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    Warum kann ich nicht einfach glücklich sein?

    Auch meine letzte Antwort an dich wird es sein: Weil Du es Dir selbst nicht zugestehst.


    Du meinst, Rache könnte die Lösung sein? Dass ich nicht lache! Mit Rache befeuerst Du nur das, was Du immer getan hast, und es ist wirklich nicht sehr logisch, dass "mehr vom selben" irgendwann ein anderes Ergebnis hervorbringt, als es bisher immer getan hat.


    Du bist gefangen in deinem Denken. Solange du nicht selbst da heraus willst, wird sich nichts ändern, da kannst du dich rächen, bist du schwarz wirst.

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    Das bin ich auf jeden Fall, aber ich bin auch so gemacht worden, also ist es doch eigentlich nur eine logische Folge und das Produkt des Umgangs anderer mit mir.

    Das ist ein Standpunkt, der bei einem Kind legitim ist, das aus seinem nicht selbst gewählten Umfeld kaum entkommen kann. Sobald man seine Ursprungsfamilie/das schädliche Umfeld verlassen kann, beginnt die Selbstverantwortung.
    Jeder Tag, den Du Dich so zu leben entscheidest, vertieft diese Erfahrungen, bei denen Du Dich mittlerweile selbst dafür entscheidest, sie destruktiv zu gestalten.

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    Irgendwie muss ich es schaffen, anderen genau den gleichen Rucksack umzubinden, den ich selbst tragen muss, und dann muss es mir nicht leid tun, denn auch sie müssen dann damit leben. Ich sehe mich selbst als irreversibel zerstört - das schreit geradezu nach Rache. Solange ich mich im gesetzlichen Rahmen bewege, kann nichts schief laufen.

    Solange Du Dich im gesetzlichen Rahmen bewegst, sieht es so aus, dass andere den Kontakt zu Dir meiden und abbrechen können. Du selbst aber bist in Deiner eigenen Gesellschaft gefangen. Du bestrafst viel weniger andere Menschen als Dich selbst - Dich selbst verurteilst Du dazu, für immer einsam zu bleiben, ohne Möglichkeit, wirklichen Kontakt zu einem anderen menschlichen Wesen aufnehmen zu können/wollen, in dem Du die Erfahrung machen könntest, wie es ist, füreinander wertvoll und wichtig zu sein. Du bist nicht auf einem Rachefeldzug, sondern auf einem Selbstzerstörungstrip - nicht suicide by cop, sondern suicide by love. Du empfindest Dich als derart wertlos, dass sich die Rettung der Trümmerteile in Deinen Augen nicht mehr lohnt, daraus etwas Neues zu bauen, mit Geduld und Zuversicht gegen Rückschläge gewappnet und stetig kleine Fortschritte und schöne Erlebnisse aufeinanderstapelnd, bis daraus wieder ein Leben geworden ist. Und tatsächlich ist es sehr schwer, aus eigener Kraft aus so einem Loch der empfundenen Wertlosigkeit herauszukommen, die Hilfe von anderen, die einen nicht aufgeben und einen stützen, ist unbezahlbar, und natürlich sehnst Du Dich danach. Nur ist es derzeit so, dass Du andere in einem Ausmaß entwertest, dass niemand mit einer halbwegs gesunden Psyche Dir zu nahe kommt, ebenso wenig, wie er in eine Löwengrube hinuntersteigen würde. Das ist eine schreckliche Situation - Du sehnst Dich nach jemandem, der sich durch alle Widerwärtigkeiten durcharbeitet und Dir zeigt, dass er Dich als wert empfindet, auch Schmerz und Bisse und Grausamkeit Deinerseits zu ertragen, weil Du ihm so viel bedeutest, dass er unter keinen Umständen aufgibt. Aber Du bist so zornig und aggressiv, dass nur schwerlich jemand von außen auf die Idee kommen kann, dass da inmitten dieses kochend brodelnden Gifts jemand darauf wartet, dass irgendwer an ihn glaubt, auch wenn er es selbst nicht tut, und eine Rettung versucht, an deren Erfolg der zu rettende selbst nicht glaubt. So bist Du vollkommen gefangen, abhängig von einem Retter beziehungsweise einer Retterin, die nicht kommen wird, wenn nicht gerade jemand mit größter Zähigkeit und Tapferkeit Gesegnetes durch einen ungeheuren Zufall einen Blick auf etwas in Dir erhascht, für das er den Kampf aufnimmt.
    Ein bisschen erinnerst Du mich an Wolfsblut aus dem Roman von Jack London, nur in einem späteren Stadium - nicht scheu und auf der Flucht, sondern wie tollwütig durchs Dorf preschend, um anderen Schaden zuzufügen.


