniveau erinnernden Artikel darüber das Schizophrene Borderliner mit Konzentrationsstörungen sind, die wie der Sexiest Man Alive Steve Jobs aussehen und deshalb überduchschnittlich viele Sexualpartner haben aufgrund von 2 kopien eines Genes und 15% der Europäer ausmachen, von denen (also den Europäern) 50% nur eine Kopie haben und die anderen 50% der Europäer und wahrscheinlich auch der Rest der Menscheit, denn der wurde ja komplett herausgelassen, sind anscheinend geistesbehindert und evolutionär minderbemittelt, weil die haben dieses anscheinend das Kreativgen nicht...


    Diesen tollen Artikel lesen jetzt die fachlich ungebildeten und denken: "Misst ich muss mir jetzt eine Halbglatze schneiden und Brille tragen, damit ich attraktiver wirke."


    Sexuelle Mimikri. Man tarnt sich als Genträger.


    Steve Jobs Genom hat der Reporter aus der ferne auch mal eben alnalysiert mit seinem Röntgenblick und messerscharfen Verstand. :)z


    Der Artikel ist Bull... hoch zehn. Alleine dessen, dass sich der EinGenEinMerkmal Milchmädchenrechnung, die Null wissenschaftlich ist (leider in Schulen und Medien gelehrt), bedient.


    So funktioniert Genetik aber nicht... Deshalb ist der Artikel zum Popomitabwischen...


    Hier ein Denkansatz:


    Wenn man keine Ahnung von einem Fach und Statistik hat, wie will man dann eine Studie bewerten, ob sie sinvoll durchgeführt wurde und zudem wenn man die Studie selber nicht einmal gesehen hat und nicht mal weiss, ob es auch Studien gibt, die dieser durch andere Erkenntnisse widersprechen?


    Zudem sind Studien immer gefärbt von den Hoffnungen und Wünschen des Wissenschaftlers. Deshalb gibt es den Spruch: Vertraue keiner Studie, die du nicht selber gefälscht hast...


    :-)

    Zitat

    ich habe schon öfters, auch auf Seminaren zum Thema Shizophrenie etc., gehört, dass die Krankheit direkt mit Intelligenz zu tun haben soll.

    Was Intelligenz ist, ist Definitionssache. Fakt ist, dass wenn das Denken anders ist, der jenige nun einmal seine Umwelt anders wahrnimmt und damit andere Strategien hat Probleme zu lösen, die andere mit anderen Strategien nun einmal nicht so umsetzen würden oder garkeine Antwort erst finden würden.


    Das heisst aber nicht im Umkehrschluss, dass alle Intelligenten Schizophren sind oder potentiel gefährdet.


    Es gibt viele Möglichkeiten Intelligent zu sein. Wo steht geschrieben, dass alle Intelligenten Menschen gleich sind und automatisch nicht normal oder irgendws bei ihnen schief läuft und sie deshalb so herausragen?


    Die schizophrenen angeblich besonders Intelligenten, bleiben den Menschen wahrscheinlich eher im Gedächtnis, weil ein Hochintelligenter, der normal ist, langweilig ist. Einer der sich aber noch das Ohr abschneidet ist viel spannender.


    Die eigene Wahrnehmung von Dingen, wie die Ahnahme einiger hier, dass sie diesen Zusammenhang meinen zu sehen, ist in erster Linie das Resultat von einem Eingeschränkten Einblick auf die gesammte Wirklichkeit. Hat auch kein Wissenschaftler oder sonst wer.


    Man muss sich auch mal fragen, ob man selber wirklich der kompetenteste ist um Antworten zu solchen komplexen Dingen als Laie im Ausstausch mirt anderen Laien finden zu können. Durch solches Unwissen entstehen die fiesesten Vorurteile und haben schon viel Leid in der Welt verursacht, weil Leute meinen ach so viel zu wissen ohne jegliche fundierte Grundlagen zu haben. Besonders wenn es darum geht, wie die Biologie des Menschen funktioniert , woraus böse Stigmata in der Gesellschaft entstehen können. Man schau nur mal 1933 etc.


    Ich beurteile auch nicht die Quantenphysik, weil ich keine Physikerin bin und mir damit einfach das Wissen darüber worauf die Resultat basieren und erst recht, dass Wissen um beurteilen zu können, ob das jetzt Sinn macht oder nicht, schlichtweg fehlt.

    @ Andrea_00

    Zitat

    nach meiner Beobachtung leiden gerade extrem intelligente Menschen ...

    Bitte gib an, wieviele extrem intelligente Menschen du beobachtest. Du weisst eventuell, dass Einzelfälle nicht typisch sind für eine Statistik.


    Gerne möchte ich mehr wissen, aber nicht zu einer platzenden Seifenblase.