    Es tut mir leid, dass es Dir so geht. Ich hoffe, dass Du da noch die Kurve kriegst. Deine eigene Prophezeiung, irreparabel kaputt zu sein, ist allerdings eine typische selbsterfüllende Prophezeiung - solange Du es selbst glaubst, ist es so, denn Du wirst jeden Funken Hoffnung gleich zerfetzen, sobald er vorsichtig durch den Spalt zwischen zwei hässlichen Gedanken lugt, weil Hoffnung schrecklich wehtun kann und so ein Zerstörungstrip sich auf eine betäubende, selbstgerechte Weise gut anfühlt, wenigstens lebendig. Bis man irgendwann begreift, was man alles kaputtgemacht hat und wie lange es dauert, das wirder aufzubauen. Fakt ist: Solange Du noch auf einem Selbstzerstörungstrip bist, ist da auch noch etwas, das zerstört werden kann, es ist also noch etwas da. Es ist Deine eigene Entscheidung, wie Du damit umgehst. Ob Du übers Schlachtfeld wütest, alles anspuckst und die Brocken noch kleiner schlägst in Deinem Zorn darüber, wie es eigentlich sein sollte und wie es im Kontrast dazu gerade ist, oder ob Du schaust, was da ist und was sich damit anfangen lässt, und sagst, wenn ich mir hier mitten in den Trümmern ein kleines Haus bauen kann und vielleicht ein bisschen Gemüse zum Wachsen kriege, ist das schon mal viel besser als der Zustand jetzt.
    Und an so einem Haus, so winzig es sein mag, bleibt manchmal jemand stehen. An einem Trümmerfeld, über den jemand mit einer Axt rennt und "Ich mach euch alle tot! schreit, nicht. Höchstens aus der Ferne als Gaffer, aber nicht als jemand, der Deine Schwelle überschreitet und Dir die Hand reicht.

    Shojo

    Er ist das, was Eckhardt Tolle mit "gefangen in seinem Schmerzkörper" bezeichnet. Dieses Gefängnis ist sehr wohl zu öffnen, nur ist der Schlüssel für ihnzunächst vergraben. Er meint ja wirklich, er habe keine Wahl.


    Empfehlung für diejenigen, die sich für die Auflösung des Problems interessieren: "Jetzt!" von E. Tolle, als Buch oder auch als Hörbuch zu haben. Besonders die Kapitel zum Schmerzkörper sind in diesem Zusammenhang hochinteressant.

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    Du sehnst Dich nach jemandem, der sich durch alle Widerwärtigkeiten durcharbeitet und Dir zeigt, dass er Dich als wert empfindet, auch Schmerz und Bisse und Grausamkeit Deinerseits zu ertragen, weil Du ihm so viel bedeutest, dass er unter keinen Umständen aufgibt.

    Ja. Und diejenigen ist dann definitiv psychisch Krank, da keine Frau die halbwegs bei Verstand ist, sich sowas antut. Das wäre der pure Masochismus.


    Saviour Word alleine sterben. Alt, verbittert und einsam.


    Mal wieder so ein armer Rentner, der nur deshalb gefunden wird, weil sich die Nachbarn beim Vermieter über den ekelhaften Geruch im Hausflur beschweren. :-(

    Benutzerin, Deine "taktvolle" Antwort ]:D ist heftig. Aber so als Schuss vor den Bug, um einen Impuls zu vermitteln, etwas zu ändern, statt zu hoffen, es löse sich - z. B. durch Rache - irgendwann mal von selbst auf ... vielleicht richtig.

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    Benutzerin, Deine "taktvolle" Antwort ]:D ist heftig. Aber so als Schuss vor den Bug, um einen Impuls zu vermitteln, etwas zu ändern, statt zu hoffen, es löse sich - z. B. durch Rache - irgendwann mal von selbst auf ... vielleicht richtig.

    Nur wenn der- oder diejenige bisher unter einem Stein abgeschottet von allen äußeren Einflüßen gelbet hat, was allerdings reichlich unwahrscheinlich sein dürfte. Denn wenn nicht, dann hat der- oder diejenige das alles schon gehört und zwar höchstwahrscheinlich a) nicht erst einmal und b) auch schon oft genug noch viel drastischer formuliert. Mal ganz abgesehen davon, dass es wohl den meisten Leuten in so einer Situation selbst oft genug durch den Kopf geht - zumindest wenn sie nicht komplett realitätsblind sind.

    Ach weißt du ... ich habe da selbst eine andere Erfahrung gemacht. :)z


    Dinge, die ich durchaus schon selbst wusste oder die mir andere lange schon nahgelegt hatten, rauschten so durch und durch und durch ... und dann plötzlich "gingen mir die Ohren auf" und ich hatten den Absprung, den ich vorher nicht mal erkannt hab.


    Wir entwickeln uns ja auch weiter, zum Glück. ;-)

    @ Shojo

    Deine Zeilen sind wirklich toll. Ich habe sie kopiert und als Textdatei gespeichert. Das werde ich mir wohl noch öfter durchlesen.

    @ Benutzerin005

    Zitat

    Mal wieder so ein armer Rentner, der nur deshalb gefunden wird, weil sich die Nachbarn beim Vermieter über den ekelhaften Geruch im Hausflur beschweren.

    Hoffentlich ist dein Smiley auch so gemeint, denn ich erkenne dahinter durchaus Bösartigkeit. Du weißt nicht, wieviele Menschen ich aus dem Ghetto gekannt habe, die tatsächlich dieses (deiner Meinung nach wohl selbst gewählte) Schicksal hatten. Es waren auch welche darunter, die durchaus eine/n Partner/in hatten und vielleicht nicht die gleichen Arschlöcher waren, wie ich es bin. Nachdem ich tatsächlich an Karma glaube, rate ich dir, anderen nicht zu wünschen, das du selbst nicht willst. Ich gehe übrigens arbeiten, um mir später einen Platz in einem recht exklusiven Pensionistenwohnheim zu sichern - eine Sache, die sich viele Leute aus meiner ehemaligen Gegend einfach nicht leisten können/konnten. Aber auch ein behinderter Nachbar, welcher durchaus ein netter Kerl war, hat sich unlängst in dieser, mittelständischen Wohngegend, umgebracht - wahrscheinlich aus Einsamkeit.

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    Ja. Und diejenigen ist dann definitiv psychisch Krank

    Das will ich doch stark hoffen, denn eine psychisch gesunde Frau bräuchte ich gar nicht. Es passt nicht zu mir. Sie muss treu, ehrlich und lieb sein und es ernst mit mir meinen. Ich träume von einer langjährigen, konstruktiven Beziehung.

    @ enigmatic1606

    Zitat

    a) nicht erst einmal und b) auch schon oft genug noch viel drastischer formuliert.

    Das Problem an der Rache (bitte nicht so vorstellen, dass ich Amok laufen würde) ist tatsächlich das eigene Leid. Wenn ich befinden würde, dass ich für mein Leben sowieso nichts mehr machen kann, dann würde ich umso mehr auf Rache pochen. Wenn es sich zum Positiven wenden sollte, wird auch die Rache überflüssig. Natürlich stimmt es, was Shojo schreibt, aber wenn der Schaden schon nicht mehr größer für mich selbst sein kann, kann mich die Rache des anderen (auf meine Rache hin) eigentlich nicht mehr treffen.


    Beispiel: ich habe keine Freunde, egal wie nett oder nicht nett ich zu anderen bin. Entschiede ich nun, nicht nett zu jemanden zu sein, wird der nicht mein Freund werden wollen. Unterschied?

    Es passt absolut nicht ins Thema, aber heute ist eine Frau samt kleinen Kind einfach von mir davon gelaufen, obwohl ich keinen bösen Gedanken hatte. Sie ist mitsamt dem Kind gestürzt und hat sich tatsächlich weh getan. Natürlich habe ich mir gedacht:"Du dumme Nuss. geschieh tdir recht" Mir tut das Kind leid, denn seine Mama hat vor lauter uneberechtigter Angst vor mir die Flucht ergriffen und verursacht, dass auch ihr eigenes Kind zu Sturz kommt. So bin ich schon öfters "behandelt" worden. Irgendwann frage ich mich, wie ich dazu komme und ob mein Hass nicht auch seine Berechtigung hat.

    Bei deinem Charisma hat sie vielleicht einfach deine negativen Schwingung bemerkt.


    Es gibt sensible Menschen wie mich, die sehr anfällig für anderer Leute Stimmungen sind.


    Ich spüre sowas auch stark.

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    Es passt absolut nicht ins Thema, aber heute ist eine Frau samt kleinen Kind einfach von mir davon gelaufen, obwohl ich keinen bösen Gedanken hatte. Sie ist mitsamt dem Kind gestürzt und hat sich tatsächlich weh getan. Natürlich habe ich mir gedacht:"Du dumme Nuss. geschieh tdir recht" Mir tut das Kind leid, denn seine Mama hat vor lauter uneberechtigter Angst vor mir die Flucht ergriffen und verursacht, dass auch ihr eigenes Kind zu Sturz kommt. So bin ich schon öfters "behandelt" worden. Irgendwann frage ich mich, wie ich dazu komme und ob mein Hass nicht auch seine Berechtigung hat.

    Nimm mir das nicht übel, aber ich stelle mir grad eine "kleine" (bist du mit 1,77 ja eigentlich gar nicht) vor Wut schnaufende Kante vor, die mit hochrotem Kopf und entsprechendem Blick durch die Straßen läuft, verständliche Reaktionen erntet und sich im Nachhinein selbst bestätigt sieht ;-D


    Und letzten Endes wird es auch damit etwas zu tun haben müssen: Deinem Auftreten. Kleidungsstil, Gangart, Gesichtsausdruck...das Ganze dann womöglich noch am falschen Ort der falschen Person gegenüber und schon kann soetwas passieren.


    Was hat denn die Frau deiner Meinung nach falsch gemacht? Meinst du sie hat sich frei dazu entschieden Panik zu bekommen? Angst ist nicht rational und deinen Hass kannst du damit definitiv nicht rechtfertigen. :|N

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    Nimm mir das nicht übel, aber ich stelle mir grad eine "kleine" (bist du mit 1,77 ja eigentlich gar nicht) vor Wut schnaufende Kante vor, die mit hochrotem Kopf und entsprechendem Blick durch die Straßen läuft, verständliche Reaktionen erntet und sich im Nachhinein selbst bestätigt sieht

    Toll jetzt habe ich Kopfkino ;-D Blutunterlaufene Augen und zwei kleine Hörnchen komplettieren das Bild ;-D

    Zitat

    Es passt absolut nicht ins Thema, aber heute ist eine Frau samt kleinen Kind einfach von mir davon gelaufen, obwohl ich keinen bösen Gedanken hatte. Sie ist mitsamt dem Kind gestürzt und hat sich tatsächlich weh getan. Natürlich habe ich mir gedacht:"Du dumme Nuss. geschieh tdir recht" Mir tut das Kind leid, denn seine Mama hat vor lauter uneberechtigter Angst vor mir die Flucht ergriffen und verursacht, dass auch ihr eigenes Kind zu Sturz kommt. So bin ich schon öfters "behandelt" worden. Irgendwann frage ich mich, wie ich dazu komme und ob mein Hass nicht auch seine Berechtigung hat.

    Was war denn da los? Du musst ihr ja tatsächlich einen gehörigen Schrecken eingejagt haben. Aber was ich nicht verstehe, warum du der Meinung bist, das geschieht ihr recht?


    Also ich meine ja, man läuft nicht ohne Grund vor jemandem weg. Ich hatte im öffentlichen Raum noch nie so ne Angst, dass ich vor jmd. weggelaufen bin, höchstens mal gedacht, holla der schaut aber böse drein.


    ich krieg das irgendwie nicht so zusammen dass es für mich passt: Etwas an Dir jagt jemandem einen Schrecken ein, so dass die Person flüchtet und Du nimmst diese Situation zum Anlass, Dich in deinem Hass auf andere bestätigt zu fühlen?


    Wenn Du sagst, Du weißt nicht woran es liegt dass die vor Dir weglaufen, dann finde ich das Verhalten der Flüchtenden seltsam. Vllt war es dann gar nicht auf Dich bezogen sondern auf was anderes (hat es sehr eilig zb)


    Wenn Du aber sagst, Du weißt ganz genau, dass es an Dir / Deinem Verhalten liegt, Du aber eigentlich solche Reaktionen gar nicht provozieren willst, dann bin ich der Meinung, dass Du da bei Dir ansetzen solltest, nämlich Dein Verhalten zu überdenken.